Dienstag, 22. Februar 2011

Erotik am Tresen



Was heute ncht alles in Illustrierten abgebildet wird ...





...wirkt mit etwas Alkohol in der Birne noch verschwommener




(Quellen: "stern" und "view")

Montag, 21. Februar 2011

Bald ist Karneval


So viel kann ich gar nicht saufen, um auf das Level einer Karnevalsgesellschaft zu kommen.
Ich habe ja schon Mühe, mich auf das Level der nüchternen Menschheit zu saufen.

(boma)

Freitag, 18. Februar 2011

Knappes Resumee


Nach fast zwei Jahren kann ich sagen: Alleine im Nachtdienst ist scheiße!

Dienstag, 15. Februar 2011

Am Ende nahm ich ein Taxi


Ich bin müde. Wahrscheinlich macht die Leber langsam schlapp. Die Frühjahrsmüdigkeit kann‘s noch nicht sein, obwohl auch gestern wieder verführerische Sonnenstrahlen lockten. Ich zog den leichten Trench-Coat über. Auf der Neckarbrücke fröstelte es mich dann im kalten Wind.
Im Café Petit Paris las ich die letzten Seiten von Knoflachers „Virus Auto“. Der Mann hat ja so recht! Aber ich glaube, dass das Auto nicht der einzige Virus der technisierten Welt ist. Da sind z.B. noch das Handy oder Smartphone, der Fernseher, der PC zuhause, die Spielautomaten ...
Ob in der Straßenbahn, in den Kneipen oder in der Fußgängerzone - überall sehe ich Menschen, die an ihren Smartphones rumspielen oder mit ihnen telefonieren. Vorallem immer jüngere Menschen, kaum im Teenageralter, haben solche Dinger dabei. Man gewöhnte sich inzwischen dran. Ich erinnere mich, dass noch Anfang der Neunziger (des letzten Jahrhunderts) die Menschen die Nase rümpften, wenn jemand in Bus oder Straßenbahn sein Handy zückte. Inzwischen hat wenigstens ein Drittel aller Insassen Ohrstöpsel im Ohr. Immerhin - manche sieht man noch lesen. Heidelberg ist Universitätsstadt. Als Student kommt man auch in den heutigen Zeiten der elektronischen Medien nicht ganz um das Buch herum.
Der Barkeeper spendierte mir wie immer einen Ouzo (oder zwei). Er ist Türke und hat für einen Mann sehr hübsche und strahlende Augen - mitte Zwanzig, schätze ich ihn.
„Wie geht‘s Ihnen?“ fragte er.
„Na ja“, ich zögerte, „ich muss bald wieder arbeiten.“
„Man muss froh sein, wenn man heute Arbeit hat.“
„Stimmt!“ entgegnete ich knapp und vertiefte mich wieder in meine Lektüre. Einige Stellen strich ich mir an. Knoflachers Gedankengänge finde ich faszinierend. Sie könnten von mir sein. Nur hat er dazu den wissenschaftlichen Überbau.
Ich prostete mit dem Ouzo dem freundlichen Barkeeper zu. Er unterhielt sich gerade mit einer Kollegin darüber, wie sie mit der Straßenbahn zu ihrem Wunsch-Friseur kommt, und wie lange das dauert mit Umsteigen.
„Also, da würde ich gleich das Auto nehmen“, sagte er, „oder ein Taxi“, und lachte:“Dreißig Euro für Taxi plus dreißig Euro für den Friseur ... macht sechzig Euro!“
In der Gasse vor dem Café war inzwischen auch was los: Ein PKW hatte eine Torausfahrt halb zugeparkt. Ich sah einen verärgerten,bärtigen, älteren Herrn, der um das Auto herumschlich, und kurze Zeit später im Café nachfragte, ob das Auto von einem Gast sei. Nein, war es nicht.
Ich hatte noch ein paar Seiten. Neugierig blickte ich zwischendurch in Richtung Gasse, ob der PKW dort noch als Ärgernis stand. Außerdem überprüfte ich den Posteingang meines Iphones und trank von meinem Bier. Zur Zeit stehe ich auf dunkles Hefeweizen.

