Sonntag, 26. August 2012

TV-Tipp:

"Tommy" (Rockoper), 0 Uhr 25, ARTE

Samstag, 18. August 2012

Ausflug auf den Heiligenberg


Frohen Mutes gingen wir an dem einzigen Sträßchen hoch zum Gipfel des Heiligenberges. Es ist nicht allzu weit, aber die Hitze des Tages setzte uns zu. Nach einer knappen Stunde Weges erreichten wir den Aussichtsturm und wurden mit einem wunderbaren Blick auf das Heidelberger Schloss und den Königsstuhl auf der anderen Seite des Neckartals belohnt. Zur Thingstätte und zum Michaelskloster auf dem Gipfel (440 m ü. NN) war es nicht mehr weit. Nachdem wir alles besichtigt hatten, pausierten wir im Biergarten der Waldschenke.
Der Abstieg auf steinigen Waldpfaden hinunter zum Philosophenweg ging fix. Es war inzwischen später Nachmittag. Ich war wie betäubt von unserem Glück und dem schönen Tag. Olivia ging es ebenso.





Blick vom Gipfel hinunter auf die Thingstätte und auf die Rheinebene bis zum Horizont





ein junger Barde spielt in den Ruinen des Michaelsklosters Gitarre - seine Partnerin sitzt im Baum und begleitet ihn gesanglich





Blick vom Philosophenweg auf die Heidelberger Altstadt und das Schloss



Auch heute ist wieder ein herrlicher Augusttag, nur muss ich am Abend zum Nachtdienst. Seufz!
Noch zwei Nächte, und wir sitzen zusammen im Zug nach Kärnten ...

Dienstag, 14. August 2012

Zuhause im Glück


Die Liebe ist Ruhe und Glück - das Zuhause bei einem Menschen -, und dieser Mensch legt seinen Kopf an deine Schulter und lächelt, schaut dich an und küsst dich ...; du spürst seine Wärme, seinen Atem, hörst seinen Herzschlag, - du weißt, dass du niemals glücklicher sein kannst, und es ist erst der Anfang ...

Montag, 13. August 2012

Der Sommer dreht noch mal auf




... und Olivia zu Besuch!

Sonntag, 12. August 2012

TV-Tipp:

"Intimacy", 22 Uhr 30, ZDFkultur

Inselwelt




daliegend

Alle vier Jahre


Die Olympiade ist rum. Mein Fazit: Ich brauche keine Olympiade.
Weniger wäre mehr – ich meine, an sportlichen Großveranstaltungen. Ständig läuft irgendwas: Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, Dingsbumsmeisterschaften, Olympia, Winterspiele, Sommerspiele …, Tour de France, Wimbledon etc. etc. etc.
Für die Sportler ist`s freilich ein Highlight. Es ist schon mal schön, sich als Hammerwerfer feiern zu lassen oder als Diskus-Queen.
Als TV-Zuschauer fühle ich mich allerdings überflutet von dem Ganzen. Jetzt ist das aber auch mal wieder rum. Was kommt als nächstes? Ach ja, die US-Amerikaner wählen. Das ist auch so`ne Veranstaltung, oder nicht? Kriegt Obama wieder die Goldmedaille? Er läuft die 100 Meter wahrscheinlich schneller als ich …
Wie schnitten die Deutschen eigentlich im Medaillenspiegel ab – gähn? Irgendwie ging das diesmal voll an mir vorbei. Die Ruderer holten noch mal auf, glaube ich.
Immerhin lief alles ohne große Probleme und Störungen ab, dort auf der anderen Seite des Ärmelkanals, wo diese Gallier wohnen, oder heißen sie Briten? Ich war da noch nicht. London soll ein geiles britannisches Dorf sein. Trinken die wirklich alle Tee um Fünf?
Na ja, brauche ich die Briten? Oder die Holländer? Ne. Aber es gibt sie halt wie die Olympiade und all so ein Schmonsens. Weniger wäre mehr – auch was die Nationen angeht. Seitdem die UDSSR und Jugoslawien auseinanderfielen gibt`s noch mehr … jemineh! Von mir aus könnte man die Grenzen einreißen, und wir wären alle eine Weltnation, und dann bräuchten wir auch kein Olympia mehr, und Obama wäre unser Weltpräsident, und ich bekäme die Goldmedaille für den größten Hammer – oder so.
Aber das bleibt freilich `ne Illusion. Der Mond ist übrigens auch eine Illusion. Wusstet Ihr das? Der ist voll irre, dieser Mond da oben. Den kann`s gar nicht geben.
Es gibt eine Menge, was es gar nicht geben kann. Ehrlich, ich habe mir das genau überlegt. Man darf nicht alles glauben, was man sieht.
Gut, ist das also auch mal wieder rum. Wo findet die nächste Olympiade eigentlich statt?
(Auf dem Mond, hoffe ich.)

