Samstag, 10. November 2007

Eduard Limonow "Fuck off, Amerika":



1. Kapitel: Das Winslow und seine Gäste
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Und ich kam hierher.
Inzwischen habe ich erkannt, dass es sich überall gleich schwer atmet. Außerdem stehe ich hier von vorneherein auf der Seite der Verlierer, weil ich als russischer Schriftsteller russisch schreibe. Und ich mußte feststellen, daß ich mich an meinen verborgenen, verbotenen Ruhm gewöhnt hatte, an den Beifall des anderen Moskaus, des schöpferischen Rußlands, wo ein Dichter, anders als in Amerika, noch so etwas wie eine geistige Leitfigur ist, und wo es als ein großes Privileg gilt, einen Dichter kennenlernen zu dürfen. Hier ist ein Dichter ein Dreck, und Jossif Brodski, der in diesem Land schmachtet, sagte mir eines Tages, als er mich eines Tages in meinem Zimmer besuchte, wodkatrinkend: "In diesem Land braucht man eine Elefantenhaut. Ich habe eine, du aber nicht."


2. Kapitel: In der Hilton-Welt
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Hatte ich jemals gedacht, dass ich eines Tages ein solches Leben führen würde? Nein, ich hatte nicht damit gerechnet. Ich, ein Russe, in einem Bohememilieu aufgewachsen! "Poesie und Kunst, das sind die beiden erhabensten Dinge, mit denen man sich auf dieser Erde beschäftigen kann. Der Dichter ist das wichtigste Individuum, das es auf der Welt gibt. " Diese Wahrheiten waren mir von Kindheit an eingeimpft worden. Und nun war ich, obwohl immer noch ein russischer Dichter, das elendste Individuum geworden. Das Leben hatte mir eins in die Fresse geschlagen ...

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Was ich in erster Linie hasse, ist dieses System, begriff ich, als ich versuchte, mich selbst klarer zu sehen, dieses System, dass die Menschen von Geburt an pervertiert. Ich machte keinen Unterschied zwischen der UDSSR und Amerika.

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Eines Tages erläuterte ich Wong in der Cafeteria, warum ich die Reichen nicht mochte. Da Wong sie auch nicht mochte, mußte ich ihn nicht erst davon überzeugen, dass alle Armen Revolutionäre oder potentielle Kriminelle sind, nur haben sich noch nicht alle für die eine oder andere Möglichkeit entscheiden können. Ich sagte bereits, daß ich diese geheimen Produzenten des Bösen verabscheute: die Reichen. Ich räumte ein, daß es auch unter ihnen Opfer des Systems geben mochte, aber ich haßte ihre ganze Gesellschaftsordnung, die manche vor Langeweile fast krepieren ließ, während andere schufteten und trotzdem kaum genug zu essen hatten. Ich wollte zu den Leuten gehören, "die alle gleich sind".


5. Kapitel: Meetings mit Carol
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Für euch, ihr Provinzjournalisten und Studenten ohne Examen, die ihr Dank der Revolution an die Spitze eines riesigen Staates gelangtet, für euch war die Revolution eine schöne Realität. Aber für die Arbeiter? Für die gab es keine Revolution. Die Arbeiter müssen unter allen Regimen weiterschuften. Auch ihr habt ihnen nichts anderes anzubieten vermocht. Bis zum heutigen Tag weiß niemand, wie man das "Prinzip Arbeit" ändern soll. Ich meine, man muß an der Basis beginnen, und erst dann, wenn die herkömmliche Bedeutung des Wortes "Arbeit", also Arbeit, um Geld zum Leben zu verdienen, nicht mehr gültig ist, wird es eine wahrhafte Revolution geben.


8. Kapitel: Nachts auf den Straßen
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Ich bin der Meinung, dass die Welt keine nationalen Unterscheidungen oder von diesen oder jenen Leuten gebildete Regierungen braucht, daß sie es nicht nötig hat, eine Bürokratie gegen die andere einzutauschen oder den Kommunismus anstelle des Kapitalismus einzusetzen. Die Welt lechzt nach der Ablösung dieser auf Menschenfeindlichkeit gegründeten Zivilisation, sie bedarf neuer Regeln des Zusammenlebens, einer wahren Gleichheit und Brüderlichkeit und nicht jener Phrasen, die die Franzosen einst in ihrer "großen" Revolution auf die Fahnen schrieben. Nach dieser verrotteten Zivilisation wird eine neue Zivilisation entstehen. In ihr wird die Spezies der Editschkas anders sein als die jetzt dahinsiechende, die Rasse der neuen Helenas wird auch anders sein, und niemand wird mehr eine Helena kaufen können, weil es nichts mehr geben wird, um sie zu bezahlen, es wird keine materiellen Vorteile zum Schaden anderer mehr geben.