Knoflacher:
Die Antwort auf die Frage „Wo stehst du“ - „Zwei Gassen weiter im Halteverbot.“ - wird nicht als Realitätsverlust erfahren, sondern als normal empfunden, obwohl das befragte Gegenüber kaum zu übersehen ist. Es entsteht der Eindruck, dass nicht der Mensch gefragt wurde, sondern das Virus Auto selbst, und dabei vorausgesetzt wird, dass der Mensch als dessen Sprecher fungiert.

Und ein paar Seiten weiter:
So wie die Weiterentwicklung eines Lebewesens, das von Krebs befallen ist, nicht mehr möglich ist, wird die Evolution der Menschen durch das Auto blockiert. Doch dieser Zerstörungsprozess wird von den Ideologen des Energierauschs unserer Zeit weder erkannt noch in seinen Auswirkungen verstanden. Ganz im Gegenteil - sie geben sich der Illusion hin, man könne die Menschen in beliebig großen Einheiten aufgehen lassen, ohne das Bestehende zu erhalten. Schon die Ideologen des Kommunismus sind mit dieser Vorstellung gescheitert. Sie alle übersehen nämlich die Grundvoraussetzung, die für jede Gemeinschaft erforderliche Solidarität. Diese ist in der Bindekraft kleinerer Einheiten verankert und kann nur auf diesen aufbauen, und nicht auf isolierten Einzelelementen.
Bei der Nutzung fossiler Energie für die Automobilität hört aber jede Solidarität auf. Selbst die mit den eigenen Kindern wird aufgegeben, denen man Bewegungsräume zugunsten des Autoverkehrs wegnimmt.


Ich schaute mich um. Es war gerade früher Nachmittag. Keine neuen Mails auf dem Iphone. Das Café war mäßig gefüllt. Einige Gäste aßen noch zu Mittag. Der Barkeeper servierte mir den zweiten Ouzo. Ich bedankte mich. Endlich kam der Besitzer des PKWs vor der Toreinfahrt. Kein Showdown. Beinahe schade. Als er die Ausfahrt frei gemacht hatte, fuhr der ältere, bärtige Mann mit einem protzigen Geländewagen davon, und der Missetäter stellte seinen Wagen wieder zurück vor das Tor. Offensichtlich hatte man sich irgendwie geeinigt.
Ich gähnte, und als ich mit Knoflacher abgeschlossen hatte, setzte ich mich, zweibeinig, in Bewegung Richtung Fussgängerzone. Der Nachmittag zog sich in die Länge.

Samstag, 12. Februar 2011

Aufstehen


Die Sonne scheint. Gedämpft dringt ihr Licht durch die Wolken. Meine Augen sind müde. Die Natur bereitet sich vor. Triebe entwickeln sich langsam. Noch regiert Väterchen Frost.
Mitte Februar. Die Sonne entfaltet bereits eine verführerische Kraft.
Ich denke an das ägyptische Volk, das seine Revolution feiert. Der alte Mann verzog sich in seinen privaten Palast. Mein Herz wünscht dem ägyptischen Volk alles Gute auf dem Weg in die Freiheit und Demokratie. Der Winter der Diktatur dauerte lange genug.
Ich denke an eine alte Liebe, die überwinterte. Vielleicht keimt sie wieder auf, wenn Licht auf sie fällt.
Wo stehe ich? Der Spinne in der Zimmerecke geht‘s gut. Sie hat ihren Platz. Sie macht, wozu sie bestimmt ist. Kennt sie Einsamkeit? Kennt sie die Sucht nach Liebe? Nein, trotzdem will ich nicht mit ihr tauschen. Denn sie kennt sicherlich auch nicht die Freiheit - die sich erst ergibt, wenn man Fragen stellt und auf der Suche ist.
Passend dazu läuft gerade eine Ballade von Bruce Springsteen. Tränen steigen mir in die Augen. Es gibt Hoffnung ..., es gibt immer Hoffnung! Sie kommt mit dem Frühling, sie kommt mit der Revolution, und sie kommt mit der Liebe. Irgendwo dadraußen. Ich muss nur aufstehen. Du musst aufstehen!

Donnerstag, 10. Februar 2011

Wer seid ihr?


