das Leben kann so schön sein
Schock in der Morgenstunde: Wenn bei mir mal das Telefon klingelt, hat es meist nichts Gutes zu bedeuten. Und so war es: Das Rote Kreuz teilte mir mit, dass meine Mutter psychisch zusammenbrach und in die Psychiatrie gebracht wird. Meinen Papa würden sie erst mal mitnehmen, aber ich müsste mich kümmern, wo er später unterkommt. Sein Alzheimer ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass man ihn nicht tagelang allein zuhause lassen kann. Ich werde eine Kurzzeitpflege für ihn organisieren müssen.
Verdammt! Es war klar, dass solch eine Situation eintreten wird. Die Mutter war schon immer psychisch labil. Schon vor Jahren hatte ich sie gefragt, was sie für ihre Pflegebedürftigkeit geplant hätte. Vater wollte von solchen Themen nie etwas wissen. Und die Mutter dachte, dass sie mit etwas Nachbarschaftshilfe und einer Haushaltshilfe klar käme.
Neue Lage: Meine Mutter verweigerte eine Aufnahme in die Psychiatrie. Sie wurde zu einem ansässigen Nervenarzt geschickt. Ich hatte sie kurz am Telefon. Sie fühlt sich allein und überfordert. Sie ist schwer depressiv.
Über mir bricht die Vergangenheit zusammen. All der familiäre Morast, den ich lange wegschieben konnte, überkommt mich wie ein böser Fluch. Von einem Moment zum anderen hänge ich fest in einem Geflecht von Ängsten. Wie konsterniert sitze ich an meinem Schreibtisch, telefoniere mit Hinz und Kunz und sogar mit meiner Schwägerin, mit der ich noch nie Kontakt hatte.
Telefonat mit meiner Mutter: Die Eltern zuhause. Meine Mutter weinte am Telefon. Sie kann nicht mehr, sagte sie. Sie sagte, dass sie Pillen schlucken will. Ich fragte sie, ob sie beim Arzt war. Nein, antwortete sie, sie will niemanden sehen. Ich sagte ihr, dass ich sie liebe, aber heute nicht zu ihnen kommen kann. Sie soll sich beruhigen, meinte ich, wieder einen klaren Kopf bekommen, und dann würden wir uns in den nächsten Tagen zusammensetzen. Sie legte auf.
Ich telefonierte mit meiner Schwägerin, berichtete ihr, dass meine Mutter nicht in der Psychiatrie bleiben wollte. Wir beredeten die möglichen Hilfen – über Nachbarschaftshilfe und Sozialstation und sonstigen Hilfsangeboten, welche zumindest den Alltag für meine Eltern erleichtern würden. Uns ist klar, dass langfristig nur die Unterbringung in einem Pflegeheim sinnvoll ist. Ich weiß, dass meine Mutter nie einstimmen wird.
Ich sitze wie blöd in meiner Wohnung. Ich warte auf den Nachtdienst. Vielleicht ist es ganz gut, dass ich Nachtdienst habe, denke ich. In mir wütet ein Kampf. Es tut mir ungeheuer leid, dass ich meinen Eltern keine bessere Stütze bin. Ich kann nicht. Ich höre im Geiste nochmal die Worte meiner Mutter, als wir telefonierten. Wenn doch alles schnell vorbei wäre, denke ich. Böse Erinnerungen kommen hoch. Bereits als Kind litt ich unter den Nervenkrisen meiner Mutter. Es war so schlimm, dass ich sie tot wünschte damals. Aber jetzt bin ich erwachsen. Wie blöd sitze ich hier. Über mir eine Zentnerlast. Es geht doch nicht um mich – es geht um eine Hilfe für meine Eltern!
Telefonat mit der Nachbarschaftshilfe: Sie schicken am Abend jemanden vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Ich erläuterte die Situation. Sie waren am Morgen bereits involviert, sagte die Dame, aber das Rote Kreuz kam ihnen zuvor. Es stellt sich darum sehr schwierig dar, weil meine Mutter gegenüber Ärzten und auch gegenüber Pflegekräften nicht kooperiert. Mein Vater will sich nicht von Fremden beim Waschen und Anziehen helfen lassen.
