"Almanya - Willkommen in Deutschland", 20 Uhr 15, SAT.1
bonanzaMARGOT
- 21. Mai. 13, 18:48
Immer wieder höre bzw. lese ich „das echte Leben“ im Kontrast zu den Umtrieben im Internet auf Blogs oder anderen Plattformen. „Das echte Leben“ meint dabei den Alltag ohne die Darstellung und Kommunikation im Internet. Es wird z.B. gesagt: „Das echte Leben schlug zu und lässt mir keine Zeit mehr für das Bloggen.“ Ich kann diese strikte Trennung zwischen sogenanntem „echtem Leben“ und meiner Beschäftigung im Internet nicht nachvollziehen. Was anderes wäre es, wenn es sich um eine virtuelle Welt wie bei einem Computerspiel handeln würde. Wenn ich den ganzen lieben Tag lang mit „World Of Warcraft“ abhinge, wäre wirklich ein deutlicher Kontrast zum „echten Leben“ nachzuvollziehen. Das Bloggen ist aber für mich kein realitätsfremdes Spiel – sondern ich verarbeite auf meinen Blogs echte Gedanken, echte Erinnerungen, echte Erlebnisse und echte Gefühle; und selbst meine Phantasie ist echt. Dasselbe gilt für die Menschen, mit denen ich über das Internet kommuniziere. Auch wenn sie einen Avatar haben, sind sie nicht fiktiv oder Teil eines Spiels. Sie sind real. Allein die rein schriftsprachliche Kommunikation macht gewisse Einschränkungen.
Das Bloggen ist kein „unechter“ Zeitvertreib für mich. Aber natürlich gibt es Tage, da fehlt mir die Zeit dazu, weil ich andere Prioritäten setze. Ich sage dann nicht: „Das echte Leben schlug zu.“ Das schlägt nämlich immer zu. Und bei mir schlug es in den letzten Monaten sogar ganz gehörig zu. Vielleicht meinen viele Menschen, dass alles, was mit Computer und Internet zusammenhängt, irgendwie nicht echt ist. Keine Ahnung. „Hey Leute, bonanzamargot ist echt! Ehrlich!“ Ich bin nicht Teil einer virtuellen Realität. Ich bin kein Hirn im Goldfischglas …
Ich finde es immer schade, wenn Blogs aufgegeben werden oder über lange Zeit leer stehen. Ebenso finde ich es schade, wenn mir Gesprächspartner oder liebgewonnene Bedienungen/Barkeeper in der Kneipe abhanden kommen. Dann fehlt mir einfach was. So ist das im echten Leben: Leute kommen, Leute gehen. Manche bleiben eines Tages einfach weg. Womöglich hängen sie in einer anderen Kneipe ab, oder sie haben keinen Bock mehr auf Kneipen, oder sie sind krank … oder gestorben.
Auch bonanzamargot wird es nicht ewig geben. Aber noch gefällt es mir hier. Na ja, es könnten etwas mehr Gäste an der Bar sitzen … Nein, ich quatsche keinen voll – so einer bin ich nicht. Auch nicht nach x Bier. Oder? Hallo!!?
Seit gestern Mittag regnet es in einer Tour. Bei gerade mal 10°C Außentemperatur. Pfingsten fiel regelrecht ins Wasser. Das Grün wuchs bei dem vielen Regen in der letzten Zeit vor meinem Fenster zu einem undurchdringlichen Blätterwald heran. Es ist so düster, dass ich tagsüber in der Wohnung Licht brauche. Immer wieder blicke ich von meinem Schreibtischplatz wie konsterniert hinaus auf das Blätter-Universum. Es gleicht einem Urwald oder Dschungel. In der Hauptsache ist es ein alter Baumriese, der das Blickfeld ausfüllt. In seinem Ast- und Blattwirrwarr glaube ich manchmal Gesichter und Figuren zu erkennen (– ich meine nicht den TV-Bildschirm, der sich in der Fensterscheibe spiegelt.)
Einfach irre, wie sich die Natur in den letzten Wochen wandelte, als wäre ein Riesentopf voll grüner Farbe über die Wiesen, Wälder und Gärten geschüttet worden. Dazwischen bunte Farbsprenkel. Ich muss an impressionistische Gemälde denken. Als Kind hätte ich mir Tarzan in der Baumkrone vorgestellt. Heute betören mich vor allem die Kraft der Natur, das Wunderwerk direkt vor meiner Nase, ein Bild, an dem ich mich gar nicht sattsehen kann, - eine schiere Lust für die Phantasie!
Pisswetter heute. Nur was für Leute, die eine Runde Ficken einlegen können, oder am Kaffeetrinken mit Tantchen Gefallen haben.
Aus meiner Sicht zum Kotzen!
bonanzaMARGOT
- 19. Mai. 13, 19:20
"Taking Woodstock - der Beginn einer Legende", 23 Uhr 30, Das Erste
bonanzaMARGOT
- 19. Mai. 13, 17:09
Ich bin manchmal sprachlos. Ich habe das Gefühl, dass es nichts mehr zu sagen gibt. Aber ich weiß auch, dass man oft noch viel deutlicher sagen muss, was man denkt. Zumindest zu gewissen Dingen. Leider verbraten die Massenmedien alles – hin zu einer Beliebigkeit. Die Aussagen verblassen. Inhalte verwässern. Worte unterliegen denselben Konsumgesetzen wie andere Produkte. Worte verkommen zu Fastfood. Einige werden kurz hoch gepusht. Das Kurzzeitgedächtnis für Worte ist gering. Sie werden verwurstet, je nachdem was Mode ist, was Zeitgeist ist. Es wird geschluckt und bei passender Gelegenheit wieder ausgespuckt. Wir leben in einer Welt der „Vermassung“. Wahrscheinlich ist eine moderne Wohlstandsgesellschaft, in der Milliarden Menschen leben, nicht anders vorstellbar. Mit den wachsenden Möglichkeiten geht automatisch ein Wertverlust einher. Oder der Wert wird an einen für den Normalsterblichen unbezahlbaren Rand gedrängt, so dass sich nur noch eine finanzkräftige Oberschicht nachhaltige Qualität leisten kann.
