Sonstiges zur Diskussion

Freitag, 7. September 2018

Blablabla


Was ich witzig an Löws Analyse zum desolaten Abschneiden der deutschen Mannschaft bei der Fußball WM 2018 finde, ist, dass ich auf die Grundaussagen, die er aktuell traf, als relativer Fußball Laie bereits kam, als die Deutschen noch im Turnier waren. Nichts als Blablabla von ihm.
Okay, wenigstens angestrengt haben sie sich gestern gegen den Weltmeister Frankreich. Sollte eigentlich selbstverständlich sein, bei dem horrenden Salär, das die Fußball Stars erhalten.
Stimmt, Fußball interessiert mich gar nicht besonders. Aber ich sehe doch einiges, was sich prima auf andere Gesellschaftsbereiche übertragen lässt. Ich schaue mir den Käse an, weil er exemplarisch für die gesamte Schieflage in unserer Republik ist (und weil ich nichts besseres zu tun habe). Ich meine nicht nur die Schieflage, dass das Geld stets hin zu den Reichen fließt, und die Armen weiter ausgebeutet werden. Was mir ebenso bitter aufstößt, sind diese blöden Analysen und Sprüche, die von den Verantwortlichen abgesondert werden - das ganze Blablabla. Niemand redet mal Tacheles, weil ein jeder an seinem Pöstchen klebt. Unsere Bundeskanzlerin ist darin Spitzenreiterin. Aber die anderen Politiker liefern auch jede Menge Verdummungsgeschwätz ab. Bestimmt glauben viele selbst dran, was sie da an Blablabla unters Volk bringen. Sie müssen dran glauben, oder sie gehen seelisch vor die Hunde. Ich gehe halt mal davon aus, dass jeder Mensch eine Seele hat, selbst Politiker, Funktionäre und Banker.
Der Jogi kommt ja bei vielen gut an, besonders bei Frauen. Kann mir mal jemand verraten, warum? (Ist es sein Dackelblick?)
Auch die Merkel hat einen Schlag bei… ich weiß nicht. Ich weiß es nicht. Bei wem nur??
Nun lief mal wieder ein Aufschrei durch die Republik, als sich in Chemnitz der Mob sammelte und von extrem Rechten und Neonazis angeführt seinen Ausländerhass herausschrie. Anlass war ein Tötungsdelikt am Rande eines Stadtfestes. Als Täter wurden Ausländer verdächtigt. Kann ja sein. Jeden Tag passieren in Deutschland abscheuliche Verbrechen von Einheimischen und eben auch von Ausländern. Der Mob zog also unter dem Deckmantel eines Trauermarsches durch Chemnitz und betrieb Hetze gegen Ausländer, verbal und… Ich war nicht dabei und weiß nicht, ob es zu regelrechten Hetzjagden gegen fremdländisch aussehende Mitbürger kam. Aber ich kann mir vorstellen, dass der Schritt dahin nur ein kleiner war. Immer mehr Stimmen machen sich breit, die sagen, dass es keine Hetzjagden gab. Dann vielleicht das nächste Mal? frage ich mich. Und was höre ich dazu über die Medien, in TV-Diskussionen etc.? Blablabla. Für mich ist schon lange klar, dass es in Deutschland eine latente Fremdenfeindlichkeit gepaart mit Rassismus und Antisemitismus gibt. Das ist keine fuckin` neue Erscheinung. Dieses krude rechte Gedankengut war zu allen Zeiten auch in der Mitte der Gesellschaft vertreten – man musste bei der ein oder anderen Stammtischdiskussion nur mal genau hinhören. AfD und Pegida schöpfen lediglich aus einem bereits vorhandenen Potential. Und im Osten haben sie aufgrund des dort teilweise immer noch vorherrschenden Minderwertigkeitskomplexes am meisten Erfolg.
Eigentlich sind die Zusammenhänge ganz einfach. Dazu muss man keine Experten und (fragwürdigen) Statistiken bemühen. Man muss sich dort, wo man lebt, nur mal umgucken… Die Hässlichkeit vieler menschlichen Umtriebe springt jedenfalls mir direkt ins Auge. Ich mache da keine Unterschiede zwischen rechts oder links, zwischen Deutschen und Ausländern. Wenn ich nur mal hier in Berlin die Machenschaften der arabischen Clans betrachte, wird mir ganz anders… Aber deswegen empfinde ich nicht automatisch eine Abneigung gegen alle Ausländer, Migranten oder Flüchtlinge.
Oder um auf den Fußball zurückzukommen: Wenn ein Spieler mit ausländischer Herkunft ein Tor schießt, ist er verdammt schnell integriert. Auf der anderen Seite: Wenn ein gut integrierter Ausländer auf dem Platz versagt, ergießt sich verbal-rassistische Hetze über ihn. So einfach sind wir Menschen gestrickt. Nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt.

