Der Tag liegt wie ein schmuddeliges Leichentuch über mir: seltsam friedlich aber mit einem Rest Beklemmung. Ich stehe im Halbdunkeln. Meine Seele rollt sich zusammen – ein schlafender Hund, der ab und zu blinzelt. Die Minuten gleiten einzeln durch meine Hände. Sie fassen sich weich und luftig an. Etwa wie mein Atem, aber noch unmerklicher. Ich bin allein mit meinen Gedanken an einem langgezogenen Strand. Mit jeder Welle umspülen mich andere. Und dazu flüchtige Bilder, die einfach durch mich durch wehen. Ich möchte mich von einer Last lösen, aber es ist aussichtslos. Also schiebe ich sie weg. Nur etwas weg, damit sie nicht so sehr auf mich drückt. Und ich vergesse die Zeit – wenigstens kurz.
Wahnsinn, was sich auf der toskanischen Insel Giglio nach der Schiffshavarie abspielt. Auf Phoenix läuft eine Doku. Die Einwohner des malerischen Hafenstädtchens Giglio Porto äußern sich betroffen … Der Kreuzfahrt-Koloss liegt wie ein verwundeter, eiserner Leviathan vor aller Augen auf den Klippen. Noch immer werden einige Passagiere vermisst, die wohl kaum noch lebend geborgen werden. Der Kapitän wurde verhaftet. Inzwischen steht er unter Hausarrest. Sein Fehlverhalten ist unfassbar! Nicht nur dass er den Ozeanriesen fahrlässig zu nah an die Küste steuerte, und somit die Kollision mit den Felsen verursachte; er verließ offensichtlich als einer der ersten das sinkende Schiff und ließ lange die Passagiere im Ungewissen über das Ausmaß der Katastrophe, was die Koordination der Rettung erschwerte, und was wahrscheinlich auch die zu beklagenden Todesopfer zur Folge hatte. War es sträflicher Leichtsinn im Vertrauen auf die Technik? Dann erinnert dieses Unglück in der Tat an die Titanic-Katastrophe und an andere Katastrophen, welche ihre Ursachen in einer übermäßigen Technikgläubigkeit haben – gepaart mit menschlichem Versagen in der Krise.
Der Kapitän wird als Schiffsführer die volle Verantwortung zu tragen haben. Aber auch das System, welches ihn stützte, sollte sorgfältig untersucht werden. Es wäre zu einfach, eine solches Unglück allein mit dem Fehlverhalten einer einzelnen Person zu erklären. Ich frage mich, warum sich noch niemand von den Offizieren und anderen Mannschaftsmitgliedern zu dem Desaster aufklärend äußerte. Womöglich erhielten sie „von oben“, also von der Reederei, einen Maulkorb verpasst.
Zu hoffen ist, dass nicht noch viele Tote in dem Wrack liegen. Die Vermisstenzahlen variieren relativ stark. Wer weiß, ob überhaupt alle Besatzungsmitglieder, vor allem Billigarbeitskräfte, gelistet waren.
In einem Interview sagte ein Kreuzfahrtexperte, dass das Unglück des Luxusliners Costa Concordia nicht zu einem Rückgang der Kreuzfahrtbuchungen führte. Die Menschen halten es für ein singuläres Ereignis. Außerdem sind glücklicherweise angesichts von ca. 4200 Menschen an Bord nur relativ wenige Opfer zu beklagen. Die Kreuzfahrtindustrie boomt.
Der monströse Schiffskörper wird, wenn er nicht von den Klippen in die Tiefe rutscht, noch Wochen, wenn nicht monatelang vor der Insel Giglio zu bestaunen sein – zum einen als Mahnmal, und zum anderen als Touristenattraktion. Die Inselbewohner wurden über Nacht aus ihrer winterlich-ruhigen Idylle gerissen …
Ich wusste vorher gar nicht, dass es diese reizende Insel gibt.
PS: Und was den Schaden an der Umwelt angeht, - bisher hört man davon wenig in den Medien.
"Being John Malkovich" auf Arte, 0 Uhr 5.
bonanzaMARGOT
- 19. Jan. 12, 17:53
IX
Sehr geehrter Mr. Brasko,
ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen und Ihre Diskretion. Gleichzeitig entschuldige ich mich für die Ihnen entstandenen Unannehmlichkeiten. Wie ich erfuhr, befinden Sie sich auf dem Weg der Besserung. Das freut mich sehr.
Ich überwies einen Geldbetrag auf Ihr Konto, der Sie hoffentlich ein wenig für die erlittenen Schmerzen und eventuelle gesundheitliche Beeinträchtigungen entschädigt.
Bitte forschen Sie nicht weiter nach. Alles wendete sich zum Guten. Betrachten sie Ihren Auftrag für erledigt.
Mit besten Grüßen und Genesungswünschen,
B.
