Freitag, 22. April 2011

Ostergruß


Mein Gott, schon wieder Ostern!

Ein Ostern aus der Kindheit werde ich nie vergessen. Ich war Zwölf und wollte am Ostersonntag lieber mein selbstgebasteltes Schiff auf dem Parkteich fahren lassen, als mit der Familie einen Ausflug nach Rothenburg o.d. Tauber zu unternehmen. Ich machte deswegen einen ziemlichen Aufstand, bis meinem Vater der Kragen platzte, und er mich grün und blau schlug, - das Schiff dazu zu Klump.

Ich mag Ostern nicht besonders. Aber es ist schönes Wetter, und ich bekomme Besuch aus Basel. Da stehen schöne Spaziergänge auf dem Programm und Biergärten. Ganz ungezwungen.

Meine Eltern schickten mir eine Osterkarte. Ich sollte sie die Tage noch anrufen. Ich weiß schon, dass es sich gehört ...

Seit langem hatte ich heute Nacht mal wieder gute, geile Sexträume. Und ich träumte von New York. In meinen Träumen fliege ich oft nach New York. (In Wirklichkeit war ich noch nie dort.)
Wenn die Welt 2012 nicht untergeht, und ich vorher nicht das Zeitliche segne, werde ich 2013, weil ich dann endlich an etwas Festgeld komme, ganz wirklich nach New York fliegen!
Das mit dem Sex sollte schon vorher hinhauen.

Das Leben kann so schön schmecken, - aber es bleibt fast immer ein bitterer Nachgeschmack. Ich mag Ostern nicht besonders, aber das sagte ich bereits.

Vielleicht ist Bier deshalb mein Lieblingsgetränk. Es ist nicht künstlich süß.

Allen Bloggern und Bloglesern wünsche ich Frohe Ostern!

Mittwoch, 20. April 2011

Der letzte Kuss




Die Toten Hosen mal wieder.





Ballgefühl



Togo machte Voodoo, die Schweizer gewannen
Letzte Nacht trug ich den schmächtigen Informatikprofessor
auf Händen
so leicht war er
im Bett von der einen Seite auf die
andere zu lagern
Bevor ihn der Tod erwischte, sollte er Alzheimer bekommen
Ich lausche den Nationalhymnen zum nächsten
Fußballspiel
wo durchtrainierte junge Männer auf einen Ball treten
Die Begeisterung des Publikums ist famos
Saudi Arabien spielt gegen die Ukraine
Ich befinde mich in der Gegenwart
Das Rund muß ins Eckige
Morgen fahre ich zu meiner Liebsten
Auf einem grünen Rasen schieße ich Gedichte
wie Bälle in den Himmel
Damit ich weiß, dass ich lebe
küsse ich DICH
Dem alten Professor, der in seinem Bett wie eine
tote Heuschrecke liegt
läuft der Sabber aus dem Mund
Ich lange hinein
Ein Spieler verfehlt trotz furiosem Schuß das Tor
Der Reporter erzählt und kommentiert
mit leichter Leidenschaft
Meine Gegenwart wird inzwischen zu Wasser
denn ich trinke Gin Tonic
wie ein Weltmeister




19.06.2006


Sonntag, 17. April 2011

Die Spüle


Umzug ist erstmal aufgeschoben. Corpus Delicti ist die verrottete Spüle in der Küche. Ich dachte, dass ich dafür die handwerklichen Fähigkeiten meines Vaters einspannen kann, aber leider geht`s dem alten Herrn nicht gut.
Nun ist die Spüle keine Standardspüle, das heißt: man kann sie nicht einfach durch eine andere ersetzen. Der Unterbau müsste neu gezimmert werden, was aber meinem Vermieter zu teuer ist. Ich weiß nicht, wie viel so was kostet. Vielleicht gibt es aber auch noch eine andere Lösung. Jedenfalls will ich nicht umziehen, bevor dieses Problem beseitigt ist.
Mein Vermieter war über meine Entscheidung alles andere als begeistert. Sie warf seine Planungen über den Haufen. Ich gebe zu, dass ich vor lauter Umzugsbegeisterung der vergammelten Spüle zu wenig Beachtung schenkte. Ich dachte, dass ich das Ding schon irgendwie klar kriege. Als ich dann gestern daran rumkratzte und sah, wie verfault das Holz bzw. der Pressspan ist, landete ich ernüchtert auf dem Boden der Realität. Auf keinen Fall wollte ich jeden Tag dieses vergammelte "Ding" sehen, wenn ich meine neue Wohnung betrete!
Nun liegt es am Vermieter, wie es weitergeht. Schade, wenn unser gutes Verhältnis dadurch beschädigt wurde. Ich hoffe, dass er eine Lösung findet, denn umzugswillig bin ich nach wie vor.





die Spüle




(PS: Ich wollte im selben Haus vom DG ins EG umziehen.)

