"Million Dollar Baby", 20 Uhr 15, kabel 1
bonanzaMARGOT
- 08. Aug. 12, 17:47
Ich war am Ende. Ich war damals vorm Ende. Ich war am Ende, als ich geboren wurde. Ich öffnete meine Augen und mein Lebensdurst begann. Nach dem Licht. Nach der Brust meiner Mutter, die ich nicht bekam … Nach den Gestalten um mich herum, die mich hoben, ablegten, fallen ließen. Ich hatte noch keine Erinnerung. Oder vielleicht hatte ich sie. Damals als ich geboren war. Meine Haut war wie ein Pfirsich. Meine Augen waren junge Sterne. Wenn ich lachte, lachte ich. Wenn ich weinte, weinte ich. Damals, als Gebüsche noch Gebüsche waren.
Nach und nach fraß ich mich durch das Leben. Ihr wisst schon. Ihr seid auf dem selben Weg. Wir wussten nichts voneinander, und dann kamen Eltern, Familie, Schule, Kultur. Es kamen all die Unterschiede. Ich mag Erdbeermarmelade, und du magst Kirschmarmelade. Und du? Was magst du?
Himbeere?
Die Liebe ist eine unbestimmte Marmelade, die uns von Geburt aus mitgegeben wurde. Sie ist erst süß wie der Teufel. Und danach gärt sie. Alles gärt. Das Leben gärt. Die Marmelade verliert ihre Süße, und du, du kleiner Mensch, musst deinen Geschmack umstellen …
Ich stellte meinen Geschmack um. Ich grinse. Weißt du, wie sehr ich grinse? Ich bin du. Du bist ich. Wir wurden in dieselbe Welt geboren.
„Küss mich, bevor du gehst …
heut nacht“
Ein alter Song von Spliff.
Tränen halten Sonnenstrahlen, und die Sonnenstrahlen halten meine Tränen. Vergangenheit und Zukunft lösen sich auf, sind nichts als Würfelzucker in einem Wasserglas.
(Hey, keine Angst, ich liebe dich!)
Es gibt Tage, an denen ich mich einfach nur alt fühle. Mein Kopf kommt mir vor wie ein Dachstuhl mit einem Haufen verstaubten unnützen Krempel drin. Ich reiße ein Fenster auf und blinzele müde in den Tag. Das Licht tut weh. Ich weiß, was ich brauche: eine Dusche, einen Kaffee, einen Drink … Aber ich kann mich noch nicht für die Reihenfolge entscheiden. Die Unlust in mir fühlt sich an wie ein LKW, der auf meiner Brust parkt. Irgendein Arsch hat ihn dort heute Nacht geparkt. Was nix neues ist. Eigentlich kenne ich diesen Zustand gut. So gut wie meine alten Unterhosen. Oder wie alte miefende Geschirrhandtücher. Oder wie meine Zehennägel, die ich schon wieder schneiden müsste. Oder wie meine Nasenhaare … Oder wie die Arbeit im Altenheim, meine Kollegen, meine Chefin. Oder wie eine Tiefkühlpizza. Oder wie das Geschirr vom Vortag. Oder wie die Bedienung im Kaffeehaus, die immer „Gerne“ sagt, wenn ich mein Bier bestelle. „Am Arsch lecken“, denke ich. „Gerne“, sagt sie. Nein, ich tue ihr Unrecht. Sie kann nichts für meine Laune. Ich bedanke mich immer freundlich, selbst wenn ich eine gefühlte Ewigkeit auf mein Bier warten muss. Wenn man wüsste, was sich so hinter mancher Stirn abspielt. Leute, die mich etwas kennen, sehen mir an, wie es mir geht. Das ist mir unangenehm. Aber mein Gesicht scheint so was wie ein offenes Buch zu sein. Eine Poker-Karriere wäre damit nicht drin. Ich lächele viel. Für gewöhnlich. Schaue ich dann mal ernst oder nachdenklich, fragen die Leute gleich nach: „Was ist denn mit Ihnen los?“ Woraufhin ich wieder lächele – etwas gequält – und sage: „Nichts, alles okay, bin nur müde.“ Und damit habe ich nicht mal gelogen. Obwohl, ich glaube, mein Lächeln nahm in den letzten Jahren permanent ab - ist aber bestimmt für Deutsche noch überdurchschnittlich häufig ...