Neben einem Haufen Rechnungen fand Brasko diesen anonymen Brief in seinem Briefkasten. Es war ein gutes Gefühl nach so langer Abwesenheit wieder zuhause zu sein. Vom ersten Quartal des Jahres 2012 hatte er zwei Drittel sozusagen verpennt. Ein komisches Gefühl: Anfang März, die Krokusse blühten. Er würde noch einiges zu verarbeiten haben von dem Fall, an den er sich nicht mehr erinnern konnte. Sein gesamter Krankenhausaufenthalt kam ihm unwirklich vor: Oberarzt W., Schwester Bettina, der Förster, die Mumie, Frenis Besuch … Aber wenn er die Narben an seiner Schulter betrachtete, wusste er, dass er das alles nicht geträumt hatte. Phantasie und Wirklichkeit – wo war die Grenze? Vielleicht existiert diese Grenze nur in uns(?)
Auf Braskos Bankkonto war wirklich eine stattliche Geldsumme eingegangen. Doch das meiste würde für die Bezahlungen der Rechnungen draufgehen. Es war auch eine Rechnung von der Schwarzwaldklinik dabei. Brasko grinste: Das Leben hat mich wieder! Was auch immer das bedeutet …
Freni hatte vor ihrer Abreise was angedeutet. Sie sprach von der toskanischen Insel Giglio und einem Schiffsunglück, dass dort stattgefunden hatte und von einigen Merkwürdigkeiten, denen man vielleicht mal auf den Grund gehen sollte.
Braskos Blick fiel auf den halben Kasten Bier unter seinem Schreibtisch. Er öffnete eine Flasche und träumte vor sich hin.
VIII
Immerhin war sie gekommen - der einzige Besuch, den er im Krankenhaus hatte. Es war Wochenende, und Freni übernachtete im Dorf, um am nächsten Tag in Ruhe die lange Heimfahrt anzutreten. Brasko durfte inzwischen aufstehen. Sie gingen ein paar Schritte vor die Tür.
„Schöne Gegend hier!“ Freni schaute verträumt auf die bewaldeten Berghänge.
„Ja, der Schwarzwald – nicht übel“, brummte Brasko und schaute Freni auf den Arsch. Sie hatte sich gut gehalten. Schließlich war sie auch nicht mehr die Jüngste.
„An was für einer Story warst Du denn dran, Meisterdetektiv?“ Sie konnte es sich einfach nicht verkneifen, ab und zu schnippisch zu werden.
„Wenn ich das wüsste … Die Erinnerung daran ist total verschütt. Ich hatte kürzlich einen verrückten Traum von der Entführung des Bundespräsidenten ...“, Brasko lachte, „was für ein Blödsinn!“
„Aber vielleicht war da wirklich was mit dem Bundespräsidenten?“
„Der wurde doch nicht etwa tatsächlich entführt?“ Brasko grinste immer noch in Gedanken an seinen Traum.
„Nein.“
„Also, was soll`s. Mehr als merkwürdig ist nur, dass ich einen Skiunfall gehabt haben soll, wo ich gar nicht Ski fahre.“
„Wie geht`s denn der Schulter?“
„Fast wie neu. Was man heute chirurgisch nicht alles machen kann. Nur die Erinnerung kann mir niemand wiedergeben.“
„Nein – äh – ja, meine ich. Oberarzt W. sieht übrigens ein bisschen wie der Bundespräsident aus.“
„Ach? Das ganze Leben ist voll von merkwürdigen Ähnlichkeiten, und wir kommen nicht hinter die Bedeutung. Ich denke dann oft, da will mir jemand ein Zeichen geben, aber ich kapier`s nicht. Ich hab`s vor Augen, aber ich sehe es nicht ...
Ist der Bundespräsident noch der Bundespräsident?“
„Ja, er saß die Affäre aus. Und dann verunglückte ein Kreuzfahrtschiff; und er rutschte peu à peu aus den Schlagzeilen.“
„Egal“, Brasko zuckte mit den Schultern, „Autsch! Verdammt!“
„Tut doch noch weh.“
„Nur bei unwillkürlichen Bewegungen. Schön, dass du da bist, Freni.“
„Ehrlich? Das hörte sich vorhin ganz anders an.“
„Ehrlich! Hat Dein Hotel eine Bar?“
„Aber du darfst doch bestimmt nicht das Gelände verlassen!“
„Komm! Ein kleiner Spaziergang wird mir gut tun.“
„Ja ja, und außerdem bist du scharf auf ein Bier.“
„Wie gut Du mich kennst, Bücherwurm.“
„Na gut, Meisterdetektiv.“ Freni hakte sich bei ihm ein, und sie gingen ins Dorf. Die Luft war mild für die Jahreszeit.
