Mann, bin ich froh, dass sie mir nicht den Perso abgenommen haben – denn dann könnte ich morgen nicht nach Teneriffa fliegen. Wer kennt sich da noch aus? Ich meine bei den Extremisten. Ich finde, da läuft zur Zeit alles durcheinander. Ja ja. Echt. Rechte, linke und dann noch die religiösen. Die Normalen sind doch auch nicht mehr normal. Mein Gott, am Ende wird die ganze verdammte Mitte der Gesellschaft extremistisch. Wohin soll das führen, wenn die Spießer radikal werden, weil ihnen der Auto-Terrorismus auf den Straßen nicht mehr ausreicht? Ich meine, die Straßen sind der Platz der Republik, wo die braven Spießbürger ihre hässlichen Fratzen schon immer unverblümt zeigen. Oder etwa nicht? Wenn sie da in ihren immer fetteren Blechpanzern sitzen … mit einer Hupe und über hundert PS unterm Hintern, da wird der nette Spießer von Nebenan zum Tier!
Wie gesagt, ich bin froh, dass man mir nicht den Perso abnahm. Bei dieser extrem unübersichtlichen Lage in der Republik blüht sicher das Denunziantentum auf. Ich bin zwar bloß ein harmloser Fußgänger, aber vielleicht macht mich gerade das verdächtig. Ruck zuck wird man angeschwärzt bei der Staatsmacht. Echt. Man muss nicht unbedingt Moslem sein. Es reicht schon, wenn man ab und zu die Wahrheit sagt (und arbeitslos ist). Was für eine Wahrheit? Gute Frage. Es blickt ja kein Schwein mehr durch. Der Zufall will`s, dass man ab und zu die Wahrheit trifft. Oha! War das eben die Wahrheit? ...
Morgen um diese Zeit bin ich schon fast angekommen auf Teneriffa. Es ist diesmal keine Winter- oder Weihnachtsflucht sondern eine Liebesreise. Endlich! Auf die Liebe zu warten, ist so ziemlich das Grausamste auf der Welt. Ich meine auf der privaten Ebene. Man wartet und wartet und wartet – und tauscht zigtausend Mails aus. Aber morgen wird es Wirklichkeit! Das wird echter Liebesextremismus! Ich freue mich tierisch, obwohl ich es noch gar nicht richtig realisieren kann.
Alles ist vorbereitet. Nur noch packen. Der Sprengstoffgürtel liegt bereit – ha ha. Logisch, ein Scherz. In gewissem Sinne eine Allegorie.
Euch anderen normalen und abnormalen Lebens-Extremisten eine schöne Woche wo auch immer und bei was auch immer.
Allein der Umstand des An- und Ausziehens der vielen Klamotten im Winter ist für mich ein Grund, die wärmeren Gefilde vorzuziehen.
bonanzaMARGOT
- 21. Jan. 15, 09:19
Ich wünsche mir ein Übersetzungs-Tool, wie es in der Fernsehserie Raumschiff Enterprise usus ist - so dass jeder jeden verstehen kann und sich jeder mit jedem unterhalten kann. Ich glaube wirklich, dass die Überwindung der sprachlichen Fremdheit (durch ein solches Werkzeug) ein wichtiger Schritt für die Annäherung der unterschiedlichen Kulturen im Alltag wäre.
Oder was meint ihr?
bonanzaMARGOT
- 18. Jan. 15, 15:59
Das Einzige, was ich mit dem Islam gemein habe, ist, dass ich keine Bilder von mir mag – ich bin sozusagen mein eigener Prophet. Würde man mich fotografieren oder gar karikieren, würde mich das ärgern, doch niemand müsste deswegen um sein Leben fürchten.
Gestern überlegte ich mir eine Karikatur, wo statt Jesus Mohammed am Kreuz hinge, und statt der Inschrift INRI wäre ISIS zu lesen. In einer Gedankenblase über dem Kopf Mohammeds: „Allah, das muss ein Albtraum sein!“
Was einem nicht alles durch den Kopf geht, wenn man alleine von Kneipe zu Kneipe durch die Stadt tingelt. Ich saß abschließend im Petit Paris, ein Bistro, das von einem Perser geführt wird – oder ist er Pakistaner? Jedenfalls sind einige der Bedienungen Perser. Und Türken. Ihre genaue Herkunft ist ihnen nicht auf die Stirn geschrieben. Sie sind sehr nett und aufmerksam. Die Gäste kann man noch weniger einordnen: Studenten, Schüler, Einkäufer, alt und jung, jedenfalls international … Eine Asiatin beschäftigte sich mit ihrem Netbook; ein Deutscher unterhielt sich mit der persischen Bedienung über Fußball; ein Pärchen und eine Frau quatschten am Tisch vor mir angeregt in Russisch oder in einer osteuropäischen Sprache – ich kann die meisten Sprachen nur ungenau den Ländern zuordnen. Wie oft rätsele ich beim Zuhören, wohin die Menschen gehören?
