Ich wünschte, wir würden zusammen spazieren gehen, und an einem schönen stillen Ort im tiefsten Wald würden wir abwechselnd und zusammen Urschreie ausstoßen ..., - bis uns die Luft ausgeht, und wir uns in die Arme fallen.
bonanzaMARGOT
- 02. Jan. 12, 16:16
Auf ein Neues!
bonanzaMARGOT
- 31. Dez. 11, 16:56
Es ist wieder so weit. Jahreswechsel. Auch wenn ich mir nichts aus Silvester mache – wer hätte anderes vermutet – spüre ich doch, dass ein Abschnitt meines Lebens endet, mehr noch als bei meinem Geburtstag. Immerhin bedeutet 1 Jahr beinahe (noch) 2% meines Lebens. Eine neue Sonnenumrundung beginnt. Das Datum, welches man als End- und Anfangspunkt eines neuen Jahres setzt, ist freilich willkürlich. Nur die Länge des Jahres steht fest. Morgen ist es also wieder so weit. Wir stoßen auf die zurückliegenden 365 Tage an und begrüßen frohgemut das Neue Jahr.
Wir erlebten persönlich ganz unterschiedliches, und doch scheint jedes Jahr unabhängig davon einen Charakter zu haben, der sich durch Großereignisse, politische Wandlungen und andere besondere Vorfälle ergibt: Da war z.B. die Katastrophe von Fukushima, welche uns viele Wochen lang weltweit den Atem anhalten ließ. Dann die nordafrikanischen Revolutionen – einige Despoten wurden (sozusagen) in die Wüste geschickt, für den libyschen Diktator Gaddafi endete es gar tödlich. Nebenbei wurde Osama Bin Laden von einem us-amerikanischen Einsatzkommando eliminiert. Das unfassbare Massaker eines irren Einzeltäters in Norwegen. Die Entstehung der Occupy-Bewegung als Reaktion auf die Macht der Banken. Und schließlich die Euro-Krise, die sich zum Dauerbrenner entwickelte. In Deutschland wurde erstmalig ein grüner Ministerpräsident gewählt, die Piraten-Partei kam ins Berliner Abgeordnetenhaus, die FDP murkst irgendwo bei 2% herum, und die SPD hat sich wieder etwas gefangen.
Rückblickend scheint die Zeit nur so verflogen zu sein. Wenn wir aber ein paar Momente innehalten, sehen wir, wie viel in den 365 Tagen passierte. Wahnsinn! All das geschah 2011!
Und dazu kommen die ganz persönlichen Up and Downs: Krankheiten, Umzüge, Urlaubsreisen, Unfälle, neue Lieben, Trennungen, Arbeitslosigkeit … Glück und Unglück, Mut und Hoffnungslosigkeit.
Nun steht schon das 12te Jahr des Dritten Jahrtausends vor der Tür. Einige alte Prophezeiungen verheißen nichts gutes. Ich glaube nicht an so`n Zeug. Die Welt kann jederzeit untergehen. Zum Teil haben wir Menschen es selbst in der Hand – wenn man an die Massenvernichtungswaffen denkt oder an den von Menschen verursachten Klimawandel. Machtlos stehen wir allerdings kosmischen Katastrophen wie Asteroideneinschlägen und Sonnenstürmen gegenüber. Wir leben auf einer Erbse, die durchs Weltall rast. Von einem Tag auf den anderen kann die wunderbare Welt, wie wir sie kennen, und wie wir sie zum Überleben brauchen, ausgelöscht werden. Manchmal denke ich, dass es hinsichtlich solcher Aussichten eine Schande ist, wie wir mit diesem wunderbaren Geschenk des Lebens auf dem blauen Planeten Erde seit vielen tausend Jahren umgehen. Von besonderer Intelligenz zeugt unser Verhalten nicht. Bis heute nicht.