Alles hat zwei Seiten. Da ist der Masseur, und da der Rücken. Der eine Teil aktiv, der andere passiv. Im besten Falle genießen es beide. Jedenfalls ist es zwischen zwei Lebewesen anders als zum Beispiel zwischen Autofahrer und Auto. Wie ist es eigentlich zwischen Reiter(in) und Pferd? Aktive und passive Anteile durchmischen sich.
Da ist die Musik, und da der Zuhörer. Die Musik bewegt etwas in mir. Ich gehe mit. Ich lasse mich mitreißen. Ich tanze. Der Autofahrer wird Teil seines Gefährts. Er geht mit ihm durch die Kurven. Er startet mit ihm durch, und er bremst mit ihm quietschend - eine erfüllende Symbiose, bloß dass der eine Teil, das Auto, dabei nichts fühlt. Diese Mensch-Maschine-Beziehung läßt sich auf viele Bereiche ausdehnen. Die Spieleindustrie entdeckte die Manipulationskraft durch künstliche Szenerien längst. Es ist eigentlich verwunderlich, dass die Sexindustrie gemessen an den Möglichkeiten nachhinkt. Vielleicht liegt es an den Feinheiten. Nicht jedes Pferd ist gleich zu reiten. Was Fellatio angeht, gibt‘s ja schon gewisse „Saug-Maschinchen“. Dummerweise müssen immer noch in vielen Haushalten die Staubsauger herhalten. Gräßliche Unfälle sind die Folge. Was wir nicht alles machen, um Genuß zu haben. Das gilt selbstverständlich auch für Frauen, die sich eines ganzen Sortiments an künstlichen Geräten zum Einführen in ihre unteren Körperöffnungen bedienen können. Sie werden im wahrsten Sinne eins mit den Gegenständen. Vibrierend, lachend, stöhnend, glucksend vor Lust. Vielleicht heißt es irgendwann mal: Ich fahre `ne Runde Sex.
Mann und Frau verkabeln sich und genießen getrennt ein künstliches Sex-Wunderland. Es wird keine Enttäuschungen mehr geben, und man braucht sich auch keine Ausreden mehr einfallen lassen, warum man nicht will. Der Lustautomat ist sowieso viel einfühlsamer, da individuell auf die Bedürfnisse abstimmbar.
Eine egoistische Gesellschaft muss sich doch dich nicht mit sozialen und moralischen Bedenken quälen. Ich schätze die Ehrlichkeit. Wozu das Drumrumgerede? Laßt endlich los und genießt euren Egoismus in vollen Zügen! Prominente wie Berlusconi leben es vor ..., und der ist immerhin Staatspräsident der Italiener - ein sehr genussfreudiges Völkchen. Mit Merkel gewinnen wir Deutschen im Vergleich freilich keinen Blumentopf.
Obwohl - vielleicht hat unsere Staatsdame ein geschicktes Händchen. Ich erinnere mich eines Films mit Marianne Faithfull (im fortgeschrittenem Alter) in der Hauptrolle, die in einem Puff anheuert und dort der männlichen Kundschaft einen runterholt. Bald stehen die Jungs Schlange bei ihr. Dabei sehen sie nicht, wer sie bedient - sie ist hinter einer Wand verborgen und greift sich durch ein Loch die männlichen Glieder ... Jedenfalls wird ihr Künstlername bald in der Londoner Erotikszene bekannt. Der Hintergrund der Story ist, dass sie das Geld, welches sie als Masturbationsmaschine verdient, braucht, um ihrem sehr kranken Enkelsohn eine lebensrettende Therapie oder Operation im Auslang bezahlen zu können.
Ein köstlicher Film!

Alles hat zwei Seiten. Da sitze ich am Computer und schreibe meine unsinnigen Gedanken nieder, nur um die Zeit zu vertreiben. Und auf der anderen Seite seid ihr, die Leser(innen).
In gewisser Weise sind wir geistig miteinander verdrahtet. Was kommt da eigentlich an?
Wer seid ihr?
...

((Geh mir mal die Hände waschen.))






Irgendwie sehen die Tussies alle gleich aus (Miss Germany Auswahl von meinem Thekenstammplatz aus dem "Focus" abfotografiert).


(Randnotiz: Es ist eigentlich logisch, dass angesichts solchen Weibervolks aus der Frauenemanzipation nichts wird.)