Montag, 3. September 2018

Mal so zwischendurch


Ich finde es vorsichtig gesagt unverschämt, dass den Leuten komplexe Gesetzeskonstruktionen wie das Datenschutzgesetz oder das Urheberrecht vor den Latz geknallt werden, ohne ihnen eine Anleitung oder anderweitige Hilfen an die Hand zu geben, wie sie z.B. als Blogbetreiber nicht in Konflikt mit diesen Vorschriften kommen. Ein solches Vorgehen öffnet z.B. Tür und Tor für ungerechte und unverhältnismäßige Abmahnpraktiken, mittels derer sich fiese und skrupellose Anwälte bereichern. So einfach kann Geld verdienen nur in einer verkorksten Gesellschaft sein. Für jeden Scheiß braucht man heute ein Spezialwissen oder entsprechende Beratung. Das sieht in meinen Augen so aus, als ob man gar keine mündigen Bürger wünscht, indem man Gesetze und Vorschriften derart kompliziert gestaltet und im Fachjargon formuliert, dass man unmöglich allein mit dem gesunden Menschenverstand durchblickt. Und wer sind die, die uns sowas zumuten? Ja, das wüsste ich gern, wer diese vermaledeiten Armleuchter sind, die solche Gesetze auf den Weg bringen und verabschieden. Keiner kann mir sagen, dass unsere Politiker da besser durchblicken, wenn sie nicht gerade Jura studierten, als… ich oder du, als der Laie von nebenan, der zuhause einen Computer hat und vielleicht aus privaten oder geschäftlichen Gründen ein Blog oder eine Website anlegt.
Mann, ich könnte platzen vor Wut! Das ist genau das, was ich an unserem Gesellschaftssystem schon immer hasste! Dieses an der Realität und dem Volk vorbei entscheiden… Die Menschen werden eingeschüchtert und kleingehalten. Alle paar Jahre sollen sie das richtige Kreuzchen machen und ansonsten am Besten die Schnauze halten, jeden Scheiß erdulden und brav in ihrem Job malochen.
So gesehen gehöre ich auch zu den Wutbürgern, aber nicht zu dem rechten Gesocks um AFD und Pegida, sondern zu den roten Socken. Ab und zu muss man mal Dampf ablassen! Auch dazu ist ein Blog da. Und ich finde es klasse, dass wir alle diese Möglichkeit im Internet nutzen können. Aber vielleicht gibt es gute Gründe, warum ich meine Meinung anonym sagen will, nicht um als Troll das Web unsicher zu machen, sondern weil ich z.B. nicht will, dass mein Arbeitgeber oder meine Verwandtschaft hier liest. Als ich noch in der Altenpflege arbeitete, prangerte ich manche Missstände, die ich erlebte, an (nannte selbstverständlich dabei niemanden namentlich). Trotzdem wäre mein Arbeitgeber sicher nicht begeistert gewesen, wenn er auf den ein oder anderen Text auf meinem Blog gestoßen wäre. Solchen Konflikten will ich durch meine Blog-Anonymität aus dem Wege gehen, weil ich natürlich auf meinen Arbeitsplatz angewiesen bin. Es kann aber auch andere meiner Meinung nach legitime Gründe geben für das Aufrechterhalten der Anonymität im Netz…

So, das war`s erstmal. Ich würde mir ein paar Gedanken von euch dazu wünschen. Bin ich mit meinem Ärger allein? Sehe ich die Dinge falsch?

