Mittwoch, 24. Juni 2009

Wie Wege enden



durch das liebe Tier


er sah doch anfangs so gut aus


auf den Schrecken trank ich erstmal ein Bier


...


Das sind drei Beispiele, wie Wege auf einer solchen Tour unerwartet enden können. Dann heißt es, Nerven bewahren und die Kilometer bis zum letzten Abzweig zurück fahren.
Meistens hatte ich genug Bier im Gepäck, um mich seelisch-moralisch wieder aufzubauen.

Dienstag, 23. Juni 2009

Die Berge



oben



obener


...


Um die Berge kommt man auf einer solchen Tour nicht drum rum. Primär suche ich mir natürlich Flussläufe aus. Flüsse fließen aber meist auch durch Berge - eher selten fährt man direkt am Ufer.
Ich wusste also, dass ich in die Berge komme. Die Strecke von Eberbach nach Miltenberg durch den Odenwald kannte ich bereits - für den 1. Tag ein guter Vorgeschmack auf die Anstrengungen, die noch folgen sollten. Zum ersten Mal starben meine Finger an der Lenkstange ab, und ich schwitzte auf den letzten Kilometern zum Scheitelpunkt Blut und Wasser. 10 Kilometer vor Amorbach ging es dann nur noch bergab, und mein verschwitzter Körper kühlte aus. Ich war glücklich, wie ich da wie ein Affe auf dem Schleifstein den Berg hinunter sauste, hin zum Ziel meiner 1. Etappe.
Hinter Kulmbach, das waren Tag 5 und 6, ging es dann richtig zur Sache im Frankenwald und Vogtland.
Steigungen bis zu 13% waren nicht selten. Ich gewöhnte mich erstaunlich schnell an die Berg- und Talfahrten durch das Gebirge. Es lief immer nach dem selben Muster: hin zu den Ortschaften ging es bergab, und aus dem Ort hinaus musste ich wieder 1-3 km kraxeln. Manchmal war ich ganz froh, um meinen ausgekühlten Körper auf Temperatur zu bringen; und wenn ich wieder an einem endlosen Berg fest zu hängen schien, dachte ich: "Steter Tropfen höhlt den Stein ..." Ich kam immer oben an. Dann musste ich das "oben" revidieren, denn es gab ein "obener". Der Frankenwald war herrlich! Ich habe ihm viele Glücksmomente zu verdanken.
Das Vogtland war zäher. Es zog sich landschaftlich mehr in die Breite. Trotzdem waren Höhen um die 400m keine Seltenheit. (Im Frankenwald kletterte ich bis über 500m.) Es kostete mich einige Nerven, bis ich an meinem 4. Etappenziel, dem Stausee Pöhl, bei Plauen ankam. Das Vogtland sollte mich auch noch ein gutes Weilchen an der Weißen Elster begleiten. Als ich dann endlich Gera erreichte, ließ ich die Berge hinter mir. Und man glaubt es fast nicht: bei aller Erleichterung fehlte mir etwas.

Montag, 22. Juni 2009

Mein Drahtesel



im besten Licht



und beladen

...


