Freitag, 2. Januar 2015

TV-Tipp:

"Fargo", 22 Uhr, ZDFneo

Donnerstag, 1. Januar 2015

Der Sand der Jahre


Die Jahre haben keine Wände. Das Datum für den Jahreswechsel ist willkürlich. Doch im biographischen Erleben ergeben sich im Laufe der Zeit Schichten – ähnlich den geologischen.
Wie wir auf dem Erdboden der Millionen Jahre alten Vergangenheit wandeln, ohne dass uns dies normalerweise bewusst ist, stehe ich gegenwärtig auf dem Berg meiner bereits gelebten Jahre; und unter dem Gewicht der Gegenwart wird das Leben komprimiert. Jeder Tag gibt neue Ablagerungen … gleich Staub, der sich fortwährend auf die Oberflächen legt. Als würde die Zeit Lebensstaub ausatmen.
Nach mittlerweile 52 Jahren sammelte sich einiges an. Die Jahre haben zwar keine Wände, aber im Rückblick erscheint sich das Leben gewissermaßen in Phasen oder Schichten zu sortieren. Helle und dunklere. Breite und schmale. Körnige und eher feine.
Die Gegenwart ist eine verrückte Illusion. Wir glauben, immer up to date zu sein … Wir strecken uns in eine Wunschzukunft, während unsere Beine im Morast der Vergangenheit feststecken. Lustige Figuren geben wir dabei ab.

Meine gesamte Lebenssehnsucht akkumuliert sich, wenn ich am Strand sitze und aufs Meer blicke.
Auf Gran Canaria sah ich den feinen Sand, die kleinen und die größeren Kiesel bis hin zu den Felsen. Die Brandung des Atlantiks war wie eine Mühle, die alles zu feinem Sand zerrieb. (Nur eine Frage Zeit.) Ich machte es mir auf einem Felsbrocken in einer kleinen Bucht bequem, blinzelte in die Sonne und zum Horizont …, sah dem schaumigen Meerwasser zu, wie es meine Füße umspülte und wieder abfloss oder sich zu kleinen Tümpeln zwischen den Felsen sammelte. Ich griff in den körnigen Sand zwischen den Felsen. Fasziniert schaute ich auf die winzig kleinen Steinchen, die in der Mulde meiner Hand glitzerten, während der Sand zwischen meinen Fingern mit dem Wasser zurück ins Meer glitt. Es erschien mir, als hätte jede Größenordnung (die des Sandes, die der kleinen und größeren Kiesel und die der Felsen) ihre eigene Welt, ihre eigene Dimension des Daseins. Alles wirkte zusammen und lag nebeneinander. Die Welt blickte mir aus Abermillionen Augen entgegen. Ich empfand Zärtlichkeit und Demut.












Allen viel Glück fürs neue Jahr!!

Dienstag, 30. Dezember 2014

Kontraste




der letzte Sonnenaufgang meiner Gran Canaria Reise vom Balkon meines Hotelzimmers gesehen




morgendlicher Abschiedstrunk



Blick zuhause aus dem Fenster

Zurück




von Licht, Farbe, Wärme, Sonne und Meer




in Düsterkeit, Kälte und Schnee

Samstag, 20. Dezember 2014

Ab in den Süden!


Sperlinge balgen sich über der aufgewühlten Erde. Die Handwerker sind im Wochenende. Nur der Vermieter hämmert im Stockwerk über mir. Das Taxi zum Bahnhof ist bestellt. Ich muss morgen sehr früh raus. Der Flieger geht um Zehn. In 24 Stunden sollte ich schon in der Luft sein.
Das Leben ist eine verrückte Sache – findet Ihr nicht? Was man nicht alles macht, um etwas Sonne zu erhaschen.





Allen Bloggern und Lesern schöne Festtage!

