"Faszinierend"


Leonard Nimoy ist tot*. Wir kennen ihn wahrscheinlich alle aus der Science Fiction Serie „Raumschiff Enterprise“. Er verkörperte den Charakter Spock, einen Halbvulkanier, der durch seinen scharfen Verstand und seine scharf geschnittenen Ohren auffiel. Ohne Spock hätte, glaube ich, die Serie nie Kultstatus gewonnen. Ich erinnere mich gern an seinen Ausspruch „Faszinierend“ und seinen trockenen Humor. Leonard Nimoy schlüpfte perfekt in die Rolle "des Logikmonsters mit menschlichen Zügen". Unvergesslich sein stoischer Gesichtsausdruck, das Hochziehen der Augenbraue, die abgespreizten Finger des Vulkanier-Grußes, oder wie er mit einem speziellen Griff in den Nacken seine Gegner schachmatt setzte. Spock repräsentierte als Mischwesen außerirdischer sowie irdischer Herkunft eine höchst ambivalente Figur - die Tiefe und gesellschaftliche Brisanz besaß. Man muss sich vorstellen, dass Raumschiff Enterprise in den USA in einer Zeit produziert wurde, als Martin Luther King ermordet wurde... (na ja, wenigstens war Spock nur halb ausserirdisch und kein Schwarzer)
Das alles interessierte uns Kinder natürlich wenig, wenn wir am späten Samstagnachmittag vor den TV-Bildschirmen hingen. Wir waren frisch gebadet und warteten auf den legendären Vorspann:
“Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung 5 Jahre unterwegs ist, um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“
Ich machte es mir auf dem Wohnzimmerteppich bequem und bettelte meine Mutter um Süßigkeiten an. Wir schrieben damals das Jahr 1972, und Fernsehen war noch etwas besonderes. Es gab weder Computer noch Handys. Gut vierzig Jahre gingen seitdem ins Land. Ich kriege rückblickend nicht mehr alles zusammen, was mit mir passierte, wie rasant sich die Welt veränderte. Doch die Reise durch die Jahre geht dem ungeachtet weiter. Irgendwann werden wir alle Vergangenheit sein – für zukünftige Generationen. Und so weiter und so fort. Wir Menschen strecken uns in unserem kurzen Leben nach vielen Dingen: nach Reichtum, Macht, Geld, Erfolg … nach den Sternen und nach Erkenntnis. Wo wollen wir hin? Wofür opfern wir unser Leben? Ist nicht die Liebe das einzig entscheidende? Mr. Spock?


*Leonard Nimoy gehörte derselben Generation wie meine vor zwei Jahren verstorbenen Eltern an. Merkwürdig ... Bei Gelegenheit muss ich mir mal Gedanken darüber machen, warum ich es merkwürdig finde.

SpeziellesKänguru (Gast) - 28. Feb. 15, 21:04

Spock ...

ist mir als science-fiction-figur eigentlich unbekannt, so hieß aber ein wunderbarer amerikanischer kinderarzt, der "baby and child care" verfasst hat, das nach 60 jahren immer noch superaktuell war. ich meine zu dem zeitpunkt, als mein sohn vor fast 10 jahren zur welt gekommen
ist. ist doch ganz irre, braucht man da überhaupt
science fiction?.... entschuldige, das ganze hat eher bedingt mit dem inhalt deines beitrags zu tun, dieser name hat mich bloß auf diese gedanken gebracht. tz tz tz

bonanzaMARGOT - 01. Mrz. 15, 08:13

als jugendlicher mochte ich science fiction, weil sie speziell war und die phantasie anregte.
und raumschiff enterprise war für uns kinder damals ein echtes highlight. das war in den siebzigern ... da warst du noch nicht auf der welt - tz tz.

kinderärzte sagen wiederum mir nichts. als ich kind war, wurde ich vom hausarzt mitbehandelt.
SpeziellesKänguru (Gast) - 02. Mrz. 15, 12:11

apropos ist mir eingefallen, ich kenne leonard nimoy aus einer columbo-folge - a stitch in crime,
da spielt er einen arzt.
tz tz tz tz

bonanzaMARGOT - 02. Mrz. 15, 12:14

jep! auch captain kirk alias william shatner spielte in einer columbo-folge den bösewicht.
SpeziellesKänguru (Gast) - 02. Mrz. 15, 12:24

ja, auch honor blackman und janet leigh.
ganz zu schweigenvon johnny cash. tz tz tz

bonanzaMARGOT - 02. Mrz. 15, 12:29

klar, aber die spielten, glaube ich, nicht bei "raumschiff enterprise" mit.
bonanzaMARGOT - 02. Mrz. 15, 12:30

johnny cash fand ich klasse!

ein literarisches Tagebuch

Kontakt



User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

@ KarenS
vertrauen schenkte ich allerdings eine menge. aber...
bonanzaMARGOT - 20. Jun, 13:08
Zu den Rubriken (3)
28.10.2016 - 31.05.2018 2018 - Reisen Ausklang Am...
bonanzaMARGOT - 20. Jun. 18, 11:55
Frauen verstehen
Dass ich beruflich immer viel mit Frauen zu tun hatte,...
bonanzaMARGOT - 20. Jun. 18, 11:47
... wäre wohl besser...
... wäre wohl besser als jammern.
bonanzaMARGOT - 19. Jun, 05:31
Boma...
dich hat es auch deshalb so heftig getroffen, weil...
christa mavropoulou - 18. Jun, 10:44
Deutschland - Mexiko...
War wohl nix. Und Löw meinte nach dem Spiel zu...
bonanzaMARGOT - 18. Jun. 18, 06:22

Archiv

Februar 2015
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 
 5 
 7 
 8 
13
17
 
 

Neues in boMAs prosaGEDICHTE-Blog

Über dem Paradies ist immer Nacht.
Über dem Paradies ist immer Nacht.
bonanzaMARGOT - 10. Mai. 18, 12:18
Der Kampf gegen andere vernichtet mich selbst.
Der Kampf gegen andere vernichtet mich selbst.
bonanzaMARGOT - 07. Apr. 18, 16:26
Auch Intelligenz kann weh tun.
Auch Intelligenz kann weh tun.
bonanzaMARGOT - 26. Mrz. 18, 17:09
Das Elend in der Welt ist die Macht.
Das Elend in der Welt ist die Macht.
bonanzaMARGOT - 26. Mrz. 18, 06:41

Suche

 

Extras



prosaGEDICHTE (... die Nacht ist gut für die Tinte, der Tag druckt die Seiten ...)

↑ Grab this Headline Animator


Von Nachtwachen und dicken Titten

↑ Grab this Headline Animator



Status

Online seit 3932 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 20. Jun, 13:14