Freitag, 15. April 2011

Verharren unterm Türrahmen


Schön. Schön. Schön. Man reiche der alten Nachtwache eine Antimüdigkeitspille. Ich hätte glatt durchschlafen können. Am Morgen war es kalt und schön, als ich in den Bus nach Hause stieg. Nun am Nachmittag ist es trübe und kalt. Eigentlich täten ein paar Umzugsvorbereitungen Not, aber ich kriege den Arsch nicht hoch. Amüsiert schaue ich aus dem Augenwinkel die xte Wiederholung einer Folge von "Two and a half Man". Ich habe eigentlich keinen blassen Schimmer, was ich in die Tastatur hämmern soll ...
Vor ein paar Tagen schrieb ich einen Text zu dem Abendrotphoto meines letzten Blogeintrags. Darin kam das metaphorische Bild vor, unter einem Türrahmen zu stehen. Der Ort, wo es bekanntlich am sichersten bei Erdbeben ist. Ich wollte meine derzeitige Gefühlsstarre beschreiben: Ausharren unter dem Türrahmen. Dabei ist es nur ein kleiner Schritt ins Zimmer. Sowieso bebt nichts. Es ist außerordentlich ruhig im Moment. Also, was soll das?!
Jedenfalls löschte ich aus Versehen den Text, ohne ihn in einer Zwischenablage zu haben, oder sonstwo. Er war einfach weg, - wie eine Frau weg sein kann, die man eben noch im Arm hielt. Und danach schaut man dumm aus der Wäsche. That`s Life. Trotzdem, langsam sollte ich aus meinem Türrahmen herausrutschen. Mir tut schon alles weh. Der Tag beginnt, wenn er fast schon wieder vorbei ist ...

Mittwoch, 13. April 2011

Hinein ins Abendrot



Ohne Worte

Sonntag, 10. April 2011

Eigentlich

... fühle ich mich vom Frühling
überfordert.
Er kommt wie ein Tsunami über das Land
und färbt die Natur ein.
Es ergibt sich die Palette eines Malers mit
hohem Grünanteil.
Ich spüre, dass ich an dem Glück leide.
Das Glück, von dem ich so wenig
wirklich weiß:
Am Leben sein.

Mittwoch, 6. April 2011

Falafel aus Basel


Seit über zwei Jahren das erste Mal wieder in Basel. Mir war noch alles vertraut. Hier und da gab es kleine Veränderungen. Der Schluuch hatte renoviert. Die Rheinterrasse wurde neu gemacht. In einer Stadt wird immer irgendwo gebaut und ausgebessert.
Das Wetter am Sonntag sommerlich warm. Die Maronenstände waren den Eismännern gewichen. Wir spazierten an der Wiese, ein gerade mal knie- bis hüfthoch fließendes Flüsschen, das bei Weil a. Rhein in den Rhein mündet. Das sprudelnde Wasser funkelte in der Sonne. An seinen Ufern Spazierwege und Liegewiese, wo die Basler mit ihren Hunden Gassi gehen und grillieren. Das Flüsschen fließt durch ein Naturschutzgebiet.
Es gab viel zu erzählen. Wie war es uns ergangen? Was hatten wir erlebt? Warum war es damals so gekommen? Das Leben ging weiter. Basel blieb im Großen und Ganzen gleich.
Gruppen von Flötisten und Trommlern zogen durch die Straßen und Gassen der Stadt. Aus allen Richtungen schallte die Musik. Am frühen Abend machten wir Rast am Barfüsser Platz. Wie oft war ich auf diesen Treppen gesessen und beobachtete einfach nur die Kulisse ... mit den Menschen, den Cafés, der Altstadtfassade und den Trambahnen.
Ein ähnliches Gefühl habe ich, wenn ich nach längerer Zeit mein Elternhaus besuche, oder zufällig nach Jahren einem alten Freund begegne. Eine Mischung aus Melancholie, Wiedersehensfreude aber auch seltsamer Unwirklichkeit ...
Die drei Tage vergingen wie im Fluge. Mit nach Hause nahm ich viele Reiseeindrücke, leicht konfuse Gefühle und Falafel, das wir in einem türkischen Imbiss auf unseren Spaziergängen entdeckten.
Müde und beklommen blicke ich meinem Nachtdienst entgegen. Das Leben ist anstrengend. Auch wenn die Begegnungen schön und wundersam sind.






