Mittwoch, 5. Dezember 2007

Dieter Hildebrandt "Nie wieder achtzig!"



Im Kapitel "Es kommen immer mehr alte Menschen auf die Welt":

Es bleibt vermutlich so, dass wir nicht weiser werden
und bis zum Grabesrande leider auch nicht leiser werden,
na, allenfalls wird sich die Faust verstohlen
in der Tasche ballen
und große Schnauzen werden in den meisten Fällen
nie drauf fallen.

Man wird der bleiben, der man schon von Anfang an
gewesen.
Erfolge fallen aus. So wie die Zähne und die Haare.
Man trocknet aus, nur noch die Augen werden feucht
beim Lesen,
und was man liest, sind bestenfalls Versichrungs-
formulare.

Das Jüngersein hat man zum größten Teil vergessen,
und dass da mal mit Frauen etwas war.
Ansonsten hat man so sein Leben abgesessen
und wartet auf den Freispruch. Prost Neujahr.

Samstag, 1. Dezember 2007

Warum ich glaube, dass es ein realexistierendes Spießertum gibt; oder: Mein Weihnachtsgeschenk an euch

Es weihnachtet sehr. Gestern Abend schlappte ich über den Weihnachtsmarkt und kaufte mir Tigerbalsam. Es war ziemlich Betrieb. Ich kam hauptsächlich wegen des feil gebotenen Kunsthandwerks, denn ich kann mich an Tüchern, Schals, Taschen und solchem Klimbim kaum sattsehen. Ich bin ein Augen- und Nasenmensch. Auch die Gerüche von Zimt und Exotik locken mich.
Aus dem Weihnachtsfest selbst mache ich mir nichts. Im Gegenteil hasse ich regelrecht das weihnachtliche Getue der Menschen, welches in Familien- und Geschenkeorgien an Heiligabend und den Feiertagen seine Krönung , seinen Climax findet. Ich halte Weihnachten für das Spießerfest schlechthin.
Bereits als Kind fand ich schnell, dass die familiäre Weihnachtsfeierlichkeit nur aufgesetzt war. Hinter der Fassade von gegenseitiger Abschleckerei und Schöngetue verbargen sich eine Menge Dämonen, die da sprachen: Hoffentlich ist der Zirkus bald vorbei; oder man war von den Geschenken so gar nicht begeistert, heuchelte aber Freude vor. Ich fühlte mich in dieser gedopten Weihnachtsheiterkeitsstimmung nie recht wohl - abgesehen von den ersten Jahren, als ich wirklich noch an Märchen glaubte.
In der Pubertät machte ich meinen Eltern klar, dass ich mit Weihnachten nichts am Hut habe; und bald saß ich ihnen zum Gefallen nur noch ein Stündchen nach der Bescherung zusammen mit der Verwandtschaft im Wohnzimmer ab. Natürlich bei einschläfernden Weihnachtsliedern; meine Mutter war der Meinung, die müssten sein. Peinlich fand ich es, wenn sie gar noch mitsang. Nachdem ich in ausreichendem Maße den Erzählungen meiner Großeltern gelauscht hatte, verzog ich mich mit den Geschenken auf mein Zimmer und legte Hard Rock auf. Als ich 18 war, ging ich mit meinen Freunden an Heiligabend auf die Piste. Fürs Taxi legten wir zusammen, wir hatten schließlich dicke Geldbörsen; uns interessierten schon lange nicht mehr die Sachgeschenke sondern die Geldumschläge, die ihnen beilagen. Sollten die Spießer doch zuhause vorm Weihnachtsbaum klönen, wir machten die Kneipen, die offen hatten, unsicher. In einigen Wirtschaften konnte man bis zum Morgen des 1. Feiertags saufen. Es ging ja auch später los, und das Geld in den Gesäßtaschen saß sehr locker.