Ihr Hotel entpuppte sich als Gaststätte mit ein paar Fremdenzimmern darüber und hieß „Schinderhannes“. Es war unübersehbar, dass sie aus der nahen Klinik kamen - Brasko im "Dittsche-Outfit": über dem Schlafanzug trug er einen gestreiften Bademantel.
„Aaaaaahh, tut das gut!“ seufzte Brasko nach dem ersten Schluck. Er trank ein großes Helles. Freni begnügte sich mit einem Kaffee. Sie hatten sich etwas abseits an einen kleinen Tisch gesetzt.
„Und was hast Du jetzt vor?“
„So schnell wie möglich nach Hause.“ Brasko nahm noch einen kräftigen Zug und wischte sich mit dem Handrücken den Schaum vom Mund. „Das Leben geht weiter.“
„Du wirst Dich nie ändern, was?“
„Wer weiß. Bundespräsident werde ich sicher nicht. Ob ich dieses Detektiv-Ding noch lange durchziehe ...“ Brasko stockte, er hielt sich krampfhaft am Bierglas fest. Das Thema war ihm unangenehm. „Gut, dass wir schon Mitte Februar haben“, sagte er ablenkend, „ich warte auf den Frühling. Insofern war es nicht schlecht, dass ich ein paar Wochen verpennte.“ Er lächelte, aber Freni entging sein trauriger Blick nicht.
VII
„Brasko, Du Armleuchter, was hast Du Dir denn schon wieder angetan? Kannst Du Dich noch erinnern, als ich Dir sagte …, dass du mit dem Alkohol niemals frei sein kannst. Und dabei ist doch „Freiheit“ das einzige und große Anliegen in deinem Leben!“
„Ja, Mama.“
„Ach, Kind“, sie umarmte ihren Sohn. Brasko war verlegen.
„Mama, ich danke Dir für Deinen Besuch. Aber lasse mich bitte los! Gehe mir nicht auf den Sack!“
„Mein Schatz, Brasko, wen habe ich denn sonst noch?!“
Scheiße, dachte Brasko. Er hatte eigentlich auf einen anderen Besuch gehofft. Langsam wurde ihm klar, dass Freni nur ein Abbild seiner Mutter war. Nur eben anders. Mit solchen Frauen fing man besser nichts an. Braskos Mutter war seit zwei Jahren tot. Freni stand an seinem Krankenbett und hielt ihm eine Standpauke.
Er erinnerte sich an eine Folge von „Two and a half men“, als Charlie eine Tussie fickte, die total der eigenen Mutter ähnelte. Er wollte es nicht wahrhaben, doch da war es schon zu spät …
Brasko umarmte Freni.
Die Mumie zeigte den Stinkfinger.
Und der Förster sagte: „Hey, Baby, Du hast aber `ne ziemlich junge Mom!“
Den Sonnenschein genutzt

und einen Spaziergang am Neckarufer unternommen

VI
Bei einer Amnesie ist es für den Betroffenen schwer, Phantasie und Realität klar abzugrenzen. Die Erinnerungslücke macht sich selbstständig. Sie tut, was Lücken allgemein tun. Sie nerven wie z.B. Zahnlücken. Irgendwann schaut man aus Selbstschutz nicht mehr so genau hin. Brasko wusste, dass er wahrscheinlich an einem Auftrag gearbeitet hatte. Und er wusste, dass ein Skiunfall ziemlich unwahrscheinlich war. Oder hatte er sich besoffen auf die Bretter gestellt? Ganz abwegig wäre dies nicht. Wieso nahm sein Auftraggeber nicht Kontakt mit ihm auf, nachdem er aus dem Koma aufgewacht war? Hatte er in St. Moritz am Ende nur ein Sexdate? Und die betreffende Dame ersparte sich mögliche Unannehmlichkeiten?
Niemand hatte nach ihm gefragt – das versicherte ihm Schwester Bettina. Nicht mal die Polizei.
Brasko erholte sich zusehends. Man verlegte ihn in ein Vierbettzimmer, in dem bereits zwei Witzbolde lagen. Der eine hatte kein Gesicht mehr und hoffte, wieder eins verpasst zu kriegen. Sein Kopf war total von Mullbinden umwickelt. Er konnte nicht sprechen und gestikulierte nur herum oder machte gar nichts. Der andere war wesentlich gesprächiger – ein schwäbischer Förster, der seinen Unterarm in einem Hexler verloren hatte. Oberarzt W. wollte ihm den eines tödlich verunglückten Motorradfahrers annähen. „Er hat ihn noch vom Sommer in seiner Tiefkühltruhe“, witzelte der schwäbische Förster, "er muss ihn nur noch auftauen, haha!“ Der Typ mit den Mullbinden um seinen Kopf lutschte oft an seinem Daumen. „Haha!“ schrie der Förster, „die Mumie will Dir einen blasen! Haha!“ Brasko grinste, „wie ist das eigentlich passiert mit deinem Unterarm?“
„Wenn ich das wüßte“, der Förster war immer noch am kichern, „ich muss total strack gewesen sein, haha!“
„Apropos …, kommt man hier irgendwie an ein Bier??“
„Ne, vorher schieße ich Dir `nen Yeti, haha!“
„Ach so, Mist!“
Brasko mochte weder den Förster noch die Mumie besonders. Aber sie bedeuteten wenigstens menschliche Gesellschaft. Wenn sie nachts nur nicht so viel furzen würden!
