"hapü, hapü, hapü"
bonanzaMARGOT
- 23. Aug. 13, 15:55
Ich fühle mich selbst im Wachsein oft wie im Traum. Manche Ereignisse erscheinen mir irrational genug dazu. Und dann die Häufung dieser Ereignisse.
Z.B. die seltsame Nachtzugfahrt von Basel zurück nach Hause im Halbdunkel des Restaurantwagens – und ich Dummerjan ließ mir meine Brieftasche klauen (um sie immerhin ohne Geld beim Service-Mann wiederzubekommen. Warum hatte er nicht meinen Namen ausgerufen, wo doch mein Ausweis in der Brieftasche war?) Beinahe denke ich, dass K.O. Tropfen eine Rolle gespielt haben könnten, denn so viel Bier hatte ich nicht getrunken. Womöglich wurde ich nicht von den Reisenden sondern vom Service-Mann beklaut.
Im Nachhinein erscheint mir ausserdem unheimlich, wie mir der Zugführer alles Gute wünschte, als ich an meinem Zielbahnhof ausstieg. Es war eine dunkle Nacht. Es war wie im Traum.
Nun gut. Passiert ist passiert.
Auf meinen Blogs vollzog sich indes auch Geheimnisvolles – alle Bilder, die ich vor März 2013 einstellte, sind nicht mehr sichtbar, weil die Grafikadresse auf den Beiträgen nicht mehr mit denen auf den Picasa Webalben übereinstimmt.
Hinzu kommen ein paar verrückte Träume, die ich in den letzten Tagen hatte. Also echte Träume. Im ersten befand ich mich im Haus meiner Eltern und entdeckte eine Geheimtür zu einem niedrigen Raum, der mit allerlei Krust voll gestellt war, in der Hauptsache Werkzeug meines Vaters. Ich kroch durch diesen Raum und wurde immer müder, konnte kaum noch einen Gegenstand konzentriert ins Auge fassen.
Plötzlich sah ich um mich herum eine ganz andere Szenerie – wie aus dem Himmel: unsere Familie in einer unwirklichen, fantastischen Umgebung mit Haus und Swimmingpool. (Wir hatten kein Swimmingpool.) Schließlich sah ich meine Mutter. Die Haare fielen ihr strohig übers Gesicht. Sie saß im Rollstuhl. Ich wischte die Haare aus ihrem Gesicht, und sie lächelte. (Als sie starb, hatte sie kurze Haare.)
Ich wachte auf.
Es klingelte. Verschlafen schaute ich nach. Eine alte Freundin stand mit ihrem Hund vor der Tür. Ich hatte sie seit Ende 2005 nicht mehr gesehen. Wir hatten uns einiges zu erzählen. Ich stieg in ihr Wohnmobil, und wir fuhren nach Ladenburg, wo wir spazieren gingen.
„Irgendwie schräg, oder was?“ würde jetzt William Shatner in seiner Sendung sagen, in der er rätselhafte Vorkommnisse präsentiert.
(Eigentlich trinke ich, damit mir das Leben nicht wie ein rätselhafter Traum vorkommt. Bisher klappte das ganz gut.)
Heute morgen hatte ich den nächsten (echten) verrückten Traum. Ich erzähle nur das Ende, weil das andere zu skurril anmutet. Ich war zu Fuß auf dem Weg in meine Heimatstadt. Es regnete. Plötzlich wurde der Regen immer stärker. Und es waren keine Regentropfen mehr, die vom Himmel fielen, sondern Millionen, Milliarden Heuschrecken. Ich rannte zu einem Vordach, um mich unterzustellen. Auf dem Boden sah ich einen toten Hasen ausgestreckt liegen. Als ich näher hinschaute, war es eine überdimensionale Heuschrecke …
Ich wachte auf.
Hier sitze ich am Computer und mache mir diese seltsamen Geschehnisse und Träume der letzten Tage Replik. Am Abend muss ich zurück in den Nachtdienst. Die Sonne scheint. Es ist August. 2013. Die Realität zieht sich hinter dem Horizont zurück. Es bleiben nur Träume.
Vor ein paar Tagen bemerkte ich, dass meine Fotos vor dem März 2013 nicht mehr auf den Beiträgen zu sehen sind. Stattdessen prangt dort das "Einfahrt verboten Zeichen".
Die Grafikadressen zum Einbetten der älteren Bilder hatten sich auf Picasa Webalben oder auf meinem Blog wie von Geisterhand geändert. Nun bin ich ein relativer Computer-Laie und weiß nicht, wie so etwas vor sich gehen kann. Meines Wissens änderte ich nichts an meinen Einstellungen bei Picasa Webalben.
Alle (nun falschen) Grafikadressen auf meinem Blog zu ändern, wäre ein immenser Arbeitsaufwand.