Donnerstag, 2. August 2018

Welterschöpfungstag


Gestern, am 1. August, war übrigens Welterschöpfungstag.
Mir reicht`s auch. Zeit, dass ich in Urlaub gehe – oder besser noch in Rente.

Mini-Aufheller: „Twoday goes to Antville“. Was auch immer das genau bedeutet. Jedenfalls bleiben die Blogs erstmal wie gehabt bestehen. Irgendwann sollten dann irgendwelche Anpassungen bzw. Modifikationen geschehen. Wir restlichen Twodayler fanden uns längst mit dem Ende der Twoday-Ära ab und packten unsere Koffer. Wir können uns also ganz entspannt zurücklehnen und der Dinge harren, die da kommen.

Ein kurzer Schauer geht nieder. O Wunder! Ich stand gerade in der Küche und traute meinen Ohren nicht. Das hört sich nach Regen an, fuhr es mir durch den Kopf. Oder habe ich eine Erschöpfungs-Halluzination? Tatsächlich, mein Blick auf den Hof verifizierte einen mit nassen Flecken übersäten Boden. Ich reiße das Fenster auf, um etwas von der Frische zu ergattern. Doch schwappt mir lediglich ein schwülwarmer Lufthauch entgegen.

Gestern war also Welterschöpfungstag. Ich empfinde echtes Mitgefühl mit der Welt.

Sonntag, 15. Juli 2018

Finale, Sommerpause, scheinheilige Moral und Rätsel


Wetten können noch angenommen werden. Frankreich gegen Kroatien. Danach ist der WM-Spuk auch wieder vorbei, und das Sommerloch kann sich ungehindert ausbreiten: keine Events und Spektakel, 50% der Deutschen auf Mallorca oder sonst wo (vielleicht auch etwas weniger), kein Polithorror, nur das übliche Tagesgeschäft mit abgeschobenen Flüchtlingen und einigen, die auf dem Weg ins geheiligte Europa im Mittelmeer ertrinken… nichts, worüber man sich noch aufregen müsste, schon gar nicht im Urlaub. Auch Trump könnte sich und uns dann mal eine Auszeit gönnen. Obwohl ich seinen Unterhaltungswert inzwischen schätze. Kann man sich noch eine Welt ohne Donald vorstellen?
Auch gut, dass diese thailändische junge Fußballmannschaft inzwischen aus der Höhle befreit werden konnte. Mann o Mann! Solche Aufregungen braucht man nicht in der Sommerpause. Die ganze Welt fieberte mit ihnen. Nun soll gar ein Film über die spektakuläre Rettungsaktion gedreht und aus der Höhle eine Touristenaktion gemacht werden. Das ist doch was! Hoffentlich kriegen die Familien der Fußballer etwas ab vom Braten – dann müssen sie nicht nach Europa auswandern…
Was las ich kürzlich in einem Artikel der Süddeutschen: „Es fällt uns leicht, mit den in der Höhle eingeschlossenen thailändischen Jungen mitzuleiden. Für Bootsflüchtlinge auf dem Mittelmeer steht die Empathie dagegen infrage. Das ist ein gefährlicher Zivilisationsverlust.“
Wo er recht hat, hat er (Matthias Drobinski) recht, oder? Wir westlichen Wohlstandsbürger sind schon ziemlich pervers. Aber gut, neu ist das auch nicht. Ein Wunder aber, dass solche moralischen Diskrepanzen überhaupt noch jemandem auffallen.
Also, wie sieht`s aus? Deutschland – Kroatien... Ach, was schreibe ich! Frankreich – Kroatien natürlich. Spielten die Deutschen überhaupt mit bei dieser WM?
Mal sehen, wo ich mir das Endspiel nachher 17 Uhr angucke. Biergarten wäre nicht schlecht. Ich tippe, dass Frankreich gewinnt. Aber knapp. Die Kroaten werden kämpfen wie die Löwen. Nur die Franzosen sind abgebrühter, denke ich, und verfügen insgesamt über mehr spielerisches Potential. Ich hoffe einfach auf ein spannendes und gutes Finale mit `ner Menge Torszenen.
Hier mein Tipp: 2 zu 1 für die Frenchmen.
Zuletzt noch eine Frage, die mich schon lange beschäftigt. Ich muss sie endlich mal loswerden, auch weil`s thematisch gut passt. Wer mich kennt, der weiß, dass mich Mysterien faszinieren. So vieles auf der Welt entbehrt jeglicher Vernunft und lässt sich in meinen Augen nicht erklären. Kurz und gut: Warum rotzen/spucken Fußballer ständig? Was ist mit diesen Typen los? Kann man dieses Phänomen auch beim Damenfußball beobachten? Gibt es dazu Untersuchungen oder nachvollziehbare Erklärungen?