Einer der telefonischen Ratgeber sprach von einer „Gebrechlichkeitshilfe“, die man beim Vormundschaftsgericht in solchen Fällen beantragen kann. Was für ein scheiß Wort! Aber irgendeine Hilfe muss dringend geschehen, bevor eine Notsituation eintritt, wo meine Eltern zwanghaft eine Betreuung vom Gericht auferlegt bekommen. Das kann unter diesen Umständen sehr schnell gehen.
Ich kann die verzweifelte Stimme meiner Mutter am Telefon nicht vergessen. In meinem Brustkorb zieht sich alles zusammen. Sollte ich nicht bei meinen Eltern sein? Aber ich kann nicht. Ich will nicht! Ich bin wie gelähmt. Ich habe Angst. Wird meine Mutter sich etwas antun? Ich hasse mich. Ich hasse das Leben. Warum lebe ich?
"Herr der Fliegen", 20 Uhr 15, 3sat
bonanzaMARGOT
- 21. Okt. 12, 13:42
mein Sitzplatz im letzten Abteil des letzten Waggons ...
Deutschland – Schweden: 4 : 4. Hinterher offene Münder und Achselzucken. Die deutschen Fußballer hatten sich einen Viertore-Vorsprung wieder abjagen lassen. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Ich sah das Debakel in Kärnten bei Olivia in der Küche. Dabei kennt bestimmt jeder solche Situationen, dass alles ganz ausgezeichnet läuft, und dann wendet sich das Blatt unerwarteterweise. Klar, Profis sollte so was in ihrem Sport nicht passieren. Aber ist das nicht leicht gesagt? Letztlich weiß man ziemlich genau, woran es lag. Man verschlief ein paar Minuten, und das Leben bestrafte einen. Es hätte auch gut gehen können. Sehr oft geht es gut, und darum gucken wir dumm aus der Wäsche, wenn uns das Leben urplötzlich sein Arschgesicht zeigt. C`est la vie, sage ich mir. Ich erlebte solche Wendepunkte schon häufig in meinem Leben. Gott sei Dank auch ab und zu umgekehrt vom Schlechten hin zum Guten – und dann freut man sich wie ein Schneekönig oder wie die Schweden letzten Dienstag.
Wir vergessen im Alltag, dass das Leben ungeheuer fragil ist. Wer will schon ständig an Unglück, Krankheit und all so`nen Scheiß denken? Lieber gehen wir davon aus, dass eben alles mehr oder weniger gut weiterläuft, und dass unsere Anstrengungen belohnt werden, - sich vielleicht sogar der ein oder andere bescheidene Wunsch erfüllt. Tief in uns drin ahnen wir freilich, dass es nicht einfach so weitergehen wird. Olivia sprach von Murphys Gesetz: „Whatever can go wrong, will go wrong.“ Ich denke, Murphys Gesetz trifft auf den Alltag nicht zu. Allerdings kann es einem so vorkommen. Pechsträhnen gibt es wie Glückssträhnen, aber in den allermeisten Fällen dümpelt man durchschnittlich durchs Leben. Es gibt Menschen, z.B. Extremsportler, die dieser vermaledeiten Mittelmäßigkeit entfliehen wollen. So sprang Felix Baumgartner am 14. Oktober aus der Stratosphäre hinunter auf die Erde. Und er kam heil unten an! Was da alles hätte schiefgehen können … In diesem Sinne war auch das Fußballländerspiel "Deutschland – Schweden" ein ganz besonderer Fall. Für die Einen mit positivem und für die Anderen mit negativem Ausgang.
