Donnerstag, 30. Januar 2014

"Ah"


Die halbe Nacht liefen Dokus über die Entstehung des Weltalls, die String Theorie, Schwarze Löcher etc.. Wenn mir das Gucken zu anstrengend wird, kuschele ich mich gern in meine Kissen und lausche dem klugen Gequatsche, bis ich einschlafe. Die Phänomene des Universums kann ich mir auch wiederholt reinziehen. Ich bin total fasziniert davon – vielleicht weil es so gigantisch ist. Und niemand weiß wirklich, wie alles zusammenhängt. Da hocken wir Menschen auf diesem kleinen, blauen Planeten Erde, sausen um die Sonne herum, schauen in den Nachthimmel und wundern uns.

Fuck, und da sitze ich am Computer. An einem stinknormalen Wintertag. Die Sonne scheint. Sie ist zauberhaft - wie eine schöne Frau, die lächelt. Tausende schöne Frauen gehen in der Stadt shoppen und kommen lächelnd mit Tüten voller Klamotten und Schuhen aus den Boutiquen und Kaufhäusern. Der Alltag ist banal. Er schluckt die ganze Faszination. Ich mittendrin, auf einer Nussschale der Verlorenheit. Jedenfalls fühlt es sich so an.
Zwischen Himmel und Erde ist eine ganze Menge Mist. Zu viel.
Ich verstehe die Welt nicht. Vor allem verstehe ich uns Menschen nicht. Mir fehlt die Begeisterung für das Karussell der Banalitäten. Ich muss mir den Mist erträglich trinken ... Stimmt, das klappt nicht besonders gut. Meistens werde ich wütend. Am Liebsten verfluche ich die Autos. Sie sind riesige Schaben auf Rädern. Überall fahren und stehen sie. Selbst auf den Gehwegen.
Fuck! Ich bin falsch programmiert. Aber ich reiße mich zusammen.
Eines schönen Tages wird ein Asteroid auf der Erde einschlagen und alle Träume und Einkaufstüten wie Seifenblasen platzen lassen. Wir werden gerade noch kurz „Ah“ sagen können, bevor wir zu Asche zerfallen. Die ganzen menschlichen Banalitäten werden mit uns in Rauch aufgehen – die Traditionen, Religionen, Ideologien und Idiotien wie der Kapitalismus ...

Ich schaue aus dem Fenster. Hinunter auf die Straße. Hinüber zum bewaldeten Berghang. Die Sonne steht im Januar immer noch tief. Ich kneife die müden Augen zusammen, öffne das Fenster und lasse die kühle, frische Luft in mein Zimmer …*


(*Scheiß Autoverkehr!)

Mittwoch, 29. Januar 2014

TV-Tipp:

"William S. Burroughs - A Man Within" (Doku), 21 Uhr 45, ARTE

Falls ich mal ein Buch schreiben sollte

hätte ich schon ein Cover



und einen passenden Titel


Mittwochs-Weisheit

Alkohol ist ´ne komische Sache:
Wenn man traurig ist trinkt man, um zu vergessen. Wenn man glücklich ist, um zu feiern. Und wenn nichts passiert, trinkt man, DAMIT etwas passiert!
(Charles Bukowski)

Dienstag, 28. Januar 2014

TV-Tipp:

"In the Mood for Love - Der Klang der Liebe", 20 Uhr 15, ZDFkultur

Montag, 27. Januar 2014

Basel lässt mich nicht los


Hinter Offenburg rissen die Wolken auf. Der Zugschaffner und das Catering Personal unterhielten sich ausgelassen. Ich legte das Buch beiseite, schaute aus dem Zugfenster und lauschte ihnen.
Auf den Vogesen war Schnee.
Ab und zu grinste ich, und der Schaffner blickte zu mir rüber.

Wir trafen uns am Badischen Bahnhof. Vorsorglich hatte ich einen Schirm mitgenommen, aber es regnete nicht.
Wir spazierten die Wiese entlang bis Weil am Rhein, wo das Flüsschen in den Rhein mündet. Dort setzten wir uns auf eine Bank. Links von uns Basel. Schräg gegenüber am anderen Rheinufer Frankreich und hinter uns Deutschland.
Auf einer kleinen Eisenbrücke, die über die Wiese führt, rappte eine schwarze, junge Frau, und eine Freundin filmte sie.