Es gibt in Deutschland Plätze in den Innenstädten, wo man sich als Einheimischer tatsächlich, wie von der Pegida-Bewegung moniert, ziemlich fremd fühlen kann. Als ich 2013 kurz Dresden besuchte, fiel mir auf, dass es gerade dort in den Restaurants und Kneipen noch viel mehr deutsches Personal gab und auf den Straßen noch lange nicht so viele fremdländisch aussehende Menschen unterwegs waren wie hier. Vielleicht haben die Dresdner einfach Angst, dass es bei ihnen bald so sein wird wie in vielen westdeutschen Großstädten. So gesehen kann ich jene, die bei Pegida mitdemonstrieren, verstehen. Ich finde allerdings, dass in ihren Reihen außerdem viel zu viele Arschlöcher mitmarschieren.
Die Welt durchmischt sich. Als Beispiel: Auf Mallorca oder Gran Canaria leben inzwischen viele Deutsche, die auch erst einmal von der ansässigen Bevölkerung akzeptiert und aufgenommen werden mussten.
Es gibt inzwischen nur eine Grenze auf der Welt – und das ist die zum Weltall. Alle anderen Grenzen sind obsolet … Wobei ich mir nicht sicher bin, ob nicht längst Aliens unter uns leben. Nur können wir sie nicht erkennen... Aber das nur am Rande. So und so viel Bier und zwei Bloody Mary regen die Phantasie an. Wenn ich wie gestern in der Fußgängerzone unterwegs bin, wird mir bewusst, dass wir alle Konsumzombies sind. Ein paar Zeitgenossinnen kamen mir in Burkas entgegen. (Ich erwähne es wegen der derzeitigen Mediendebatte.) Ich sah sie in Nobelboutiquen verschwinden. Leben wir nicht in einer total verrückten Welt? Ich frage mich, warum immer die Armen den Scheiß ausbaden müssen, den die Mächtigen und Reichen verzapfen. Liebe Terroristen, warum bringt ihr nicht die um, die wirklich verantwortlich für die Ungerechtigkeit auf der Welt sind??
Das alles muss ein Albtraum sein ...
"Out of Rosenheim", 23 Uhr 10, BR
bonanzaMARGOT
- 17. Jan. 15, 11:40
Ich huste mir die Seele aus dem Leib. Der deutsche Winter bescherte mir eine saftige Erkältung.
Die Agentur für Arbeit schrieb in ihrem Aufhebungsbescheid: „Sobald Sie wieder arbeitsfähig sind, melden Sie sich bitte sofort erneut arbeitslos.“ Ich fand den Wisch in meinem Briefkasten, als ich von Gran Canaria zurückkam. Heute formulierte ich den Widerspruch. Ich mache mir keine Hoffnungen. Sollen sie sich die Paragraphen in ihre Haare schmieren! Vor vier Monaten meldete ich mich arbeitslos und sah keinen einzigen Cent. Stattdessen kostete mich die Auseinandersetzung mit der Agentur für Arbeit eine Menge Nerven und Porto. Ich gab meine Stelle im Altenheim nicht auf, um mich mit diesen Ärschen herum zu ärgern. Aber gut. Eine positive Erfahrung hätte mein ganzes Weltbild zerstört. So passt wenigstens weiterhin alles gut zusammen.
Es regnet Bindfäden. Das Wasser spritzt lustig aus der Lache in einem Untersetzer, der schief im Dreck steht... Wie gebannt starre ich auf die Tropfen, die an der Unterseite der horizontalen Gerüststange vor meinem Fenster kleben, und warte, dass einer fällt...
bonanzaMARGOT
- 16. Jan. 15, 11:52
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Arbeitslos
Was mich wundert, dass man stets dieselben Gesichter in den Talkshows sieht. Gibt es keine anderen kompetenten Köpfe zu gesellschaftlichen Themen in Deutschland als Bosbach und Co? Haben diese Leute Verträge mit den Sendern, oder sind die Redaktionen zu faul, sich mal nach anderen (guten) Gästen für ihre Sendungen umzuschauen??
bonanzaMARGOT
- 15. Jan. 15, 14:37
"Fanatiker gehören in die Klapse - wir brauchen mehr Irrenanstalten!"
bonanzaMARGOT
- 14. Jan. 15, 13:11
fragte ich mich verwundert