Heute, das heißt seit einigen Jahren, verbringe ich Weihnachten einfach wie jeden anderen Tag. Manchmal habe ich im Altenheim Nachtdienst; und wenn ich zuhause bin, trinke ich gemütlich eine Flasche Wein mit mir selbst und weiß, dass in ein paar Tagen alles vorbei sein wird, spätestens nach dem irrsinnigen Silvesterkult - denn ich bin außerdem Silvestermuffel. Für mich sind solche Festivitäten Ausdruck bürgerlichen Spießertums. Nicht dass ich überhaupt nicht feiern würde. Ich lasse mir nur nicht durch doofe Traditionen vorschreiben, wann ich lustig zu sein habe und wann nicht. Zum Feiern brauche ich keinen vorgegebenen Anlass. Anstandshalber gratuliere ich einigen Menschen, die mir nahe stehen noch zum Geburtstag. Für mich zelebriere ich auch diesen Tag seit Jahren nicht mehr. Ich wüsste auch nicht, was es da zu feiern gäbe, dass man geboren wurde.
Nein, ich bin nicht destruktiv, ich bin ein lebenszugewandter Geist. Ich sage mir halt: Wenn ich schon lebe, dann will ich so frei wie möglich von all diesen gesellschaftlich und religiös auferlegten Konventionen und Bräuchen sein. Ich habe doch nur dieses eine Leben, um mich wenigstens als autonom denkender Mensch von der Masse der Spießer zu emanzipieren. Ich führe fort, was die 68er begannen - nur eben auf meine Weise. Es geht mir nicht um äußerliche Stilbrüche sondern um eine innere Befreiung. Wie viele Hippies und Punks erlebte ich, die wenigstens so spießig waren wie ihre Elterngeneration, also jene, gegen die sie eigentlich revoltierten. Nur einige wenige Originale lebten wirklich ihre "Ideologie".
Apropos Ideologie: Ich bin der Meinung, dass der Sozialismus aufgrund des herrschenden Spießertums den Bach runter ging. Außerdem glaube ich, dass der Faschismus durch Spießer erst eine "Normalität" gewinnen kann - Eichmann z.B. war ein astreiner Spießer und Bürokrat. (Der Beziehung zwischen Bürokraten und Spießern gebührt eine spezielle Betrachtung.)
Inzwischen erlebe ich in der Gesellschaft einen besorgniserregenden Rückwärtstrend, was spießige Lebensformen angeht. Es gibt viele Errungenschaften, welche die 68er, später die Friedensbewegung und die daraus resultierenden Grünen für das zivile Leben erkämpften, z.B.: Geschlechteremanzipation, Toleranz gegenüber Homosexuellen, Abnahme der Obrigkeitshörigkeit, Gewöhnung an exzentrische Erscheinungsformen in der Öffentlichkeit, Reduzierung von Vorurteilen gegenüber Fremden und Andersartigkeit ...
Ich weiß schon, dass es Generationen braucht, um verstaubte Gewohnheiten und Denkweisen abzulegen. Die Bevölkerung ist eine träge Masse, und das Spießertum scheint ihr im Blut zu liegen, bzw. in den Genen. Oder sind die "Meme" dafür verantwortlich?

An Weihnachten jedenfalls sehe ich jedes Jahr überdeutlich die Spießerfratze vor mir, die ich, solange ich atme, in mir bekämpfen werde. Ich tauge nicht zum Revolutionär alter Schule. Ich will meine Mitmenschen weder geißeln noch missionieren; niemand soll sich genötigt fühlen, nach meinen Prämissen zu leben. Ich kämpfe mit mir, da habe ich genug zu tun.
Mein "Weihnachtsgeschenk" an euch: Ein Einblick in meine Gedankenwelt.

Freitag, 23. November 2007

Kurz davor - ein Telegramm

Bereits die 3. Nacht nach dem Urlaub. Alles beim Alten. Etwas gelangweilt. Die Arbeit wie immer ätzendes Windeln-Wechseln. Gut tun die menschlichen Berührungen.
Die Alten, die Kolleginnen und Kollegen. Ab und zu gibt`s auch was zu lachen. Das Fernsehprogramm weniger.
Der Kühlschrankinhalt auch nicht.
Wir ächzen uns durch die Nächte. Mitunter müde und tranig. Manchmal auch eilig. Das beste draus machend.

