Sonstiges zur Diskussion

Sonntag, 12. März 2017

Sonntagslöffelei


Es gibt schon Redensarten. Gerade stolperte ich geistig über „den Löffel abgeben“. Keine Ahnung warum. Bei Tante Google las ich folgende Herleitung:

Die unverzichtbare Tätigkeit des Essens steht bei dieser Redewendung Pate, mitsamt der Tatsache, dass im Mittelalter und früher Neuzeit das Armeleuteessen üblicherweise ein Brei in einer Schüssel für alle inmitten des Tischs war, wofür ein jeder seinen eigenen Löffel parat hatte. Diesen höchsteigenen, nicht selten selbstgeschnitzten, Löffel wegzulegen, ist dabei gleichbedeutend mit dem Ende des Lebens.

Das waren vielleicht noch Zeiten… Jeder trug einen Löffel in der Tasche. Auch noch einen selbstgeschnitzten. Ich finde, das hat was. Mit dem konnte man dann „die Suppe auslöffeln“… Wieder so eine Redensart. Und wenn man nicht brav aufaß, „gab`s was hinter die Löffel“! Das kann man sich getrost „hinter die Löffel schreiben“. Man löffelt sich so durchs Leben, würde ich sagen, und irgendwann hat man ausgelöffelt und gibt seinen Löffel ab. Und: Nein, ich habe nicht „die Weisheit mit Löffeln gefressen“.
Was ist das eigentlich für ein Wort „Löffel“!?
Ich bemühe also Tante Google wieder und erfahre, dass sogar eine „Löffelsprache“ existiert. Allerhand…

Sonntag, 5. März 2017

Zusammenleben als Erotikkiller


Wirkt sich das Zusammenleben in der Liebe negativ auf das Lustempfinden aus?

Ja - absolut!
Unentschieden
Nein - im Gegenteil!

  Resultate

bonanzaMARGOT, 08:18h.

Montag, 27. Februar 2017

Was gehört zum Menschsein?

...frage ich mich. Mir gehen die vielen Zugehörigkeiten durch den Kopf, die wir quasi von Geburt an innehaben, oder die uns im Laufe unseres Lebens (mehr oder weniger) aufgenötigt werden. Da kommt einiges zusammen: Staatsangehörigkeit, Geschlecht, Alter, Ethnie, soziale Klasse, Rasse, Religion, Mitgliedschaft in Verein, Gewerkschaft, politischer Partei..., Berufsstand, verheiratet oder ledig, dick oder dünn…
Wo bleibt bei alledem eigentlich der Mensch, der ich wirklich bin? Ich sehe uns als Marionetten, die an den Fäden unserer Zugehörigkeiten baumeln und geführt werden. Uns ist das wahrscheinlich gar nicht bewusst. Im besten Fall identifizieren wir uns selbstverständlich damit. Einige wesentliche Dinge stehen sowieso außerhalb unserer Einflusssphäre.
Verwundert nehme ich zur Kenntnis, was daran alles hängt, wie verflochten alles ist, und wie sehr wir durch unsere Zugehörigkeiten in unserem Denken beeinflusst sind.
Was gehört wirklich zu mir? Wie viel davon brauche ich in meinem Leben, um ich selbst zu sein?

Mittwoch, 1. Februar 2017

Am Tellerrand


„Universum könnte laut neuer Studie ein Hologramm sein“ – ich tauche in den Artikel ein. Dass die Wirklichkeit noch ein anderes (grundlegenderes) Gesicht haben muss, ist mir schon lange klar. Auch wenn ich es wissenschaftlich nicht nachvollziehen kann, finde ich die Vorstellung inspirierend. In poetischer Sprache würde ich sagen: Das Nichts schwitzt.
Begreifen lässt es sich nicht einfach, aber wir könnten einen großen Schritt weiterkommen in der Erforschung des Universums und seinen Erscheinungen. Wir Menschen sind selbst eine höchst bemerkenswerte Schöpfung in diesem Panoptikum von Materie und Energie. Wir beugen uns mittels unseres Geistes über den Tellerrand der uns eigentlich angewiesenen Wirklichkeit hinaus. Dies machen wir längst schon spirituell und seit geraumer Zeit auch wissenschaftlich im Versuch, Erklärungsmodelle für das Dasein der Welt zu finden.
Faszinierend an der Hologramm-Theorie erscheint mir als Laien, dass sie nicht immer weitere Dimensionen ersinnt, sondern die von uns wahrgenommene Raumzeit mit ihren dreidimensionalen Konstrukten aus dem Informationsgehalt einer Fläche generiert. Darum die Analogie zu der uns bekannten Hologramme, z.B. auf Scheckkarten. Die wissenschaftliche Denke natürlich ist unendlich komplizierter.

