Donnerstag, 16. Januar 2014

Wie immer






Ein buntes Gewusel. Hände in Taschen vergraben. Gruppen von Menschen an der Fußgängerampel, an den Straßenbahn- und Bushaltestellen. Blicke treffen sich flüchtig. Die ganze Palette menschlichen Daseins auf einem Platz: jung und alt, dick und dünn, arm und reich … Ein jeder in seiner Gedankenwelt. Ich mittendrin. Ich bin gar nicht unbedingt zum Einkaufen hier. Der Kaufhausgeruch stößt mich ab. Aber was mache ich hier? Es ist kalt. Die Luft stinkt von den Auspuffabgasen der Autos. Unentschlossen schaue ich zur Bushaltestelle. Mist, der Bus zur Altstadt fuhr gerade davon! Ich überquere abseits des Fußgängerüberwegs die Straße. Es sind nur wenige Meter bis zu einem Café. Ich genieße die Gemütlichkeit des vertrauten Orts. Ich ruhe in mir. Eine junge Frau fragt mich, was ich wünsche. Ich betrachte die anderen Gäste. Ich schaue hinaus zur Straße. Die Stadt wird zur Kulisse. Es ist früher Nachmittag. Das Café ist fast immer gut besucht. Viele Studentinnen und Studenten. Ich warte auf mein Bier. Ich habe nicht wirklich einen Plan. Eigentlich laufen meine Stadtausflüge immer gleich ab. Es gibt einige Lokale, die ich ansteuere. Ich kaufe ein paar Lebensmittel ein. Ab und zu gehe ich ins Kino. Was läuft eigentlich? Mal wieder nichts, was mich wirklich interessiert.
Bevor ich weitergehe, entleere ich meine Blase. Ich trete wieder hinaus in die helle Kälte des Tages. Wie automatisch begebe ich mich in den Menschenstrom der Fußgängerzone. Ich verschwinde. Ich bin ein Tropfen in einem Fluss. Der kleine Spaziergang tut mir gut. Das Bier macht müde. Alleinsein macht müde. Die Stadt macht müde. Zu viele Eindrücke.
Ich nehme die drei Stufen zum Eingang der Altstadtkneipe in einem Satz. Mein Platz an der Bar ist frei. Ich grüße die Bedienungen. „Wie immer“, sage ich.

ein literarisches Tagebuch

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