An dieser Ecke ist viel Industrie. Ein leeres Fabrikgelände haben Anarchisten, Alternative, Künstler und Freaks für sich erobert. Es sieht ziemlich wild aus. Sie wohnen in Hütten und alten Wohnwägen. Ein guter Bekannter Merals lebt seit einiger Zeit dort.
In seinem Wohnwagen wärmten wir uns auf. Ein alter Ofen stand in der Mitte. Er machte Meral einen Kaffee. Ein netter Kerl, Musiker. Er bot mir ein Bier an, aber ich hatte selbst noch ein paar Dosen in der Tasche. Wir hörten Musik und unterhielten uns. Schließlich nahm er seine Gitarre und spielte. Er war gut. Meral sang. Türkische Volkslieder.

Wir gingen weiter. Die Dreirosenbrücke vor uns. Spaziergänger fütterten Möwen.
Unterwegs kauften wir uns heiße Maronen. Pause in einer zünftigen Kneipe mit Bierkelleratmosphäre. Die Rio Bar am Barfüsserplatz hatte noch zu. Wir überlegten, wo wir essen wollen.
Es gibt ein vegetarisches Restaurant, wo man an einem Buffet sein Essen zusammenstellen kann. Der beladene Teller wird an der Kasse gewogen, und je nach dem Gewicht muss man bezahlen.
Das Essen war gut. Die Gäste angenehm – Studenten, aufgeschlossene Menschen allen Alters.

Mein Zug fuhr erst in einer Stunde. Die Rio Bar hatte nun geöffnet. Wir genossen unser Zusammensein. „Ich liebe das Kind in dir“, sagte Meral.
Es hatte angefangen zu regnen.
Sie begleitete mich zum Bahnhof. Wir verabschiedeten uns in der Bahnhofhalle. Wir umarmten uns.

Der Nachtzug war lang. Ich wartete am falschen Ende auf dem Bahnsteig und musste durch den ganzen Zug zu den Pendler-Abteils marschieren. Regenspritzer auf den Scheiben. Finsternis.
Gegenüber meines Platzes eine Mutter mit ihrem Kind. Eine Einheit. Der Junge schaute oft neugierig zu mir.
Die Fahrt schien kein Ende zu nehmen.











Samstag, 25. Januar 2014

Man kriegt mich schwer vor die Linse




leider etwas unscharf

Freitag, 24. Januar 2014

TV-Tipp:

"Im Weltraum gibt es keine Gefühle", 21 Uhr 50, Einsfestival

Null Idee


Was für ein Schweinewetter! Die Nachtdienste sind mal wieder geschafft. Ich verschlief den ganzen Tag. Die Glotze läuft. Die Waschmaschine läuft. Den Rollladen kann ich gleich unten lassen. Ich höre die Nässe draußen. Es gibt nicht viel zu tun. Am Briefkasten war ich schon. War für die Katz. Nicht mal Rechnungen. Leere breitet sich aus. In ihr ein roter Stachel Unruhe. Doch noch aus dem Haus gehen? Nein. Wozu? Gibt`s wenigstens was im Fernsehen? Und was essen heute Abend? Ich habe noch Spaghetti. Aber mit der Soße wird es knapp. Außerdem nur ein Bier. Manchmal wäre es praktisch, wenn ich unten in der Stadt wohnte. Ich bin mein eigener Gefangener. Mich überkommt ein Gregor Samsa Gefühl *. Jedenfalls in Ansätzen. Ich bin kein Käfer. Noch nicht. Ein flüchtiger Blick in den Spiegel. Zur Ablenkung die Simpsons im TV. Eigentlich will ich etwas schreiben. An irgendetwas herantasten. Es ist, als würde die Welt immer kleiner werden. Ich in einer Raumkapsel. Und verspüre nicht mal Sehnsucht. Die Welt verschwindet einfach aus dem Blick, als gäbe es sie gar nicht. Total unwichtig. Worüber also schreiben? Null Idee. Leeres Geschwätz im leeren Raum. Ich treibe. Bis mich ein Schwarzes Loch schluckt. Mein eigenes Arschloch.