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Warum schreibt nicht einer von diesen feigen Schriftstellern, die das System verteidigen, daß die meisten Verbrechen auf die Machthaber des Systems selbst zurückzuführen sind? Wenn ein Mensch einen anderen umbringt und sein Geld nimmt, dann tut er es sicher nicht, weil ihm das Knistern der Banknoten so sehr gefällt.


10. Kapitel: Ich mache Money
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Zugegeben, ich brauchte dieses Geld nur für schicke Kleidung, das ist mein einziger schwacher Punkt. Der Erwerb aller anderen Dinge hat mich schon immer angewidert, und diese Umzüge, der Anblick eines mörderisch, schweren Sofas, von Schränken und Tausenden von blödsinnigen Nippes entfernte mich noch weiter von der Welt der Dinge. Nach dem Tod des Besitzers bleibt dieses ganze Gerümpel doch zurück, sagte ich mir, während ich den Schrank von irgendeinem Johnson in die vierte Etage eines Hauses ohne Fahrstuhl wuchtete. Zum Teufel mit diesem alten Scheißkram. So was schaff ich mir nie an! schwor ich.

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Was soll man dazu sagen, daß gerade die Arbeiter sich so gerne als Rassisten aufspielen? Mit den Riesenkrawallen von Boston hatten die Kapitalisten nichts zu schaffen. Es waren die Herren Arbeiter, die nicht wollten, daß ihre Kinder zusammen mit schwarzen Kindern zur Schule gingen!

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Kennt ihr diese Melancholie, die einen dazu bringt, eine Maschinenpistole zu nehmen und einfach in die Menge zu ballern? Ich hätte es nicht getan, aber ich weiß, daß es solche trüben Stimmungen schnell vertreibt.


11. Kapitel: Meine Freundin New York
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Das sind doch alles Egoisten dachte ich, wenn ich die "Künstler" von SoHo betrachtete. Sie suchen den Erfolg in der Gesellschaft, sie sind Zyniker und geben sich damit zufrieden, nichts weiter als ein Teil dieser kaputten Zivilisation zu sein. Wenn sie jung sind, protestieren sie mit ihrer Kunst, sobald sie aber merken, daß ihre Kunst sie nicht auch kommerziell befriedigt, werden sie veritable Stützen des Systems.

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Es gibt in meinem Leben doch etwas Gutes: Beständigkeit. Ich habe festgestellt, daß ich die Legenden meiner Kindheit nie Lügen gestraft habe. Alle Kinder sind Extremisten. Ich bin ein Extremist geblieben, ich bin nicht erwachsen geworden, ich bin immer noch ein Heranwachsender, ich habe mich nicht verkauft, ich habe meine Seele nicht verpfändet, und deshalb - nebenbei gesagt - muß ich so schwer büßen.


Letztes Kapitel: Es ist Zeit
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Eines Tages werde ich es euch zeigen, ihr Hunde, ihr Scheißer! Fuck off!

Freitag, 9. November 2007

Analski

Leider kommt es vor, dass ich nachts desöfteren zum Pinkeln aufstehen muß. Noch halb im Schlaf lege ich die wenigen Meter zur Toilette zurück; wie ein Schiff, das bereits untergegangen, sich schwer wieder über die Wasserlinie schafft ... etliche wirre Gedanken sprudeln durch die Ritzen und Planken meines trunkenen Geistes, also ich dem Harndrang endlich Folge leiste und mich zum Örtchen bemühe. Müde, wie ich bin, setze ich mich gar zum Pinkeln. Die Blase eines alten Mannes braucht ihre Zeit.
Währenddessen nehme ich, was mir gerade in den Sinn kommt und bastele daran wie ein Kind mit Bauklötzen. Scheinbar belanglos ergeben sich Worte und "Wortmutationen". Aus "Eis" wird z.B. "Scheiß".
Gestern Nacht spielte ich dieses Spiel mit dem Wort Anarchie.
Und es sprudelten mir beinahe synchron zu meiner Miktion folgende "Wortmutanten" in den Kopf:
Anarschie, Analschie, Analski ..., und noch einige andere unsinnige Wortkreationen, die ich aber inzwischen vergaß. Möglich, dass mir heute Nacht wieder etwas einfällt. Die Nacht und der Schlaf sind besondere Orte, die ein anderes, eigenes Bewußtsein haben. Mein Geist wird zum U-Boot, taucht ab ins Halbdunkle, in die tintenschwarze Nacht.

