Mittwoch, 5. Oktober 2011

Vormittägliche Gedanken


Das Bewußtsein aus mir rausgeschnitten. Da liegt es ... auf meinem Schreibtisch neben dem Computer. Ich denke: "Aha, das ist es also, mein Bewußtsein. Interessant. Es macht gar nicht viel her." Es ist ein leeres Blatt Papier. Eine Illusion. Mein Bewußtsein hat Eselsohren. Ansonsten ist nichts Bemerkenswertes an ihm. "Immerhin Eselsohren", denke ich. Wie wohl das Bewußtsein anderer Leute aussieht? Was ist eigentlich der Plural von Bewußtsein?
Ich falte das Papier, so dass ich es in meine Hosentasche stecken kann. Oder soll ich es vielleicht neben dem Computer liegen lassen? Vielleicht vertragen sich die beiden gut. Nein, ich stecke es ein und nehme es mit. Es ist doch mein Bewußtsein! Ich komme ins Grübeln: "Wie kann es sein, dass ich noch denke, wenn das Bewußtsein doch entfernt wurde?" Und: "Womöglich gibt`s davon mehrere ..., - ein ganzes Buch voller leerer Seiten", denke ich. Ich falte das Papier noch mal auseinander und suche nach einer Seitenzahl, finde aber keine. Bestimmt erwischte ich die eine leere Seite nach dem Buchdeckel. Blöd gelaufen. Oder soll die eine Seite doch alles sein? Ich kann -, ich will das nicht glauben. Jedenfalls trage ich das Papier in der Hosentasche mit mir. Für alle Fälle.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Eines Tages wird der Himmel leer sein


Das Universum dehnt sich immer schneller aus. Anhand von Supernovae Beobachtungen steht dies ziemlich sicher fest. Drei Physik Professoren aus den USA und Australien bekamen darum heute den Nobelpreis verliehen. Die Bekanntgabe lief gerade auf Phoenix.
Ich finde solche Fragen das Universum betreffend hochspannend. Allerdings sollte die Menschheit andere Sorgen stärker beschäftigen, z.B. wie wir uns vor zukünftigen Asteroideneinschlägen schützen können, oder wie wir alle Menschen satt bekommen, ebenso Katastrophenprävention bei Erdbeben, Tsunamis, Wirbelstürmen, Vulkanausbrüchen ... Überall bei diesen Themen geht es auch um Physik. Es geht darum, in der Zukunft viele Menschenleben zu retten und die Lebensqualität sehr vieler Menschen, die unter Hunger und schlechter medizinischer Versorgung leiden, anzuheben; - bzw. es erst gar nicht zu derartigen Missständen kommen zu lassen.
Nein, ich will die Entscheidung des Nobelpreiskomitees nicht kritisieren. Ich wünschte mir einfach, dass Wissenschaft für den Menschen und sein (besseres) Überleben stärker in den Focus der Öffentlichkeit rückte. Das Universum fängt hier bei uns an. Damit meine ich nicht, dass die Erde der Mittelpunkt der Welt ist. Wir sollten uns mehr um uns kümmern - um unser Wohl. Das Universum, die Natur der Dinge können wir sowieso erst verstehen, wenn wir mit uns im Reinen sind. Wir müssen unseren (wissenschaftlichen) Verstand in viel stärkerem Maße für die Belange im täglichen Leben einsetzen, für eine intelligente Fürsorge, für Mitmenschlichkeit und Soziales, für praxisorientierte Forschung und nicht für Modelle, die unsachgemäß und unmenschlich der Praxis einfach übergestülpt werden. Wofür haben wir sonst Fachleute?
Das Potential der Wissenschaft ist immens. Aber warum kommt (oft) so wenig beim Menschen an? Diese Frage müssen wir uns stellen. Nur die Unterhaltungsindustrie ist immer vorne dabei. Die (maßgeblichsten) spürbarsten Veränderungen durch wissenschaftliche und technische Errungenschaften geschehen in der Unterhaltungsindustrie. Und in der Waffenindustrie. Dies sollte zu denken geben.
Nun, das Universum dehnt sich immer schneller aus. In einigen Milliarden Jahren wird es ein sehr unwirtlicher Ort geworden sein. Dann erübrigt sich weiteres Nachsinnen. Der Raum wird kalt und leer sein. (Mittendrin liegt Gott schnarchend in einer Hängematte ... umgeben von Dunkler Energie.)

