Dienstag, 16. August 2011

Europäischer Gerichtshof stärkt Hinweisgebern auf Mißstände den Rücken


Melusine, die alte Schwerenöterin und Forenmama von Literarchie, informierte mich zu einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte - einen Fall betreffend, wo eine Altenpflegerin Strafanzeige (wegen Betruges) gegen ihren Arbeitgeber (ein Altenheim) stellte, weil sie die Hygiene und ausreichende Pflege der Bewohner nicht gewährleistet sah. Daraufhin wurde ihr gekündigt (logisch).
Und nun sagte also der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, dass die Kündigung nicht rechtens war.

Hier nachzulesen: Whistleblower Fall

Ich würde mir wünschen, dass von diesem Urteil etwas Signalwirkung ausginge.
Wir Altenpfleger(innen) hängen ja stets zwischen den Stühlen - zwischen der vom Arbeitgeber angemahnten Loyalität und unserer professionellen Arbeitsauffassung bzw. unserem Gewissen, wenn es z.B. durch Personalmangel zu dauerhaften Pflegemißständen kommt.
Aus meiner Erfahrung verschärft der Arbeitgeber bei Kritik eher den Druck auf die Mitarbeiter, als dass er mehr Pflegekräfte einstellt. Und leider ziehen die Kollegen/Kolleginnen nicht alle am selben Strang - teils aus verständlicher Sorge um ihren Arbeitsplatz, teils aus arschkriecherischem Opportunismus den Vorgesetzten gegenüber. Man kann es sich (auch oder gerade) in schlecht geführten Altenheimen bequem machen. Die pflegebedürftigen Alten müssen es ausbaden.
Vorallem die Hygiene und die soziale Betreuung leiden unter solchen Zuständen.

Auch ich erhielt im Laufe meiner Altenpflegetätigkeit mehrmals Dämpfer, wenn ich auf Dienstbesprechungen allzu kritisch wurde.
Da überlegt man sich bei den nächsten Besprechungen zweimal, ob man die Klappe aufmacht.
Mein Respekt vor dieser Berliner Kollegin, die nicht nur den Mund aufmachte, sondern, als sich nichts änderte, den Mut zur Strafanzeige hatte ...

Sonntag, 14. August 2011

CSD in Mannheim






Gestern CSD in Mannheim. Eine Wagenkolonne durch die Innenstadt. Umsäumt von tausenden Menschen. Techno-Tamtam in den Ohren. Die Luft vibrierte. Aufreizende Drag-Oueens, Leder-Jungs, tanzend, stolzierend, sich präsentierend auf der Straße, auf den Wägen. Mitreißend, faszinierend. Wir Zuschauer gafften, fotografierten, grinsten bei manchen illustren Figuren.







Zwischenzeitlich war ich gerührt. Ich kann dieses Gefühl schwer in Worte fassen. Ich fand es einfach toll, dass die Homosexuellen, Transvestiten ... offen ihre Lebensart, ihre Lebensfreude zeigten, selbstbewußt und mutig. In das Grau des Alltags ergoß sich ein Farbenstrom purer Lebenslust.















Manche Bürger tätigten von alldem unberürt ihre Einkäufe. Manche schauten weg oder winkten ab - meist ältere. Andere tanzten mit zu den Rhythmen, ließen sich anstecken, klatschten Beifall, winkten, warfen Kusshände ...











Ich fand es einfach geil.









Photos by Antje

Samstag, 13. August 2011

Schreibtisch und Ausblick




da sitze ich




Wenn man so viele Stunden an einem Ort verbringt, verdient dieser irgendwann eine Würdigung.
Ich sage mal: Es gibt Schlimmeres, als hier zu sitzen.

Freitag, 12. August 2011

Durchblick




Blick in meine Wohnung, wenn ich mich am Schreibtisch umdrehe




Inzwischen bin ich in der neuen Bude angekommen und habe es mir gemütlich gemacht. Noch zehre ich von dem Gefühl, dass alles etwas fremd und darum interessant auf mich wirkt. Wenn ich aus dem Fenster schaue, blicke ich auf wucherndes Grün. Buschwerk und mächtige Bäume zur Straße hin.
Positiv ist vorallem das Mehr an Platz. In das zusätzliche Zimmer stellte ich den Esstisch und meine Staffelei. Ich will unbedingt wieder malen! Dort habe ich den nötigen Platz zum Werkeln.