Freitag, 19. Dezember 2014

TV-Tipp:

"Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding", 20 Uhr 15, Tele5

Meiner Liebe


Ich vermisse meine bessere Hälfte. Wer verliebt ist, fühlt sich ohne den Anderen unvollständig. Das Leben ist dann farblos – gerade jetzt im Winter. In ihrer Nähe fühle ich mich behaglich. Sie ist mein ganz persönlicher Stern, von dem ich den Blick nicht lassen kann. Ihre Liebe und Hingabe machen mich erst zu einem ganzen Mann.
Mir fehlt ihr helles Lachen, das mich von Anfang an betörte. Es leuchtete direkt in mein Herz. Mir fehlt ihr Humor … der Klang ihrer Stimme. Unglaublich, wie schön unsere Liebe auf Mallorca begann. Ich wollte nach dem Winter 2013/14 endlich ein paar Tage Licht, Farben und Wärme erhaschen, fort von den Nachtdiensten und dem Altenheim … da fiel sie quasi vom Himmel – engelgleich, und seitdem ist sie nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken.
Der Winter in Deutschland ist hässlich, weil er eigentlich gar kein richtiger Winter ist. Sie liebt den Winter in ihrer russischen Heimat, wenn er schön kalt und schneereich ist. Meine letzten schönen Erinnerungen an Schnee stammen aus meiner Kindheit. Sie liebt aber auch die Sonne, das Meer und die frischen Farben. Sie stand mit strahlenden Augen vor den Zitronen- und Orangenbäumen auf Mallorca. Ihre Lebenslust übertrug sich auf mich. Sie wirbelte meinen grüblerischen Geist auf wunderbare Weise durcheinander.
Ich liebe ihr stolzes Wesen, ihre Anmut als Frau, aber ebenso mag ich ihre spontanen kindlichen Ausbrüche. Ich liebe ihre Intelligenz und ihren Durchsetzungswillen. Sie ist ganz schön hartnäckig und nicht weniger dickschädelig als ich. Das kann schon mal zu Streit und Missstimmung führen. Ich liebe unsere Kabbelei. Ich liebe ihr Schmollen – obwohl es mir wehtut. Ich kann mir eine Liebe ohne Reibereien nicht vorstellen. Natürlich sollten wie beim Wetter die Sonnenstunden vorherrschen. Sie macht mir Mut, wenn ich in meinen schwermütigen Gedanken verharre. Meine Launen sind nicht einfach zu ertragen. Ich danke ihr, dass sie immer wieder versucht mich aufzurichten. Ich danke ihr für ihre Geduld mit mir. Ihre Liebe zu mir empfinde ich als ein Wunder – einfach wunderschön!

Ich vermisse dich, mein Schatz! Ich vermisse dich unendlich!

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Der Deutsche Winter


Mir fehlt das Tageslicht. Aber ich lasse die Rollläden bewusst unten. Um mich herum hämmern, bohren, kratzen, scharren die Handwerker. Sie laufen an meinen Fenstern vorbei. Sie laufen übers Gerüst. Ein Verkehr ist das! Das Haus bekommt eine Dämmung. Dutzende von Dämmplatten müssen zurechtgeschnitten und montiert werden. Ich fühle mich wie eine Ratte in der Falle. Überall diese Männer mit den schweren Schuhen und den schmutzigen weißen Hosen. Dumpf höre ich ihre Stimmen. Mein Gott, was für eine Schweinearbeit!
Gestern klopfte die Mutter des Vermieters bei mir an und stellte sich vor. Sie betreut die Baustelle unter der Woche, während der Hauptschullehrer unterrichtet. „Ich warnte den Jungen“, sagte sie, „aber er wollte das Haus unbedingt kaufen ...“ Hinter ihr stand ein in die Jahre gekommener Heizungsmonteur in blauem Kittel. „Wir wollten nur Bescheid sagen, dass wir nachher das Wasser abstellen müssen.“
Seit Beginn der Woche ist einiges los im Haus. Regelmäßig flüchte ich darum im Laufe des Vormittags in die Stadt. Der Dezember hatte bisher nicht viel Sonne. Die schönen Stunden kann man an einer Hand abzählen.