Er hatte sich mit der Tatsache abgefunden, dass er einen schweren Skiunfall unter sehr merkwürdigen Umständen gehabt hatte. Musste man allem im Leben auf den Grund gehen?
Er war mehr Hanswurst als Detektiv. Immer schon gewesen. Brasko lebte davon, dass es noch dämlichere Leute als ihn gab, und außerdem musste er wohl einen Schutzengel haben.
Die Mumie hatte mit dem Daumenlutschen aufgehört, und der Förster war bei der Lektüre des Playboys eingeschlafen.
Schwester Bettina betrat das Zimmer und wand sich gleich an Brasko.
„Sie haben Besuch.“
mache ich `nen Abflug ...
V
„Wo bin ich?“
„In der Schwarzwaldklinik, Mr. Brasko. Schön, dass Sie wieder bei uns sind. Sie lagen fast 6 Wochen im künstlichen Koma. Nach diesem verheerenden Unfall ...“
„Schwarzwaldklinik? Ist das ein Witz? Und Sie sind Prof. Brinkmann, oder wie? Und dann – was für ein Unfall?“ Brasko konnte sich an nichts erinnern. Da war nur ein großes schwarzes Loch. Er starrte auf den Arzt neben seinem Krankenbett, der ihm merkwürdig bekannt vorkam. Ein schlaksiger Typ in weißem Kittel und mit einem Nasenfahrrad. Hinter ihm stand eine Krankenschwester. Nicht übel das Gefährt, dachte Brasko. Der Arzt sollte mal etwas zur Seite treten, damit er ein besseres Blickfeld auf diese Schönheit hätte.
„Sie liegen in einer Spezialklinik. Ihre gesamte rechte Schulter musste erneuert werden. Sie hatten einen grausigen Skiunfall“, und zur Schwester gewandt sagte der Arzt: „Schwester Bettina, kümmern Sie sich bitte um unseren Patienten, damit er wieder ein wenig Orientierung gewinnt. Schließlich verschlief er eine ganze Zeit.“
„Natürlich Herr Doktor,“
Der Arzt lächelte gutmütig, als er in das verdutzte Gesicht seines Patienten blickte.
„Ein partieller Gedächtnisverlust ist nicht ungewöhnlich bei solchen Traumata. Und wahrscheinlich wird das Gedächtnis auch nicht vollständig zurückkehren. Schwester Bettina wird alle Ihre Fragen beantworten, Mr. Brasko. Und nun entschuldigen Sie mich bitte.“
Der Arzt wendete auf dem Absatz und verließ wehenden Kittels das Zimmer.
„Das war Oberarzt W.“, sagte Schwester Bettina, „ein Spezialist für plastische Chirurgie. Er rettete Ihr Leben und Ihre Schulter.“
„Aber ich kann überhaupt nicht Ski fahren“, stammelte Brasko.
Schwester Bettina schaute ihn mitleidig an. „Es wird eine Weile dauern, bis Sie sich wieder zurecht finden. Soll ich jemanden aus Ihrem Freundeskreis informieren?“
Auch diese recht hübsche Schwester Bettina kam Brasko merkwürdig bekannt vor. Eine Menge Fragen schwirrten ihm durch den Kopf. Aber auf die meisten würde die Krankenschwester auch keine Antworten haben. Er war müde und durcheinander. Schmerzlich wurde ihm bewusst, dass ihn eigentlich niemand vermisste. Er lebte schon lange Zeit beinahe wie ein Einsiedler, - unterhielt lediglich Gelegenheitsbekanntschaften.
„Welches Datum haben wir eigentlich?“
„Den 16. Februar 2012, Mr. Brasko.“
„Und, habe ich was verpasst?“
„Wie meinen Sie das?“
„Ich weiß nicht ...“, Brasko schaute sich in dem Krankenzimmer um. Er lag in einem Zweibettzimmer. Das andere Bett war leer.
Schwester Bettina bemerkte seinen Blick und sagte: „Wir werden Sie bald verlegen, nun, da Sie wach sind. Dann werden Sie Gesellschaft haben.“
Brasko lächelte plötzlich. „Sie können doch jemanden informieren, Schwester Bettina.“
„Aha! Und wen?“
„Die Freni aus Cottbus ...“