Da das Wetter in den letzten Wochen beschissen war (ich kann es nicht anders sagen - auch heute regnet es wieder), habe ich das Stück Wiese vor meiner Haustüre noch nicht einweihen können.
Alles ziemlich urig hier. Mir gefällt`s.

Donnerstag, 11. August 2011

Noch mehr Fakten


Ja, das Leben, es ist vollkommen. Der Astrophysiker Lesch referiert, dass es uns nur bei einer minimalen Abweichung der Anfangsbedingungen, also damals beim Urknall (vor wenigen Milliarden Tagen), gar nicht geben würde. So ist es, und so muss es sein. Alles wurde sozusagen von göttlicher Hand genau ausgemessen ..., z.B. die EU Norm für Kondome: 17 cm lang, 52 mm im Durchmesser und 0,05 - 0,07 mm dick. Wie bei einem Puzzle müssen die Teile haargenau ineinander passen. Da stellt sich mir die Frage, wie der Mensch in dieses perfekte Bild des Universums paßt.
In einem Ort in Iowa muss die Feuerwehr eine Viertelstunde üben, bevor ernsthaft mit den Löscharbeiten begonnen werden darf.
So sind wir Menschen - total kirre, oder? Vielleicht sind wir sowas wie die "verrückte" Spitze der Evolution. Unser Hirn kollabiert im Denken, und heraus kommt schildbürgerhafter Bullshit.
Unsere Toilette verdanken wir Thomas Crapper, einem Engländer.
Manche Leistungen werden total unterschätzt. Wer kennt schon Thomas Crapper, - obwohl jeder von uns mehrmals täglich die Toilette aufsucht; doch jeder kennt Albert Einstein, - und wieviele kapieren seine Relativitätstheorie?
Als Xenophobie wird die Angst vor Fremden und Ausländern bezeichnet.
Ich glaube, dass wir uns selbst fremd sind. Wir sind uns selbst nicht geheuer, und darum suchen wir nach noch fremderen Fremden, um dem Unsinn eine Richtung zu geben. Sonst müssten wir uns konsequenterweise selbst beschimpfen.
Die Entfernung zwischen "Bier" und "Kotzen" beträgt 130 km. "Bier" und "Kotzen" sind zwei Städte in Deutschhland.
Ich könnte manchmal kotzen - metaphorisch -, wenn ich mir das Elend der Existenz genauer betrachte. Darum trinke ich viel Bier. Ich will das Elend greifbar machen. An mir selbst. Ich weiß, dass das Unsinn ist. Aber so sind wir Menschen - total kirre, oder?
Menschen und Hunde haben als einzige Lebewesen eine Prostata.
Zu manchen Aussagen fällt mir einfach nichts ein. Das ist der Punkt, an dem ich zum Kühlschrank schlurfe und mir eine Pulle Bier aufmache. Ich erreiche diesen Punkt mehrmals am Tag.
In Russland stirbt fast jeder zweite Mann an Alkohol (zwischen 25 und 54 Jahren).
Diese Tatsache kann man nicht oft genug wiederholen. Gott sei Dank lebe ich nicht in Rußland.
Nackt sind wir geboren, nackt gehen wir dahin. Wer soll das verstehen?
Die beliebteste Sportart in Nudistencamps ist Volleyball.
Tja, wenn Frauen baggern ... Sex ist neben dem Alkohol die beste Ablenkung. Und gesünder sowieso. Ich schätze, dass es darum so viele Klosterbrauereien gibt.
Ein Erwachsener kann bis zu 15 Liter am Tag schwitzen.
Auf meiner Fahrradreise kam ich manchmal ziemlich nah an diesen Wert, - und füllte meinen Körper unterwegs mit Bier wieder auf. Nein, ich wurde nicht betrunken. Komisch. Wie alles.
Das Wort Probleme stammt aus einem chinesischen Ideogramm und stellt zwei Frauen dar, welche unter einem Dach wohnen.
Ich finde, dass wir uns die meisten Probleme selbst machen. Mit Frauen hat das gar nichts zu tun, - jedenfalls solange man Single ist.
Professor Lesch referiert immer noch in der Glotze. Er kann nicht oft genug wiederholen, dass das Universum genau so sein muß, wie es ist, damit es uns und z.B. Fernseher überhaupt geben kann. Ihm gefällt dieser Gedanke. Mir auch irgendwie. Ich weiß nur nicht warum. Ich stelle mir vor, dass das Universum ein Furz ist. Ein göttlicher Furz.
Vor dem "Big Crunch" brauchen wir keine Angst haben. Wie beruhigend.