Also, was nun? Erst Kaffee, dann Drink und zuletzt Dusche? Diese Reihenfolge erscheint mir am besten. Die Sonne bricht durch. Vielleicht wird der Tag noch was – trotz Nachtwache am Abend, trotz dem LKW auf meiner Brust. Trotz dem verstaubten Krempel im Dachstübchen.
Der Wasserkocher ist angestellt. Instantkaffee. Ich mag ihn höllisch heiß. Schwarz, mit einer Süßstofftablette.
Für Nachtschwärmer:
"C'est la vie" - so sind wir, so ist das Leben", 2 Uhr 55, ZDF
bonanzaMARGOT
- 07. Aug. 12, 17:49
Colettes bemalte Augenlider hoben und senkten sich wie die langsam schlagenden Flügel eines großen blauen Adlers. „Aber das“, sagte sie, „ist ja das Einzige, was niemand von uns je sein kann: ein erwachsener Mensch. Falls Sie einen Geist meinen, nur gehüllt in Sack und Asche der Weisheit? Frei von allem Bösen – Neid und Bosheit und Habgier und Schuld? Unmöglich. Voltaire, sogar Voltaire lebte mit einem Kind im Innern, eifersüchtig und zornig, ein schmutziger kleiner Junge, der ständig an seinen Fingern roch. Voltaire trug dieses Kind mit sich herum bis ins Grab, wie wir alle es tun werden. Der Papst auf seinem Balkon … der von einem hübschen Gesicht in der Schweizer Garde träumt. Und der britische Richter mit vornehmer Perücke, woran denkt er, während er einen Mann an den Galgen bringt? An Gerechtigkeit und Ewigkeit und reife Dinge? Oder überlegt er womöglich, wie er es schaffen kann, in den Jockey Club aufgenommen zu werden? Natürlich haben Menschen erwachsene Augenblicke, einige wenige edle Momente, hier und da verstreut, und der wichtigste davon ist natürlich der Tod. Denn der Tod verjagt endlich diesen schmutzigen kleinen Jungen und macht das, was von uns übrig ist, einfach zu einem Gegenstand, leblos, aber rein, so wie die weiße Rose. Hier“ - sie hielt mir die Blumenkugel hin -, „stecken Sie das in die Tasche. Es soll Sie immer daran erinnern, dauerhaft vollkommen, mithin erwachsen zu sein, das bedeutet, ein Gegenstand zu sein, ein Altar, eine Gestalt in einem Kirchenfenster: in Ehren gehaltenes Zeug. Da ist es doch viel besser, zu niesen und menschliche Gefühle zu haben.“
(„Erhörte Gebete“ von Truman Capote)
"Citizen Kane", 20 Uhr 15, ARTE
bonanzaMARGOT
- 06. Aug. 12, 20:06
unisex
Ich habe ihn eigentlich immer dabei. Es passt alles hinein, was ich unterwegs brauche und nicht brauche. Und einen kleinen Einkauf kann ich darin auch noch verstauen. Gerade im Sommer ist der Sack sehr praktisch, wenn man ansonsten taschenlos ist – also ohne Jacke. In meine Hose stecke ich nicht gern so viel. (Da ist schon genug.)
Was ich denn ständig mit mir herumtrage? Also da wären: der Lippenstift, einen Handspiegel … Quatsch! Ich bin doch ein Mann! Echt! Nun ernsthaft: ich habe immer dabei: meinen Geldbeutel, mein Iphone, Aspirin, eine Sonnenbrille, ein Buch, ein Schreibmäppchen, einen Notizblock … Moment, muss mal nachschauen, was da noch alles drin ist …, ach ja, eine kleine Taschenlampe, ein Halstuch, ein Taschenmesser, Fisherman`s Friend, Feuchtigkeitscreme, Händedesinfektionsgel, einen Zusatzakku für`s Iphone, ein Einkaufsbeutel (leer) ...
