Dienstag, 7. Januar 2014

TV-Tipp:

"The Voice of Peace (Doku)", 22 Uhr 45, Das Erste

Endlich sind die fuckin` Feiertage vorbei


Endlich sind die fuckin` Feiertage vorbei. Gestern war ich der irrigen Annahme, dass die Geschäfte offen hätten. Ich wollte zur Post, eine Pike Brothers Jeans, die ich zu groß bestellt hatte, zum Umtausch zurückschicken. Ich packte das Päckchen auf mein Fahrrad und düste los. Fluchend musste ich feststellen, dass die Post geschlossen hatte und auch alle anderen Läden. Dabei hätte ich dringend Klopapier gebraucht.
Es blieb mir nichts anderes übrig, als in der Tanke einzukaufen - wenigstens ein paar Dosen Bier.
Fuck, fuck, fuck! Ich hasse Feiertage! Im Kaffeehaus stand Kei, der Halbjapaner, hinter der Theke. Ich erzählte ihm von meinem Lapsus.
„Wenn du dir den Stress antun willst, kannst du nach Hessen rüber fahren zum Einkaufen“, sagte er.
„Nein danke. Ich ärgere mich, weil ich wusste, dass „Heilige Drei Könige“ ist; nur dachte ich, dass bei uns die Geschäfte auch ganz normal offen hätten.“
Ich schaute mich von meinem erhobenen Platz an der Bar aus um: Typisches Feiertags-Spießer-Familien-Publikum. Es war bereits später Nachmittag, und immer mehr Leute strömten ins Kaffeehaus. Viele kamen zum Abendessen. Kei geriet ganz schön ins Schwitzen. Sie hatten einen solchen Ansturm nicht erwartet. Außer ihm arbeitete nur noch eine Bedienung.
Ich langweilte mich und packte meine Unterwegs-Lektüre aus: „Eine Braut für Dino Rossi“ v. John Fante. Bei einigen Textstellen musste ich schmunzeln. Fante war ein prima Erzähler. Er zog mich direkt hinein ins Buch zu seinen Figuren. Lieber hätte ich mich aber unterhalten. Nach ein paar Seiten klappte ich John Fante wieder zu. Das Kaffeehaus war inzwischen fast bis auf den letzten Platz belegt. Kei half an den Tischen aus. An der Bar saß außer mir nur noch ein junger Kerl mit Baseballmütze. Er war mit seinem Smartphone beschäftigt. Sein Blick apathisch. Ein richtiger Kotzbrocken. Ich blickte häufig auf meine Armbanduhr, als würde dadurch die Zeit schneller vergehen.
Klaus erschien. Er befand sich in weiblicher Begleitung, eine ältere Dame, die ich noch nicht gesehen hatte. Nach Schulterklopfen und kurzer Begrüßung setzten sie sich an einen Tisch. Ich trank aus, verabschiedete mich von Kei, und ging hinaus in den Abend. Es war nicht kalt. Den Mantel hätte ich gar nicht gebraucht. Ich schwang mich auf meinen Drahtesel und keuchte den Berg hinauf. Menschen begegneten mir keine, nur Autos. Die Dunkelheit umschloss mich wie ein Kokon.

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