um bei hübschen Ausblicken in Biergärten zu relaxen ...

Die Kiste steht für Allerlei
Kirche, Staat, Familie, Arbeitgeber
Sonstiges (Die Partei)
Man drückt das Herz beinah zu Brei
Und wenn es bricht, benutzt man Kleber
Der Weg in die Freiheit ist ein Bahnhof
Der Weg in die Freiheit ist ein Hafen
Ein Flughafen
Ein Schiff
Ein Bus
Ein Transporter
Der Weg in die Freiheit ist ein Lager
Der Weg in die Freiheit ist ein Gefängnis
Eine Zelle
Eine Folterkammer
Gitterstäbe
Geteilter Himmel
Der Weg in die Freiheit ist Geld
Der Weg in die Freiheit ist Erfolg
Ein gut bezahlter Job
Macht
Karriere
Ein Anzug von Armani
Der Weg in die Freiheit ist Glaube an Gott
Der Weg in die Freiheit ist Religion
Ideologie
Philosophie
Askese
Innere Einkehr und Läuterung
Der Weg in die Freiheit ist eine Sucht
Der Weg in die Freiheit ist eine trügerische Hoffnung
Ist Alkoholismus
Drogensucht
Spielsucht
Gier
Der Weg in die Freiheit ist eine Herausforderung
Der Weg in die Freiheit ist das Aufgehen im Ehrgeiz
Das Erklimmen des Mount Everest
Ein Triathlon
Hundert Meter unter zehn Sekunden laufen
Die Tour de France
Der Weg in die Freiheit ist unmöglich
Der Weg in die Freiheit ist alles, was uns Menschen bewegt
Die Liebe
Die Liebe und der Durst
Ein gutes Wort
Die Hand , die du mir reichst
(17.08.09)
Sie waren alle gleich, Kommunisten, Nazis, Eltern, Kirche, Literaturkritik, das Feuilleton, der Leitartikel, Revolutionärer Kampf, die RAF, das Kapital, das Fernsehen, Club Voltaire, Pazifismus, Guerilla, Mao, Trotzky, Rotzjur (Rote Zeile Jura), der Underground und die Germania Wach und Schutz. Sie waren alle Teil desselben Konzeptes, sie wußten, wo es langging, sie hatten das Bewußtsein gepachtet, die Liebe, das Glück der Menschheit.
(Jörg Fauser)
bonanzaMARGOT
- 06. Aug. 09, 17:39
Als ich zum Nachtdienst kam, war das Grillfest
auf der Sonnenterrasse in
vollem Gange.
Während ich das Haus und die Bewohner hütete,
feierten sie.
Die Chefs und die, die um sie herum saßen.
Es war wie eine andere Welt.
Oder wie die andere Seite derselben Welt.
Wie der Arsch zum Gesicht.
Endlich waren die letzten verschwunden und ich hatte
die Nacht wieder ganz allein
mit den Alten, die Zimmer an Zimmer
abgelegt waren.
Ein Altenheim ist wie ein Dachboden des Lebens,
wo die Alten aufbewahrt werden - ein Hort
des Zerfalls.
Das alte Backsteingebäude würde auch bald ausgedient
haben.
Immer mehr verstand ich, dass alles ein Geschäft war.
Es ging um Zimmerbelegungen und
um Effizienz in der Pflege.
Es ging um den doppelten Boden in der Moral
der Gesellschaft.
Ich war froh, als endlich Ruhe im Haus eingekehrt war.
Im Fernsehen lief nach Mitternacht
ein guter Spielfilm:
"Die Nacht der Leguane" mit Richard Burton,
nach einem Bühnenstück von Tennessee Williams.
Der volle Mond schien zu mir herein.
Ich war allein.
Ich war das Haus.
Und ich war viel älter, als ich aussah.
(06.08.09)
Ich wollte mir das Leben erträglich trinken, und nun weiß ich gar nicht, ob das Leben durch`s Trinken wirklich erträglicher wurde.
Aus Geschichte werden Geschichten, um so länger sie zurück liegt. Die Mondlandung ist nun auch schon 40 Jahre her. Ich erinnere mich, wie wir von den Eltern aus dem Bett geholt wurden, um uns die spannenden Momente im TV anschauen zu können. Damals noch Schwarz-Weiß. Solche nächtlichen oder frühmorgendlichen Fernsehsitzungen gab es sonst nur bei Kämpfen von Mohammed Ali. Ich weiß nicht mehr, was mein Kinderherz fühlte. Jedenfalls war es ungeheuer wichtig, etwas einmaliges. Wir konnten gar nicht fassen, dass Menschen wirklich auf dem Mond spazierten. Es war auch das erste Mal, dass wir die Erde einfach als Planeten sahen - eine Kugel, auf deren Oberfläche unser Leben, unser Alltag, unsere Kriege stattfinden, einfach alles. Ich konnte es nicht begreifen, und ich weiß nicht, ob es die Erwachsenen begriffen. Vielleicht wären wir heute eher bereit zu verstehen, was es bedeutet, auf dem Mond zu landen, und die Erde auf- und untergehen zu sehen.
Ich überlege, ob ich den Mond vermissen würde, wenn er nicht mehr da wäre. Wie oft schaue ich noch in den Himmel zu den Sternen und suche den Mond? Die Dinge verlieren im Laufe des Lebens an Faszination. Man muss sie mit der Phantasie wieder aufpäppeln in unserer rationalen, technokratischen Welt. Man gewöhnt sich an ganz absurde Sachen - wie die Schwerkraft, oder wie den Krieg, oder wie die Liebe. Wir müssen mal wieder zum Mond fliegen. Ich meine damit nicht nur den Trabanten, der unsere wunderschöne Erde umkreist, sondern ich meine "die Mondreise" sinnbildlich, um die Wunder und die Dinge des Lebens nicht im Sumpf des Alltags zu verlieren - wieder Kind sein und den Mond und alles um sich neugierig betrachten ... Schaffen wir das, oder sind wir bereits auf dem entscheidenden Auge blind?
Er war erst zwei Tage bei uns. Die Bereitschaftsärztin war hilflos. Die Rettungssanitäter holten den Notarzt dazu. Sauerstoff, Infusion und Morphium. Zwei Stunden standen wir um das Bett - dann wurde er abtransportiert. Man konnte nicht mehr tun. Es machte auch nicht wirklich Sinn, noch mehr zu tun. Der Tod hatte bereits den Fuß in der Tür und ließ sich nicht mehr zurück drängen. Der Mann starb im Krankenhaus. Ich wusste nicht viel von ihm, nur seine Krankengeschichte. Zwei Nächte hatte ich ihn betreut. Er war sehr unruhig gewesen und schlief nicht ... Ich denke, er spürte sein Ende.
Es macht mich immer wieder betroffen, einen Menschen dort ankommen zu sehen, wo ich, wo wir eines Tages alle enden werden - auf der Schwelle zum Jenseits.