Mir gefällt dieser Sack sehr. Ich kaufte ihn vor Jahren in einem kleinen Geschäft in Basel, welches von einem älteren israelitischen Ehepaar geführt wurde. Der Mann fuhr öfter in seine Heimat und brachte von seinen Reisen u.a. diese Art Taschen mit. Auf meinem Weg in die Basler Innenstadt kam ich an dem Laden vorbei …, und da fielen sie mir eines Tages ins Auge, weil sie draußen hingen. Ich habe ein Faible für Taschen – zugegeben – aber nicht wie manche Frauen, - nein! Gott bewahre! Soll ich mich dafür schämen, dass ich als Mann Taschen mag? Mir gefallen diese dämlichen Männer-Handtaschen nicht (die sehen aus wie spießige Kulturbeutel). Lieber gucke ich nach solchen „Studententaschen“ und kunstvollen Beutel. Ich könnte freilich auch einen Rucksack nehmen, aber Rucksäcke finde ich für den Alltag nicht so praktisch – ich wühle einfach gern …, da ist mein Sack prädestiniert dafür. Den Geldbeutel legte ich vorsorglich an die Kette, damit ich ihn immer griffbereit habe.
Das ist also seit einigen Jahren meine Lieblingstasche – vom Charakter her eher ein Sack. (Man kann ihn zuschnüren.) Er hielt bisher prima durch. Er geht schließlich überall mit. Ich würde mich irgendwie unvollständig fühlen, wenn ich ihn nicht dabei hätte.
"Das freche Mädchen", 20 Uhr 15, ARTE
bonanzaMARGOT
- 05. Aug. 12, 17:22
Es ist mal wieder vollbracht. Gedachter Indianertanz um ein Feuer, in dem die Nachtdienste brennen. Mein Gott, war ich gestern Nacht müde! Seit ich alleine Nachtdienst mache, weiß ich, wieso Schlafentzug eine Folter ist. Ich gerate in eine Art Halbwelt und sehe mich selbst von Bewohnerzimmer zu Bewohnerzimmer hasten. Es ist eine Form bewussten Schlafwandelns. Jede Treppenstufe tut weh. Und wenn ich für ein paar Minuten zur Ruhe komme, werden die Augendeckel tonnenschwer. Ich gleite ab in die Traumwelt, aus der mich aber der Brummer meines Diensttelefons wieder herausreißt – die nächste Klingel … wieder hoch und abbiegen in den Stationsflur …
Unwirklich sind die Nächte, unwirklich sind die Alten in ihren Betten, unwirklich ist meine Arbeit von Windelwechseln und Bettschüsseln leeren …, unwirklich ist manchmal schon die Anfahrt mit dem Bus ...
Vier angetrunkene junge Leute saßen zusammen, drei Milchbubis und eine junge Frau. Ich weiß nicht, was sie feierten, jedenfalls lallten sie lautstark herum. Ich nehme an, sie waren Abiturienten, die sich frisch an der Uni eingeschrieben hatten. Irgend so was krakeelten sie zwischen ihrem dummen Suff-Gelaber. Ätzend aber harmlos. Ich blickte in die Gesichter der anderen Fahrgäste. Die schauten fast alle betröpfelt drein. Auch meine Nerven waren strapaziert. Sollte ich den Vieren was vom Leben erzählen? Blödsinn, die würden eh nicht die Spur in diesem Zustand kapieren. Und überhaupt: sollen sie doch ausgelassen und doof sein – der Ernst des Lebens schlägt früh genug zu, oder? Anstatt mich also aufzuregen, betrachtete ich die Milchbubis - das Mädel war inzwischen an einer Haltestelle ausgestiegen. War ich auch mal so? Sie stritten sich um eine Wodkaflasche. Wir begnügten uns damals mit Bier. Ich habe Respekt vor so scharfem Zeug. Das vernebelt dir in Nullkommanichts den Geist bis zur Bewusstlosigkeit. Du hast da gar keine Chance mehr zu reagieren. Bei Bier ist der Übergang in den Rausch viel weicher. Und gerade die Übergänge sind doch beim Alkohol das Schöne. Der eine der Milchbubis war dunkelhäutig und kokettierte mit seiner Abstammung. Er sagte, dass er zuhause ein Kamel hätte … Der ihm gegenüber sitzende war ein richtiges kleines überhebliches Arschloch von der Sorte Arztsohn. Und der dritte, der am Fenster saß, schwieg. Vielleicht hatte er schon genug und befand sich in der introvertierten Phase. Oder er war sowieso ein introvertierter Typ.
