Nix verstan


Was einem nicht alles durch den Kopf geht auf so einer Fahrt. Man quasselt sich selbst zu. Ein Problem mit dem Alleinsein sollte man nicht haben. Dazu gehört auch die Toleranz zum eigenen Scheiße- oder Unsinn denken. Meine einzigen menschlichen Kontakte hatte ich, wenn ich am Nachmittag einen Zeltplatz klar machen musste. Da kam es dann sogar mal zu einem Gespräch mit einem anderen menschlichen Wesen. Die Kommunikation in Polen lief fast ausschließlich über Zeichensprache und ein paar Brocken Englisch. Man fühlt sich automatisch fremd und ausgeschlossen, wenn man so gar kein Wort von dem versteht, was die Leute um einen herum reden. Diese Sprachbarriere empfinde ich im Ausland immer als das größte Manko. Aber naja, was sollen die Polen, die neben mir sitzen, schon quatschen, sicher dasselbe profane Zeug wie die Menschen im eigenen Lande auch. Trotzdem hört sich eine fremde Sprache in meinen Ohren immer erstmal so an, als würde gerade über total großartige Sachen palavert – und es entsteht ein Minderwertigkeitsgefühl, jedenfalls bei mir.
Nun zurück in Berlin befinde ich mich wieder in meiner Sprachsphäre (Sarkasmus ist erlaubt) – wie angenehm!
Ich war also in den letzten Wochen weitgehend mit mir und meinen Gedanken alleine. Ein paar Punkte notierte ich mir. Darunter folgender: Ist es nicht verrückt, dass wir Menschen uns vor der Natur und gleichzeitig die Natur vor uns schützen müssen. Solche Sätze fielen mir eine Menge ein, während ich auf meinem Fahrrad durch die Landschaft holperte. Zum Weiterdenken kam ich nicht, weil ich mich zu sehr auf den Weg konzentrieren musste…

david ramirer - 24. Jun. 19, 11:38

ich finde das nicht so seltsam: die tiere schützen sich auch vor der natur, und selbst bäume und andere pflanzen schützen sich auf ihre weise. das scheint ein naturimmanentes bedürfnis zu sein, sich vor der umgebung schützen zu wollen/müssen.

interessant finde ich, dass man sich sogar vor der eigenen natur schützen muss: denn wenn wir nur mehr aus dem kleinhirn bestehen (z.b. durch übetriebenen alkoholkonsum) ist mit uns nicht mehr viel anzufangen.

bonanzaMARGOT - 24. Jun. 19, 12:04

@ david

die beziehung mensch-natur finde ich schon reichlich seltsam, bzw. widersinnig.
natürlich schützen sich alle lebewesen vor gefahren, sofern sie das können, doch nimmt der mensch da in seinem verhalten und in seinen möglichkeiten schon eine sonderrolle ein. kein affe muss die natur vor affen schützen. der mensch muss allerdings die affen vor menschen schützen etc.
über die selbstzerstörerischen kräfte/triebe beim menschen lässt sich sicher einiges sagen. wir sehen, wie er relativ munter die natur und damit seine lebensgrundlage vernichtet...

ach ja: prost!
Hoffende - 02. Jul. 19, 23:39

Das mit der Sprachbarriere empfinde ich auch ganz stark. Die deutsche Sprache ist mein Medium. Ohne sie fühle ich mich verkrüppelt, zumal mein Englisch im Ausland fast gar nicht zu gebrauchen ist, sofern es nicht ausschließlich um Zahlen geht.
Deshalb mache ich meine Urlaube lieber in Gebieten, in denen ich die Sprache verstehe.

bonanzaMARGOT - 03. Jul. 19, 04:39

gerade bei solo-reisen empfinde ich das nichtverstehen und die verständigungsschwierigkeiten als besondere isolation. die mehrzahl meiner fahrradreisen unternahm ich darum im deutschsprachigen raum. trotzdem würde mich frankreich mal wieder reizen...

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