Ich sitze bei heruntergelassenen Rollläden an meinem Schreibtisch und schaue zur Ablenkung auf eine Berichterstattung im TV. Sebastian Edathy soll sich öffentlich äußern. Wer sich erinnert – es geht um die Kinderpornografie-Vorwürfe, die zu Beginn des Jahres nicht nur politisch Wellen schlugen. Er spricht darüber im Rahmen einer Pressekonferenz … und im Untersuchungsausschuss. Die Vorgänge um diese Affäre erscheinen mir ziemlich dubios. Was erwartet man in diesem Fall noch an Aufklärung?
„... nicht moralisch aber legal ...“, sagt Herr Edathy auf die Frage eines Journalisten.
Das Doofe ist, dass offensichtlich niemand der Fragenden das Corpus Delicti genauer kennt. Mir kommt es so vor, als würde wiedermal etwas aufgebauscht, weil es sich um eine ehemalige politische Persönlichkeit handelt. Und beim Stichwort „Kinderpornografie“ schrillen sowieso alle Alarmglocken. Ich kann als Beobachter dieser Affäre nicht beurteilen, ob die Vorwürfe gegenüber Herrn Edathy Hand und Fuß haben. Er wirkt auf mich sehr arrogant (vielleicht Selbstschutz?) … nicht gerade ein Sympathieträger. Letztlich wird ein Gericht urteilen, ob er sich in irgendeiner Weise schuldig machte. Die von ihm gekauften Filme sind gar nicht Teil der Anklage, sagt er im Zuge einer weiteren Antwort. Da soll noch einer durchblicken … Er will im Untersuchungsausschuss reinen Tisch machen. So so. Politischer Sumpf. Vielleicht eine Aufrechnung gegenüber seinen ehemaligen Kollegen. „Ich habe nichts mehr zu verlieren“, sagt Herr Edathy ...

Nach wie vor jede Menge Geklopfe bei mir im Haus. Bald sollten die Handwerker Mittagspause machen. Ich hoffe es.
Kaum zu glauben, dass ich in drei Tagen in Gran Canaria sein werde. In der Sonne und am Meer!
Ich beschenkte mich selbst mit dieser Reise. Die Feiertage werden sich dort hoffentlich besser ertragen lassen. Ich muss dringend heraus aus diesem Mief. Wenigstens für ein paar Tage.
Deutschland im Winter ist einfach grauenhaft!




Mittwoch, 17. Dezember 2014

Mittwochs-Weisheit

Der Dramatiker Heiner Müller soll auf die Frage, wie er gern sterben würde, geantwortet haben: "So wie ich geboren bin - bloß umgekehrt."

Montag, 15. Dezember 2014

TV-Tipp:

"Endstation Sehnsucht", 20 Uhr 15, ARTE

ein literarisches Tagebuch

Kontakt



User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

deine Gedanken und Geschichten
und nicht ein einziger Kommentar darunter ist schon...
kontor111 - 30. Jan, 10:18
alien-lösung? da ging...
alien-lösung? da ging was an mir vorbei. ist aber eh...
bonanzaMARGOT - 17. Nov, 13:08
richtig. ich dachte nur,...
richtig. ich dachte nur, dass ich es meinen lesern...
bonanzaMARGOT - 17. Nov, 13:05
Wo ist denn das Problem?...
Wo ist denn das Problem? Durch die „Alien-Lösung” von...
C. Araxe - 7. Nov, 22:06
Wenn du ohnehin eine...
Wenn du ohnehin eine neue Blogheimat gefunden hast...kann...
rosenherz - 2. Nov, 13:51
Liebe Leser(innen)
Dieser Blog ruht fortan. Leider ist die Resonanz hier...
bonanzaMARGOT - 02. Nov. 19, 13:39

Archiv

März 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 
 
 
 
 
 

Neues in boMAs prosaGEDICHTE-Blog

Suche

 

Extras



prosaGEDICHTE (... die Nacht ist gut für die Tinte, der Tag druckt die Seiten ...)

↑ Grab this Headline Animator


Von Nachtwachen und dicken Titten

↑ Grab this Headline Animator



Status

Online seit 6764 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 30. Jan, 10:18