Morgen ist Silvester. Ich gehe stark davon aus, dass es die Erde dann noch geben wird. Bestimmt dürfen wir noch ein Weilchen wie gewohnt weitermachen. Ich werde den Jahreswechsel im Altenheim erleben. Die meisten Bewohner schlafen, wenn Mitternacht die Böller krachen, und die Raketen in den Himmel steigen. Möglicherweise verpasse ich den Countdown zum Jahreswechsel, weil ich gerade eine Windel wechsele oder was in der Art … Zum Anstoßen ist sowieso niemand da. Somit vollzieht sich der Jahreswechsel im Altenheim ziemlich unspektakulär. Ich bin dann immer froh, wenn im TV nicht nur Party -, sondern zu nächtlicher Stunde ein Spielfilm läuft, um mich etwas abzulenken. Mal gespannt, wie alt die Kollegen und Kolleginnen vom Frühdienst am Neujahrsmorgen aus der Wäsche gucken. Früher saßen wir oft noch ein halbes Stündchen zusammen und vernichteten den ein oder anderen Pikkolo. Inzwischen ist leider alles viel verkrampfter geworden. Schade. Menschlichkeit zählt nicht mehr vorrangig, und der Zusammenhalt im Team ist auch nicht mehr das, was er mal war.
Genug geplaudert für heute. Es kommt, wie`s kommt.
Allen Bloggern und Lesern wünsche ich, dass sie unversehrt ins Neue Jahr rutschen. Auf zur nächsten Runde!
Neulich bekam ich Panik
dass ich morgen schon tot sein könnte
ich war über meine Angst
selbst erstaunt
das ist eine neue Dimension, dachte ich
manche Dinge, die ich vorher
nur dachte
wurden plötzlich zum Gefühl
leider nicht besonders angenehm
so wird man also verrückt
langsam verrückt
woher kommt die Leidenschaft
die mich von der Jagd auf den
Weißen Wal
besessen macht …?
toc, toc – der Holzfuß in meinem Kopf
auf Deck, der unruhige Geist
der mich nicht loslässt
selbst wenn er mich
hinunter in die Tiefen
reißt
einsam bin ich
ein einsamer, alter Mann
dessen Augen sich in tiefe Seen verwandeln
und dessen Schläfen der Welt
grau
entgegen träumen
Neulich blickte ich wieder über die roten
Dächer meines Geburtsortes
über Kaskaden blühenden Lebens
als wäre die Uhr stehengeblieben
eine 95Jahre alte Oma
saß auf der Bank
daneben
ich war in ihr zahnloses Lachen verliebt
(15.04.2003)
Wie siehst Du mich?
Die Welt ist ein Mysterium
Zeitreise in einem Abteil ohne Fenster
Schatten huschen vorbei
Lichtbalken streifen manchmal noch
den Kopf und verwirren
total
die Seele friert fest
Vergangenheit ist Gegenwart
und Zukunft ist Gegenwart
alles gleich mit schiefem Horizont
ich sitze in einem Zug durch die Zeit
ich weiß
ich weiß auch, dass ich sterbe
da sind noch Schatten, und das Licht
schrammt mich
wenn ich über einen warmen Händedruck
lächele
oder eine Umarmung
In dem Abteil ohne Fenster
sitze ich unter anderen lebendigen Toten
wie Mumien, die zum Leben erwachen
und durch einen Film stolpern
wie Karikaturen ihrer selbst
was wir mal waren
ist kaum noch erkennbar
langsam abgewrackt
rattern wir über die Schienenschwellen
kleine Stöße fluten durch unsere Körper
die wollen nicht abreißen auf
unserer Geisterfahrt
die Dämmerung scheint endlos
der Morgen kommt nimmer
wäre doch endlich Nacht
(200...)
Manche Menschen können einen nicht mehr enttäuschen, weil man gar nichts anderes von ihnen erwartet. Das ist zwar (irgendwie) traurig, aber auf der anderen Seite schont es die Nerven. Ich ärgere mich vielleicht zwei- oder dreimal wegen derselben dämlichen Sache, aber danach greift eine Art Abstumpfung.