Augenblicke




für die kleinen Dingen

Samstag, 11. August 2012

TV-Tipp:

"Hardcover", 20 Uhr 15, Einsfestival

Die Frau aus Zimmer xxx


Ich denke an die Frau, die seit ca. 15 Jahren künstlich ernährt wird, dauerhaft liegt, durch die Dinge hindurch sieht wie ein Wachkomapatient – nun, sie dürfte etwa auf demselben Level sein. Sie bekam bereits früh die Alzheimerkrankheit, da war sie gerade Fünfzig. Inzwischen ist sie Siebzig und übertraf ihre krankheitsbedingte Lebenserwartung bereits um mehrere Jahre. Ich versuche manchmal, ihren Blick aufzufangen, aber der ist trotz offener Augen nach Innen gerichtet. Die Welt um sie herum kann sie nicht erkennen. Doch sie merkt, wenn etwas mit ihr passiert, und wahrscheinlich spürt sie ebenso die Anwesenheit einer Person an ihrem Bett. Ihre Augen zucken, wenn ich sie anfasse, aber sie beruhigt sich gleich, wenn ich sie streichele, ihre Gesichtszüge entspannen sich. Ab und zu brummt sie wie ein Tier. Und manchmal zuckt ihr ganzer Körper unwillkürlich. Sie ist allem ausgeliefert. Oft verschluckt sie sich am eigenen Schleim und hustet, dass ihr Kopf rot anläuft. Wenn es ganz schlimm ist, müssen wir den Schleim absaugen. Sie könnte ersticken. Vielleicht wird sie daran eines Tages sterben, - wenn sie nicht mehr stark genug ist, das Sekret abzuhusten, ... oder durch eine Lungenentzündung. Allein die künstliche Ernährung erhält sie am Leben. Sie bekam einige Fettpölsterchen. Früher war sie schlank und rank. Ich erinnere mich an Photos von ihr, die an der Wand hingen. Schon lange sehe ich keine persönlichen Dinge mehr in ihrem Zimmer. Die Angehörigen kommen seit vielen Jahren nicht mehr. Auch die alte Schulfreundin, die noch zu Besuch an ihr Bett kam, bleibt inzwischen weg. Vor wenigen Wochen hatte sie Geburtstag, wurde Siebzig. Ein paar Kollegen sangen an ihrem Bett „Happy Birthday“.
Sie kam im selben Jahr ins Altenheim, als ich anfing, 1995. Nun haben wir 2012. Mal sehen, wer von uns beiden früher geht. Sie überlebte bereits eine Menge Mitbewohner. Sicher ist sie ein Sonderfall, weil sie so jung an Alzheimer erkrankte.
Ich lagere sie in den Nächten, sauge sie ab, hänge am Morgen die erste Sondennahrung an. Ich empfinde Mitleid und Zuneigung – aber auch eine schier unerträgliche Traurigkeit. Es ist Routine. Ich kann meine Seele nur einen Spalt öffnen, sonst wird es zu viel.
Die Frage nach dem Sinn ergibt sich. Warum pflegen wir Menschen diese Frau elendiglich langsam zu Tode? Wäre es nicht menschlicher, sie endlich sterben zu lassen, indem man die künstliche Ernährung abstellt, und keine Medikamente mehr gibt? Ich verstehe diese Grausamkeit nicht, die wir von Gesetzes wegen an der Frau vollziehen. Niemals kann ich ganz wegschauen. Niemals werde ich die Widersprüchlichkeit menschlichen Tuns verstehen. Oft entheiligen die Mittel den Zweck. Und wir Menschen schauen einigermaßen ratlos zu, wenn es passiert …, oder wir schauen lieber weg.
Von uns Pflegekräften wird verlangt, dass wir pflegen ... auf Teufel komm raus. Wir sollen an dieser Front zwischen Leben und Tod funktionieren wie Soldaten, pflichtergeben und am Besten, ohne Fragen zu stellen. Mein Arbeitgeber bietet keine Supervision an. Aber er ist fleißig darin, Stellen abzubauen. Von den Mitarbeitern wird hohes Engagement verlangt. Sie sollen sich aufopfern – ist ja schließlich für eine gute Sache! Wir pflegen und betreuen Alte und Kranke. Es ist eine Ehre, an dieser Front kämpfen zu dürfen und sich für eine Gesellschaft der Weggucker aufzuopfern.
Die Frau aus Zimmer xxx hat keine eigene Stimme mehr. Sie ist der Idiotie unserer Welt gnadenlos ausgeliefert.

