Mittwoch, 7. August 2013

Postnachtwachen-Lethargie


Der Nachtwachenblock ist geschafft. Auch die große Hitze scheint ein Ende zu haben. Eigentlich hatte ich vor einzukaufen, danach Kaffeehaus. Es ist bereits früher Abend. Ich schlief lange, schlonzte ein wenig am Computer vor mich hin. Schließlich machte ich mich ausgehfertig. Doch als ich schon beinahe auf dem Fahrradsattel saß, ruderte ich zurück. Plötzlich hatte ich keine Lust mehr auf das Kaffeehaus, und einkaufen musste ich auch nicht unbedingt. Ich habe noch Rotwein, Knäckebrot, vegetarische Pastete und Peperoni – das sollte für den Abend reichen. Manchmal habe ich diese Momente, wo ich mich frage: Was willst du da draußen, zwischen all den Autos, über die du dich sowieso nur aufregst, und den Menschen, zu denen du meist keinen Bezug hast? Und die Trägheit besorgt dann den Rest – oder sie ist der Ausgangspunkt solcher Überlegungen. Egal. Frühestens morgen treibt es mich wieder hinaus ... bevor mir die Decke auf den Kopf fällt. Wäre heute ein Sonnentag, würde ich es freilich bedauern, dass ich nicht mehr aus dem Haus gehe; aber es ist trübe und sieht aus, als könne es jeden Moment anfangen zu regnen – also, sowieso kein Biergartenwetter. Trotzdem ist es irgendwie frustrierend: da freut man sich auf das Frei nach den Nachtdiensten, und wenn es dann so weit ist, hängt man ab. Jedes Mal dasselbe: Kaum dass ich mich einigermaßen erholte und von der Nacht wieder auf den Tag umstellte, fängt flugs der nächste Dienst an; und das Spiel beginnt von Neuem. Heute jedenfalls fehlen mir die Energie und der Antrieb, etwas auf die Beine zu stellen. Ich weiß aber auch, dass ich mich nicht zu früh wieder in die Kiste legen sollte, denn ich würde dann nachts viele Stunden vor einem öden TV-Programm wachliegen. Müde genug wäre ich. Scheiße, ich hätte allein deswegen in die Stadt radeln sollen, um Zeit zu schinden, - um der Verführung zu entgehen, mich gleich wieder hinzulegen. Ablenkung ist das halbe Leben. Der Computer ist zwar ganz nett, aber viel los macht er nicht gerade. Er ist nur eine Art Fenster wie der Fernseher und die echten Fenster. Es gibt Leute, die sitzen den ganzen lieben Tag am Fenster.
(Die Falafel vom türkischen Imbiss schmeckten übrigens gar nicht übel. Zumindest waren sie schön knusprig, und das mag ich. Mit einer pikanten Soße wären sie perfekt gewesen. Der Türke servierte sie mit Salat und einer nullachtfünfzehn Salatsoße. Na ja, war trotzdem okay.)
Ich fühle mich heute wirklich, als würde ich festsitzen. Hätte ich Nachtdienst, wäre ich jetzt auf dem Weg zur Bushaltestelle und würde mir nichts mehr wünschen, als zuhause bleiben zu können – und nun sitze ich zuhause … schaue aus dem Fenster und versinke in Lethargie.

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