Sonntag, 2. Oktober 2011

Letzte Station


Nach mehrwöchigem Kampf hatte sie es geschafft. Oder wie soll man es sagen(?): Sie fand ihren Frieden, sie durfte gehen - dorthin, wo wir alle früher oder später ankommen. Ich nahm von der Greisin in meinem letzten Nachtwachenblock Abschied. Ich ahnte, dass ich sie nicht mehr sehen würde. Sie lag bereits in Agonie. Ich hielt ihre Hand und streichelte ihre Stirn, ihr graues Haar. Ich kannte sie als liebe, verwirrte Omi, die etwa drei Jahre lang bei uns lebte. Gestern wurde sie vom Bestatter abgeholt.
Die betagten Damen, die ich abends ins Bett bringe, fragten mich nach ihr. Sie bekamen mit, dass es der Frau sehr schlecht ging. Aber niemand wollte direkt aussprechen, dass sie im Sterben lag. Sie wissen alle, dass das Altenheim für sie die letzte Station ist. Sie sehen, wie sich die Reihen lichten und durch neue Gesichter wieder aufgefüllt werden. Ein Zimmer wurde frei, und die Warteliste ist lang. Schon in wenigen Tagen werde ich im selben Bett einen anderen alten Menschen begrüßen.
...
Ach so, ich habe ja Urlaub! Nur noch eine Nacht und dann vier Wochen kein Altenheim, keine Nachtwachen, keine Windeln wechseln und keine Abschiede ... Die Alten kommen und gehen. Es sind inzwischen so viele. Die einen sterben relativ überraschend, andere sterben zu lang. Eines Tages werde vielleicht auch ich, falls ich nicht schon vorher das Zeitliche segne, froh über ein Bett im Altenheim sein. Ich habe keine (eigene) Familie, und es wird für mich keinen anderen Platz geben. Ausserdem wollte ich meine Angehörigen und Freunde nicht mit der Pflege und Fürsorge belasten. Ich hoffe nur, dass ich geistig halbwegs fit bleibe - und auch als Greis noch richtig schöne und provokative Beiträge in den Blogs abfassen kann. Wer weiß? Ich kann nicht gerade sagen, dass ich scharf auf diese "letzte Reise" bin.

Okay. In einer Woche reise ich erstmal nach Prag. Bahnticket und Buchungsbestätigung für das Hotelzimmer liegen parat ... Ich freue mich!

Samstag, 1. Oktober 2011

Gott ist tot




Friedrich Victor Scheffel, dem dieser Gedenkstein gilt, möge mir bitte verzeihen



Manche Nazigegner sind womöglich nazimäßiger drauf als die Nazis selbst. Das ging mir heute Morgen durch den Kopf. Können wir den Teufel mit dem Beelzebub austreiben? Können wir einfach die Vorzeichen umdrehen? Soll man Gleiches mit Gleichem vergelten?
Oder bedeutet Zivilisation nicht vielmehr die differenzierte Wahrnehmung des Menschen ohne dieses ausgeprägte Schwarz-Weiß Denken? Wollen wir verstehen, oder wollen wir nur anklagen?
Immer wieder bringen Menschen großes Unheil über ihre Mitmenschen, weil sie sich von einer Botschaft, einem Auftrag ideologisch oder religiös berufen fühlen. Sie stellen sich über alle anderen und verlieren die Wertschätzung vor ihren Mitmenschen und vor der Natur.
Es spielt für mich keine Rolle, welcher Teufel diese Übeltäter reitet. Es ist mir wurscht, ob sie Nazis, Moslems, Christen, Juden, Kommunisten oder Kapitalisten sind. Allen ist einig, dass sie verblendet sind, - dass sie glauben, sie könnten die Welt verbessern, indem sie alle Menschen auf ihren Glauben einschwören.
Ja, in jedem von ihnen steckt ein kleiner Nazi. Wir alle haben oft nicht die Kraft und die Weitsicht, unsere Gemeinheiten und Vorurteile zu erkennen, zu entlarven.
Es ist noch nicht (zu) lange her, da zeigte dies anschaulich die von Sarrazins Bucherscheinung hervorgerufene Diskussion. Viel zu viele Menschen sympathisierten mit Sarrazins Thesen zum Ausländertum in Deutschland. Sein Buch war ein Renner. Die Menschenverachtung stirbt wohl nie aus.
Es reicht eben nicht, wenn wir uns auf die Seite der "Guten" stellen. Nein, das reicht lange nicht!
Jeder möge bitte mit sich selbst ehrlich zu Gericht gehen. Da hilft uns kein Gott. Und da hilft uns auch kein Antichrist. Wir sind als Menschen ganz allein im Universum. Gott ist tot. Er war sowieso nur ein Alibi. Wir sollten uns langsam vom Gottglauben emanzipieren. Die Zeit ist reif, dass die Menschen selbstbewußt und global eine Welt anstreben, in welcher Toleranz, Menschenverstand und Weisheit über den "kleinen Nazi" in uns obsiegen.