Am Ende Krautwickel

Basel war voll. Auf allen Plätzen war die Herbstmesse zu Gange mit Ständen und Fahrgeschäften. Basel war auf den Beinen. Die Trams schienen mir noch mehr über die Füße zu fahren als sonst. In der Stadt bewegte ich mich meist zwischen Barfüsserplatz und Claraplatz. In deren Nähe befanden sich die Kneipen, welche ich aufsuchte, um mich von der Hektik, dem Verkehr, der Kälte und dem Business zurück zu ziehen. Über den Rhein flatterten die Möwen im Wind, oder sie schaukelten blendend weiß auf den Wellen wie Papierschiffchen. Die Sonne hielt manchmal ein Stelldichein. Lange Spaziergänge machte ich nicht. Schnell saß ich in einer ausgewählten Kneipe, bestellte eine Stange und las. Ich las "Fuck off, Amerika" von Eduard Limonow. Ich las den autobiografischen Roman fast in einem Ritt. Limonow (ein Russe) schreibt darin über seine Emigration, seine Zeit als Herumtreiber in New York (Mitte der Siebziger). Das Buch ist ein einziger Wirbelwind aus Zivilisationskritik und beißender Ironie. Ich schlappte mit Limonow durch Basel und New York, zwischenzeitlich in Gedanken mehr in New York und Limonows Verrücktheiten als in Basel - dem Basel im Herbst 2007, einem bunten Städtchen am Rhein, das sich sauber und ordentlich, ebenso langweilig und bieder präsentierte. Die Kneipen, welche ich aufsuchte, stellten bereits die Nischen des sauberen Schweizer Bürgertums dar. Dort verkehrten wohl mehr die Bürgerschrecke. Oder die Franzosen, Intellektuelle und Künstler, die es zumindest sein wollten. Oder eine Anzahl von Studenten. Das "Mr. Pickwicks", Nähe Barfüsserplatz war da eher eine Ausnahme - eine englische Sportkneipe, wo das Bier sündhaft teuer ist.
Ich setzte mich wie immer an die Bar und trank das billigste Bier, das im Angebot war. Auf den TV- Bildschirmen, die überall in der recht geräumigen Wirtschaft herumhingen , liefen den ganzen Tag Sportwettkämpfe, welche Engländer interessieren könnten: Fußball, Polo, Cricket und all so ein Zeug.
In diesem Pub verkehrten hauptsächlich Engländer, und nicht wenige. Ich fragte mich, was die alle in der Schweiz zu tun hatten. Ja, Basel beherbergt eine bunte Mischung aus Völkern. In Kleinbasel (rechtsrheinisch) war das Treiben am buntesten. Großbasel war dagegen mehr in Schweizer Hand. Als Besucher sehe ich nicht so sehr die feinen Nuancen. Ich saß auf dem Barhocker in "Mr. Pickwicks", weil mir die Atmosphäre ganz gut gefiel, und weil ich ab und zu Cricket, diese mir geheimnisvolle Sportart, betrachten konnte - ich rätselte dann immer, was wohl die Regeln seien. Außerdem lauschte ich gern dem Englischen, um zu prüfen, was ich davon noch verstand. Sehr oft bin ich enttäuscht wegen meiner verloren gegangenen Sprachkenntnisse.
Es war bereits dunkel. Draußen wirbelten die Herbstblätter im Licht der Laternen sowie die Flut der feierabendlichen Einkäufer oder Müßiggänger wie ich. Im rechten Winkel zu mir saßen ein Mann und eine Frau an der Theke. Ich versuchte ihrem Gespräch unauffällig zu folgen und bekam so viel mit, dass sie eine Pianistin war und er ein Araber, ein Geschäftsmann, der in "Fashion" machte. Ich fummelte mir die Worte, die ich heraushörte, zu einem Sinn zusammen. Kurz überlegte ich mir, ob ich wieder mit Limonow durch New York streunen sollte, aber ich ließ die Lektüre in der Tasche - denn die Pianistin hatte es mir angetan. Der arabische Geschäftsmann und die Pianistin unterhielten sich auf Englisch.
Ich weiß nicht mehr, wie ich mich in das Gespräch einmischte; der Araber war gerade auf Toilette. Ich betonte, dass ich nicht stören wolle. Ich kann schwer sagen, ob der Araber über einen zusätzlichen Gesprächspartner sonderlich erfreut war, als er vom Pinkeln zurückkam. Sein Gesicht war schwer zu lesen. Aber sicher war er höflich, denn er bot mir von seinen Zigaretten an. Ich glaube, wir sprachen ganz allgemein über die Völkerverständigung. Ich ratebrach mit den Rudimenten meines Schulenglischs; und Worte, die mir nicht einfielen, übersetzte die Pianistin. Sie schien sehr amüsiert von meiner Gegenwart zu sein, denn manchmal verschwand sie, in schallendes Gelächter ausbrechend, in dem Treppenabgang zur Toilette. Wir mussten ein komisches Trio abgeben: Der leicht distinguierte, arabische Geschäftsmann, die temperamentvolle, einheimische Pianistin und ich. Wir stellten uns einander vor, aber ich vergaß ihre Namen wieder; ich war nicht mehr ganz nüchtern. Ich betrachtete die schönen Hände der Pianisten, ihr gelocktes, braunes Haar, ihre intelligente Stirn, das Funkeln ihrer Augen ... und ihr Lachen. Natürlich, ganz so schnell verliebe ich mich nicht; aber irgendwann kommt man der Sache langsam näher. Vielleicht wäre ich bei den Beiden hängen geblieben, wenn ich nicht doch das Gefühl gehabt hätte, dass ich störte - zumindest meinen männlichen Konkurrenten; die Absichten der Frau konnte ich nicht einschätzen. Als der Araber mal wieder auf Toilette war, sagte sie mir, dass sie aus Langeweile froh über die Unterhaltung mit ihm gewesen wäre. Ich sagte, dass es mir genauso ginge. Sie trank Whiskey. Daneben stand eine Karaffe Wasser. Sie würde davon nie richtig betrunken, meinte sie, ich solle es auch mal probieren.
Nichtsdestotrotz, ich musste gehen. Meine türkische Gastgeberin wartete mit dem Essen. Bevor ich mich mit einem Händedruck verabschiedete, schnorrte ich von dem Araber noch eine Zigarette ...
Er hatte bereits den zweiten oder dritten Drink der Pianistin spendiert - ich glaubte darum nicht, dass ich seine Höflichkeit überstrapazierte. Von der Haltestelle Barfüsserplatz ging meine Tram, Linie 3. Es war früher Abend, gegen sieben Uhr. Ich verpasste den Ausstieg und musste zwei Haltestellen zurücklaufen. In der Colmarerstrasse gab es Krautwickel.