Mittwoch, 20. Juni 2018

Frauen verstehen


Dass ich beruflich immer viel mit Frauen zu tun hatte, minderte zwar meine Hemmungen ihnen gegenüber, aber ein Frauenversteher wurde ich darum nicht. Zurzeit kommt es mir so vor, als seien sie mir ferner denn je, diese wundersamen Geschöpfe, die derart viel Anziehungskraft auf meine männliche Seele ausüben. Es ist weit mehr als das Sexuelle. Ohne Frau bin ich als Mann nicht komplett, - zwar überlebensfähig, aber nicht richtig lebendig. Als wäre die Farbe aus meinen Tagen verschwunden… In meinem Singledasein vegetiere ich dahin, schleppe mich durch ein selbstgezimmertes Beschäftigungsprogramm, aber Freude kommt dabei nicht wirklich auf.
Darum nehme ich auch immer wieder Anlauf…, verliebe mich neu. Es passiert einfach. Das Glück reicht mir die Hand und zieht mich an Bord. Ich will nicht wissen, dass das Glück nur trügerisch ist. Wie ein Verdurstender genieße ich es in vollen Zügen. Insgeheim bleibt freilich eine Restskepsis. Mit den Jahren sammelte man einige Erfahrungen mit Frauen. Nichts ist bei diesen Wesen, wie es scheint. Oder wie Heinrich Heine schreibt: „Bei Weibern weiß man niemals, wo der Engel aufhört und der Teufel anfängt.“
Täglich kann man in den Medien die Scheidungsdramen und neu aufflammenden Lieben der Reichen und Schönen verfolgen. Was wäre die Welt ohne dieses ganze Hin und Her in der Liebe?
Mann und Frau passen nicht wirklich zusammen, aber ohne einander können sie auch nicht. Es gibt keinen besseren Stoff für Tragödien, Romane und Lustspiele.
Kurz und gut: Mit meinem Scheitern in der Liebe bin ich alles andere als allein. Sisyphos lässt grüßen. Die Damenwelt wird mich so schnell nicht los.


Passend zum Thema „Frauen verstehen“ schickte mir meine Bürokollegin per Mail einen Witz:

Ein Mann geht an einem kalifornischen Strand spazieren und stolpert über eine alte Lampe. Er hebt sie auf und reibt an ihr und schon kommt ein Geist heraus.
Der Geist sagt: "OK, OK, du hast mich aus der Lampe befreit, Blablabla. Das ist schon das vierte Mal in diesem Monat und mir wird diese ewige Wünscherei so langsam leid, also vergiss das mit den drei Wünschen, du hast nur einen Wunsch frei!"
Der Mann setzte sich und dachte eine Weile nach, dann sagte er: "Ich wollte schon immer mal nach Hawaii, aber ich habe Angst zu fliegen und ich werde schnell seekrank. Könntest du mir eine Brücke nach Hawaii bauen, damit ich dort hinfahren kann?"
Der Geist lachte und sagte: "Das ist doch unmöglich. Denk' doch mal an den Aufwand! Wie könnten die Säulen bis auf den Boden des Pazifiks gebaut werden? Denk' an die Mengen von Stahl und Beton! - Nein! Denk' dir was anderes aus!"
Der Mann sagte "OK" und versuchte sich einen wirklich guten Wunsch auszudenken. Schließlich sagte er: "Ich habe nie die Frauen verstanden, nie gewusst, wie sie in ihrem Inneren fühlen und was sie denken, wenn sie schweigen; nie gewusst, warum sie weinen, nie gewusst, was sie wollen, wenn sie "ach nichts!" sagen; nie gewusst, wie ich sie wirklich glücklich machen kann. Mein Wunsch ist also, die Frauen verstehen zu können!"
Der Geist schaute den Mann etwa eine Minute lang an, dann erwiderte er:
"Willst Du diese Brücke zwei- oder vierspurig?"