Montag, 8. August 2011

Fakten


Bei Herbstwetter Anfang August, einsamen Altenheimnächten und miesgelaunten Arbeitskollegen am Morgen bin ich um jeden kurzen Aufheller für mein Gemüt dankbar. Wie schön waren doch die Zeiten, als wir zu Dienstbeginn bei einem Kaffee zusammensaßen, auch mal private Dinge ansprachen und nicht gleich nach der Übergabe mit den Waschschüsseln in die Flure stürzten. Damals gab`s auch noch einen richtigen Sommer ...
Also, wenn sich das Wetter nach der Laune der Menschen richtet und nicht umgekehrt, dann ist alles klar.
Die Welt besteht aus vielen teilweise skurrilen, unglaublichen, witzigen Fakten. Echt jetzt. In langweiligen fünf Altenheimnachtminuten stöberte ich im App Store und stieß auf die Gratis App "Fakten". Richtig geraten, ich habe ein Iphone, und wenn die Terrassentür aufsteht, habe ich da oben in den Bergen sogar Empfang. Spätestens wenn im TV Richterin Salesch und die Psychologin Kallwass parallel auf den Sendern laufen, spiele ich mit dem Ding herum. Mit dem Iphone, nicht mit dem anderen Ding ...
Okay, die besagte App ist nichts anderes als eine Faktensammlung. Da kann man z.B. lesen, dass man ab einer Wassertiefe von 10 Metern nicht mehr furzen kann, oder dass es in Los Angeles verboten ist, zwei Babys gleichzeitig in derselben Wanne zu baden ...
oder ein Golfball 336 Vertiefungen hat,
... 97% aller Brustvergrößerungen von weißen Frauen durchgeführt werden,
... ein Kamel in 15 Minuten 200 Liter Wasser trinken kann,
... per Gesetz jeder Bürger von Kentucky mindestens 1x im Jahr baden muss,
... Männer vom Blitz 10x häufiger getroffen werden als Frauen,
... 90% der Vogelarten in monogamen Beziehungen leben (von wegen Polyamorie),
... der erste Hardcore Porno 1915 in Amerika gedreht wurde,
... Fingernägel 4x schneller wachsen als Zehennägel,
... die meisten Selbstmorde laut Statistik montags verübt werden (scheiße, heute ist Montag),
... Rhinotillexomania die medizinische Bezeichnung für Nasenbohren ist,
... eine Cornflakes-Verpackung mehr Nährstoffe enthält als ihr Inhalt,
... dass laut dem offiziellen Museum für Liebe und Sex der Vibrator ursprünglich im 19. Jahrhundert als medizinisches Gerät zur Behandlung weiblicher Hysterie eingesetzt wurde,
... jeder Mensch pro Jahr ca. 12 Schamhaare isst (nicht mehr??),
... Nutella einen Lichschutzfaktor von 9,7 hat,
... Coca Cola ohne Farbstoff grün wäre,
... Eskimos Kühlschränke verwenden, um das Einfrieren ihrer Lebensmittel zu verhindern,
... Männern in West Virginia per Gesetz erlaubt ist, Liebe und Sex mit Tieren zu haben, die unter 20 kg wiegen,
... Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu ein Berg in Neuseeland ist,
...

