Dienstag, 16. Februar 2016

Horizont


Ich sitze gern am Strand und schaue gedankenverloren den Wellen zu, wie sie unaufhörlich auf den Strand zurollen, sich brechen und schäumend auslaufen. Ich träume im Wind der Zeit vor mich hin. Himmel und Meer schneiden sich in der Horizontlinie – ich liebe ihre leichte Wölbung, ich liebe den Ausblick aufs offene Meer… „In der Ruhe liegt die Kraft“, sagte ein kluger Mensch.
Szenenwechsel: Ein Wochenende in Amsterdam: Schön war es wie alle unsere Unternehmungen. Tausend Eindrücke, für die ich keine Worte finde. Nebel und Sonne. Spaziergänge an den Grachten. Amsterdamer Flair allerorts. Die Augen sahen sich satt. Millionen Menschen, Touristen, Cafés und Geschäfte, ein nicht abreißend wollender Strom von Fahrradfahrern (viel mehr als in Berlin). Ich hatte Mühe, meine Aufmerksamkeit hoch zu halten. Wie durch ein Wunder wurden wir nicht umgefahren. Die Holländer freundlich, vielleicht etwas überzogen. Viele junge Menschen: Studenten, Café-Shop Besucher… Mir war es von allem eine Idee zu viel. In Berlin finde ich mehr Ruhe, was aber daran liegen mag, dass ich mich in Berlin inzwischen quasi zuhause fühle. Ein Wochenende in einer Großstadt kann immer nur Streiflichtcharakter haben. Wir gönnten uns dieses kleine Abenteuer als Abwechslung vom Arbeits- und Schulalltag. Insofern war`s perfekt – wir hatten jede Menge Abwechslung in unseren Stimmungen. Am Ende verpassten wir fast unseren Fern Bus, was nochmal recht abenteuerlich war. Acht Stunden die Rückreise. Unser Nest in der Kurfürstenstraße erwartete uns, wie wir es verlassen hatten.
Die Wellen rollen eine nach der anderen auf den Strand zu – ich bin wie hypnotisiert – Tage und Wochen vergehen gleichsam in gleichmäßiger Folge, unaufhörlich. Ich sehe mich satt am Leben, und manchmal wird es mir zu viel. Ich habe den Raum, um Ruhe zu finden, und finde sie dann doch nicht. Hehre Begrifflichkeiten wie Frieden und Freiheit lösen sich auf vor dem Horizont des Meeres. Selbst die Liebe ist in Gefahr. Der Horizont schluckt einfach alles. Was gibt es noch zu empfinden?
Szenenwechsel: Am Schreibtisch zuhause: Ich sollte an einem Projekt für die Schule arbeiten. Natürlich habe ich dazu wenig Lust. Das Ganze hat was von Beschäftigungstherapie. Aber ich muss da durch. So ist nun mal das Leben: Kopf voran und durch!

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