Sonntag, 13. Mai 2018

Das Fermi-Paradoxon


Es gibt zwei Antworten darauf, warum wir bisher noch keine Außerirdischen entdeckten. Sie sind entweder längst unter uns und verstecken sich prima, oder es ist quasi unmöglich, ihre Spuren im Kosmos zu entdecken, geschweige denn ihnen in Realo zu begegnen. Die schiere Vielzahl an Galaxien, Sternen und Planeten müsste selbst nach sehr ungünstigen Berechnungen immer noch eine große Anzahl von Alien-Zivilisationen bedingen. Doch wo sind sie? In Fachkreisen redet man vom Fermi-Paradoxon. Eine Theorie dazu erklärt der Philosoph Nick Bostrom in folgenden Sätzen:
„Man beginnt mit Milliarden von potenziellen Keimstellen für Leben und man landet am Ende bei einer Summe von Null außerirdischen Zivilisationen, deren Existenz wir beobachten können. Der große Filter muss also stark genug sein, dass man sogar mit Milliarden von Möglichkeiten nichts erreicht: keine Aliens, keine Raumschiffe, keine Signale — zumindest keine, die wir wahrnehmen können.“
Der große Filter ist es also. Er siebt uns als Zivilisationen in kosmologischen Zeiträumen einfach aus, so dass nicht mal der kleinste Krümel von uns übrigbleibt. Oder anders ausgedrückt: Alle Zivilisationen vernichten sich selbst, bevor sie den galaktischen Quantensprung schaffen – also bevor sie eine Technologie entwickeln konnten, sich weit über ihr Sonnensystem hinaus zu verbreiten.
Es gibt nicht wenige Wissenschaftler, die glauben, dass dieser Zeitpunkt für die Menschheit gekommen ist. Wir stehen am Scheideweg. Der große Filter wird auch uns erfassen, wenn wir weiterhin so sorglos mit unserem Planeten umgehen. Die Gefahren des Klimawandels werden unterschätzt. Ebenso ist die Gefahr eines eskalierenden nuklearen Vernichtungskriegs (trotz des Endes des Kalten Krieges) noch lange nicht gebannt. Die Gefahren, dass sich die Menschheit relativ kurzfristig selbstauslöscht, waren noch nie so hoch. Aber offenbar sind wir inzwischen gegenüber solchen apokalyptischen Vorstellungen total abgestumpft. Wir tanzen lieber auf dem Rand des Vulkans. Wir machen so, als gäbe es kein Ende. Für beinahe acht Milliarden Menschen geht derzeit die Sonne auf. Tag für Tag. Und alle machen einfach weiter, beharren auf dem Wachstumsgedanken – hinein in den Irrsinn. Wie können wir nur so blind in die Zukunft schauen?
Offenbar ist der große Filter eine Art Naturgesetz.

Was aber, wenn die Außerirdischen längst unter uns leben? Vielleicht sind einige Regierungen mächtiger Länder von ihnen infiltriert. Das könnte doch einiges erklären…
Oder ich bin ein Alien, und weiß es nur nicht. Oder bereits alle anderen sind Aliens. (Daran denke ich jeden Tag.) Vielleicht sind wir Menschen gar keine Kinder dieser Erde, sondern wurden hier vor vielen Tausend Jahren sozusagen auf eine neue Welt losgelassen. Eine Saat des Bösen. Eine Strafkolonie. Weit weg von den guten Alien-Zivilisationen.

