Donnerstag, 25. August 2011

That`s it


"Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile", sagte Aristoteles vor langer Zeit. Das glaube ich nicht, denn die Welt würde sonst platzen. Ich postuliere: "Das Ganze ist weniger als die Summe seiner Teile - und zwar um einiges weniger." Ebenso ist das Leben nicht die Summe der Tage, die man am Leben ist ... sondern viel viel weniger. Das Leben ist eigentlich nichts. Genau betrachtet. Es ist genau das, was uns bleibt. Und am Ende ist das nichts.

Schwere Gedanken habe ich mal wieder. Ich weiß. Die kommen so über mich.
Vernunft und Lebenserfahrung widersprechen meiner These vehement, - trotzdem halte ich an ihr fest. Das Ganze an sich betrachtet ist nichts. Größen bestehen nur relativ bzw. differenziert. Im Alltag muß es uns nicht jucken. Wir werden geboren. Es folgen Kindergarten, Schule, Ficken, Beruf, Kinder, Scheidung, Alter, Gebrechlichkeit, Abgang, Tod. So in etwa. Je nach Biografie.

That`s it.

Und das addiert sich schneller zusammen, als man denkt. Ich merke es, weil die Freundinnen, die ich kriege, geschieden sind, Kinder haben, Hund und Katz. Nicht weil ich ergraue. Außerdem schaue ich nicht gern in den Spiegel. Die Jugend ist unwiederbringlich vorbei. Die Tage schmelzen dahin. Ein paarmal gehustet, und ein Jahr ist rum. Kaum hat ein neues Lebensjahrzehnt begonnen, steht man bereits wieder an der Schwelle zum nächsten.

Der Aristoteles hat `ne Macke, wenn er meint, dass das Ganze mehr als die Summe seiner Teile ist. Das Ganze ist ein Scheiß.
Anfänglich dachte ich, dass er recht hat. Weil die Summe etwas neues bedeutet. 1+1=2. Und "2" ist etwas grundlegend neues, somit mehr als die Teile für sich bedeuten. Oder? Nein, ich kapiere es nicht ganz ganz. (Aber fast.)

Frau und Mann bilden ein Paar. Dann ist also das Paar mehr als die Summe seiner Teile (Mann und Frau), weil das Paar etwas völlig neues definiert. Hm. Das ist einleuchtend. Aber trifft es in der Realität zu? Es kommt auf die Sichtweise an. Nicht jede Addition bringt als Ganzes mehr als seine Einzelteile. Nehmen wir nur mal die gesamte Menschheit ... Sie wird wahrscheinlich in ein paar Generationen die Biosphäre der Erde kaputt gemacht haben. Ziemlich bescheuert! Es ist also die Frage, in welchem Zusammenhang wir "mehr" wie definieren. Aristoteles kannte in seiner Zeit vielleicht noch nicht das Prinzip: "Weniger ist mehr."

Ist dieser Tag vorbei, habe ich wieder etwas verloren, obwohl sich ein Tag dazu addierte. Mir ging ein Tag meiner Lebenszeit verloren - unwiederbringlich. Dazu kommt noch die Entropie. Ich zerfalle langsam. Alles zerfällt. Die Ordnung nimmt ab - nur das Leben stemmt sich dickköpfig dagegen. Es ist sowas wie eine Antibewegung zum universellen Zerfall.

That`s it.

Es ist wie Hochspringen und wieder runterfallen. Hochspringen macht Freude. Aber das Runterfallen ist nicht sehr angenehm ...

Euch noch einen guten Tag.

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