Freitag, 2. November 2007

"Schöne neue Welt" - ausgelesen

Fazit:

Über weite Strecken ermüdete mich die Lektüre. Zu konstruiert war mir Huxleys "Schöne neue Welt". Ich hätte das Buch auf das Format einer Erzählung zusammengestrichen. Es hat durchaus poetische, philosophische und amüsante Seiten. Die darin aufgestellten Thesen lassen sich wunderbar auf die moderne Konsumgesellschaft projizieren. Gerade gegen Ende häufen sich die teilweise hochphilosophischen Abschnitte. (Die verschlang ich geradezu.) Die Rahmenhandlung ist okay, aber die Personen sind schwach gezeichnet. Ihnen fehlt es an Biss und Authentizität. Das wirkt sich auch auf die eingewebte Liebesgeschichte negativ aus - die bewegte mich kaum. Insgesamt fehlte mir die Würze. Zu viele Klischees.
Trotzdem lesenswert, weil streckenweise originell, - auch einiges nachdenklich stimmt. Huxley gebrauchte die Sprache gekonnt und zeichnete einige Bilder mit viel Poesie und Einbildungskraft.

"Schöne neue Welt", in gewisser Weise ist sie Realität. Man muss nur genau hingucken.

Donnerstag, 1. November 2007

Mandalas



sind nichts anderes als dicke Titten

Dienstag, 30. Oktober 2007

Die Frauen dürfen 2011 vor der eigenen Haustüre kicken!