Gähn!
Schon komisch alles. Das Leben, die Welt und so.

Freitag, 5. August 2011

Vielleicht bin ja auch ich nicht normal!


Im ZDF lief vor wenigen Tagen am späteren Abend die Doku 37° "Ich liebe nicht nur einen". Ich hatte Nachtdienst und half den alten Damen, die noch vorm TV verharrten oder lasen, nacheinander ins Bett. Eine von ihnen hatte besagte Doku gesehen, d.h. sie schaltete mittendrin aus. Als ich in ihr Zimmer trat, legte sie sogleich mit hochrotem Kopf los: "Nein, also so was! Das gibt`s doch nicht! Vielleicht bin ja ich nicht ganz normal ...!" "Was ist denn los, Frau T.", fragte ich vorsichtig nach, und sie erzählte mir von der Sendung, dass da über Leute berichtet wurde, die gleichzeitig mehrere Partner(innen) liebten. Und zwischendurch sagte sie immer wieder aufgebracht: "Also, vielleicht bin ja ich nicht ganz normal! Nicht nur zwei ..., bis zu fünf verschiedene! Stellen Sie sich das mal vor!"
"Nein", antwortete ich ehrlich", vorstellen kann ich mir das auch nicht richtig, "mir wären mehrere Frauen viel zu viel Stress."
Frau T. schüttelte den Kopf während sie sich die Zähne putzte: "Vielleicht bin ja ich nicht normal ...!"
"Ne, das würde ich nicht sagen, Frau T.. Sie sind normal! Dass Menschen mehrere Partner(innen) haben, ist die Ausnahme."
"Ich dachte eigentlich, dass ich ziemlich ... ziemlich ... offen bin", Frau T. suchte nach Worten, "aber die Sendung mußte ich jetzt abschalten. Stellen Sie sich vor: nicht nur zwei, sondern bis zu fünf!"
Ich lachte in den Spiegel über dem Waschbecken: "Die Welt ist verrückt. Es gibt nichts, was es nicht gibt."
Wir redeten noch ein Weilchen während der abendlichen Wasch- und Eincremeprozedur über diesen unglaublichen Bericht. Frau T. wurde darüber gar nicht fertig. Als ich sie im Bett hatte, schüttelte sie immer noch den Kopf und sagte: "Vielleicht bin ja ich nicht ganz normal ..."

Tja, was ist normal? Ist Polyamorie normal? Ist Homosexualität normal? Etc. etc.
Die Gesellschaft setzt moralische Grenzen, die sich von Generation zu Generation verschieben können. Ich hoffe stark, dass z.B. Pädophilie niemals gesellschaftlich akzeptiert wird. Aber wenn Erwachsene diese oder jene Liebesform miteinander wählen, mein Gott, was soll ich dagegen haben (?!) - solange sie sich nicht gegenseitig auffressen oder sonstwie schreckliche Sachen machen.
Bei der Polyamorie geht es ja wohl nicht nur um den Sex sondern um wirkliche Liebesbeziehungen zu mehreren Menschen. Umso weniger kann ich es mir in der Praxis vorstellen, - weil: wie ist das zu organisieren, dass keiner zu kurz kommt? Wie kann es sein, dass man in einem solchen Beziehungsgeflecht eifersuchtslos leben kann? Wie kommt man damit im Alltag klar? Ich habe schon Schwierigkeiten, die Beziehung zu einer Person neben der Arbeit und meinen eigenen Interessen zu meistern.

Die betreffende 37° Sendung sah ich noch nicht. (Bei nächster Gelegenheit mal - und ich werde dabei leicht belustigt an die Aufgeregtheit von Frau T. denken.) Aber ich las bereits auf mehren Webseiten über die Polyamoristen. Vielleicht meldet sich einer hier und erläutert aus seiner Sicht, wie er die Mehrliebe sieht.



(Dazu auf diesem Blog reflektiert: Mehrliebe oder: Was ist Polyamorie?)

Sonntag, 31. Juli 2011

Bequeme Schuhe sind das A und O




neben dem Fahrrad meine wichtigsten Fortbewegungsinstrumente

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