Ich liebe Vereinfachungen und Abstraktionen. Fühle mich sowieso wie ein Krabbeltier in einem verdammten Versuchslabor. Ich flitze durch ein Labyrinth aus Pappwänden und habe die irre Vorstellung, dass hinter diesen Wänden eine ganz andere Welt liegt, die wir nicht sehen dürfen oder sollen. Wahrscheinlich würde der ganze Versuchsaufbau zusammenbrechen, wenn wir ein Loch durch eine der „Wände“ bohrten.

Als Kleinkind spielte ich gern in der Sandkiste und grub wie wild Tunnel durch die Sandhaufen. Ich fand es spannend, mich ins Ungewisse zu buddeln. Ganze Labyrinthe durchzogen den Sandhaufen…, bis er schließlich so ausgehöhlt war, dass er über meinem Ärmchen zusammenbrach. Mir prägte sich dieses Bild des Tunnels ein, der just in dem Moment einstürzt, wenn man zur anderen Seite durchstößt. Zu kurz, um wirklich zu sehen, was dahintersteht, aber lange genug für einen Schauer der Erkenntnis. Dieses Gefühl lässt mich bis heute nicht los. Eine Mischung aus Faszination und Vergeblichkeit, eine Mischung aus Lust und Schmerz, - aus kurzem Gewinn und absoluter (lustvoller) Verlorenheit…

Ich las diesen Artikel und empfand ähnlich: ein kurzes Aufblitzen der Wahrheit, aber nicht lange genug, um es festzuhalten.

Freitag, 20. Januar 2017

It`s a fact


Ein denkwürdiger Tag. Kurz vor 18:00 MEZ wird Donald Trump seinen Amtseid ablegen und damit Präsident des mächtigsten Landes der Welt. Das vor einem Jahr noch Undenkbare ist heute Realität. Für viele Amerikaner eine bittere Pille. Und auch international verbreitet die Präsidentschaft Donald Trumps einiges Unbehagen. Wie dem auch sei: die Mühlräder der Weltgeschichte drehen sich unaufhaltsam weiter. Ich frage mich, wie wir in ein paar Jahren auf dieses Ereignis zurückblicken werden. Im besten Fall werden wir sagen: War doch halb so schlimm. Na ja, und im schlimmsten Fall: Das hätte nie passieren dürfen! Eine Katastrophe! Wie konnten die Amerikaner einen solchen Präsidenten zulassen?! Schon jetzt lässt sich konstatieren: Noch nie gab es auf der politischen Weltbühne ein solch mieses Possenspiel. Ich bin hin- und hergerissen zwischen Neugier und abgrundtiefer Abscheu. Das Monster ist los.
Angst habe ich nicht – zu weit entfernt scheint mir dieses Geschehen. Es ist eher wie ein schlechter Film, der aber auf gruselige Weise unterhaltsam ist. Wir erlebten was Ähnliches schon mal bei einem Führer namens… Verdammt, wie hieß der nochmal? Nein, ich möchte hier keinen Vergleich mit dem Führer anstrengen. Damals blickten die Amis über den Atlantik auf uns und konnten nicht recht glauben, was stattfand. Irgendwie witzig das Ganze. Oder: nichts ist unmöglich.
Aber nun ernsthaft: Sollten wir Angst vor Donald Trump haben? Muss sich Abraham Lincoln im Grabe umdrehen?