Ich wollte aber über die Worte und deren Wertzerfall reden. Worte haben ihren Wert an sich, was sie von Produkten unterscheidet. Ein gutes Wort sollte ein gutes Wort bleiben, egal wer es sagt. Worte gehören niemandem. Das sogenannte geistige Eigentum kann es zumindest in Bezug auf Worte nicht geben. Das ist genauso Quatsch, wie wenn man den Himmel oder die Weltmeere teilen wollte. Ich weiß, die Menschen machen genau das. Sie teilen irgendwie alles auf ... am Liebsten alle Atome, die es gibt, und noch die Lichtquanten dazu. Aber nicht alles ist zum Produkt zu machen; und solange dies der Mensch nicht begreift, ist die Welt unter seiner Herrschaft verloren.
Gute Speisen sind für den Geschmackssinn und den Magen – und gute Worte sind ein Labsal für den Geist. Beides, Essen und Worte, sind ein Geschenk des Lebens. Na, und die Liebe können wir auch dazu zählen. Und die Luft zum Atmen. Und die Erde, auf der wir unserer Wege gehen. Das alles sind Güter, die niemandem und zugleich uns allen gehören.
Wer früher stirbt, ist länger tot", 22 Uhr, BR
bonanzaMARGOT
- 18. Mai. 13, 17:09
Die fünf Nachtwachen stecken mir noch in den Gliedern. Ich schlief und schlief und schlief … und träumte einen Haufen irren Mist. Nun treffen die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster auf meine Sitzecke. Ich lasse mich am Computer wärmen. Es ist kalt in der Bude. Meine Finger sind klamm. Ich drehe den Kopf zum Niesen zur Seite, um den Bildschirm nicht zu bekleckern.
In einer Woche geht`s ab in den Urlaub! Ganze vier Wochen habe ich frei! Urlaubsreif bin ich schon lange. 2013 verlangte mir in den ersten Monaten einiges ab – vor allem emotional. Und dann dieser lange, triste Winter. Da ging es an meine psychischen Reserven. Nun will ich langsam wieder auftanken … in der Sonne (die leider noch viel zu selten scheint), durch die vielfältigen Eindrücke auf meiner Reise, und vielleicht durch ein paar nette Menschen, die ich treffen werde. Und dann das Meer, auf das ich mich sehr freue: Ich liebe den Wind am Meer und den Meeresgeruch; ich liebe es, am Strand zu sitzen, über das Meer zum Horizont zu blicken und in Tagträume zu versinken; ich liebe das Rauschen der Wellen; ich liebe es, meine Füße von der Brandung umspülen zu lassen, ich liebe das Gekreische der Meeresvögel; ich liebe die Schiffe an den Kais …
Heute will ich schon mal das Zugticket nach Dresden lösen. Es ist also eine kleine Radtour zum Bahnhof angesagt. Laut Wetterbericht soll es schön werden. Leider nur heute. Ich möchte aber nicht zu viele Gedanken ans Wetter verschwenden, da man es sowieso nicht ändern kann.
Vielleicht kann ich schon etwas Urlaubs-Feeling einfangen – z.B. in einem schönen Biergarten.
"Full Metal Jacket", 22 Uhr, RTL II
bonanzaMARGOT
- 17. Mai. 13, 19:48
Entwurf
"Das weiße Band", 20 Uhr 15, ARTE
bonanzaMARGOT
- 15. Mai. 13, 17:25
Der öffentliche Gedankenverkehr wurde auf ein notwendiges Maß reduziert. Die Redaktion bittet um Verständnis. Eine Besserung der Hirnwetterlage sollte nach den Nachtdiensten wieder eintreten. Momentan herrscht Kopfsalat vor. Klare Gedanken sind kaum identifizierbar. Es erreichen uns lediglich Meldungen wie „Kribbelstubbeldampfdingsbums...“ und ähnliches.
Laut einer Insider-Information lief bonanzamargot in der letzten Nacht einer dementen Bewohnerin hinterher, die ihre Tante und ihren Hund suchte. Vor Verzweiflung, weil er die Bewohnerin nicht einfangen konnte, ging er schließlich in die Knie, schlug seinen Kopf gegen die Wand und rief: „Ich glaube nicht an Gott! Ich glaube an Müller-Milch!“
"Bis zum Ellenbogen", 0 Uhr 50, Das Erste
bonanzaMARGOT
- 14. Mai. 13, 17:34
an der Haltestelle
Der gestrige Arbeitsweg wurde zu einer kleinen Odyssee. Wegen einer Baustelle fuhren weder Busse noch Taxis die direkte Strecke den Berg hoch. Ich machte mich mit dem neuen Faltrad auf die Achse. Zum ersten Mal kam es auch gefaltet zum Einsatz. Der Umweg war immens: Aus eigentlichen sieben Kilometern wurden beinahe dreißig. Was macht man nicht alles, um zur Arbeit zu kommen! Heute morgen dann den direkten Weg bergab, - mit dem Fahrrad im Regen. Ich hoffe, dass heute die Busse wieder normal gehen.