Die WM 2011 wurde wieder nach Deutschland vergeben. Blatter gab es gerade bekannt. Nach den Männern dürfen wir auf die Frauen gespannt sein. Spätestens dann will ich auch mal ein Fußballstadion besuchen. Aber wer weiß, was in vier Jahren ist. Ich meine nicht mit der Welt - sondern mit mir. Sollte ich immer noch als Nachtwache Popos abputzen? Oder werde ich in irgendeiner Kneipe als Hartz IV Empfänger unterm Tresen liegen? Oder längst vom Erdboden verschluckt worden sein?
Ich würde mich freuen, die Frauen am Ball zu sehen - live und ungeschminkt.
Zwanziger nannte sie "Mädchen". Ich schämte mich für ihn. So ein Arschloch, dachte ich, und blickte auf die Miene von Bundesministerin Leyen, die neben ihm saß. Na gut, die Funktionäre sind meistens Arschlöcher.
Nun bin ich ganz sentimental angesichts der vielen schönen Ereignisse, die ich in meinem Leben bereits verfolgen durfte. Dazu gehören natürlich meine Geburt aber auch geschichtsträchtige Großereignisse wie die Wiedervereinigung und ... eine Kategorie kleiner eben auch solche Sportveranstaltungen wie Weltmeisterschaften und Olympiaden. Ich liebe den sportlichen Geist, den fairen Wettkampf; und vor allem freue ich mich über die vielen authentischen Gefühlsregungen, ganz besonders die Freudentränen.
Lug und Trug wird es immer geben. Doch ich finde, dass bei solchen Großereignissen die Völkerverständigung und der sportliche Geist überwiegen. Jedes ausrichtende Land sollte sich dieser Verantwortung bewusst sein. Und auch jeder Sportler, jede Sportlerin, welchen die Ehre zuteil wird, an den Wettkämpfen teilzunehmen. Der Sport ist ein Politikum in der Welt - ähnlich wie Kunst und Kultur und die Wissenschaften. Deren Protagonisten bewegen sich auch moralisch im Focus der Öffentlichkeit.

Als nächstes steht die Fußballeuropameisterschaft 2008 in der Schweiz und in Österreich an. Quasi vor der Haustüre. Von mir aus könnte ständig etwas laufen. Die Formel 1 Saison ist rum und für Biathlon und Skispringen interessiere ich mich zu wenig. Was mache ich nur in der Zwischenzeit?

Sonntag, 28. Oktober 2007

Der Pyramidenbusen


stehend

und hängend


Was soll man dazu sagen?
Erinnern mich an Verkehrsschilder. Übrigens höre ich gerade Russenrock. Klasse! Die machen noch abwechslungsreiche, progressive Rockmusik. Da kommt nie Langeweile auf, wahrscheinlich auch, weil ich die Texte nicht verstehe. Seit Stunden fühle ich mich fast wie ein Halbrusse.
Aber zurück zu den dreieckigen Titten. Zurück in den Tag. Auch dreieckig heute. Selbst mein Gesicht kommt mir dreieckiger vor. Komisch. Der Spiegel kann unmöglich die Wahrheit zeigen - außer die Wahrheit ist auch dreieckig. Ihr kennt doch diese Dreieckssymbole für Sonnen? Oder spinne ich jetzt?
Wow, zackige Wolken am Himmel! Genaugenommen liebe ich Dreiecke noch mehr als Kreise.
Schon in der Analphase begeisterte mich der Satz des Pythagoras.
In der oralen Phase schnallte ich dann beim Satz des Thales beinahe ab. Und auf dem Stand bin ich noch heute.
Das Ergebnis seht ihr ...

"Schöne neue Welt" lädt in den letzten Kapiteln nochmal durch



Fünfzehntes Kapitel:

"Wollt ihr nicht freie, wirkliche Menschen sein? wißt ihr denn nicht mal, was Menschsein und Freiheit sind?"


Sechzehntes Kapitel:

"... Wirkliches Gefühl sieht immer recht jämmerlich aus, verglichen mit den Überkompensationen von Unglück. Und Beständigkeit bietet natürlich bei weitem kein so packendes Schauspiel wie Unbeständigkeit. Zufriedenheit hat nichts vom Ruhmesglanz eines tapferen Kampfes gegen Ungemach, nichts vom malerischen Reiz eines Ringens mit der Versuchung oder eines völligen Zusammenbruchs wegen Leidenschaft und Zweifel ..."

