Mittwoch, 23. Mai 2012

TV-Tipp:

"Die letzten Tage der Emma Blank", 0 Uhr 50, Das Erste

Dienstag, 15. Mai 2012

Geplant: Wochenende-Radausflug an der Drau


Morgen ist`s wieder soweit. Ich folge dem Lockruf der Liebe.
Am Vatertag schwingt sich die gesamte Mannschaft auf die Räder: Vier Tage an der Drau mit Zelt. Die Tagesetappen sind bequem zu bewältigen. Ich bin schon sehr gespannt, wie dieser Ausritt zu Viert wird: Erwachsenen- plus Babykängurus. Für mich ein neuartiges Abenteuer, - vielleicht auch Bewährungsprobe. Eigentlich sollte alles vorbereitet sein. Ich muss nur noch meine sieben Sachen zusammenpacken. Nach dem Nachtdienst geht`s direkt zum Bahnhof …





Radweg an der Drau (von links nach rechts)

Montag, 14. Mai 2012

I remember Bruce Lee

"Die Todeskralle schlägt wieder zu", 22 Uhr 15, Tele 5

Neben Bud Spencer und Terence Hill war Bruce Lee der kampfstärkste Held meiner Jugend. Wenn ich Bruce Lee Filme sehe, tauche ich beinahe automatisch ab in die Siebziger. Es war die Zeit, als Karatestudios in den Kleinstädten wie Pilze aus dem Boden schossen. Die Hormone spielten verrückt. Ich war das erste Mal verliebt ... (nicht in Bruce Lee)





TV-Tipp:

"Volver - Zurückkehren", 20 Uhr 15, auf ARTE

Abhaken


Irgendwann heute Nacht träumte ich, mein Bruder würde nach einem Schlaganfall ins Altenheim kommen, in das Altenheim, in dem ich arbeite. Der Riesenkerl, - ich konnte ihn kaum halten. Er hatte `ne Aphasie und war halb gelähmt … Der Traum war nicht schön. Ich sagte zu ihm: „Wir müssen doch zusammenhalten!“ Ausgerechnet ich sagte das.
Der gestrige Sonntag steckt mir noch in den Gliedern – sagt man doch so, wenn einem etwas nachgeht, nicht nur auf die Glieder bezogen. Es war ein Betttag. Ich machte nichts, als mit meinen Eltern zu telefonieren, ein wenig zu bloggen und meine Wäsche zu waschen. Letzteres erledigte die Maschine. Es war nichts mit mir anzufangen. Nebenbei liefen im TV der Große Preis von Spanien, das Ende von „Men in Black II“, wie die Borussen in Dortmund den Pokalsieg feierten und am Abend die Ergebnisse der Nordrhein-Westfalen-Wahl und die politischen Diskussionen darüber. Ich knuddelte zwischenzeitlich meine Kissen und ratzte das ein oder andere Stündchen. Wenn ich mehrere solcher Tage in Folge hätte, würde ich mir Antidepressiva verschreiben lassen. Auch habe ich den Verdacht, dass Depressionen ansteckend sind, sogar über hunderte Kilometer hinweg …
Der Kopf ist dann wie verstopft. Alles ist verstopft. Sonntage eignen sich klassisch für solche Zustände. Es ist ähnlich wie ein Stau auf der Autobahn oder zähfließender Verkehr den ganzen Tag über, weil alle nach Disneyland unterwegs sind. Am späten Abend nahm ich zwanzig Laxoberaltropfen – wenigstens die Verstopfung im Darm wollte ich bekämpfen. Inzwischen löste Columbo auf einem Traumschiff einen Mordfall. Das war das letzte, an das ich mich erinnern kann, bevor ich von meinem Bruder träumte. Und bald sollten auch die Abführtropfen wirken.
Etwas leichter fühle ich mich heute Morgen. Nicht gänzlich unbeschwert – dazu war der Tag gestern einfach zu grässlich. Außerdem muss ich heute schon wieder in den Nachtdienst, wenn auch nur zwei Nächte lang. Danach geht`s nahtlos nach Kärnten für eine Woche. Ich wünsche uns gutes Wetter und wenig Verstopfungen.