Dienstag, 17. Januar 2017

Blob*


Von einem der wunderlichsten Geschöpfe der Natur las ich zufällig heute Morgen beim Stöbern in den Internet-Nachrichten. Der Artikel trug die Überschrift „Ein Superorganismus von schleimiger Intelligenz“ – was sofort mein Interesse erweckte.
Bei der Lektüre empfand ich eine große Faszination aber auch Abscheu gegenüber dieser scheußlich und fremdartig anmutenden Kreatur…, die uns beispielhaft zeigt, wie intelligent das Leben an sich ist - auch ohne ein Gehirn (in unserem Sinne) zu besitzen.
Ich erachte unser Gehirn sowieso in zunehmendem Maße als überflüssig (die Gründe dafür würden hier zu weit führen).
Ist es nicht ein Fluch, denken zu können? Natürlich steht mir eine solche Beurteilung gar nicht zu als Individuum in der schieren Masse der Menschheitspopulation.
Und was heißt eigentlich „denken“? Wir Menschen proklamieren zu gern über dieses Attribut unsere Einzigartigkeit im Universum. Aber das ist doch lächerlich!
Der Blob wird mir zunehmend sympathisch, umso länger ich über die Menschheit nachdenke. Was für ein Wesen! Was für eine Gelassenheit und Ruhe! Nicht zu verunsichern und unterzukriegen!
Ab und zu komme ich mir selbst vor wie ein Blob, wenn ich am Schreibtisch vor mich hin sinniere.
Ich möchte zu diesem Urvertrauen zurückfinden…, das z.B. beim Malen eines Bildes den Pinsel führt, in das ich mich fallen lassen kann und aufgehoben fühle – ganz ohne Nachdenken und Wissensungetüm. Wie in der Liebe! Wie ein Blob!


*Schleimpilz

Montag, 26. Dezember 2016

Welche Möglichkeiten habe ich für mich selbst?