(* Gregor Samsa ist die Hauptfigur in Kafkas Erzählung Die Verwandlung)

Donnerstag, 23. Januar 2014

TV-Tipp:

"Die Unbestechlichen", 23 Uhr 15, kabel eins

Privatsphäre ist heilig?


Der Begriff „Privatsphäre“ rückte im Zuge der Diskussion über den NSA-Abhörskandal in den Fokus des öffentlichen Interesses. Ich frage mich, ob überhaupt alle wissen, was Privatsphäre ist. Ich googelte also mal nach der Definition und las bei Wikipedia folgendes: „Privatsphäre bezeichnet den nichtöffentlichen Bereich, in dem ein Mensch unbehelligt von äußeren Einflüssen sein Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit wahrnimmt."
Das klingt gut. So was wünscht sich doch jeder für sich. Eigentlich etwas Selbstverständliches. Oder?
Ohne dass ich für mich genau definiere, was Privatsphäre ist, habe ich ein Gefühl dafür, wo ich sie haben will. Meine Wohnung ist unbedingt Privatsphäre. Noch unbedingter sind es mein Körper und mein Geist. Mein Eigentum ist Privatsphäre. Ich kann mein Eigentum mit anderen teilen, aber dann mache ich das aus freien Stücken. Wenn ich zum Arzt gehe, lasse ich es zu, dass er mir auf den Arsch schaut. Wenn ich zuhause Besuch empfange, gewähre ich diesem Einblick in mein persönliches Refugium. Den Freunden, denen ich vertraue, erzähle ich von meinen geheimsten Gedanken. Einer Frau, die ich liebe, gebe ich mich leidenschaftlich hin. In all diesen Fällen lasse ich den Eingriff in meine Privatsphäre zu. Es ist oft gewollt oder gar notwendig, dass wir uns gegenüber unseren Mitmenschen öffnen.
Unsere Privatsphäre ist immer so groß, wie wir es zulassen. Dumm nur, wenn Eingriffe in unsere Privatsphäre ohne unser Wissen stattfinden. Das wäre z.B. der Fall, wenn jemand in meiner Abwesenheit meine Wohnung durchforscht. Durch die inflationär wachsenden technischen Möglichkeiten sowie durch die Vernetzung jedes Einzelnen durch Internet und Telekommunikation entstanden in den letzten Jahren Graubereiche, welche die bisherige Definition von Privatsphäre ad absurdum führen. Ein sicherer Raum im Sinne des nichtöffentlichen Bereichs (lt. Definition der Privatsphäre) kann das Internet per se nicht sein.
Wir müssen überlegen: Eine Privatsphäre kann ich mir nicht einfach nehmen. Sie ist abhängig von dem Respekt des gesellschaftlichen Umfelds, in dem ich lebe. In einer Diktatur gibt es dementsprechend weniger Privatsphäre als in einer Demokratie. Außerdem verlieren wir an Privatsphäre, wenn wir in irgendeiner Weise abhängig von anderen Menschen und Mächten werden. Solche Abhängigkeiten können sich am Arbeitsplatz ergeben, in der Familie, in Geldsachen … Immer wieder müssen wir Angriffe auf unsere Privatsphäre zulassen, die demütigend sind. Wir empören uns, aber können nichts dagegen machen, weil wir uns in einem Abhängigkeitsverhältnis zu denen befinden, die uns gängeln.
Man kann ein Menschenrecht nur wirksam einfordern, wenn man …
Ach scheiße - ich wäre fast geneigt wie Zuckerberg zu sagen: „The Age of Privacy is Over“. Zuckerberg kann sich solche Sprüche leisten. Er hat das Geld, meterhohe Mauern um seinen Besitz zu ziehen. Ist das nicht pervers? (siehe hier)

Mittwoch, 22. Januar 2014

Mittwochs-Weisheit

Eine Frau lieben und gleichzeitig etwas Vernünftiges tun, ist schwer.
(Leo Tolstoi)

ein literarisches Tagebuch

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