Montag, 19. August 2013

Beklaut - aber einen schönen Tag gewonnen


Auf der Hinfahrt hatte ich Zoff mit einem Fahrgast, der sich von der Musik aus meinen Ohrhörern gestört fühlte. Der junge Mann stieg bei Offenburg zu, setzte sich auf die andere Seite des Gangs und arbeitete konzentriert an seinem Laptop. Es war eigentlich kein richtiger Zoff. Ich stellte die Musik leiser. Aber seine Anmache wurmte mich, denn eigentlich war fast nichts von der Musik zu hören – ich wendete mich zu ihm und sagte: „Und jetzt, wo ich die Musik leiser stellte, höre ich Sie tippen. Können Sie vielleicht leiser tippen?“ Er entgegnete nichts. Ein Fahrgast hinter mir lachte.

Für die Rückfahrt nahm ich den Nachtzug, der bis nach Hamburg fuhr. Den hatte ich schon das letzte Mal genommen. Es war der letzte, den ich am Abend nehmen konnte. Ich verlor damals meine Ray Ban Brille und ein Halstuch. Diesmal wurde ich um meine gesamte Barschaft erleichtert.
Ich könnte mich in den Arsch beißen – wie man so schön sagt. Vorsichtshalber hatte ich meine Brieftasche mit aufs Klo genommen … Genau, und dort ließ ich sie liegen! Wenige Minuten vor meiner Haltestelle bemerkte ich den Verlust. Ich durchwühlte meine Tasche, schaute in der Klo-Kabine nach. Nichts! Schließlich fragte ich die Bedienung des Restaurantwagens. Und tatsächlich war meine Brieftasche abgegeben worden. „Natürlich ist das Geld fort“, sagte der Service-Mann. Immerhin waren noch alle Karten und mein Ausweis vorhanden, und das Münzgeld wurde auch nicht entnommen. So konnte ich am Geldautomaten etwas Geld abheben, um vom Bahnhof ein Taxi nach Hause zu nehmen. Ich glaube, diesen Nachtzug nehme ich in Zukunft nicht mehr. Nicht auszudenken, was mir das nächste Mal passieren würde, wenn sich diese Pechsträhne fortsetzte. Ich fahre häufig mit der Bahn, aber noch nie passierte mir kurz hintereinander ein solcher Mist.

Der Tag indes war schön. Wir gingen an Birs und Rhein spazieren. Das Wetter hielt. Erst am Abend regnete es leicht. Es gab viele schöne Eindrücke, und wir hatten gute Gespräche. Die Zeit verging wie im Fluge. Basel ist wirklich eine meiner Lieblingsstädte.
Wir picknickten unter einem Baum, nahe dem Wasser. Käse, Brot und Oliven – selten aß ich so genussvoll. Ich liebe unkomplizierte, einfache Sachen. Wenn das Leben nur immer so einfach wäre: Gemeinsam eintauchen in die Landschaft, die Stadt, die Luft, den Himmel, die Wolken und das Wasser …, sich an ein paar kleinen, grünen Flussmuscheln erfreuen und den Enten zuschauen …, ein Bier oder ein Glas Wein trinken und das bunte Treiben der Menschen beobachten …, lachen, reden und träumen, die kleinen Abenteuer genießen.




die Birs




Graffity an einer Brücke




Enten im Rhein




Blick über Basel

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