Mit der Realität hadern wir Menschen schon immer. Drum flüchten eine Menge in Religionen und allerlei obskure Sekten als ihr geistiges Zuhause. Manche ersinnen nebenher noch die verwunderlichsten Verschwörungstheorien. Vieles darf einfach nicht wahr sein. Außerdem gibt es für die hilflose Seele noch allerhand esoterischen Schnickschnack und Aberglauben.
Die großen fünf Mainstream-Weltreligionen sind natürlich über jeden Zweifel erhaben. Gehört man nicht dazu, wird man als gottlos beschimpft oder zumindest schief angesehen. Jedenfalls gibt es Gegenden, wo man besser keine Kritik am vorherrschenden Glauben übt. Wer sich dem damit einhergehenden Gebaren, also den traditionellen Festen, Sitten und Regeln, verschließt, stempelt sich zum Außenseiter, wird geächtet und schlimmstenfalls aus der Gemeinschaft verstoßen.
Auch die säkulare westliche Kultur war da schon mal toleranter und den Realitäten aufgeschlossener gegenüber. Eine der Realitäten ist, dass die Erde eine Kugel mit begrenzten Lebensräumen ist. Mittlerweile siebeneinhalbmilliarden Menschen müssen sich die vorhandenen Ressourcen teilen. Alle wollen was vom Kuchen ab. Keine Mauern oder Grenzen der Welt können die Fluten verzweifelter Menschen aufhalten. Auch die Ausbeutung der Erde ist unter dem Gesichtspunkt der Ressourcen-Begrenztheit zu sehen. Vor vielen Realitäten werden die Augen verschlossen, weil sie nicht in unser Weltbild passen. In diesem Zusammenhang wirkt der globale Kapitalismus als Ideologie, welche von einem grenzenlosen Wachstum ausgeht und die Menschen nach Vermögen und Leistungsfähigkeit unterteilt, was dem in vielen modernen Verfassungen festgeschriebenen Gleichheitsgedanken diametral gegenübersteht. Ideologien unterscheiden sich von Religionen nur darin, dass sie weltlicher ausgerichtet sind, also auf Gott verzichten - dafür haben sie oft Führer, die sich für Übermenschen oder Gott halten. In jedem Fall gilt: Wer nicht mit den Wölfen heult, hat schlechte Karten. Faschisten und Extremisten dulden keine Widerworte, sie machen ihre Gegner mundtot.
Wir befinden uns im 21. Jahrhundert, Immanuel Kant, der Vater der Aufklärung, ist seit 210 Jahren tot. Inzwischen fand die industrielle Revolution statt, die Demokratie setzte sich als anstrebenswertes Staatssystem in vielen Ländern durch, wir haben (hier) ein Antidiskriminierungsgesetz, der Kampf um Menschenrechte, Emanzipation und gegen Rassismus steckt schon lange nicht mehr in den Kinderschuhen, wir flogen inzwischen zum Mond (auch wenn das manche Verschwörungstheoretiker anzweifeln), zwei Weltkriege mit Millionen Opfern und der Kalte Krieg liegen hinter uns (nicht zu vergessen all die Stellvertreterkriege bis zum heutigen Tage), inzwischen haben wir Computer, schnelle Autos und Flugzeuge, mit denen wir innerhalb weniger Stunden von Kontinent zu Kontinent reisen können…; - der liebe Kant wäre geschockt, wenn er die heutige Welt mit ihren Metropolen und technischen Errungenschaften sähe. Es passierte eine ganze Menge in den letzten zweihundert Jahren auf diesem Planeten: So wuchs die Weltbevölkerung aufs Siebenfache an. Der von Menschen verursachte Raubbau an der Natur ist immens. Viele Tierarten sind vom Aussterben bedroht, die Luftverschmutzung nahm drastisch zu, die Abholzung des Regenwaldes, Chemikalien vergiften Boden und Grundwasser… Die Liste der von Menschen verursachten Schädigungen am Ökosystem Erde ist ellenlang. Wir sind allem Anschein nach wirklich was Besonderes. Sowas wie uns sah die Welt noch nicht.
Aber es wäre zu einfach, den Menschen darum zu verteufeln. Schließlich hat er sich nicht selbst erfunden bzw. geschaffen, er ist wie alles andere (selbstverständlich) natürlichen Ursprungs. Wahrscheinlich kann der Mensch gar nicht anders.
Nicht erst seitdem ich mich intensiver mit der Krankheit Krebs beschäftige, erscheint mir der Mensch wie eine solche abartige Krebszelle, die sich unkontrolliert in dem sie beherbergenden Organismus ausbreitet, bis sie diesen und damit auch sich selbst zerstört. Folgende Fragen stellen sich mir: Wann und wieso entartete der Mensch? Gibt es eine Therapie? Welche Möglichkeiten habe ich für mich selbst?

Ich öffne den Kühlschrank – noch genug Bier, was mich beruhigt. In die Kirche gehen war nie mein Ding. Moscheen wären keine Alternative. Nein, undenkbar. Obwohl. Es gibt Menschen, die es hinkriegen, religionsgläubig, kapitalistisch und Alkoholiker zu sein. Tja, manchmal muss man den Feind synchron mit mehreren Mitteln bekämpfen. Es geht doch! Warum also nicht Christ und Moslem in einer Person?! Es tuen sich jede Menge Verknüpfungsmöglichkeiten auf… für all die Arschgeigen da draußen (Entschuldigung).
Ich bleibe lieber beim Bier. Da weiß ich, was ich habe.

Als ich vorhin anfing mit dem Beitrag, wollte ich was über Verschwörungstheorien schreiben, und ihr seht, wo ich landete. Bei Nichts. Ich hätte mich genauso gut über Frösche auslassen können. Die Realität hüpft einem nämlich ständig davon… wie so ein Laubfrosch im Laub.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Scheiße


Ich bin sicher, dass irgendwo in Berlin der heimtückische Anschlag als Heldentat gefeiert wird. All denjenigen gehört ein Arschtritt verpasst, dass sie dorthin fliegen, wo sie herkommen - oder besser bis zum Mond!
Auf dem Rückweg vom Praktikum mit der U7 betraten zwei junge Männer am Hermannplatz die U-Bahn. Sie hatten eine Musikbox dabei, aus der laute arabische Musik tönte. Eine Frau, die sich beschwerte, verhöhnten sie nur. Die beiden waren gut drauf, als ob sie was zu feiern hätten… Gut, dass sie mitsamt ihrer Musik an der nächsten Haltestelle wieder ausstiegen. Der größere der Beiden konnte es sich nicht verkneifen, vorher gegen den Sitz zu treten, auf dem die mutige Frau saß. Scheiße, dachte ich bei mir, man kriegt noch eine Paranoia. Wahrscheinlich waren das nur ganz harmlose Idioten. Einen Arschtritt verdienten sie sich aber auch!