Heimatgefühle




Blick vom Schloß auf Heidelberg, den Neckar und die Rheinebene



Gestern hatte man eine wunderbare Fernsicht. An manchen Orten wird mir besonders klar, wie schön meine Heimat ist.

Freitag, 30. September 2011

Ich bin ein Nazi


Als er in Cannes in einer Pressekonferenz sagte, er sei ein Nazi, kannte ich zwar seinen Namen als Filmemacher, konnte ihn aber nicht einsortieren. Nun druckte der Spiegel ein Interview mit Lars von Trier ab, und ich las, dass er u.a. "Breaking the Waves" drehte. Ein toller Film!
Nach der Lektüre des Interviews dachte ich bei mir: Dieser Lars von Trier ist ein Provokateur ganz nach meinem Geschmack.

Hier ein paar Aussagen, die ich mir anstrich:

...
"Wenn die Depression dich voll erwischt, bist du wie die Maus in den Krallen der Katze. Du legst dich hin und sagst: "Los, jetzt friss mich endlich!""
...
"Ich würde aufs Filmemachen sofort verzichten, wenn ich dafür diese Angststörungen nicht mehr hätte. Sofort. Als Kind habe ich immer gesagt: Ich kann es nicht abwarten, erwachsen zu werden, denn Erwachsene haben nicht diese Ängste. Tja, war nichts. Scheiße."
...
"Die Therapie ist das Rationale, die Zivilisation. Die Depression ist die Natur. Und all meine Filme handeln davon, dass die Natur gefährlich ist. Es geht immer um Zivilisation gegen Natur, und natürlich gewinnt die Natur."
...
"Wenn Sie Kunst produzieren, müssen Sie skrupellos sein. ... Man muss einen Schritt weitergehen als die anderen, wenn man etwas von wahrem Wert schaffen will. Ich bin skrupellos und gehe den Schritt weiter, selbst wenn es bedeutet, meine Filme unter Alkohol zu drehen."
...
"Jeder von uns kennt in seinem Leben das Gefühl von Skrupellosigkeit. Deswegen wäre es verlogen zu behaupten, wir würden die Skrupellosigkeit Hitlers nicht verstehen. Dabei ist es doch gerade wichtig, ihn als menschliches Wesen zu begreifen."
...
"Das Problem der Pressekonferenz in Cannes war: Als ich sagte, ich sei ein Nazi, hat keiner gefragt, wie ich das meine. Dann hätte ich erklären können, dass ich glaube, dass in jedem von uns ein kleiner Nazi steckt. Diese Erklärung fehlte."
...
"Ich glaube wirklich, dass unsere Political Correctness gefährlich ist. Wir müssen die Dinge aussprechen, die wir nicht aussprechen dürfen. Aber damit lässt sich natürlich nicht verteidigen, was ich in Cannes gesagt habe. Ich hätte mich verständlicher machen sollen."
...
"Bei männlichen Figuren stört sich niemand, wenn sie böse sind. Wenn ein Mann einen Sadisten spielt: kein Problem. Ist die Sadistin eine Frau, heißt es: Lars, du hasst Frauen. Überhaupt nicht. Ich beschreibe sie bloß. Es ist naiv anzunehmen, dass meine Haltung gegenüber Frauen sich in meinen Filmen manifestiert."
...



Also, ich fand das Spiegel-Interview teilweise aufschlußreich und erheiternd. Seinen in Cannes vorgestellten Film "Melancholia" will ich mir unbedingt anschauen, wenn er hier in den Kinos läuft. Ich mag Menschen/Künstler wie diesen Lars von Trier, weil sie hinter die Fassaden schauen - und provozieren.