Samstag, 12. Mai 2018

Hund, der ins Bild läuft, am Bülowbogen


Ich male mal wieder. Bitte nicht falsch verstehen. Was für mich Malen ist, dazu würden viele Schmiererei sagen. Das Ergebnis versteht sich von selbst – Kunst ist das nicht (egal). Ich schmiere also Acryl Farbe auf eine Leinwand, wobei ich mir viel Zeit lasse. Manche Tage sind es nur wenige Pinselstriche oder ich habe schlicht gar keine Lust. Aber es kann mich auch überkommen, und die Zeit verfliegt nur so, während ich vor dem Bild stehe und immer wieder neu daran herumwerkele. Kurz und gut: ich mache mir damit keinen Stress.
Nachdem sie weg war, stellte ich die Staffelei auf. Ich wollte schon seit `ner gefühlten Ewigkeit wieder ein Bild malen. Nun hatte ich den Ansporn, die in den letzten Jahren gemalten und in der Wohnung aufgehängten Bilder nach und nach durch neue zu ersetzen. Bei dem Tempo wird es freilich noch ein Weilchen dauern, bis überall neue „Schmierereien“ von mir hängen.
Ich mag die meisten meiner Erzeugnisse. Bilder oder Gedichte. Sie kommen aus mir. Sie repräsentieren mein Inneres. Schon etwas mehr als nur Scheiße.
Es ist immer fatal, wenn man versucht, sich vergleichend zu bewerten. Sowieso im kreativen Bereich. Ich allein muss mit dem Ergebnis zufrieden sein. Der Entstehungsprozess ist unter Umständen viel wichtiger als das Endprodukt. Der Weg ist das Ziel… Ich muss mich mit dem, was ich mache, identifizieren können… Mein Gott, was labere ich hier ab? – ich sollte besser den Pinsel in die Hand nehmen. (Ha-ha - „Pinsel in die Hand nehmen“ ist gut – ha-ha!)
Ich habe sogar schon eine Idee für den Titel des Bildes: „Hund, der ins Bild läuft, am Bülowbogen“.
Wenn man wie ich nichts richtig kann, dann ist Malen `ne super Sache. Das kriegt jeder hin – man muss einfach wieder ein Stück Kind werden und ein paar Hemmungen und Ansprüche über Bord werfen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass Anspruchsdenken in der Kunst tödlich ist. Ups – habe ich „Kunst gesagt? (Egal.)
Das ist es, was ich an unserer Welt am Meisten hasse: das auf Anspruch und Leistung dressierte Denken.
Was in unserer heutigen Welt als Kunst proklamiert wird, ist vor allem Künstlichkeit. Viel zu weltfremd, viel zu weit weg vom Individuum und seiner Lebenswirklichkeit. Die Inszenierung steht im Mittelpunkt.
Dabei bedeutet Kunst originär nichts anderes als der Prozess unserer Bewusstwerdung als Mensch, als denkende und fühlende Kreatur gegenüber einem Kosmos voller wahnsinniger Erscheinungen…; und jeder von uns, jeder Mensch kann einen Pinsel in die Hand nehmen und sich seine Existenzfragen von der Seele schmieren. Vergesst die sachverständigen Arschlöcher, die euch weiß machen wollen, was Kunst ist und was nicht. Befreit euch von dieser Gängelung. Lasst raus, was in euch steckt! Alle Menschen sind Künstler.
So. Fertig.
(Mit dem Bild noch nicht. Wahre Schmiererei braucht ihre Zeit.)

