Die Wirklichkeit geht unter


Ich fühle mich selbst im Wachsein oft wie im Traum. Manche Ereignisse erscheinen mir irrational genug dazu. Und dann die Häufung dieser Ereignisse.
Z.B. die seltsame Nachtzugfahrt von Basel zurück nach Hause im Halbdunkel des Restaurantwagens – und ich Dummerjan ließ mir meine Brieftasche klauen (um sie immerhin ohne Geld beim Service-Mann wiederzubekommen. Warum hatte er nicht meinen Namen ausgerufen, wo doch mein Ausweis in der Brieftasche war?) Beinahe denke ich, dass K.O. Tropfen eine Rolle gespielt haben könnten, denn so viel Bier hatte ich nicht getrunken. Womöglich wurde ich nicht von den Reisenden sondern vom Service-Mann beklaut.
Im Nachhinein erscheint mir ausserdem unheimlich, wie mir der Zugführer alles Gute wünschte, als ich an meinem Zielbahnhof ausstieg. Es war eine dunkle Nacht. Es war wie im Traum.
Nun gut. Passiert ist passiert.

Auf meinen Blogs vollzog sich indes auch Geheimnisvolles – alle Bilder, die ich vor März 2013 einstellte, sind nicht mehr sichtbar, weil die Grafikadresse auf den Beiträgen nicht mehr mit denen auf den Picasa Webalben übereinstimmt.

Hinzu kommen ein paar verrückte Träume, die ich in den letzten Tagen hatte. Also echte Träume. Im ersten befand ich mich im Haus meiner Eltern und entdeckte eine Geheimtür zu einem niedrigen Raum, der mit allerlei Krust voll gestellt war, in der Hauptsache Werkzeug meines Vaters. Ich kroch durch diesen Raum und wurde immer müder, konnte kaum noch einen Gegenstand konzentriert ins Auge fassen.
Plötzlich sah ich um mich herum eine ganz andere Szenerie – wie aus dem Himmel: unsere Familie in einer unwirklichen, fantastischen Umgebung mit Haus und Swimmingpool. (Wir hatten kein Swimmingpool.) Schließlich sah ich meine Mutter. Die Haare fielen ihr strohig übers Gesicht. Sie saß im Rollstuhl. Ich wischte die Haare aus ihrem Gesicht, und sie lächelte. (Als sie starb, hatte sie kurze Haare.)
Ich wachte auf.

Es klingelte. Verschlafen schaute ich nach. Eine alte Freundin stand mit ihrem Hund vor der Tür. Ich hatte sie seit Ende 2005 nicht mehr gesehen. Wir hatten uns einiges zu erzählen. Ich stieg in ihr Wohnmobil, und wir fuhren nach Ladenburg, wo wir spazieren gingen.
„Irgendwie schräg, oder was?“ würde jetzt William Shatner in seiner Sendung sagen, in der er rätselhafte Vorkommnisse präsentiert.

(Eigentlich trinke ich, damit mir das Leben nicht wie ein rätselhafter Traum vorkommt. Bisher klappte das ganz gut.)

Heute morgen hatte ich den nächsten (echten) verrückten Traum. Ich erzähle nur das Ende, weil das andere zu skurril anmutet. Ich war zu Fuß auf dem Weg in meine Heimatstadt. Es regnete. Plötzlich wurde der Regen immer stärker. Und es waren keine Regentropfen mehr, die vom Himmel fielen, sondern Millionen, Milliarden Heuschrecken. Ich rannte zu einem Vordach, um mich unterzustellen. Auf dem Boden sah ich einen toten Hasen ausgestreckt liegen. Als ich näher hinschaute, war es eine überdimensionale Heuschrecke …
Ich wachte auf.

Hier sitze ich am Computer und mache mir diese seltsamen Geschehnisse und Träume der letzten Tage Replik. Am Abend muss ich zurück in den Nachtdienst. Die Sonne scheint. Es ist August. 2013. Die Realität zieht sich hinter dem Horizont zurück. Es bleiben nur Träume.

bonanzaMARGOT - 22. Aug. 13, 17:35

Mir kommt es vor, als ob heute die Sonne höher steht als gestern ... Am selben Platz vorm Kaffeehaus hätte ich mich gestern zu dieser Uhrzeit nicht sonnen können.
Es ist irre. Oder bin ich irre?

perlentaucherin - 22. Aug. 13, 18:45

ich persönlich glaube, dass träume mehr mit uns und unserer realität zu tun haben, als uns gewöhnlich lieb ist....
was sie uns sagen, muss jeder für sich selbst herausfinden.
also deutungen fremder sind völlig sinnfrei :-)

bonanzaMARGOT - 23. Aug. 13, 07:05

träume

sehe ich auch so. man muss sie auch nicht immer deuten. sie vermitteln ein gefühl ..., und sie inspirieren.

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