Mittwoch, 9. Februar 2011

Hermann Knoflacher: Virus Auto

Lebensraum für Autos, aber nicht für Kinder


Dass jedes Haus und jede menschliche Aktivität mit dem Auto erreichbar sein muss, widerspricht allen angeführten Prinzipien. Eine Rechtsordnung aus dem Dritten Reich wird von den gegenwärtigen Demokraten rücksichtslos und bedingungslos umgesetzt. Die Reichsgaragenordnung verfolgte die Absicht, die Motorisierung zu fördern, um sich die Mittel für den Aufbau der Kriegsmaschinerie zu sichern. Deshalb wurde jedem, der eine Wohnung oder Arbeitsstätte bauen wollte, vorgeschrieben, für die vorhandene und in Zukunft zu erwartende Zahl an Fahrzeugen Parkplätze auf eigenem Grund oder in der Nähe bereitzustellen. Die Bauordnungen haben dies übernommen und schreiben zu jeder Wohnung Parkplätze vor, nicht aber Kinderzimmer. Die Gesellschaft wird verpflichtet, Lebensraum für die Produkte der Autoindustrie zu schaffen, zu Lasten des Lebensraums der eigenen Nachkommen.
Die Menschen reagieren intelligent, sie passen sich den geänderten Bedingungen an. Statistisch ist es eindeutig nachweisbar, dass die zunehmende Motorisierung nicht nur in den Städten, sondern auch am Land zu einer Abnahme der Kinderzahl und Familiengröße führt. Die Menschen passen sich der menschenfeindlichen Umwelt enbenso an wie die Lurche und Kröten an eine Fahrbahn, die sie von ihren Laichgebieten abschneidet: Die Zahl der überfahrenen Kröten und Lurche reduziert sich in wenigen Jahren auf null. Sie haben sich durch Aussterben angepasst.
Wird die Umwelt so verändert, dass der Fussgänger nichts mehr erreicht, wie in australischen oder amerikanischen Siedlungen, aber auch in unseren für das Auto zugeschnittenen Vororten, mutieren die Menschen in eine andere Lebensform, sie werden Autofahrer.

(Auszug aus Hermann Knoflacher - Virus Auto)

Sonntag, 6. Februar 2011

Mondvogel


seine Sprache war cremig
sein Lachen endete in einem Glucksen
ein Abfluß
mit besonderen Allüren
er wollte Dichter sein
und wurde Taschendieb
seine Vernunft kaufte ihm alles ab
wenn er sich verliebte
dachte er ans Untertauchen
und an ein Erwachen im Glück
war er nicht genug gestrauchelt?
sein Gesicht war wie der Mond
mit zu- und abnehmendem Profil
als Erdtrabant einsam und gebunden
die Schönheit unerreichbar vor Augen
er ließ Träume wie Federn
der erste Vogel, der in Höhlen wohnte
und sich mit dem Liebkosen von Schatten
begnügte
wenn er sich kunstvoll versteckte
würde er niemals geschnappt werden




(15.02.2005, boma)

ein literarisches Tagebuch

Kontakt



User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

deine Gedanken und Geschichten
und nicht ein einziger Kommentar darunter ist schon...
kontor111 - 30. Jan, 10:18
alien-lösung? da ging...
alien-lösung? da ging was an mir vorbei. ist aber eh...
bonanzaMARGOT - 17. Nov, 13:08
richtig. ich dachte nur,...
richtig. ich dachte nur, dass ich es meinen lesern...
bonanzaMARGOT - 17. Nov, 13:05
Wo ist denn das Problem?...
Wo ist denn das Problem? Durch die „Alien-Lösung” von...
C. Araxe - 7. Nov, 22:06
Wenn du ohnehin eine...
Wenn du ohnehin eine neue Blogheimat gefunden hast...kann...
rosenherz - 2. Nov, 13:51
Liebe Leser(innen)
Dieser Blog ruht fortan. Leider ist die Resonanz hier...
bonanzaMARGOT - 02. Nov. 19, 13:39

Archiv

April 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 

Neues in boMAs prosaGEDICHTE-Blog

Suche

 

Extras



prosaGEDICHTE (... die Nacht ist gut für die Tinte, der Tag druckt die Seiten ...)

↑ Grab this Headline Animator


Von Nachtwachen und dicken Titten

↑ Grab this Headline Animator



Status

Online seit 6775 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 30. Jan, 10:18