Ich recherchierte im Internet und fragte bei einem Google-Forum nach, erhielt aber bis jetzt keine hilfreichen Erkenntnisse zu meinem Problem.
Ich finde es sehr schade, dass die meisten Bilder auf dem Blog nun erstmal futsch sind. Gerade die Fotos, die ich auf meinen Reisen machte, sind ein großer Verlust für das Blog. Mist!
Entschuldigt diesen derzeitigen Mangel.
LG,
bonanzamargot
bonanzaMARGOT
- 22. Aug. 13, 12:18
"Volver - Zurückkehren", 22 Uhr 45, BR
bonanzaMARGOT
- 21. Aug. 13, 15:50
Nicht nur Soldaten sind potentielle Totschläger und Mörder sondern auch Autofahrer. Das Auto fungiert als Waffe, nicht unbedingt gegen einen bestimmten Feind gerichtet, aber es verführt zur bedrohlichen Anwendung, welche die Tötung argloser Mitmenschen in erheblichem Maße zu Folge haben kann. Bei einem leichtsinnigen oder bewusst rücksichtslosen Gebrauch der tonnenschweren PS-Maschine Auto schrecke ich nicht davor zurück, von Mord zu sprechen - ein Massenmord auf den Straßen, der von der Gesellschaft toleriert wird, weil die meisten Menschen von einem seit vielen Jahrzehnten herrschenden Autowahn stark beeinflusst sind.
Demgemäß sehen heute unsere Städte und Landschaften aus.
Ich empfinde es als tragisch, dass eine solche dumme und die Umwelt zerstörende Entwicklung zugelassen wurde.
Das Auto kann durchaus symbolisch für die Zerrissenheit des Menschen stehen - zerrissen zwischen Natur und Moderne, zerrissen zwischen Fortschrittswahn und Ethik, zerrissen zwischen Kapitalismus und sozialem Mitgefühl, zerrissen zwischen Glaube und Vernunft, zerrissen zwischen Theorie und Praxis, zerrissen zwischen Wahrheit und Lüge ..., zerrissen zwischen Recht und Gerechtigkeit.
Nicht nur Soldaten sind potentielle Totschläger und Mörder sondern auch Autofahrer - und wir alle, die Regierungen wählen, welche den Militarismus und den Autowahn auf dieser Welt unterstützen, machen uns schuldig.
"Raising Resistance", 21 Uhr 55, ARTE
bonanzaMARGOT
- 20. Aug. 13, 18:29
Gestern erhielt ich per Post die Wahlbenachrichtigung für die Wahl zum Deutschen Bundestag am 22. September 2013. Dies ist einer der seltenen Momente, wo ich mich als Bürger einer Demokratie fühle. Ich darf bewusst am demokratischen Prozess einer Bundestagswahl teilnehmen. Ich werde mit einem Kreuzchen – nein, mit zwei Kreuzchen – mitentscheiden, welche politischen Verhältnisse in Deutschland nach dem 22.09. herrschen werden. Dazu steht ein barrierefreier Wahlraum in meiner Nähe zur Verfügung. Dummerweise fällt der Wahltermin in einen einwöchigen Urlaub, wo ich wahrscheinlich verreist sein werde. Also fordere ich einen Wahlschein mit Briefwahlunterlagen an.
Sicher wird meine Stimme nichts am Wahlergebnis ändern, welches leider schon so gut wie festzustehen scheint. Ich könnte meinen Wahlzettel ebenso gut in den Papierkorb schmeißen. Doch wenn nun alle so dächten … Manchmal muss man einen Kampf bis zum Ende durchstehen, auch wenn man offensichtlich verlieren wird. So was oder ähnliches denkt sich vielleicht Herr Steinbrück, der ja ein intelligenter Mann ist. Bei solch klaren Verhältnissen will gar keine rechte Wahlstimmung aufkommen. Es ödet einen an wie ein Boxkampf, bei dem die Sache im Voraus klar ist. Wir dürfen uns lediglich daran ergötzen, wie der Verlierer sich über die Runden quält und dabei noch versucht, Siegesgewissheit auszustrahlen. Anders als beim Boxkampf ist ein vorzeitiges K.O. ausgeschlossen.
Frau Merkel indes kann relativ ruhig der Wahl entgegensehen. Es ist nur noch ein Monat hin, und ich kann angesichts des zu erwartenden Ergebnisses noch nicht mal eine besonders negative Erregung verspüren. Alles kommt, wie es kommen muss. Die Menschen sind längst abgestumpft. Frau Merkel hat sie eingelullt. Beinahe könnte man annehmen, die Deutschen wären von ihrer Art in gewisser Weise hypnotisiert. Sie wirkt mit ihrer unprätentiösen Haltung ungeheuer souverän. Außerdem repräsentiert sie deutschen Fleiß, Ordnungssinn und Durchsetzungskraft. Selten kommt der Eindruck auf, dass sie eine Lage nicht im Griff hat. Nach dem Motto: Merkel gut – alles gut.