Barfüsser Platz






unterwegs in der Großbasler Altstadt

Montag, 28. März 2011

Historischer Machtwechsel


Nach 58 Jahren schwarzer Regierung endlich ein Machtwechsel. Es kam, wie es kommen musste. Seit Stuttgart 21 zeichnete es sich ab. Und die neuerliche Atomdebatte spielte den Grünen in die Hände. Kretschmann, der grüne Spitzenkandidat, wird Ministerpräsident von Baden-Württemberg! Rot-Grün muss in den nächsten fünf Jahren beweisen, was sie drauf haben. Ich wünsche ihnen für die Regierungsarbeit viel Mut und Verstand.

Es war ein schöner Sonntag. Nach dem Wählen fuhr ich mit dem Rad über die Felder, kehrte in der Züchterklause ein, schlabberte in der Sonne mein Bier und versank in der Lektüre „Memed, mein Falke“ von Yasar Kemal: Ein junger Bauernsohn lehnt sich gegen den willkürlich herrschenden Großgrundbesitzer auf und wird zum Räuber und Rebellen ...
Auch heute brauchen wir noch Menschen mit Mut und aufrechtem Herz, die nicht alles über sich ergehen lassen. Den Herrschenden geht es immer um Eigennutz, Macht und Geld. Sie kümmern sich nicht um die Nöte der Menschen. Im Gegenteil nutzen sie deren Not für ihre Zwecke aus. Zu viele Länder werden noch von Diktatoren beherrscht. Es braucht viele Memeds, um diese zu stürzen. Aktuell in Libyen ...
Zwar gibt es bei uns keine Gaddafis mehr, die Könige wurden schon vor langer Zeit abgesetzt, doch leben wir unter der Geißel des Kapitalismus. Der verhält sich als System nicht anders als ein Großgrundbesitzer, welcher die Bevölkerung gnadenlos ausbeutet, bis es nichts mehr zu holen gibt. Jedenfalls, wenn man ihn läßt. Seine häßliche Fratze zeigt er besonders dort, wo die Menschen arm sind: in den Ländern der Zweiten und Dritten Welt, wo die Menschen keinen Schutz durch eine moderne Verfassung und Regierung genießen. Manchmal schrecken auch wir auf, wenn Arbeitsplätze verschachert -, und Menschen durch Finanzspekulationen um ihre Existenz gebracht werden. Viele werden mit Niedriglöhnen abgespeist, die alleine nicht für ein würdevolles Leben genügen: Zum Leben zu wenig, und zum Sterben zu viel.
Wenn wir die Menschenwürde weiter hoch halten wollen, müssen wir jede kapitalistisch gesinnte Regierung bekämpfen und abwählen! In Baden-Württemberg (Gott sei Dank) gestern geschehen. Mappus, ein Atomlobbyist, wie er im Buche steht, ist nicht länger Landesvater. Die Atomkraft ist wie kaum eine andere Technik Zeugnis des gnadenlosen Kapitalismus, welcher über Risiken und Volkesstimme seit Jahrzehnten hinweggeht. Allein der Profit zählt. In Japan zahlt man derzeit den Preis. Und wie immer müssen die Ärmsten dabei am meisten leiden.
Das gestrige Wahlergebnis macht Mut! Vorausgesetzt, dass sich die Bevölkerung nicht wieder einlullen läßt. Die Atomlobby wird nicht einfach klein beigeben ...

ein literarisches Tagebuch

Kontakt



User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

deine Gedanken und Geschichten
und nicht ein einziger Kommentar darunter ist schon...
kontor111 - 30. Jan, 10:18
alien-lösung? da ging...
alien-lösung? da ging was an mir vorbei. ist aber eh...
bonanzaMARGOT - 17. Nov, 13:08
richtig. ich dachte nur,...
richtig. ich dachte nur, dass ich es meinen lesern...
bonanzaMARGOT - 17. Nov, 13:05
Wo ist denn das Problem?...
Wo ist denn das Problem? Durch die „Alien-Lösung” von...
C. Araxe - 7. Nov, 22:06
Wenn du ohnehin eine...
Wenn du ohnehin eine neue Blogheimat gefunden hast...kann...
rosenherz - 2. Nov, 13:51
Liebe Leser(innen)
Dieser Blog ruht fortan. Leider ist die Resonanz hier...
bonanzaMARGOT - 02. Nov. 19, 13:39

Archiv

April 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 

Neues in boMAs prosaGEDICHTE-Blog

Suche

 

Extras



prosaGEDICHTE (... die Nacht ist gut für die Tinte, der Tag druckt die Seiten ...)

↑ Grab this Headline Animator


Von Nachtwachen und dicken Titten

↑ Grab this Headline Animator



Status

Online seit 6775 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 30. Jan, 10:18