Es geht uns nicht nur mit Menschen so. Auch gegenüber z.B. Katastrophenmeldungen stumpft man ab. Nein halt! Mehr noch als auf die Wiederholung kommt`s auf die Distanz zum Geschehen an. Über Weihnachten kann ich mich jedes Jahr erneut aufregen, weil ich es nicht ganz für mich ausblenden kann. Wäre Weihnachten ein doofes Fest, was nur in China gefeiert würde, wäre es mir piep-egal. Also, ich ärgere mich leichter über einen Arbeitskollegen als über eine bescheuerte Foren-Administratorin, die weit weg wohnt – und sowieso nicht, wenn ich nichts anderes mehr von ihr erwarte, - wie anfangs erwähnt. Leider wird man, was negative menschliche Eigenschaften angeht, seltenst positiv überrascht. Ich müsste mir einen Strick nehmen, wohnten alle Menschen, die mich im Laufe meines Lebens ankotzten, in meiner Straße. Ich meine die richtig ätzenden Zeitgenossen, bei deren Anblick ich bereits Magengrummeln kriege. Umgekehrt wird es wohl auch einigen gehen, wenn sie mich sehen.
Am liebsten sind mir die vielen Menschen, die ich nicht kenne. Von denen darf ich noch das Beste denken. Obwohl es Figuren gibt, deren bloßer Anblick mich schaudern lässt. Das muss aber nichts heißen. Ich kenne Menschen, auf die ich anfangs große Stücke gab, und die sich peu à peu als die größten Arschlöcher entpuppten – bedauerlicherweise! Man will es lange nicht wahrhaben, weil man vom Anfangseindruck geprägt ist, aber eines Tages ist man doch fertig damit. Gut so! Man kann sich dann nur noch über sich selbst ärgern, dass man so lange brauchte, um die betreffende Person endgültig ad acta zu legen, - bzw. dass man sich täuschen ließ.
Fast alle glauben wir, dass wir eine halbwegs gute Menschenkenntnis besitzen. Doch Pustekuchen! Wir sehen eben nur das, was wir sehen wollen. Für mich habe ich festgestellt, dass die Auswahl an Zeitgenossen, die ich dauerhaft einigermaßen angenehm finden könnte, relativ gering ausfällt. Wenn ich nicht vereinsamen will, muss ich dahingehend Kompromisse eingehen. Nur dummerweise kann ich nicht abschätzen, ob sich die Kompromisse dauerhaft in der Praxis durchhalten lassen.
Fazit: Alles wird bleiben, wie es ist. Wir kommen um menschliche Enttäuschungen nicht drumherum. Die Kunst ist es, sich mit (für einen) negativen Erscheinungen zu arrangieren. Ganz wurscht, ob Mensch, Sache oder Tradition. Wobei dieses Arrangement nicht Kritiklosigkeit bedeutet. Zur Seelenhygiene braucht es auch, dass man ab und zu ganz deftig Farbe bekennt, seine Meinung sagt! Wir sollten jedoch danach wieder gelassen zur Tagesordnung übergehen, und den Mist Mist sein lassen. Anders hätte ich z.B. die Arbeit in der Altenpflege über so viele Jahre hinweg nicht durchgehalten. Ich gebe zu, ein wenig Abstumpfung ist auch dabei …,was nicht Gleichgültigkeit bedeutet! Keine einfache Sache – dieses Arrangement, wie ich es meine. Dabei ehrlich bleiben, sich nicht verbiegen lassen. Sisyphus lässt grüßen.
Perfekt ist es nicht. Perfekt bin ich nicht. Es tut mir leid, dass ich für einige Mitmenschen eine Enttäuschung oder ein Ärgernis darstelle. Böswilligkeit und Gemeinheit versuche ich aus meinem Handeln weitgehendst zu eliminieren. Manchmal fehlt es mir an diplomatischem Geschick, und manchmal gehen auch die Nerven mit mir durch. Man möge es mir bitte nachsehen.
(Quelle: fuck me like that)
Bild von mir nachbearbeitet.
Oder wie soll man Glück definieren
Glück und Geld in einen direkten Zusammenhang zu bringen, ist in etwa so sinnig, wie Sex mit Liebe zu verwechseln.