Zwischenfazit: Das Unglück muss man so schnell wie möglich verdauen, und auf einer Glückssträhne sollte man sich nicht ausruhen. Auf der anderen Seite gilt aber auch: Wer nichts riskiert, der nichts gewinnt. Es ist halt die Frage, wann und wo und wie viel wir riskieren. Jeder legt dies von Situation zu Situation neu fest – ganz nach seinem Charakter und seiner Lebensphilosophie. Die Ergebnisse muss man als erwachsener Mensch verantworten und (er)tragen. Ich bin keine Spielernatur. Mir reicht das große universelle Kack-Spiel der Existenz an sich. Ich brauche mir nicht im freien Fall aus sechsunddreißig Kilometern Höhe einen wie auch immer abzuwichsen. Mir reicht es, die Talstraße mit dem Fahrrad hinunter zu düsen. Auch da kommt es mitunter einem Wunder gleich, dass ich den Trip unbeschadet überlebe. Ja, ich glaube, dass ich mit dem Fahrrad auf der Talstraße mehr Risiken ausgesetzt bin, als es Felix Baumgartner bei seinem spektakulären Sprung war. Jeder holt sich halt seinen Kick anders …
Wer weiß schon, was morgen ist? Wenn das Morgen das Heute frisst, finde ich es scheiße. Das gilt für die Zukunftsängste genauso wie für die Hoffnungen. Am Ende schluckt uns das Spundloch des Universums mit Haut und (auch ohne) Haar. Mit und ohne Murphy. Mit und ohne Glauben. Mit und ohne Grips. Das einzig Ermutigende: Heute ist es noch nicht so weit! Die Talstraße wartet. Ein Herbsttag wartet. Verrückte Welt.
"2012", 20 Uhr 15, ProSieben
(ein schlecher Film - aber zeitnah)
bonanzaMARGOT
- 14. Okt. 12, 18:47
... bis 2015 soll er fertiggestellt sein
Ich werde mal wieder für ein paar Tage abtauchen. Mit dem Zug durch ein paar Tunnel, und schon bin ich in Kärnten. Ca. nach acht Stunden.
Tunnel faszinierten mich schon als Kind. Ich schüttete einen großen Haufen feuchten Sand zusammen, klopfte ihn fest und grub Tunnel hindurch. So viele, bis alles einstürzte. Und dann ging es von vorne los.
Wo man da überall mit der Hand raus kam. Ganz unerwartet. Tunnel, die in andere Tunnel mündeten. Ich liebte es.
Euch eine schöne Woche!
"Formel 1: Großer Preis von Südkorea", morgen Früh 6 Uhr 45, RTL
(für alle Nachtwachen der Welt als morgendliche Einschlafhilfe)
bonanzaMARGOT
- 13. Okt. 12, 18:11
packen wir`s an!
"Der seltsame Fall des Benjamin Button", 20 Uhr 15, SAT.1
bonanzaMARGOT
- 12. Okt. 12, 15:44
Die Europäische Union bekam den Friedensnobelpreis. Weiß nicht recht, was ich dazu sagen und empfinden soll. Ich sehe doch einige kulturelle und politische Verwerfungen, die den Frieden gefährden könnten. Es ist schwer zu überschauen, und der Euro spaltet auch.
War klar, dass die Journalisten tönen: „Wir sind Friedensnobelpreisträger!“ Es ist wahr, dass wir in Mitteleuropa noch nie einen solch langen Frieden hatten. Eine historische Leistung, welche wir aber, glaube ich, nicht nur Europäern zu verdanken haben.
