Der Schrei(b)er


Die Strasse glänzt matt-grau. Es regnet.
Der Kinderwagen hat ein Nummernschild und einen Benzinmotor.
Menschliche Formen kriechen den Erboden entlang, nackt, entblößt. Die Strömung reißt sie in den Abgrund.
Hände klammernd am Kanaldeckel. Gefühle werden weggeschwemmt.
Ein Mann geht nach Hause zum Abwaschen. Eine Frau bedient den Preßlufthammer.
Kinder sind Verbrecher.
Das Paradox wird zur Norm.
Ich sehe, was du hörst.
Ich rieche, was du siehst.
Ich fühle dich, du Biest!

Der Schreiber ist verwirrt. Er wird abnorm.
Hat er die Abnormität erst erreicht, kann er sie nicht mehr beschreiben.
Ich möchte nicht schreiben.
Ich möchte schreien!

Die Persönlichkeit verwächst mit dem Geschriebenen. Gedanken fließen auf das Papier und versickern.



(1980)



Vor gut dreißig Jahren schrieb ich diesen Text. In dreißig Jahren werde ich Achtzig sein.







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