Freitag, 11. Mai 2018

Blind


Würden alle Menschen in Burkas rumrennen, wären wir bei den allermeisten ziemlich verblüfft, wenn sie ihr Gesicht enthüllten. Vorausgesetzt freilich, wir hätten vorher eine gewisse Zeit lang Gespräche geführt oder in irgendeiner Sache miteinander zu tun gehabt.
Erkenntnis: Nicht jeder harte Typ sieht wie Clint Eastwood aus, und umgekehrt ist nicht jeder mit harten/markanten Gesichtszügen ein harter Typ. Ebenso verhält es sich bei Frauen: hinter einer erotischen Stimme muss sich keine Madonna oder Marylin Monroe verbergen, wie man umgekehrt geschockt sein kann, wenn eine schöne/sexy Frau den Mund aufmacht.
Ich weiß, das ist keine neue Erkenntnis. Trotzdem sind wir jedes Mal überrascht, wenn es uns passiert. Zu leicht lässt sich unser Hirn in die Irre führen. Viele kennen diesen Effekt vielleicht aus ihren Erfahrungen mit Blind Dates. Ich auch. Trotzdem bereue ich keines. Ich halte nichts davon, sich vorher Bilder von sich zu schicken. Erstmal sollte ein intensiver geistiger Austausch stattfinden. Wenn sich dabei eine Vertrautheit entwickelt, bleibt zwar die Gespanntheit darauf, wie der andere wohl aussieht, aber meistens kann man dann die Abweichungen von der eigenen Vorstellung relativ gut wegstecken. Mit etwas Glück gewöhnt man sich sogar an den „neuen“ Anblick und findet intensiver zueinander. Ja-haha. Kann passieren. Ich mag diesen Weg des Kennenlernens, weil er zuerst weniger äußerliche, sondern innerliche Prädikate in den Vordergrund stellt. Klar, nicht alles, was sich innerlich einig ist, kann sich auch äußerlich… verbinden. (Härtefälle kommen leider vor.)
Oder der umgekehrte Fall: Da ist man sich möglicherweise zuerst durch die Erscheinung* sympathisch und passt sein Inneres daraufhin an. In der Zeit der Verliebtheit geht einem diese „Anpassung“ auch leicht von der Hand. Als intelligenter Mensch wischt man die geistigen Diskrepanzen lässig als irrelevant vom Tisch. Das kann lange gut gehen. Solange es mit dem Sex klappt, solange man viel miteinander unternimmt, solange man gemeinsame Wünsche und Ziele hat… Sowieso entwickelte sich längst eine intime Vertrautheit im Alltag. Man kann doch mit niemandem in allen Themen einer Meinung sein. Unterschiede wirken anregend. Auch hat man schon so viel miteinander erlebt…

Was ich eigentlich sagen will: Mir sind die echten Masken lieber als die vorgespiegelten. Lieber vordererst bewusst blind als das unwillkürliche Hineinschlittern in eine Blindheit. Okay. Ich weiß. Wie immer kann auch alles ganz anders laufen…



* hinzu kommt der Effekt des situativen Kennenlernens

Dienstag, 1. Mai 2018

Der Hammer!


Anpfiff 20 Uhr 45. Das Kneipenevent des Tages. Bayern München kickt im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid. Also haltet bis dahin den Ball flach, Männer, nicht dass ihr bereits vorher breit seid..., heute am 1. Mai.
Die Königlichen im Duell mit den Bayern, deren Tugend auch nicht gerade Bescheidenheit ist. Da sie das erste Spiel vergeigten, sind die Bayern in Zugzwang. Und das nicht in der heimischen Allianz Arena*, sondern im Santiago-Bernabéu-Stadion in Madrid.
Ich denke, dass Ronaldo & Co die Bayern schlagen. Wäre es nicht wunderbar, die betretenen Gesichter von Hoeneß und Rummenigge auf der Tribüne zu sichten? Sind doch arrogante Wichser allesamt... Freilich, dieser Ronaldo hat auch nicht alle Tassen im Schrank, und dazu diese Romika-Fresse – reintreten und wohlfühlen! Trotzdem, er ist ein Original, ein Alien, ein erwachsenes Kind, ein Floh im Bart Gottes, - geradewegs einem Comic entsprungen… Ich könnte mit ihm klarkommen, wenn er mir ein paar Millionen seines Vermögens überließe. Har-har-har.
Ronaldo, du Hengst, ziehe den Bayern die Lederhosen aus! Du schaffst das. Ganz allein! Und danach reißt du dir dein T-Shirt vom Leib und zeigst uns bierbauchigen, degenerierten Säufern in Berlin und sonst wo auf der Welt, wo der Hammer hängt. Jawohl-ja!