Geld benötigen wir in erster Linie für unsere Grundsicherung, also zur Befriedigung existentieller Bedürfnisse wie Nahrung, Trinken, Kleidung, Wohnung, Mobilität und Information. Sex benötigen wir existentiell für unsere Fortpflanzung, damit unsere Art nicht ausstirbt. Erst in zweiter Linie bedienen wir mit Geld und Sex unser Lustempfinden. Wenn wir Geld übrig haben, können wir uns schöne Dinge kaufen, die wir zwar nicht notwendig brauchen, aber die uns glücklich machen. Jedenfalls soweit wir uns dies einbilden. Einiges, was uns glücklich machen soll, wird uns auch eingeredet. Und vieles lässt sich uns nicht ausreden, weil wir daran als glücklich machend glauben wollen – und zwar unbedingt. Die Ratio verliert, wenn es um die Definition von Glück geht. Mit dem Sex ist es ähnlich. Wie viel Sex wir brauchen, um glücklich zu sein, sieht jeder für sich anders. Ich könnte mir aber vorstellen, dass mit zunehmender Menge automatisch eine gewisse Entwertung einhergeht. Was ich im Überfluss habe, verliert an Wert und Reiz. Sex kann wie Geld zur Manie, zur Sucht werden. Dann wird allein die Quantität zur treibenden Kraft, und wir wollen immer nur mehr und mehr von dem Einen.
Eine Gesellschaft, die ihr Heil in ständigem Wachstum sieht, verhält sich mechanisch und manisch. Und diese Manie beeinflusst nicht nur Politik, Wirtschaft und Bankenwesen sondern jeden einzelnen Bürger, jedes Individuum. Wir leben im Kleinen das Abbild des Großen. Sex wurde immer mehr zur Ware stilisiert, und Geld muss man nicht mehr selbst erwirtschaften - man kann es sich kaufen, indem man Zinsen zahlt. Somit hat man Geld, ohne wirklich Geld zu haben, und man hat Sex ohne echte Lust. Wir machen es, weil wir uns sonst leer fühlen, weil wir sonst nichts mehr im Leben haben. Ich glaube, dass in einer Gesellschaft die Pervertierung von Geld, Macht und Sex mit der Abnahme von Liebe und Glück einhergeht. Nicht wirklich fassbare Werte wie Liebe und Glück werden im Materialismus durch zählbare, messbare Dinge und Beziehungen ersetzt. Dieser Prozess verläuft schleichend, so dass die Mehrheit der Menschen gar nicht merkt, wie oberflächlich und rücksichtslos die Welt, in der sie leben, zunehmend wird.
Dies sind nun keine neuen Erkenntnisse. Jede Hochkultur hatte mit ähnlichen Schwierigkeiten zu schaffen, welche schließlich u.a. zu ihrem Untergang führte.
Andererseits wussten wir noch nie so viel wie heute über uns und die Welt. Technik und Wissenschaften sind fortgeschrittener denn je. Wir haben fast weltweit freien Zugang zu Informationen und können beinahe grenzenlos kommunizieren. Immer mehr Staaten bewegen sich hin zur Demokratie. In Mitteleuropa hatten wir noch nie eine solch lange Friedensperiode. Die USA wählten erstmals einen schwarzen Präsidenten. In Deutschland regiert seit Jahren eine Frau.
Unzweifelhaft sind all dies positive Entwicklungen und Errungenschaften hinsichtlich einer friedlicheren, gerechteren und menschlicheren Welt. Aber werden sie den Wettlauf gegen Gier, Materialismus und Großmannssucht gewinnen? (Man darf Bedenken äußern.)
Ich wollte gar nicht so weit ausholen. Angeregt von einer Doku im TV, welche über das Glück in Bhutan berichtete, machte ich mir einen eigenen Kopf über den Zusammenhang von Glück und Geld – und stieß dabei (eher provokativ) auf die Parallele Liebe und Sex. Wahrscheinlich hinkt der Vergleich gewaltig, doch ich mag solche Bilder, weil sie auf meine Gedanken äußerst anregend wirken.
Eigentlich wollte ich heute Vormittag etwas ganz anderes thematisieren, - nämlich: „Das Fanal der Mehrheit“. Ich wollte darüber schreiben, wie grausam und intolerant Mehrheiten oft gegenüber Minderheiten und Aussenseitern sind, ohne dass es jemanden juckt ...
Ein andermal. Vielleicht.
bonanzaMARGOT
- 26. Dez. 11, 13:19