Verfolgt


Letzte Nacht lieferte ich mir mit der Polizei eine Verfolgungsjagd. Ich träume manchmal davon, dass ich noch mit meinem alten Ford Fiesta unterwegs bin. Bevor ich den Lappen verlor, fuhr ich fast ausschließlich Ford Fiesta, weil mein Vater in einer Ford-Werkstatt arbeitete und günstig an Unfallwagen kam, die er dann nach Feierabend reparierte. Darin war mein Vater spitze, – und ich kam günstig zu einem Auto. Außerdem wartete er den Wagen regelmäßig, so dass ich mich nie um irgendwas kümmern musste. Der Fiesta war zwar etwas schwach auf der Brust, aber sehr zuverlässig und völlig ausreichend für meine Belange. Ich kurvte damit ganz schön wild durch die Gegend… Wenn ich in Frankreich und Italien Urlaub machte, ließ ich mich zu regelrechten Rennen auf den Landstraßen animieren, überholte an den unmöglichsten Stellen und drückte das Gaspedal bis zum Boden durch. Die waren dort (fast) alle so unterwegs – vollkommen irre. Als junger Mann befindet man sich auf dem Testosteron-Trip, und der Alkohol erledigt den Rest… Im Nachhinein bin ich froh, dass ich diese wilde Zeit unfallfrei überstand. Was hätte nicht alles passieren können. Der Verlust des Führerscheins war insofern ein Segen für mein weiteres Leben.
Obwohl das nun schon über zwanzig Jahre zurückliegt, kurve ich in meinen Träumen immer noch durch die Gegend, meist in der Angst, dass ich in eine Polizeikontrolle geraten könnte – ohne Führerschein und dann noch alkoholisiert… Im Traum passiert schließlich das, wovor man die meiste Angst hat, so auch letzte Nacht. Ich entdeckte die Polizeikontrolle, als es bereits zum Anhalten und Wenden zu spät war. Ich hätte mich damit nur verdächtig gemacht. Also hoffte ich, dass sie mich durchwinken, denn sie hatten gerade einen anderen in der Mache. Aber Pustekuchen! Ein Polizist schaute mich direkt an, und ich wusste sofort, dass er mich zur Seite dirigieren würde…
In der direkt nachfolgenden Traumsequenz war ich immer noch auf der Landstraße unterwegs und wunderte mich darüber. Ich schaute in den Rückspiegel, und sah erstmal keine Auffälligkeiten. Doch kurz darauf hörte ich die Sirene eines Polizeiwagens hinter mir. Offenbar hatte ich einen Blackout am Kontrollpunkt gehabt. Eine wilde Verfolgungsjagd begann, die ich aufgrund ihrer Verrücktheit hier schwer wiedergeben kann. Typisch Traum halt. Mein Herz allerdings raste. Am Ende schnappten sie mich, als ich in einen Waldweg abbog, um mich zu verstecken. Ich fühlte eine Mischung aus Frustration und Erleichterung, wie wenn man als Kind von den Eltern bei einem großen Mist ertappt wird…
Prima – nur ein Traum! wurde mir gewahr, als ich aufwachte. Klopfenden Herzens taumelte ich zur Toilette. (Was man nicht alles für einen Scheiß träumt.)

ein literarisches Tagebuch

Kontakt



User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

alien-lösung? da ging...
alien-lösung? da ging was an mir vorbei. ist aber eh...
bonanzaMARGOT - 17. Nov, 13:08
richtig. ich dachte nur,...
richtig. ich dachte nur, dass ich es meinen lesern...
bonanzaMARGOT - 17. Nov, 13:05
Wo ist denn das Problem?...
Wo ist denn das Problem? Durch die „Alien-Lösung” von...
C. Araxe - 7. Nov, 22:06
Wenn du ohnehin eine...
Wenn du ohnehin eine neue Blogheimat gefunden hast...kann...
rosenherz - 2. Nov, 13:51
Liebe Leser(innen)
Dieser Blog ruht fortan. Leider ist die Resonanz hier...
bonanzaMARGOT - 02. Nov. 19, 13:39
Zu den Rubriken (3)
28.10.2016 - ... 2019 - Reisen Back from Greifswald Aufgefangen Let zter...
bonanzaMARGOT - 14. Sep. 19, 08:36

Archiv

Mai 2019
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 2 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
13
14
15
16
18
20
21
22
23
26
27
28
29
31
 
 
 

Neues in boMAs prosaGEDICHTE-Blog

Suche

 

Extras



prosaGEDICHTE (... die Nacht ist gut für die Tinte, der Tag druckt die Seiten ...)

↑ Grab this Headline Animator


Von Nachtwachen und dicken Titten

↑ Grab this Headline Animator



Status

Online seit 5451 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:09