Das Nobelpreiskomitee meinte es gut: Reichen wir den Europäern mal ein Bonbon gegen ihr angekratztes Selbstbewusstsein; sieht danach aus, dass sie es nötig hätten. Barack Obama erhielt damals durch den Friedensnobelpreis Vorschusslorbeeren … War das pädagogisch sinnvoll? „Yes, we can!“ Hoffentlich können wir es besser. Ich wünsche mir noch sehr lange Frieden. Sowieso mehr Frieden auf der ganzen Welt. Eigentlich fühle ich mich mehr als Weltbürger denn als Europäer. Die deutschen Bürger wurden nicht gefragt, ob sie diese Europäische Union wollen. Die Norweger, welche den Nobelpreis ausrichten, wurden gefragt und stimmten damals knapp dagegen. Wenn wir etwas mehr Bürgerbeteiligung an der Europäischen Union hätten, würde ich mich wahrscheinlich über die Verleihung des Friedensnobelpreises freuen. Ich identifiziere mich ungern mit Dingen, mit welchen ich de facto gar nichts zu tun habe. Drum kann ich auch kein richtiger Fußballfan sein. (Na ja, nach einigen Bier werde ich auch enthusiastisch.) Heute Abend spielt Deutschland gegen Irland in Dublin. Das könnte haarig werden. Hoffentlich bleibt`s friedlich auf den Rängen ...
"Die Zeit, die bleibt", 20 Uhr 45, Einsfestival
bonanzaMARGOT
- 11. Okt. 12, 13:49
Oder: Plädoyer für die jungen Rebellen überall auf der Welt, die für eine gerechtere, tolerantere und menschlichere Welt kämpfen
Die Menschheit bräuchte viel mehr mutige junge Seelen - wie von der Punkrockgruppe
Pussy Riot. Sie fordern die Mächtigen und Spießer heraus, so dass diese ihre hässlichen Fratzen zeigen. Es geht nicht nur um Russland sondern um die Kritik an Mächten wie Kirche, Staat und Banken überall auf der Welt, wo diese uns geißeln.
Im Westen sind die Menschen zu müde, und im Osten zu indoktriniert. Oft verkommen solche Proteste zu Strohfeuer. Die Gewalt der Mächtigen ist eine Krake mit hunderttausend Tentakeln, welche das meiste Aufbegehren im Keime ersticken. Zu groß ist die Angst vor Repressalien. Drum sind es oft junge Menschen, die frisch, hitzig und furchtlos für mehr Toleranz und Gerechtigkeit demonstrieren. Sie gehen für ihre Zukunft auf die Straße. Währenddessen sitzen die Alten desillusioniert zuhause vor der Glotze und wollen lieber ihre Ruhe. Ihr Wille ist bereits gebrochen. Revolutionen werden nicht von alten Menschen angeführt. Die Alten reden, die Jungen handeln noch …
(Ich gebe zu, dass ich zu den Alten gehöre.)
Der Tatendrang und Veränderungswille der jungen Menschen wird viel zu oft als naiv und unreif abqualifiziert. Schon möglich, dass ihre Proteste nicht immer durchdacht sind – was die Konsequenzen angeht. Aber sie handeln wirklich noch aus ihrem Herzen, und wir sollten sie ernst nehmen.
Man kann zu der Protestaktion von Pussy Riot stehen, wie man will, aber sie haben es nicht verdient, dafür eingesperrt zu werden. Russland ist nicht der Iran. Und Russland ist auch nicht China. Aber Russland hat Putin …
Als Demokrat, der die Menschenrechte hochhält, muss man sich überall einmischen, wo die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Wenn es die Politiker nicht schaffen, dafür zu sorgen, dass wir in einer gerechteren Welt leben, muss das Volk gegen die herrschende Politik und die herrschenden Mächte rebellieren! So verstehe ich die Wut und das Aufbegehren von jungen Leuten wie Pussy Riot. Sie wollen Aufmerksamkeit für ihren Protest. Ist das denn verkehrt?
Sie tun keiner Fliege was. Sie verletzen höchstens Gefühle, die in der Mehrheit hochgradig heuchlerisch sind. Diese mutigen, jungen Frauen sollten für ihre Zivilcourage bewundert und nicht verurteilt werden.
In Deutschland bräuchten wir mehr "Pussy Riot". Viel mehr! Wir haben zwar (nur) Merkel, aber auch hier werden wir seit langem von der Politik und den Mächtigen an der Nase herumgeführt. Alles hängt zusammen. Wir können nicht mehr wegschauen.