(Quelle: Der Spiegel Nr. 39/26.9.11)

Dienstag, 27. September 2011

Die Buchung


Was ein Schlumpftag. Endlich klappte die Online-Buchung zum Sparpreis. Ich fahre also im Oktober für`ne knappe Woche nach Prag. Jetzt muss ich mich nur noch nach einer günstigen Unterkunft umschauen. Heute nicht mehr. Ich habe eine geschlagene Stunde nur mit der Buchung des Bahntickets verbracht. Na, wenn das mal alles hinhaut. 2x Umsteigen. Und ab Nürnberg mit dem Bahnbus nach Prag.
Freni meint, dass es mir in Prag nicht gefallen wird - vorallem wegen des Tourismus, und weil Prag nicht typisch tschechisch wäre. Sie will sogar wetten. Mein Einsatz ist `ne Kiste Pilsner Urquell.
Wie komme ich eigentlich auf Prag? Es ist schon etliche Jahre her, dass ich Kafka las. Ich glaube mich zu erinnern, dass mich "Der Golem" von Gustav Meyrink, literarisch gesehen, besonders neugierig auf die Stadt machte. Ansonsten schwirren einfach nur diffuse Vorstellungen von Prag durch meinen Kopf ... Bald werde ich schlauer sein und konkrete Bilder vor Augen haben.
Florenz war auch so eine Geschichte. Und ich wurde damals nicht enttäuscht, obwohl auch dort der Tourismus überbordent ist. Ich liebe alte Städte, verwinkelt und abgründig.
Ich bin gespannt - und vier Tage werde ich`s aushalten können, selbst wenn es so gar nicht nach meinem Geschmack ist. Dann suche ich mir einfach ein schönes Plätzchen fernab von den Touristenströmen und trinke Pilsner Urquell. Ich befinde mich sowieso lieber auf Abwegen.

Wie gesagt: ein Schlumpftag heute. Leichtes Halskratzen. Ich bin im Nachtwachenblock, - verschlief den Tag. Jetzt vorm Computer. Draußen scheint die Sonne. Noch zwei Stunden, und ich muß schon wieder aufbrechen. Voll am Tag vorbei. Gar nicht richtig aufgewacht. Im TV hörte ich stundenlang Diskussionen über den Euro. Ich hörte selten so viel zu einem Thema - und kapiere trotzdem kaum was davon. Tschechien hat doch den Euro, oder? Sicher. Ich war schon jahrelang nicht mehr im Ausland außer in der Schweiz und letztes Jahr in Wien. Ist das erst ein Jahr her? Wahnsinn. Die Zeit hat einen Knall. Sie ist die Irrenanstalt unseres Bewußtseins. Obenrum die Zwangsjacke. Die Beine frei. So werden wir ständig vorwärts gestupst ...
Okay, ich fahre nach Prag!

Sonntag, 25. September 2011

Reflektionen am Minigolf




Die Abwechslung spielt auch eine Rolle. Minigolf wäre irre langweilig, wenn der Parcours nur aus einer Bahn bestände



Genau, dann wäre es nämlich gar kein Parcours mehr. Nach dem Xten Bier fallen einem solche platten Vergleiche ein. "Frauen sind wie Minigolfbahnen" - Mann o Mann!
Rückblickend habe ich schon einige Bahnen hinter mich gelassen. Bei allen lochte ich ein. Logisch. Vorher geht man nicht zur nächsten über. Nicht immer war`s einfach. Und nicht immer war`s das Beste, wenn`s einfach war. Und umgekehrt. Obwohl schon zu sagen ist, dass sich einem die schwierigen Bahnen mehr einprägen. Was wohl am Naturell des Menschen allgemein liegt. Wir wollen schließlich unterhalten werden.