Der islamistische Terror kam gestern Abend in Berlin an. (Jedenfalls deutet alles auf ein Attentat mit diesem Hintergrund hin.) Bestürzt muss man die Verwundbarkeit der Zivilgesellschaft zur Kenntnis nehmen. Das Mitgefühl gilt den Opfern und deren Angehörigen. Der Zorn gilt all jenen, welche solch heimtückischen Attacken herbeiführen und gutheißen. Zivile friedliche Menschen wurden verletzt und starben aufgrund einer Idiotie… Es ist für mich unvorstellbar, dass irgendeine Glaubensrichtung oder Ethik solcherlei menschenverachtende Gräueltaten toleriert oder gar gutheißt. Ich finde keine zufriedenstellende Erklärung für das, was auf der Welt vorgeht. Dabei ist es alles andere als neu.
Wir Menschen sind verwundbar und… manipulierbar. Wir überschreiten alle Grenzen…

Ich hoffe, dass dieses Attentat am Breitscheidplatz nicht der Beginn einer ganzen Serie war.
Gleich muss ich wieder raus in den Berliner Multikulti-Dschungel. Man weiß nicht, was sich hinter dem Augenpaar des Gegenübers in der U-Bahn so alles abspielt…

Mittwoch, 30. November 2016

"Weiß"


Orte sind wie Menschen. Manche finden wir sofort ansprechend, und vor anderen würde man am liebsten davonlaufen. Sehr viele wirken auch einfach neutral oder schwach. An viele Orte und Menschen kann ich mich gar nicht mehr erinnern – sie werden höchstens durch Zufall kurz in mein Bewusstsein gespült, tauchen schnell wieder ab und verschwinden womöglich für immer in der Versenkung.

Orte haben wie Menschen ihre speziellen Gerüche - mehr als das olfaktorisch wahrgenommene. Was ich meine, lässt sich in diesem Sinne nicht riechen. Trotzdem empfinde ich es als Geruch. Die Sprache gibt uns Wörter wie Ausstrahlung, Atmosphäre und Aura an die Hand. Diese Begriffe sind Allegorien mit Bezug auf die Optik und hinterlassen bei mir nur einen oberflächlichen Eindruck. Darin spiegelt sich wohl wider, dass wir hauptsächlich Augenwesen sind.
Für mich zählt letztendlich nicht das Aussehen eines Ortes oder Menschen, sondern dieses hier geschilderte Gefühl von einem Geruch, um mich wohl oder eher unwohl zu fühlen. Bei näherem Überlegen trifft dies auch auf den Geschmack zu. Gerne äußern wir in einer Situation, die uns nicht gefällt: „Das schmeckt mir aber jetzt gar nicht.“ Seltsamerweise gebrauchen wir diese Allegorie zumeist bei negativen Eindrücken. Wenn wir etwas positiv werten, sagen wir „Fühlt sich gut an“, oder personenbezogen „Den kann ich riechen“.
Alle diese Äußerungen beziehen sich in erster Linie nicht auf unsere Sinneswahrnehmung, sondern auf unsere emotionale Einschätzung, ob wir jemanden oder etwas insgesamt ansprechend finden.