Kaum hat man mal ein bisschen Geld auf dem Konto, rufen einen die Typen von der Bank an und wollen Termine vereinbaren ... Wie nennt man das nochmal?
"Raubtierkapitalismus"?!
Ich sagte zu dem Herrn von der Bank: "Baby, mach einen Termin mit Deinem eigenen Arsch aus!"
Nein, das sagte ich natürlich nicht. Ich blieb höflich.
"Die Gottesanbeterin", 22 Uhr 25, 3sat
bonanzaMARGOT
- 10. Okt. 12, 12:48
Ein Gesetzentwurf ist auf dem Weg, welcher die Beschneidung von Knaben aus religiösen Gründen in Deutschland legalisiert. Moslems und Juden atmen auf. Die Befürworter argumentieren mit der Religionsfreiheit. Mir war schon die Taufe zu viel. Meine Eltern ließen mich damals taufen, weil es in unserer Gesellschaft üblich war. Welche Religionsfreiheit haben Kinder? Eine rhetorische Frage, denn sie haben keine. Die Eltern entscheiden ganz selbstverständlich für ihre Kinder, was sie glauben sollen, und was sie an religiösen Zeremonien über sich ergehen lassen müssen. Nun konnte ich als junger Mann relativ einfach wieder aus der Kirche austreten. Aber eine Beschneidung ist nicht rückgängig zu machen! Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der die Kinder nicht automatisch „religiösisiert“ werden. Sollen sie sich doch (frei) entscheiden, wenn sie vor dem Gesetz mündig sind. Dann würden solche Diskussionen wie jetzt aktuell zur Beschneidung überflüssig. Als Christen-Kind bin ich noch mal glimpflich weggekommen: ich habe meine Vorhaut noch. Aber ich weiß, was meine Eltern, wären sie Juden (oder Moslems), im Falle meiner Beschneidung auf meine kritischen Fragen geantwortet hätten: „Weil es alle machen lassen, Junge. Weil es bei uns Tradition ist, Junge. Weil Gott es so will, Junge.“ Und: „Du wirst uns nochmal dankbar dafür sein.“ Schon möglich, wenn es stimmt, dass ein beschnittener Mann besseren und längeren Sex hat. Da hätte ich mir in jüngeren Jahren manchen vorzeitigen Samenerguss erspart.
Nun, es wird wohl so kommen, dass die Beschneidung von Knaben seine gesetzliche Legitimation erhält. Die Religionen sind zu mächtig, haben eine zu große gesellschaftliche Lobby, als dass sich die Vernunft und der Schutz des Kindes durchsetzen können. Ich betone, dass ich prinzipiell dagegen bin, dass Kinder von einer Religionsgemeinschaft indoktriniert werden und religiöse Zeremonien durchmachen müssen. Es sollte doch in einer Zeit, welche dem aufklärerischen Gedankentum viel zu verdanken hat, möglich sein, dass wir die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft vor einer Assimilierung und vor Verletzung schützen. Dies würde meiner Meinung nach auch den immer noch großen Religionskonflikten überall auf der Welt entgegenwirken. Menschen, die von klein auf auf bestimmte unsinnige Werte, Dogmen und Traditionen eingeschworen werden, haben es im Erwachsenenalter schwer, sich in einer komplexen Welt unbefangen zu orientieren.
Die Beschneidungsdebatte zeigt mir mal wieder, dass in Sachen Aufklärung* noch einiges zu tun ist.
* „Aufklärung war der Wunsch danach, dass menschliche Angelegenheiten von der Vernunft geleitet werden, anstatt durch Religion, Aberglauben oder Offenbarung; und der Glaube an die Kraft der menschlichen Vernunft die Gesellschaft zu verändern und das Individuum von den Fesseln der Tradition oder der willkürlichen Autorität zu befreien. All dies gestützt durch eine Weltanschauung, die zunehmend durch die Wissenschaft anstatt durch Religion oder Tradition validiert wird.“ Dorinda Outram: The Enlightenment (1995), Quelle: Wikipedia