Ich spielte schon ewig kein Minigolf mehr, aber ich sitze dort gern und trinke ein Bier. Der Neckar fließt unweit Richtung Mannheim. Er funkelt in seinem Bett vor sich hin. Der Platz hat einen großen Erholungswert. Wie sagte so schön Goethe: "Hier bin ich Mensch, hier darf ich`s sein."
Ich habe noch mehrere solche Plätze, wo ich gern sitze und nachdenke. Selbst das Altenheim ist ein solcher Platz. Wie soll ich das erklären? Nein, ich will`s jetzt auch nicht erklären. Es ging um Frauen. Um Abschied.
Also, ich wechsele nicht so leicht von einer Frau zur anderen. Da bricht schon der Vergleich zum Minigolf. Obwohl. Das ein oder andere mal.
Und immer wieder fragt man sich: War`s wirklich Liebe? Vielleicht eine halbe Liebe? Oder nur ein Ersatz für ...? Weil man nicht mehr allein sein wollte.
Jedenfalls bin ich mir ziemlich sicher, dass sich bei mir immer eine Art Liebe zu dem Menschen entwickelte, mit dem ich intim war, zu dem ich Zutrauen faßte, bei dem ich mich fallen lassen konnte. Selbst wenn ich also anfangs gar nicht richtig verliebt war - und nach der Devise "Gelegenheit macht Diebe" vorging.

Das Scheitern einer Liebe ist in jedem Fall eine große Enttäuschung. Obwohl das Scheitern oft bereits in der Beziehung selbst angelegt ist. Schon komisch. Man weiß es, will es aber nicht wirklich wahrhaben. Es könnte doch sein, dass man sich irrt, oder? Es könnte doch sein, dass diesmal alles anders läuft ...

Der Verlust einer Liebe bedeutet den Verlust eines Zuhause. Das ist das Schwierigste, wenn man sich trennt.

Samstag, 24. September 2011

Fehlzündung


Die Sonne scheint. In mir ist Gruft. Eine Frau sagt mir, dass ihr der Beruf wichtiger ist als ich. Es zeichnete sich in den letzten Wochen bereits ab. Die Beziehung siechte dahin. Ich lasse mir sagen, dass sie mich lieb hat, aber es keinen Sinn mehr macht, weil sie immer weniger Zeit habe. Schön, denke ich, und bitte sie zur Schlüsselrückgabe. Nächste Woche wolle sie vorbeikommen. Ich hätte es lieber gleich hinter mir. Auch wenn unsere Beziehung schon eine Weile nicht mehr der Hit war, tut es doch weh. Wiedermal eine Fehlzündung in Sachen Liebe. (Lacht sich da wer ins Fäustchen?)
Die richtige Stimmung zum Hören melancholischer Lieder - z.B. Nick Drake. Sieht ganz nach einem Abstürztag aus. In Heidelberg ist "Heidelberger Herbst", ein alljährliches Straßenfest mit Flohmarkt und vielen Musikbühnen. Allerdings gerammelt voll. Ich weiß nicht, ob ich auf diese Menschenmengen Lust habe. Lieber irgendwo in Ruhe bei einem Bier sitzen und das wunde Herz pflegen. Mit Klaus hätte ich einen Ausflug in die Pfalz unternehmen können. Irgendwas von einer Weinwanderung erzählte er, aber ich sagte ihm gestern ab. Ein ganzer Tag mit Klaus - da müßte Klaus schon eine Frau sein.

Okay, dachte ich vorhin, buche ich gleich mal die Reise nach Prag, wofür mir die Bahn ein Angebot gemailt hatte. So als hellen Streif am Horizont. Ich gab meinen Zugangscode wie vorgeschrieben ein ..., und kam auf eine Seite mit ganz normalen Bahntarifen. Wollen die mich verarschen? Ist das vielleicht `ne Falle? Also brach ich die Buchung wieder ab und schrieb der Bahn eine kurze Mail, in der ich nachfragte, was da schiefläuft.
Nun sitze ich in meiner Bude, und mir ist gleichzeitig zum Heulen und Wändeeinschlagen zumute. Beides mache ich nicht. Stattdessen schenke ich mir Wein nach. Müller Thurgau, den ich mit Cola Zero strecke. (Schmeckt echt besser, als es sich anhört.)
Die letzte Frau ließ sich ihre Titten vergrößern und meldete sich einfach nicht mehr, und diese scheißt auf mich wegen ihrer Arbeit. Was lerne ich doch für Frauen kennen. Und was wollten die eigentlich von mir? Na ja. Zeitweise war es ganz okay mit ihnen. Nicht nur im Bett. Ich verlieb mich halt auch leicht. Eine Schwäche von mir. Verdammter Mist! Hätte nicht wenigstens die Buchung klappen können?!

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