Montag, 19. November 2007

Im Irrsinn liegt das Gold

Ich wollte, ich könnte meine Seele durch das Schreiben befreien. Ich wollte die Ketten der Angst ablegen, indem ich sie benenne, indem ich sie herausschreie - wenigstens in mir frei sein, die wahren Worte finden wie Gold im Fluss des Lebens. Doch als solcher Goldschürfer bin ich nur ein Glücksritter unter vielen, welche unermüdlich den Flusssand durchsieben; ich frage mich, wie die großen Dichter ihre Nuggets so leicht finden konnten. Was mache ich falsch? Bin ich nicht ehrgeizig genug? Schürfe ich an den falschen Stellen? Übersehe ich das Gold?
Ich habe nur diesen Platz. Ich finde ums Verrecken kein Gold ... . Manchmal sehe ich einen Nachbarn freudig aufschreien. Er kommt zu mir rüber, um mir seinen Fund zu zeigen. "Schön", sage ich.
Er trägt sein Gold sogleich zum Kaufmann und lässt es schätzen. Sein Gold?
Ich wollte, ich könnte einfach nur dasitzen und den Himmel in mein Herz holen. Ich wollte in mir frei sein wie ein Vogel, doch zu schwer sind meine Schwingen - ich laufe wie ein dummes Huhn durch die Welt und gackere und träume von dem einen goldenen Ei, das ich eines Tages legen will.
Allein ich lege kein güldenes Ei. Was mache ich falsch? Habe ich die falschen Gene? Oder brüte ich nicht lange genug?
So viele Hühner rennen zu den Kaufleuten und bieten ihre Eier an. Das sind echte Glückshühner, denke ich, heute wird es auch bei mir klappen ...
Ich will ein Gedicht schreiben, das alle Wahrheiten in sich trägt, das mehr ist als nur ein Gedicht. Wo soll ich anfangen? In mir ist es kalt, staubig und unaufgeräumt. Meine Finger haben keinen Glauben, und meine Sinne stehen steif auf dem Bahnsteig meiner Seele - kein Zug kommt, kein Zug wird niemals kommen - aber die Bahngleise liegen doch vor mir! denke ich verzweifelt.
Der Fahrtwind eines Zuges auf dem Nachbargleis bläht meinen Mantel. Ein paar Poeten steigen ein und winken glücklich. Ich winke zurück. Wohin ihr Zug wohl geht?
Den Glauben an die Wahrheit will ich nicht verlieren. Es ist mein einziger Glauben. Wenn ich die Wahrheit nicht in mir finde, muss ich sie in der Welt suchen ... . Vielleicht suche ich zu verzweifelt in mir? Noch habe ich zwei gesunde Beine. Ich gehe die Pilgerwege, ich übersteige Berge, und ich durchschwimme Flüsse. Ich umrunde die Erde und blicke auf meinem Weg in viele Millionen Augenpaare. Eines Tages werde ich zurück sein.
Eines Tages werde ich zurück sein.

Samstag, 17. November 2007

Fragestunde

Immer wieder mal rauschen mir ein paar naturwissenschaftliche Fragen durch den Kopf - durch den Kopf? Wahrscheinlich fliegen sie wie Satelliten und Weltraumschrott über meine Großhirnrinde.
Ein paar davon treten relativ schnell wieder in die Atmosphäre ein und verglühen, ohne dass ich viel davon mitkriege; aber andere halten sich ziemlich hartnäckig in meiner geistigen Umlaufbahn.
Eigentlich ist es ein ganzer Fragenkomplex. Da es bekanntlich keine dummen Fragen gibt, die man aus Unwissenheit stellt, fange ich einfach mal mit der Fragerei an:

1. Wo fängt das Weltall an?
2. Wo beginnt die Schwerelosigkeit?
3. Warum tritt eigentlich die Schwerelosigkeit ein?
4. Gibt es für den Astronauten einen spürbaren Übergang von der Schwerkraft zur Schwerelosigkeit?
5. Wie sieht das Gravitationsfeld um die Erde aus?
6. Ab welcher Entfernung zur Erde können sich Objekte auf einer Umlaufbahn, quasi ewig, halten? Oder muss alles, was um die Erde schwirrt irgendwann zwingend auf sie stürzen?
7. Stürzt irgendwann der Mond auf die Erde?
8. Was wird mit der Schwerkraft, wenn man ein Loch in Richtung Erdmittelpunkt gräbt?
9. Existiert am Erdmittelpunkt eine Schwerkraft?
und:
10. Nehmen wir mal an, die Erde wäre hohl, (wie der ein oder andere Kopf), würden wir dann auf der konkaven Innenseite herumspazieren können, ohne herunter zu fallen?

Die letzten drei Fragen haben es mir besonders angetan - denn geht es dabei nicht um die Natur der Schwerkraft? Wie verteilt sich die Schwerkraft in einem Materieobjekt selbst?
Ach, bevor ich es vergesse: Wie viele Richtungen gibt es im Weltraum?
Auf sehr weite Entfernungen kann es doch nur eine Richtung geben - nämlich die Richtung hin zum Urknall ...
Hat der Urknall von uns aus gesehen eine Schattenseite?
(Aber das liefe jetzt auf einen anderen Fragekomplex hinaus.)

Ich weiß nicht, ob meinen Mitmenschen eigentlich bewusst ist, wie sehr diese Fragen ihre Existenz, ihr Wirken und ihre Wirklichkeit auf der Erde betreffen.
Die Schwerkraft des Geldes scheint alle Geister in ihren Bann gezogen zu haben. Wiegt das Geld wirklich derart schwer, dass wir um uns herum alles andere gering schätzen?
Nein, entschuldigt, ich wollte in meinem Beitrag gar nicht auf die ethische Ebene abheben.
Davon andermal.

Mittwoch, 14. November 2007

- III -

"first cut was the deepest"


Als ich gerade ein Jahr alt war, da fühlte ich mich wie frisch geboren. Das wundert nicht besonders, nicht wahr? Auch mit zehn Jahren fühlte ich mich noch jung und unschuldig. Okay, ich hatte bereits ein paar Mal gelogen, und meine erste schlechte Note nach Hause gebracht, aber im Großen und Ganzen war die Welt noch in Ordnung. Die Welt sollte ein Abenteuer sein, und mit meinen Cowboys, Indianern, Legos und Matchboxautos spielte ich die Abenteuer. Einige Qualquappen und Heuschrecken mussten dafür mit ihrem Leben bezahlen.
Als ich Fünfzehn war, kam Martina. Martina hatte eine Löwenmähne und trug eine äußerst große und dicke Brille, die nicht viel übrig ließ von ihrem Gesicht, bis auf ihr verschmitztes Grinsen. Sie war wie geschaffen für meine erste große Liebe. Es gibt ein Photo, auf dem ich sie im Klassenzimmer umarmte. Wenn ich es mir anschaue, denke ich: Wie viele Pickel hatte ich damals, und, mein Gott, diese junge Frau hatte einen opulenten Arsch! Übrigens, sie fand schon damals meine Gedichte gut.
Wir tätigten in den Freistunden ausgiebige Waldspaziergänge. Neben der Schule waren der Stadtwald und die Tongrube. Ich werde nie vergessen, wie ich mich langsam unter ihrem Pullover vortastete, um ihren BH zu öffnen. Bestimmt brauchte ich ein dutzend Anläufe, aber eines Tages hatte ich es geschafft.
Ich war in Martina bis über beide Ohren verliebt. Manchmal gab ich ihr noch Mathe-Nachhilfe, aber meistens trafen wir uns zu ausgiebigen Spaziergängen in der Natur. Es gab für uns noch einiges zu entdecken. Wir ließen uns Zeit und lasen gemeinsam über Verhütung und Sexpraktiken in Büchern aus der Stadtbibliothek. Ich begeleitete Martina zum Frauenarzt, und wir holten gemeinsam die Pille in der Apotheke. Nun muss ich aufpassen, dass ich chronologisch nichts durcheinander bringe. Wir machten nämlich erstmal ein paar Monate nur an uns rum. Petting nannte man das damals.