Die Busfahrt hoch zum Altenheim dauert kaum zwanzig Minuten. Manchmal kann das sehr lange sein. Am „Schriesheimer Hof“ stiegen die meisten aus. Einem Penner riss der Henkel seiner Plastiktüte, und seine Essenseinkäufe lagen verstreut auf dem Boden. Die Milchbubis lachten. Ich hatte eine Nacht im Altenheim vor mir. Mir war zum Kotzen. Und ich kam nicht raus aus diesem Film.
Wenn man lange genug lebt, erlebt man das Theaterstück, welches sich "Leben" nennt, immer wieder neu, nur mit anderen Schauspielern und abweichender Regie. Letztlich ist es immer dasselbe Stück, dem man verpflichtet ist beizuwohnen - als einer der Komparsen.
Platt nach der zweiten Nacht. Es wird immer mehr Arbeit. Ich eile von Bewohner(in) zu Bewohner(in). Bis Mitternacht habe ich kaum eine Verschnaufpause. Alle liegen dann endlich im Bett. Aber schon melden sich die nächsten, die auf die Toilette müssen, - natürlich immer, wenn ich mich gerade hinsetzte und die Beine ausstreckte und vielleicht eine Kleinigkeit essen will.
Ich bete jede Nacht, dass keiner der Bewohner stürzt. Das Risiko besteht vor allem bei den Demenzkranken, die nachts aufstehen und über die Station wandern, z.B. auf den Urinpfützen ausrutschen, die sie hinterlassen. Nun, ich kann nicht überall sein.
In der Regel muss ich wenigstens 2-3 Betten beziehen, weil Bewohner(innen) ihre Windeln aufrissen oder auszogen. Dann soll ich natürlich auch Nachts, gerade wenn es sommerlich heiß ist, Trinken reichen. Ich muss manche mehrmals in der Nacht lagern und ihre Windeln wechseln. Ich muss für Zwischenmahlzeiten bei den Diabetikern sorgen. Ich verteile die Nachtmedikamente. Ich richte die Medikamente für den Tagdienst samt Tropfen für den Morgen. Ich drucke die aktuellen Durchführungspläne aus. Insgesamt sitze ich bestimmt eine Stunde am Computer mit Dokumentationseintragungen. Am frühen Morgen muss ich nochmals alle Zimmer kontrollieren, bei den Bewohnern, die enteral ernährt werden, die erste Nahrung an die Pumpe hängen, die Brötchen für die Bewohner im Konvektomat backen, die Kalenderblätter abreisen (darauf legt die Chefin großen Wert!), die große Spülmaschine einschalten, den Bewohner- und den Personalkaffee kochen, die Außentüren wieder öffnen …
Klar, es ist meine Arbeit. Welche Arbeit ist schon ein Zuckerschlecken? Was wollte ich eigentlich sagen? Ach ja: ich bin platt nach zwei Nächten, und ich habe noch zwei Nächte vor mir. Wenigstens ist Wochenende, so dass die Chefs nicht noch mit ihren Reden die Luft verpesten.