Freitag, 10. August 2012

"Erhörte Gebete" von Truman Capote (Wahrheit und Illusion)


...
"Wenn etwas wahr ist, so heißt das nicht, dass es überzeugend ist, weder im Leben noch in der Kunst. Denk an Proust. Würde die Suche nach der verlorenen Zeit so wahr klingen, wie sie es tut, wenn er sich buchstabengetreu an die historischen Umstände gehalten hätte, wenn er nicht das jeweilige Geschlecht, die Ereignisse, die Namen abgewandelt hätte? Wenn er sich strikt an die Tatsachen gehalten hätte, wäre sie weniger glaubwürdig gewesen, aber" - ein Gedanke, der mir oft durch den Kopf gegangen war - "vielleicht besser. Weniger verdaulich, aber besser." Ich entschied mich doch für noch einen Drink. "Das ist die Frage: Ist die Wahrheit eine Illusion, oder ist die Illusion Wahrheit, oder sind sie im Grunde ein und dasselbe? Ich meinerseits, mir ist völlig egal, was jemand über mich sagt, solange es nicht wahr ist."
"Vielleicht solltest du diesen zweiten Drink weglassen."
"Findest du, ich bin betrunken?"
"Nun ja, du schwafelst."
"Ich bin entspannt, weiter nichts."
Woodrow sagte freundlich: "Du hast also wieder angefangen zu schreiben. Einen Roman?"
"Einen Bericht. Ich lege Rechenschaft ab. Ja, ich werde es einen Roman nennen. Falls ich es jeh zu Ende bringe. Natürlich bringe ich nie irgendetwas zu Ende."
"Hast du schon einen Titel?" Oh, Woodrow traf genau ins Schwarze mit seinen Cocktailparty-Fragen.
"Erhörte Gebete"
Woodrow runzelte die Stirn. "Das habe ich doch schon mal gehört."
"Nur, falls du einer von den dreihundert Dusseln warst, die mein erstes und einziges gedrucktes Werk gekauft haben. Das hieß auch Erhörte Gebete. Aus keinem besonderen Grund. Aber diesmal habe ich einen Grund."
"Erhörte Gebete. Ein Zitat, nehme ich an."
"Von der heiligen Theresia. Ich habe es selbst nie nachgeschlagen, also weiß ich nicht genau, was sie gesagt hat, aber es war so etwas wie: Es werden mehr Tränen über erhörte Gebete vergossen als über nicht erhörte."
Woodrow sagte: "Mir geht ein Lichtlein auf. Dieses Buch ist über Kate McCloud plus Clique."
"Ich würde nicht sagen, dass es über sie ist - obwohl sie und andere darin vorkommen."
"Worüber ist es dann?"
"Über Wahrheit als Illusion."
"Und über Illusion als Wahrheit?"
"Ersteres. Das Zweite ist ein anderes Projekt."
Woodrow wollte wissen, wieso, aber der Whisky tat seine Wirkung, und ich fühlte mich zu taub, um es ihm zu sagen; doch was ich gesagt hätte, war: Da es Wahrheit nicht gibt, kann sie niemals etwas anderes sein als Illusion - aber Illusion, das Nebenprodukt enthüllender Kunstfertigkeit, kann die Bergkuppen erreichen, die dem unerreichbaren Gipfel der vollkommenen Wahrheit am nächsten kommen. Zum Beispiel Damenimitatoren. Der Imitator ist in der Tat ein Mann (Wahrheit), bis er sich als Frau neu erschafft (Illusion) - und von diesen beiden ist die Illusion die wahrere.

(aus "Erhörte Gebete" von Truman Capote)

Donnerstag, 9. August 2012

Meine wiederentdeckte Liebe zu Ravioli in der Dose


Einen (funktionierenden) Dosenöffner und einen Löffel oder eine Gabel, - mehr braucht es nicht dazu. Wenn ich morgens nach dem Nachtdienst heimkomme, habe ich (meistens) Kohldampf. Müde, wie ich bin, muss es schnell gehen. Nach längerer Zeit hatte ich mal wieder eine Dose Ravioli am Wickel. Ganz schlicht mit Tomatensoße, die billigen. Dose auf, Inhalt in eine Schüssel und angerichtet war.
Die Ravioli esse ich auf Zimmertemperatur, da schmecken sie mir besser als warm. War echt lecker, und ich denke, Dosenravioli werden nun öfter auf meinem morgendlichen Speiseplan stehen.
Kurz nach Sieben Uhr in der Früh, auf ARTE lief „The Saint“, eine alte englische Krimiserie mit dem jungen Roger Moore – passte 100%ig dazu. Während Roger Moore die Gangster vertrimmte, verschlang ich die Ravioli in Tomatensoße. Wir waren fast gleichzeitig fertig. Satt und zufrieden ergab ich mich dem Schlaf.

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