Ich verbinde also mit Orten und Menschen so etwas wie einen Geruch als bleibende Empfindung. Jedenfalls trifft meiner Meinung nach der Begriff Geruch am ehesten zu. Ich muss jemanden gar nicht riechen und empfinde es trotzdem – z.B., wenn ich hier im Internet mit euch blogge. Die Kommunikation kann mir ausreichend Eindrücke liefern.
Bei Orten verhält es sich schwieriger. Allein das Bild ist nur ein Abklatsch von einem Ort (von Menschen ebenso). An einem Ort muss ich gewesen sein, um ihn zu riechen.
Andere Menschen sehen (riechen, schmecken, hören) es wahrscheinlich anders. Ich merke, dass ich hier an sprachliche Grenzen stoße. Das Schwierigste im Leben ist doch, einem Mitmenschen zu erklären, was man fühlt.

Als ich meine Partnerin kennenlernte, sagte sie mir, dass sie unbewusst Menschen mit Farben verbindet. Ich fand das ziemlich faszinierend und wollte wissen, in welcher Farbe sie mich sähe. „Weiß“, antwortete sie. „Und, ist das gut?“ fragte ich bangend.

Sonntag, 13. November 2016

Only the winners write history


Es gibt so viele ungeheuer schlaue Menschen auf der Welt. Ich las gerade einen Artikel über Schauspieler mit hohen IQs. Darunter Schwarzenegger. Kein Wunder, dass er so viel Erfolg hatte.
Bestimmt besitzt auch Donald Trump einen hohen IQ. Er hat es weit gebracht. Sein O-Ton: man kann alles schaffen, wenn man nur will! „Yes wie can“, wiederholte auch Obama zig Mal bei seinem Amtsantritt, aber dann konnte er doch nicht so viel erreichen wie vorgenommen. Diese Überheblichkeit ist offenbar dem amerikanischen Optimismus geschuldet. Bei Obama tut`s mir leid, dass er seine Ziele kaum annähernd erreichen konnte. Bei Trump… wäre es ein Desaster, würde er seine im Vorfeld der Wahlen geäußerten Vorhaben tatsächlich durchsetzen. Trump ist ein schlauer Hund und von sich überzeugt. Genau diese Sorte Mensch kann einem das Fürchten lehren. Die einfachen Leute spüren insgeheim seine Stärke und fallen mit ein ins Geheule des Leitwolfes. Es ist ein Instinkt aus Urzeiten. Auch ich spüre die Anziehungskraft solcher Menschen…, die Macher dieser Welt, die sich auf die Bühne stellen und frech proklamieren: „Ich bin`s, auf mich hat die Welt gewartet!“ Nicht immer haben sie Erfolg mit dieser Strategie. Viele dieser Großmäuler verschwinden schnell in der Versenkung. Aber ein paar schaffen`s doch. Es ist nur eine Frage der Zeit, denn diese Typen sind unbeirrbar in ihrem Erfolgswahn.
Ich gebe zu, dass ich neidisch bin - nicht auf deren Erfolg, sondern auf ihren hohen IQ. Warum werden wir Menschen unterschiedlich schlau geboren? Warum werden große und kleine Menschen geboren? Schwarze und weiße? Kranke, verkrüppelte und vor Gesundheit strotzende? Warum werden manche Menschen reich und andere arm geboren? Ich will mich weiß Gott nicht beschweren. Ich bin nicht ganz schlau und nicht ganz blöd. Und auch sonst wurde ich vom Leben nicht zu schlecht ausgestattet. Nein, es ist nicht nur der IQ, der mir fehlt, es ist dieser unbändige Erfolgswille und Ehrgeiz, den diese Leute an den Tag legen. Sie kommen mir vor wie Maden, die sich zielstrebig durch den Speck fressen…, um hernach rülpsend zu sagen: „Seht ihr, so geht das, so einfach ist es. Man muss es nur richtig wollen!“
Mich machen solche Menschen krank, und sie machen mir Angst, wenn sie Präsidenten werden… Sie verfügen über wenig soziales Gewissen. Sie wischen vom Tisch, was ihnen im Wege steht. Sie schreiben Geschichte, und die einfachen Leute, von denen sie ins Amt gehoben wurden, lassen sie kaltlächelnd ausbluten. Sie sagen uns ins Gesicht: „So ist die Welt doch! Ein ewiger Kampf darum, wer der Stärkste, der Erfolgreichste ist. Wenn du das nicht akzeptierst, musst du dich mit dem begnügen, was übrigbleibt… “

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