Ich kann sagen, dass ich zur Zeit nach einem Block von vier Nachtdiensten glatt zwei Tage durchpennen könnte. Über meinen psychischen Zustand will ich hier gar nicht reden ..., - aber ich tue es ja die ganze Zeit. Ich funktioniere wie ein Automat, der kein Automat ist, der Mensch sein soll gegenüber den Bewohnern, der ein offenes Ohr für ihre Sorgen haben soll, der ihnen in der Not helfen soll, der Mitgefühl entwickeln soll …
Es gibt eine Menge „Solls“, die ich leisten müsste, aber ich gebe offen zu, dass das ein oder andere „Soll“ die ein oder andere Nacht auf der Strecke bleibt. Trotzdem glaube ich (noch), dass ich meine Arbeit gut mache. Ich weiß nicht. Es kommen von der Chefin kaum Rückmeldungen – sie sagt meist nur, was ich machen „soll“. Und die Kollegen haben mit sich zu tun – sie sind ebenso in ihren Diensten eingespannt. Ein paar Bewohner zollen einem ab und zu Respekt und geben einem Zuspruch. Sie sehen, was los ist. Ich will gar kein Mitleid. Es ist, wie`s ist. Bis der Buckel krumm ist, und man selbst Pflege braucht.
Zwei Nächte noch. Die werden wie immer auch rumgehen.
Trotz der Ängste, die immer mal wieder hochkommen, trotz der Schwierigkeiten und Mühen, die wohl noch vor mir liegen, privat und auf der Arbeit, habe ich ein gutes Gefühl.
Obwohl die Müdigkeit heute ziemlich an mir nagt - die Alten betätigten fleißig den Schwesternruf in der Nacht - , obwohl ich noch drei arbeitsreiche Nächte vor mir habe, zieht mich dieser Umstand nicht runter.
Es ist einfach ein unheimlich tolles Gefühl, dass es jemanden in meinem Leben gibt, dem ich vertrauen kann, der an mich denkt, und bei dem ich mich mit meinen Nöten und Ängsten fallen lassen kann. Ein schöneres Geschenk gibt es nicht – sozusagen ein Himmelsgeschenk. Ich glaube wirklich, dass unsere Liebe unter einem guten Stern steht.
"Nichts als die Wahrheit", 20 Uhr 15, Sat 1
bonanzaMARGOT
- 01. Aug. 12, 13:41
Gut, dass meine Nase nicht mehr wächst. Sie ist lang genug. Doch halt:
es ist doch so, dass Ohren und Nasen bis ins Alter weiterwachsen. Allein schon wegen der Schwerkraft. (Ich denke da auch noch an ein anderes Körperteil.)
Ist hoffentlich kein Pinocchio-Effekt. Obwohl es schon denkbar wäre, dass ältere Menschen mehr lügen als jüngere. Ich weiß von mir, dass ich als Kind fast gar nicht log. An meine erste Lüge kann ich mich sogar noch erinnern. Das war ein scheußliches Gefühl!
Inzwischen sind mir die meisten Lügen wahrscheinlich gar nicht mehr bewusst.
Das schlägt mir mitunter ganz schön auf den Magen. Man schleppt seine Unehrlichkeit mit sich herum wie einen Ballast. Dabei gebe ich mir viel Mühe mit der Ehrlichkeit. An die Ehrlichkeit vom
"Idiot" von Dostojewski werde ich allerdings niemals heranreichen.
Umso älter man wird, desto mehr gilt man ja als naiv, wenn man (zu) ehrlich ist. Ist das nicht schlimm? Das heißt doch nicht anderes, dass man wirklich ein
Idiot ist, wenn man arglos die Wahrheit sagt – z.B. zum Arbeitgeber, den Eltern, den Lehrern … oder auch den Freunden. Wir werden zu notorischen Lügnern erzogen! Die Wahrheit schafft eine Menge Irritationen, also lügt man besser, zumal wenn man eine Karriere vor sich hat. Aber oft muss man auch lügen, um einfach zu überleben. Von wegen „Lügen haben kurze Beine“! Wer gut durchs Leben kommen will, sollte es mit der Wahrheit nicht zu genau nehmen – oder was meint ihr? Sagt mal, ehrlich …
Erst wenn wir im Greisenalter quasi den Narrenstatus verliehen bekommen, dürfen wir wieder ganz
frisch fromm fröhlich frei mit der Wahrheit um uns werfen, denn dann nimmt uns sowieso keine Sau mehr ernst. Wir haben nichts mehr zu sagen und sitzen öde in einem Altenheim herum. Unsere Nasen sind dann freilich schon irre lang und werden wohl nicht mehr schrumpfen.
it`s al little bit strange, isn`t it?