Verpasst auf keinen Fall dieses Hammerspiel! Haltet durch.


* Scheiße nochmal, wie kann man ein Fußballstadion nur nach einer Versicherung benennen?

Sonntag, 29. April 2018

Wie viel kostet eigentlich Geld?


Beim Aufhängen der Wäsche entdeckte ich einen Zehneuroschein auf dem Boden. Ich musste ihn in einer Hosentasche vergessen haben. Er hatte die 60 Grad Wäsche gut überstanden. Ich stellte keine Beeinträchtigungen irgendeiner Art an ihm fest und legte ihn zum Trocknen auf die Fensterbank. Mir fiel auf, wie widerstandsfähig und qualitativ hochwertig dieses bedruckte Papier ist, welches wir als Zahlungsmittel mit uns herumtragen. Normalerweise denken wir darüber nicht nach, wie wir über vieles nicht nachdenken, was wir selbstverständlich in Gebrauch haben, bis es kaputtgeht oder aus einem anderen Grund in den Fokus unserer Überlegungen rückt. Ich betrachtete den leicht knittrigen aber unversehrten 10Euroschein und fragte mich „Wie viel kostet eigentlich Geld?“
Im Internet recherchierte ich, dass ein 10Euroschein um die 9 Cent kostet. Der Herstellungswert ist in ihm also 111fach enthalten.

Mein nächster Gedanke: Und wer zahlt die Herstellungskosten für das Geld? Summa Summarum dürfte das eine ganze Menge sein. Ich weiß nun nicht, wie viele Geldscheine in welchem Zeitraum produziert werden. Ebenso müssen wohl auch regelmäßig Zahlungsmittel vernichtet werden. Das kostet alles Geld. Unser Geld. Wessen Geld sonst?
Wieder wurde ich im WWW fündig: Laut einer McKinsey-Studie zahlt jeder Deutsche jährlich etwa 200 Euro für sein Bargeld.

Übernächster Gedanke: Wozu tragen wir überhaupt noch Geld als solches mit uns herum? Wäre es nicht vernünftiger, den gesamten Zahlungsverkehr im virtuellen Raum stattfinden zu lassen? Der Wert des Geldes ist doch sowieso eine willkürliche Festlegung, - anders als zu Zeiten des Tauschhandels wirklicher Waren, deren Wert sich aus der Summe von Nutzen des Produktes und der in ihnen enthaltenen Arbeitsleistung und Materialwerte errechnete. Sicher vereinfacht ein genormtes Zahlungsmittel den Handel – aber auf der anderen Seite pervertiert es früher oder später…, indem es sich zum Mittelpunkt allen Begehrens macht, obwohl es für sich selbst gesehen eine riesengroße Farce darstellt. Am Besten lässt sich diese Zuspitzung durch den Satz „Geld regiert die Welt“ verdeutlichen.

Abschließend: Da wir offensichtlich nicht von unserer Geldsucht loskommen, sollte uns das Geld nicht unbedingt noch Geld kosten. Das ist doch völlig absurd.
Als Erfolg gilt in diesem System, wenn man aus Scheiße Geld macht. Es geht schon lange nicht mehr um echten Nutzen und Gebrauchswert, sondern nur noch um Täuschung und den Verkauf der Seele an den Kapitalismus. Das Auftauchen des Geldes vor gut 4000 Jahren läutete den Kapitalismus ein, der heute so maßgeblich unser Leben bestimmt.
Rückblickend erwies sich die Erfindung des Geldes als teuflisch genial. Ich denke, spätestens seit damals hat Beelzebub uns voll im Griff… Er weiß eben genau, was wir Menschen mögen.

Apropos: Wenn wir schon an der Herstellung von Geld als griffigem Zahlungsmittel festhalten – wie wäre es mit Münzen und Scheinen, die man notfalls essen könnte?
„Mist, ich kam nicht mehr zum Supermarkt vorm Wochenende… Ach so, ich habe ja das Portemonnaie noch voll… Super! Am besten schmecken die Fuffziger… und an den Zweieurostücken kann man ewig lutschen…“

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