Wiedersehen


Wer hätte gedacht, dass ich nach drei Monaten schon wieder im Flieger nach Spanien sitzen würde. Diesmal Frankfurt – Barcelona. Es war die einzige Möglichkeit, meine Liebe wiederzusehen. Eine Woche Costa Dorada.
So langsam könnte ich mich an das Fliegen gewöhnen. Was man nicht alles macht, bis man alt und grau ist. Etwas abenteuerlich war das Ganze schon. Aber alles ging glatt mit dem Einchecken am Flughafen. Dann ein paar Bierchen vorm Gate, und ehe ich mich versah, befand ich mich in der Luft. Zwei Stunden Flugzeit. Vor Barcelona flogen wir durch die Wolken. Es rumpelte ganz schön. Ein Fluggast in der Sitzreihe auf der anderen Gangseite saß die ganze Zeit in kauernder Stellung, als würden wir abstürzen. Besonders vertrauenswürdig erscheinen mir diese fliegenden Sardinenbüchsen auch nicht, aber die moderne Technik macht`s möglich: sie fliegen. Abstürzen ist freilich immer scheiße. Aber warum sollte ich schon auf meiner zweiten Flugreise im Leben abstürzen?
Ich kam heil im Hotel an. Es war schon Abend. Wir wollten uns unbedingt noch sehen. Ihr Hotel lag etwa zwanzig Minuten Fußweg von dem meinen entfernt. Zur Erklärung: Sie ist die Frau, die ich in Palma de Mallorca kennengelernt hatte. Inzwischen wurde sie für mich mehr als eine Urlaubsbekanntschaft. Leider wohnt sie in Russland. Und als ob das noch nicht genug wäre: sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Ihr achtjähriger Sohn begleitete sie an die Costa Dorada.
Wir verabredeten uns also für 22 Uhr an ihrem Hotel, nachdem sie den Kleinen zu Bett gebracht hatte. Zum ersten Mal ging ich den Weg zu ihrem Hotel. Ich fand es fast gleich. So viele Hotels gibt es in dem Ort nicht. Gut auch, dass lange hell war. Ich konnte mir die Gegend etwas betrachten, wo ich gelandet war. Ich begrüßte Meer und Strand.
Seltsam, als wir uns das erste Mal seit März wieder gegenüberstanden, uns umarmten. Seltsam, weil wir monatelang nur mailen konnten, und plötzlich wurde aus dem Phantom wieder die Frau aus Fleisch und Blut, die ich berühren und küssen konnte – quasi von einem Moment zum nächsten, als würde sich ein Traum realisieren. Wir gingen zusammen die Straße hinunter und setzten uns vor eine Bar, tranken Bier und genossen unser Wiedersehen. Es war eine laue Sommernacht. (Komischerweise kann ich mich an Details nicht erinnern.) Ich war glücklich. Eine wunderschöne Urlaubswoche lag vor uns.





Costa Dorada - der erste Tag am Strand

Camina (Gast) - 02. Jul. 14, 07:08

bin schon gespannt wie es weiter geht...
Viele Grüße
Camina

bonanzaMARGOT - 02. Jul. 14, 10:46

weitergeht? meinst du den urlaub oder die liebesgeschichte?
lovehunter - 02. Jul. 14, 11:13

Einer long distance love Story wohnt eine exotische Aufregung inne, die über das gewöhnliche Verliebtsein hinausgeht, finde ich. Vielleicht liegt es daran, weil alles schwieriger ist und sich die romantische Phantasie zwischen die Distanz schiebt und die Liebe überhöht. Dazu kommt noch die Ausnahmesituation ‚Urlaub‘, in der die Fesseln des Alltags abfallen.
(Mir ist es vor 6 Jahren jedenfalls so ergangen, als ich auf Mallorca ebenfalls eine Frau aus Russland kennenlernte.)

Ein Freund von mir hat eine Russin geheiratet. Nach einigem Hin und Her ist sie jetzt zu ihm nach Österreich übersiedelt. Über die Schwierigkeiten (von den Kosten ganz zu schweigen) könnte er ein Buch schreiben.

Wünsche dir viel Glück.

bonanzaMARGOT - 02. Jul. 14, 11:58

danke

ja, einfach wird es auf keinen fall.
auch emotional nicht einfach durchzustehen.
bonanzaMARGOT - 03. Jul. 14, 09:54

diese russinnen - tz tz tz!
Camina (Gast) - 02. Jul. 14, 11:45

ich meine die Liebesgeschichte

bonanzaMARGOT - 02. Jul. 14, 11:57

ja, da bin ich selbst gespannt.

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