Mir wäre selbstverständlich eine rot-grüne Koalition an der Regierung lieber. Einen sehr großen Unterschied zu schwarz-gelb sehe ich allerdings kaum noch. Drum wähle ich lieber eindeutig links.
Man darf es den deutschen Spießern nicht zu leicht machen.
Tja, da liegt sie - die Wahlbenachrichtigung - auf meinem Schreibtisch. Am liebsten würde ich sie zu einem Papierflieger falten und aus dem Fenster werfen. Ich kann gute Papierflieger falten. (Den Wahlschein beantragte ich gerade.)
Am Besten fliege ich über die Wahlen nach Ibiza oder woanders hin, wo es schön warm ist, und wo ich ein paar Knackärschen hinterherschauen kann. Wenn ich dann zurückkomme, bin ich wenigstens nicht blass. Ein langer, kalter Winter liegt vor uns.
Auf der Hinfahrt hatte ich Zoff mit einem Fahrgast, der sich von der Musik aus meinen Ohrhörern gestört fühlte. Der junge Mann stieg bei Offenburg zu, setzte sich auf die andere Seite des Gangs und arbeitete konzentriert an seinem Laptop. Es war eigentlich kein richtiger Zoff. Ich stellte die Musik leiser. Aber seine Anmache wurmte mich, denn eigentlich war fast nichts von der Musik zu hören – ich wendete mich zu ihm und sagte: „Und jetzt, wo ich die Musik leiser stellte, höre ich Sie tippen. Können Sie vielleicht leiser tippen?“ Er entgegnete nichts. Ein Fahrgast hinter mir lachte.
Für die Rückfahrt nahm ich den Nachtzug, der bis nach Hamburg fuhr. Den hatte ich schon das letzte Mal genommen. Es war der letzte, den ich am Abend nehmen konnte. Ich verlor damals meine Ray Ban Brille und ein Halstuch. Diesmal wurde ich um meine gesamte Barschaft erleichtert.
Ich könnte mich in den Arsch beißen – wie man so schön sagt. Vorsichtshalber hatte ich meine Brieftasche mit aufs Klo genommen … Genau, und dort ließ ich sie liegen! Wenige Minuten vor meiner Haltestelle bemerkte ich den Verlust. Ich durchwühlte meine Tasche, schaute in der Klo-Kabine nach. Nichts! Schließlich fragte ich die Bedienung des Restaurantwagens. Und tatsächlich war meine Brieftasche abgegeben worden. „Natürlich ist das Geld fort“, sagte der Service-Mann. Immerhin waren noch alle Karten und mein Ausweis vorhanden, und das Münzgeld wurde auch nicht entnommen. So konnte ich am Geldautomaten etwas Geld abheben, um vom Bahnhof ein Taxi nach Hause zu nehmen. Ich glaube, diesen Nachtzug nehme ich in Zukunft nicht mehr. Nicht auszudenken, was mir das nächste Mal passieren würde, wenn sich diese Pechsträhne fortsetzte. Ich fahre häufig mit der Bahn, aber noch nie passierte mir kurz hintereinander ein solcher Mist.
Der Tag indes war schön. Wir gingen an Birs und Rhein spazieren. Das Wetter hielt. Erst am Abend regnete es leicht. Es gab viele schöne Eindrücke, und wir hatten gute Gespräche. Die Zeit verging wie im Fluge. Basel ist wirklich eine meiner Lieblingsstädte.
Wir picknickten unter einem Baum, nahe dem Wasser. Käse, Brot und Oliven – selten aß ich so genussvoll. Ich liebe unkomplizierte, einfache Sachen. Wenn das Leben nur immer so
einfach wäre: Gemeinsam eintauchen in die Landschaft, die Stadt, die Luft, den Himmel, die Wolken und das Wasser …, sich an ein paar kleinen, grünen Flussmuscheln erfreuen und den Enten zuschauen …, ein Bier oder ein Glas Wein trinken und das bunte Treiben der Menschen beobachten …, lachen, reden und träumen, die kleinen Abenteuer genießen.