Kaum war ich losgefahren, hatte ich Probleme mit der Schaltung. "Wie soll ich die Berge hoch kommen, wenn ich nicht aufs kleine Zahnrad schalten kann?", dachte ich und steuerte bereits nach wenigen Kilometern eine Fahrradwerkstatt in Heidelberg an. Glücklicherweise war es nur eine Einstellungssache. Die Korrosion nagt an den mechanischen Teilen. So ganz richtig funzte die Schaltung nie auf meiner Tour. Einen Gang kriegte ich gar nicht rein, den musste ich immer überspringen beim Schalten; und wenn ich es vergaß, krachte es ganz fürchterlich.
Man verwächst irgendwie mit dem Gerät, wenn man tagtäglich viele Stunden auf dem Bock hockt. Drum empfand ich es beinahe wie eine eigene Verletzung, als sich am Ende des 5. Tages der Ständer verabschiedete. Wahrscheinlich auch eine Folge von Korrosion, dazu die Last des Gepäcks. Zwei Tage später ließ ich mir in Leipzig einen neuen dran schrauben. Es ist doch besser, wenn das "Gerät" wieder von alleine steht.
Nach den Bergen bemerkte ich, dass ich mir einen Achter ins Hinterrad gefahren hatte. Mit dem Speichenspanner wollte ich die lockeren Speichen nachspannen - und schon hatte ich eine abgemurkst - merke: lasse als Laie lieber die Finger von der Technik! Fortan fuhr ich wie auf Eiern und betete, dass mein Hinterrad durchhielt. Die Radwanderwege waren oft nichts anderes als Feld- und Waldwege, so dass man trotz Umsicht früher oder später in ein Schlagloch rauschte. "Scheiße!" fluchte ich dann und betrachtete beim Fahren besorgt das schlackernde Hinterrad.
Aber das gute Stück hielt. Zärtlich wie den Hintern einer Frau streichele ich den Brooks-Sattel und sage: "Heute geht es in die Werkstatt. Dort lasse ich dich auch putzen." Zeitweise war die Fahrt eine "Tour de Schlamm". Ich hatte mehr Regen- als Sonnentage.
Ich werde mich schwer von meinem Drahtesel trennen können, mit dem ich in den letzten 2 Wochen so viele Höhen und Tiefen durchlebte. Doch es muss sein - umso früher habe ich ihn wieder.
Insgeheim liebäugele ich bereits mit einem neuen. Das darf er aber nicht wissen, sonst wird er am Ende noch eifersüchtig und bockig ...

Sonntag, 21. Juni 2009

Die Strecke





1) Heidelberg - Miltenberg
am Neckar bis Eberbach, durch den Odenwald bis Miltenberg

2) Miltenberg - Ochsenfurt
am Main

3) Ochsenfurt - Zeil a. M.
am Main

4) Zeil a. M. - Kulmbach
am Main

5) Kulmbach - Plauen
über Frankenwald und Vogtland

6) Plauen - Gera
an der Weißen Elster

7) Gera - Eilenburg
an der Weißen Elster bis Leipzig

8) Eilenburg - Dessau
an der Mulde

9) Dessau - Magdeburg
an der Elbe

10) Magdeburg - Stendal
an der Elbe

11) Stendal - Gartow
an der Elbe

12) Gartow - Mölln
an der Elbe bis Lauenburg, dann Elbe-Lübeck Kanal

13) Mölln - Neustadt i.H.
am Elbe-Lübeck Kanal bis Lübeck, dann an der Ostseeküste

14) Neustadt i.H. - Fehmarn
an der Ostseeküste

(Streckenabschnitte sind immer grob +/- 20km. Die Zeltplätze lagen meist im Umland.)

...

Ich war 14 Tage unterwegs, die mir im Nachhinein bereits weit weg erscheinen und (irgendwie) unwirklich. Vielleicht kann ich mich an die Reiseerlebnisse noch einmal herantasten, wenn ich sie schriftlich rekapituliere. Es ist ungeheuer viel, was ich sah und mit all meinen Sinnen aufnahm - auch meine gedanklichen Abenteuerreisen, während ich in die Pedalen trat. Ein paar Ausschnitte und Bilder möchte ich hier aufbewahren.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Ziel erreicht!

Mit dem Fahrrad von Heidelberg nach Fehmarn.

(Streckenverlauf, Bilder und Reiseeindrücke, wenn ich nächste Woche zurück bin.)

Sonntag, 7. Juni 2009

Die Arschwischmaschine wird zur Tretmaschine

Auf großer Fahrradreise. Steter Tropfen höhlt den Stein.
Liebe Grüße an Alle.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Schon mal was von Kunstkäse

oder "Analogkäse" gehört?

Hier: http://www.br-online.de/ratgeber/ernaehrung/kaese-zusatzstoffe-taeuschung-ID123926132953.xml

Was bleibt mir zu sagen?
Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Hol mir den Analogkäse, Baby.

Hilfeeeeeee!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Sonntag, 24. Mai 2009

"Die andere Rippe des Todes"

Friedlich in das laue Klima begehrter Ruhe gehüllt, fühlte er die Leichtigkeit seines künstlichen, täglichen Todes. Er versank in einer liebenswerten Landschaft, in einer leichten, idealen Welt; einer wie von einem Kind entworfenen Welt ohne algebraische Gleichungen, ohne verliebte Abschiede und ohne Schwerkraft.

Gabriel García Márquez, Die Erzählungen

ein literarisches Tagebuch

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