(Fortsetzung folgt.)

So, muß mal wieder einkaufen


gehen.

Dienstag, 13. November 2007

Der nächste, der mir am Telefon was verkaufen will, den kille ich!

sdfvlksnklsdnjkvns.dvcdsnmvlKsdcvKsdmv msdV smvLKsdmnv Lsnmdvlmsdv nm lsmnv LKsdm lKsdm Ksmdv mLVBjgvj#rkjvgö#oEkv k m:vmökwlerv mm :dfmbvä-öWS;KMVwÖkvb#pöoerkbv öM;V MKMVSDLmv -

Kürzlich bekam ich einen Anruf von der Telekom. Er sagte, er wäre von der Telekom, aber wahrscheinlich saß der Wichser in irgendeinem Callcenter, welches lediglich als Subunternehmen für die Telekom arbeitete. Er hatte meine Daten, denn ich war bereits Kunde bei der Telekom.
"Herr F., ich möchte sie nicht lange aufhalten, sie haben sicher etwas anderes vor; aber wir möchten sie als Kunden nicht verlieren ... sie benutzen zur Zeit den fgjwelijtrfirejfgpkdföväpodsrfpkvöaväef ,vd,vökrdevöö - Tarif. Mit jfwjofjaoJCFJOFJWELÄFCLÄWJOIÄEWJFLVSDLJCVLKÄWEPOIPOKGPJ würden sie für das selbe Geld bei einer schnelleren Internetverbindung gfjjfälmäjvvgpoäejvbölaöovgwerpokgngbpqig0pbüp#ölb kdfm ... "
Ich unterbrach den Herrn Wichser, der in einem fort geredet hatte, und der sich nicht mal namentlich vorgestellt hatte:
"Moment", sagte ich, "Moment ..."
Und er: "Ah, gut, dass sie etwas sagen, ich wartete schon die ganze Zeit darauf ..." Und er wollte von Neuem loslegen. Aber ich unterbrach ihn strikt: "Halt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" Ich erklärte ihm, dass ich prinzipiell am Telefon keine Geschäfte tätigen wolle. Er reagierte natürlich mit Unverständnis. Bevor er mir die Vorzüge eines neuen Vertrags nochmals erläutern konnte, sagte ich unwirsch: "Was mischen sie sich eigentlich in meine Privatangelegenheiten???? jgjerälfgjökvbagpojkbvöalvjjgv#rkvgökvgvmvläkfölgöoer ..."
Daraufhin wurde er kleinlaut. Ich legte befreit den Hörer auf und stellte mir vor, wie dieser Wichser auf seinem Stuhl implodierte.
Aber schon kurze Zeit später empfand ich fast Mitleid für ihn und seine Tätigkeit. Der Wichser spulte sein Ding einfach ab - wahrscheinlich wie ein Automat, alle paar Minuten. Ich dachte unwillkürlich an die Nutten, die ohne zu überlegen jeden Schwanz in den Mund nahmen ...

Scheiße! Fast hatte ich ein schlechtes Gewissen.