Sonntag, 13. Mai 2012

TV-Tipp:

"Durchgeknallt", 22 Uhr 25, ZDFneo

Muttertag


Muttertag, ich weiß, ich sollte meine Mutter anrufen. Vielleicht mache ich`s auch noch. Ich sollte sie so oder so anrufen. Aber ich drücke mich vor diesen Gesprächen, weil ich vor ihren Klagen Angst habe. In meiner Brust ist ein Knoten. Ich denke an die Aussagen meiner Kolleginnen, dass sie ihre Eltern niemals in ein Altenheim abschieben würden. Oft höre ich solche Aussagen, die in Richtung hingebungsvoller Pflichterfüllung und lebenslanger Dankbarkeit den Eltern gegenüber zielen. Kommt das wirklich aus dem Herzen, oder ist es der Druck der Gesellschaft und näheren sozialen Umgebung? „Ehre deine Eltern“ steht schon in der Bibel als Gebot. Ich sage ganz ehrlich, dass es mir lieber wäre, ich könnte das Thema Eltern einfach ausblenden. Warum müssen sie alt und krank werden? Wie soll ich ihnen helfen? Habe ich wirklich eine Schuld ihnen gegenüber zu begleichen? Die Antworten auf diese Fragen muss wohl jeder mit sich selbst ausmachen. Jedenfalls ist es eine ziemlich beschissene Bredouille. Ich habe Angst vor einer größeren Nähe zu meinen Eltern. Ich habe Angst davor, dass alte, lange vergangene Geschehnisse und Gefühle wieder hochkochen. Ich habe Angst vor den Klagen meiner Mutter und ihrer Leidensgeschichte. Mein Vater, obwohl kränker, erträgt es dagegen scheinbar stoisch und unaufgeregt. Ich habe Angst vor ihren Erwartungen an mich, die nie klar ausgesprochen wurden, aber die irgendwie im Raum stehen.
Als ob ich nicht genug eigene Probleme habe. Aber okay, das sind meine Probleme, mit denen ich meiner Umgebung nicht auf den Geist gehen will. Jedenfalls nicht in dem Sinne, als könne mir da jemand weiterhelfen. Seit 25 Jahren lebe ich alleine und kämpfte mich mehr oder weniger gut durchs Leben. Ich hatte nie große Ansprüche und Ziele. Ich lebte nach dem Grundsatz „Carpe Diem“ (genieße den Tag). Die Zukunft interessiert mich bestenfalls in der kurz- bis mittelfristigen Vorherschau. Wenn es mir schlecht geht, ziehe ich mich zurück. Da ich aber sowieso ziemlich zurückgezogen lebe, merkt das kein Schwein. Und nun sind meine Eltern alt und werden bald Hilfe brauchen, und ich bin der einzig verfügbare Angehörige.
Heute ist Muttertag. Ich sollte sie anrufen.


Ich hatte meine Eltern an der Strippe. Sie klangen einigermaßen gutgelaunt. Das Gespräch mit der Mutter drehte sich wie meist hauptsächlich um ihre Erkrankungen. Sie hatte die letzten Jahre Knieprobleme. Das Knie erholte sich wider Erwarten ... etwas. Gut. Ich sprach die Problematik meines Vaters mit seiner Demenz an. Aber ich merkte, dass sie das Thema nicht vertiefen wollte. Und ich wollte ihr den Tag nicht verderben. Sie fragte mich, wann ich wieder nach Kärnten (zu meiner Freundin) fahre. Nächste Woche, antwortete ich. Sie erfragte nichts näheres. Das Gespräch blieb oberflächlich, plattitüdenhaft.
Immerhin rief ich an. Gedanken kann ich keine lesen. Natürlich bin ich froh, dass es akut keine größeren Schwierigkeiten gibt. Wir verabschiedeten uns freundlich. Das Unausgesprochene blieb unausgesprochen. Womöglich sind sie doch ein wenig stinkig, dass ich mich so selten melde und vorbeischaue.
Es kommt, wie`s kommt. Wir hoffen, dass das Schicksal es gut mit uns meint.

Samstag, 12. Mai 2012

TV-Tipp:

"Barfuß auf Nacktschnecken", 21 Uhr 50, BR

Freitag, 11. Mai 2012

Schuhkolade


„Mit den Frauen ist es wie mit Schuhen – auf die Gefahr hin, dass ich gelyncht werde ...“, hatte ich gestern Abend notiert. Vergleiche hinken natürlich alle irgendwie, aber in gewisser Hinsicht können sie auch zutreffen. Jedenfalls sollten sie eine Sache neu oder auf ungewohnte Weise beleuchten. Wie kam ich gestern nur darauf, Frauen mit Schuhen zu vergleichen? Es war ziemlich warm, sommerlich heiß, könnte man sagen. Vorm Nachtdienst saß ich noch vorm Kaffeehaus, und Klaus laberte mir die Birne weg. Es ist nicht selten, dass ich mir nebenher was notiere, und später kriege ich die damit einhergehenden Gedanken nicht mehr zusammen. Wenn ich im Nachtwachenblock bin, habe ich sowieso Konzentrationsschwächen. Es macht mir dann sogar Mühe zuzuhören. Dazu dieses momentane Hin und Her beim Wetter. Einen Tag friert man, und den anderen schwitzt man in der Sonne ...
In einer Hinsicht kann man Frauen jedenfalls nicht mit Schuhen vergleichen: Schuhe reden nicht. Und Schuhe haben keine Orgasmen. Außerdem würde man von seinen Schuhen nicht gelyncht werden. Ich kann nur mehr vermuten, was ich mir bei dieser Allegorie dachte ... Der Schuh sollte passen, sagt man landläufig, oder: dann wird daraus ein Schuh … (Grübel.)
Kriterien bei Schuhen sind: Bequemlichkeit, Haltbarkeit, Aussehen. Manche meinen sogar, Schuhe seien sexy. Vor allem Frauen haben eine seltsame Beziehung zum Schuhwerk. Zeige mir deinen Schuhschrank, und ich sage dir, wer du bist. Ich stehe hingegen mehr auf Qualität statt auf Quantität. Ich neige zur Monoschuhgamie. Habe ich einen Lieblingsschuh, trage ich diesen, bis er auseinanderfällt. Nein, nicht wirklich. Vergleiche hinken eben. Frauen kann man nicht neu besohlen lassen. Aber sie gehen zum Schönheitschirurgen …
Ich liebe meine neuen Schuhe. Es macht richtig Spaß, sie zu tragen. Wie kam ich eigentlich zu ihnen? Ich meine, ich hatte nur eine diffuse Vorstellung: ich wollte Halbschuhe. Und irgendwie war es dann Liebe auf den ersten Blick. Wichtig ist für mich, dass ich die Schuhe zu möglichst vielen Kleidungsstücken tragen kann, sie aber trotzdem Individualität und Stil besitzen. Mit den Frauen ist es natürlich nicht wie mit Schuhen. (Quark.) Wenn ich übermüdet bin, ist mein Kopf wie ein Puzzlespiel. Ich kriege die Gedanken nicht sinnig zusammen. Es ist zum Schuheschmeissen!

Donnerstag, 10. Mai 2012

Schuhe - mehr als ein Kleidungsstück




seit Jahren wieder neue Schuhe geleistet

TV-Tipp:

"Wilbur - Das Leben ist eins der schwersten", 21 Uhr 30, Einsfestival

Mittwoch, 9. Mai 2012

Worte über Worte


Worte fühlen Worte. Menschen fühlen Worte fühlen Menschen. Wo sind die Worte? Wo sind die Menschen? Versickern im Erdreich wie Wasser, um irgendwo wieder hervorzutreten. Sind Worte nichts anderes als die Verwässerung des Menschseins? Und dabei brauchen wir sie so dringend, Tag für Tag. Wir benutzen sie wie eine fünfte Gliedmaße, und wir verstehen sie quasi durch einen Sechsten Sinn. Im Hirn schwimmen die Worte (Wörter) wie Fische in einem Bassin. Ich muss nicht nachdenken. Die Worte kommen zu mir. Alles was ich wahrnehme, wird von Worten dokumentiert. Sogar in Träumen höre ich Worte. Worte oder einfach nur Wörter? Wörter sind wahllos, aber die Grammatik meines Geistes macht aus ihnen Worte, die ich empfinde, die ich aufschreibe. Dies hier sind Worte.
Ich diskutierte heute auf einem anderen Blog über Kunst. Ich merkte dabei mal wieder, wie wenig Kunst eigentlich zu fassen ist, aber auch, wie spezifisch eigene Vorstellungen jeder von Kunst hat. Mit den Worten ist es ähnlich. Was nutzen die Worte ohne Verständnis? Darum gibt es jede Menge doofer Missverständnisse, und darum gibt es Übersetzungen aus allen Sprachen. Vielleicht muss man auch manches Kunstwerk übersetzen. Aber da sind wir dann beim Problem des Übersetzens an sich: es kann nicht identisch sein, es muss bereits dann und wann interpretieren, es kann sogar gerade im Falle von Dichtkunst völlig daneben liegen …

Kann es Menschen ohne Worte geben? Kann es die Menschen ohne Kunst geben? Ich glaube, dass die Menschwerdung über die Anfänge des Kunstschaffens zu den Worten und zur kulturellen Differenzierung führte: es kamen die Religion, Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaften. Aber die Kunst ist der Mensch schlechthin. Oder in anderen Worten ausgedrückt: Kunst repräsentiert das Menschsein am direktesten.

Die Wörter (die Worte) wirbeln durcheinander. Sie zu sortieren, ist wichtig für den Alltag, aber nicht unbedingt gut für die Kunst, um offen für Inspiration, Intuition und andere kreative Prozesse zu bleiben.
Worte fühlen Worte. Die Leere wird ausgefüllt. Gemeinhin nennen wir das Geist.

ein literarisches Tagebuch

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