die Birs
Graffity an einer Brücke
Enten im Rhein
Blick über Basel
"Last Man Standing", 22 Uhr 25, RTLII
(Bruce Willis in Hochform)
bonanzaMARGOT
- 18. Aug. 13, 10:52
Als Madonna Fünfzig wurde, fragte man sie, wie sie es mache, um so schön zu bleiben. Madonna überlegte und meinte schließlich: „Viel Schlafen.“ (Sie meinte wirklich Schlafen und nicht Sex.) Wenn an Madonnas Schönheitstipp was dran wäre, dann müsste ich mich auch ganz gut gehalten haben. Das will ich aber nicht beurteilen. Eine Glatze habe ich jedenfalls noch nicht – so viel kann ich sagen. Eine Freundin, die ich seit über zwei Jahren nicht mehr getroffen hatte, sagte, ich sei alt geworden. Tja. Ich suche nicht nach neuen Fältchen im Spiegel und schon lange nicht mehr nach grauen Haaren. Sicher hat selbst Madonna graue Haare, aber sie färbt sie eben. Mittels Kosmetik kann man schon ein paar Jahre wett machen.
Jedenfalls schlafe ich, seit ich Nachtdienst im Altenheim schiebe, ungeheuer viel. Meist gehe ich abends kaum später als 21 Uhr zu Bett und schlafe bis 10/11 Uhr am Morgen. Natürlich nicht durch. Wenn ich dann aufstehe, tun mir alle Glieder weh vom vielen Liegen. (Was auch der alten Matratze geschuldet ist.) So auch heute. Ich stand nach 11 Uhr auf und fühlte mich ziemlich alt.
Gerade höre ich Janis Joplin, was mich leider nicht jünger macht. Aber ich mag ihre Musik. Janis Joplin wäre im Januar dieses Jahres Siebzig geworden. Sie befindet sich seit 1970 im ultimativen Schönheitsschlaf. Weckte man sie heute von den Toten auf, wäre sie schön wie ein Engel. Da bin ich mir ganz sicher.
Man sagt ja, dass der Schlaf der kleine Bruder des Todes sei. (Grübel.)
Man kann auch den Gedanken haben, dass, wer länger schläft, sich weniger verschleißt. Oder man machte die Rechnung auf, es gäbe eine feste Wachzeit fürs Leben, so dass eine längere Schlafzeit logischerweise die gesamte Lebenszeit verlängern würde. (Lebenszeit = Wachzeit + Schlafzeit.) Ich weiß nicht, was ich glauben soll. Mal Madonna fragen …
Zu dem Thema fällt mir eine schwarze Komödie mit Bruce Willis, Meryl Streep und Goldie Hawn ein: „Der Tod steht ihr gut“. Die genaue Handlung habe ich längst vergessen. Aber ich weiß, dass ich mich köstlich amüsierte. Lachen macht zwar Lachfalten, aber ein lachender Mensch wirkt meines Erachtens immer jünger und frischer. Mit Botox geht das freilich nicht mehr ganz so gut. Dann lieber schlafen. Viel verpasst man eh nicht. Oder im Schlaf lachen. Schon mal im Schlaf gelacht? Ich schon. Das war super!
Ich halte manchmal inne und frage mich: Bin ich das, der das macht? Zum Beispiel, wenn ich zum Bierglas greife … Spinne ich den Gedanken weiter, dann betrifft es alles. Selbst jetzt, wo ich hier sitze und am Computer schreibe – bin ich das? Und wer ist dann ich, wenn ich es nicht wäre? Aber natürlich bin ich es. Wer sonst?
Ihr meint, dass man für solche Gedanken einige Bier oder andere Drogen braucht? Nein, das glaube ich nicht. Schon im schüchternen Alter von Fünf oder Sechs fragte ich nach meiner Identität, meiner Herkunft … Wozu und wieso bin ich hier?
Ich weiß, dass die meisten von Euch denken, dass es Unsinn ist, sich mit solchen Gedanken zu belasten. Viele von Euch stellten das Leben oder die Existenz noch nie in Frage. Oder aber Ihr wisst ganz genau, was ihr machen wollt. Darum seid ihr gläubig, oder ihr macht Karriere, oder ihr fickt Euch so durchs Leben. Einfach so. Ich eigentlich auch – aber ich habe daneben eben noch diese Fragen, die scheiß letzten Fragen.
Ansonsten bin ich ganz normal. Ich schreibe ein paar Gedichte über die Absurdität des Lebens, und gut ist. Halbwegs.
Nein, es ist nicht gut. Ganz und gar nicht.
In welcher Welt lebe ich?
Wer seid Ihr?
Warum macht Ihr so, als wäre alles in Ordnung?
Haltet Ihr nicht auch manchmal inne und fragt Euch: Bin ich das, der das macht?
Ich will nicht glauben, dass alle von Euch Zombies sind. Schließlich las ich Bücher von Autoren, die mir aus der Seele sprechen, die ähnliche Gedankenansätze haben …
Wo sind die Lebenden? Wo seid Ihr?
Wo?
Scheiße!