Nichtsdestotrotz: Der nächste, der mir am Telefon was verkaufen will, den kille ich !!! mgjmfgjälemgvöljväleävqeräjfgrevmlkdmvälijvlkmvkl df-,öldmkm !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!111

Montag, 12. November 2007

aspekt der sinnlosigkeit



asche zu asche, staub zu staub
das ist die einzige wahrheit
ansonsten dreht es sich nur um den
zeitpunkt des todes und das wie
mit einem flugzeug würde ich nicht
gern runterfallen
auch mit krebs kann ich mich nicht
anfreunden
noch schlimmer: von glatzköpfen
totgetreten werden
gibt schon scheußliche tode
am besten denkt man nicht dran
nein, ich habe nie verstanden
wie ich als person entstehen konnte
um irgendwann sterben zu müssen
ich kann in dem ganzen keinen
sinn entdecken
wozu der aufwand?
keine bibel und keine philosophie
kann diese leere füllen
na gut, ich habe mich schon 39
jahre ertragen – da werde ich die
ungewissen restlichen auch noch
rumkriegen
irgendwann packt es mich, und ich
höre nicht mehr auf zu lachen
wie die menschen sich bemühen, sich
abrackern, schuften, diskutieren, debattieren
konstruieren, haha
wenn ich erst mal angefangen habe
kann ich mit lachen sicher nicht mehr
aufhören
möglich, dass ich daran
sterben werde




(boMA, 2002)

Glaubst du an Gott?

Zur Zeit streitet die Fachwelt wieder eifrig über die Existenz Gottes. Auch ich mache mir im stillen Kämmerchen meine Gedanken. Oft frage ich mich: "Glaubst du an Gott?" Und ich wiederhole die Frage gebetsmühlenartig wie eine Formel. Sie kommt mir an allen möglichen Orten in den Sinn: Wenn ich durch die Stadt laufe, in einer Kneipe sitze, im Bett liege, während der Arbeit ..., auf dem Klo.
"Glaubst du an Gott?" Die Frage hat etwas magisches - wie Rauch in der Luft, den man nicht fassen kann, der sich schnell verflüchtigt. Ich kann die Frage mit "Ja" wie auch mit "Nein" beantworten, ohne dass sich für mich ein Widerspruch ergibt. Wenn ich all die extremen Gottesanhänger, gleich welcher Religion, sehe, würde ich klipp und klar mit "Nein" antworten: Nein, Gott gibt es nicht. Es kann keinen Gott geben, der zwischen Gläubigen und Ungläubigen unterscheidet, zwischen Himmel und Hölle; wegen dem sich Menschen bekriegen und hassen. Aber andererseits, sehe ich die Materialisten, die vehementen Gottesleugner, die Kapitalisten und Rationalisten, ich müsste zwingend auf der Existenz Gottes bestehen - es kann nicht sein, dass die Welt so kalt ist, wie sie diese Menschen beschreiben; es kann doch nicht sein, dass die Welt kein Herz hat, dass es nicht einen Geist der Liebe gibt, der uns Trost und Geborgenheit zuspricht.
So laufe ich durch die Welt und frage mich immer und immer wieder: "Glaubst du an Gott?"
Ähnlich wie bei der Quantenphysik stoße ich auf eine Art "Welle-Teilchen-Dualität". Gott wäre die Welle, schaue ich aber genau hin, sehe ich das Teilchen - wie ein Wissenschaftler - und Gott ist aus meinem Blick verschwunden. Nun wären die Fachleute gefragt, ich höre ihnen gern zu, wenn sie interdisziplinär über die Existenz Gottes streiten. Unleugbar ist, dass es uns gibt, die Menschen. Ich sehe eine Welt, die voller Wunder ist. Selbst die Wissenschaften besitzen nur wenige Erkenntnisse über dieses wahnsinnige Kunstwerk. Und die Theologen? Die Propheten? Auch sie sehen nur einen Teil der Welt - rufen sie gar zu Krieg und Hass auf, dann sind sie vor Wirrnis blind, blind für die Liebe (und Gott).

Genug philosophiert für heute. Ich wende mein Gesicht der Welt zu und sage mir die Frage wie ein Mantra: "Glaubst du an Gott ..."

ein literarisches Tagebuch

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