"Pflicht ist nun einmal Pflicht. Man kann sich nicht von seinen Neigungen leiten lassen. Ich suche die Wahrheit, ich liebe die Wissenschaft. Aber Wahrheit ist eine ständige Bedrohung, Wissenschaft eine öffentliche Gefahr, ebenso gefährlich, wie sie einst wohltätig war. ..."

"Ich glaube, man schreibt besser, wenn das Klima schlecht ist. Viel Wind und Stürme, zum Beispiel ..."


Siebzehntes Kapitel:

"Keuschheit bedeutet Leidenschaft. Keuschheit bedeutet Neurasthenie. Und Leidenschaft und Neurasthenie bedeuten Unbeständigkeit. Unbeständigkeit aber bedeutet das Ende der Zivilisation. Keine dauerhafte Zivilisation ohne eine Menge angenehmer Lüste."

Samstag, 27. Oktober 2007

Wenn das Leben nur noch eine Denkbumsgeschichte ist

Man kann durch die Tage gehen, wie ein Fettauge auf einer Hühnerbrühe. Fast bewegungslos harrt man auf der Oberfläche aus und glänzt durch Nichtstun.
Ich kann es mir leisten, sage ich mir, um mich nicht vor mir selbst zu schämen. Mein Arbeitskollege sagte mir in einer der letzten Nächte vor meinem Urlaub, dass er vollkommen zufrieden damit wäre, tagelang zuhause abzuhängen - seine Bierchen vorm TV zu genießen, insbesondere wenn Fußball läuft, und insbesondere wenn die Bayern spielen. Auch bei mir läuft seit Tagen der Fernseher als Dauerberieselung. Gerade lausche ich auf einem Ohr dem SPD-Parteitag. Ich bin zu faul umzuschalten.
Worüber reden die eigentlich? Die bringen mich ganz aus dem Konzept. Also, ich bin mit meinen Tagesabläufen sehr unzufrieden. Wenn das Leben nur noch aus Supermarkt, Kaffeehaus, gelangweiltem Internetsurfen und TV-Exzessen besteht, kommt irgendwas gewaltig zu kurz. Das Leben wird zu einer einzigen Denkbumsgeschichte. Man denkt über alles nur noch nach, tut aber nichts mehr.
Nein, ich will nicht wahrhaben, dass es bei mir bereits so schlimm ist. Ich bin keiner dieser lebenden Toten - ich doch nicht! Aber was mache ich wirklich? Woraus besteht mein Leben, wenn ich nicht arbeite? Vielleicht sollte ich in den SPD Ortsverband eintreten oder in den Kegelverein ... . Alles sollte besser sein als dieses fettperlige Hühnerbrühendasein. Hm ...
Hm. Noch ein Bier, und ich muss wieder für Nachschub sorgen. Ich werde den Abfall raus tragen, in den Briefkasten schauen, ein paar Mal tief Luft holen und auf dem Fahrrad hinunter ins Dorf rauschen. Ich sehe mich auf dem Weg zum Bankautomaten, dann einbiegen in die Straße, wo der Altglascontainer steht. Ich höre, wie die Alkoholsünden der letzten Tage gläsern zerbersten. Ich werde mich erleichtert fühlen - wie nach einer Scheißhaussitzung. Im Supermarkt fülle ich die imaginäre Leere in mir mit neuem imaginären Stoff neu auf. Das bin ich nicht, das kann ich doch nicht sein, denke ich bei mir: Ich bin ein Denkbumsautomat, ein Zombie wie Millionen andere! Ich sehe sie ja, die anderen; und das ist ein beruhigendes sowie grauenhaftes Gefühl. Schaue einem Menschen in den Einkaufswagen, und du weißt, wie viel Leben noch in ihm steckt. Wenn das direkt am Menschen sichtbar wäre, müssten die meisten mindestens halb durchsichtig sein. Was wohl noch von mir zu sehen wäre?
Es hilft nichts. Der Bölkstoff neigt sich dem Ende zu. Ich bin bereits geduscht und rasiert. Das Abenteuer Samstag kann beginnen. Nur nicht den Mut verlieren ...

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Neben der Arschwischmaschine

gelang mir eine neue Wortschöpfung:

"Die Denkbumsgeschichte".

ein literarisches Tagebuch

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