Donnerstag, 17. Januar 2008

Vier Goldbuben auf einen Blick:


................................................................. wer hat die dicksten Titten?

Wie sie da stehen, erinnert mich übrigens an eine Szene in Sergio Leones Meisterwerk "Es war einmal in Amerika". Eine junge Frau, die zuvor von einem Bankräuber vergewaltigt wurde, sollte denjenigen durch "Abgreifen" des Geschlechtsteils identifizieren. Die Gangster standen ähnlich wie diese vier Buben in einer Reihe ...
und grinsten so vor sich hin.

Samstag, 12. Januar 2008

Dieter Hildebrandt "Nie wieder achtzig!"



Geschlossene Gesellschaft

... Huxley hat in seinem Roman "Brave New World" einen interessanten Vorschlag gemacht. Er schlug vor, Luxushotels zu bauen, die Menschen ab einem Alter von 50 Jahren einen dreitägigen Aufenthalt mit tödlichem Ausgang anbieten. Während dieser drei Tage können die Alten einen nie erlebten Luxus genießen. Und mittels einer Schlaftablette, die wunderschöne Träume erzeugt, schlafen sie schmerzlos, gelöst und in Würde hinüber.
Auch die Vertreter der Kirchen, die natürlich über ihren Schatten springen müssten, könnten diese glücklichen letzten Tage verschönern helfen durch das Angebot besonders feierlicher Trauerfeiern. All das müsste kostenlos angeboten und mit geschmackvollen Werbetexten der Bestattungsindustrie begleitet werden. So ein Hotel könnte einen schönen Namen bekommen. Vielleicht "Point of no Return".
...
Auf jeden Fall sind wir Alten ein mächtiger Wirtschaftsfaktor. Man bemüht sich um uns. Private Altenheime vermehren sich ähnlich schnell wie die Alten.
Natürlich ist daran nichts zu verdienen.
Zu wenig Pflegerinnen und Pfleger. Zu wenig Zeit. Zu viele Alte. Zu wenig Geld. Wir sind, gemessen an dem Zustand einer ganzen Reihe von Heimen, eins der ärmsten Länder der Welt. Wahrscheinlich, wie auch in der Bildung, auf einem Abstiegsplatz. Platz 129.
...

Dienstag, 8. Januar 2008

TOO OLD TO ROCK`N`ROLL: TOO YOUNG TO DIE


Yep!

Donnerstag, 3. Januar 2008

- IV -

"Pubertät"

Ich bekam Hausverbot. Martinas Vater war tierisch eifersüchtig. Wenn Klassenpartys waren, holte er seine Tochter Punkt Zehn am Abend ab. Da half auch das charmante Betteln von Martinas Freundinnen nichts. Erst nach und nach lockerten sich die Verbote. Martina würde ja in nicht allzu ferner Zeit Achtzehn werden. Unsere Liebesbeziehung entromantisierte sich zusehends. Ich hatte den Alkohol als Abenteuer für Männer entdeckt und besoff mich das ein ums andere Mal mit meinen Kumpels. Auch fiel mein Blick auf die vielen anderen Mädchen, die ich reizvoller und hübscher als meine Martina fand. Wir waren zwei Jahre zusammen und standen kurz vorm Abi. Die Pubertät tobte sich in den Hormonen aus. Pickel sprießten in meinem Gesicht wie Blumen auf einer Frühlingswiese. Und ich hatte null Bock auf Lehrer, Eltern und die Zukunft, für die ich angeblich lernte. Meine Helden waren die Aussteiger, die Rock-Stars, die Gescheiterten und die Gerechten, während die Gesellschaft verlogen, arrogant, autoritär und korrupt langsam ihre Spinnenarme nach mir ausstreckte. Ich sollte erwachsen werden. Ich sollte werden wie sie. Dagegen wehrte ich mich. Ich soff. Ich soff vor der Schule. Ich soff in den Freistunden. Ich soff nach der Schule. Niemandem schien es großartig aufzufallen. Mein Kumpel hatte schon ein Auto, und wir schwänzten zusammen die Schule. Im Auto tranken wir Wein und alles, wofür der Geldbeutel reichte.
Es kam, wie es kommen musste: Martina trennte sich von mir. Ich hatte meinen ersten handfesten Liebeskummer. Mein Gott, da soff ich natürlich erst recht. So bitter und schmerzhaft es war, genoss ich dieses Gefühl auch, passte es doch gut zu meinem erträumten Anti-Helden-Dasein. Ich war jetzt einer von ihnen. Ich war abgrundtief verzweifelt und spielte mit Selbstmordgedanken. Nein, es war nicht nur Pose.
Da lief mir eines Abends Veronika über den Weg. Ich saß mit meinen Kumpels im "Loch Ness", einem Jugendkeller. Es lief die Rockmusik der 68er, und die Flasche Bier kostete nur 1 DM.

Mittwoch, 2. Januar 2008

Dicke Lippen

James Stewart, heute morgen dachte ich an ihn. Keine Ahnung, warum. Einer der wenigen Schauspieler, den ich von Herzen mag.

Ein Mann mit einer Unterlippe wie ich.

Montag, 31. Dezember 2007

Silvestergedanken

Der Dezember entwickelte sich mit den Jahren für mich mehr und mehr zum Unmonat.
Drei Termine, die sich mit meiner Lebenseinstellung schwer vereinbaren lassen: Geburtstag, Weihnachten, Silvester.
Den Geburtstag feiere ich nicht, weil ich spätestens, seit ich altersmäßig die Mitte des Lebens überschritt, mir Jahr für Jahr bewusster wird, wie elend das Leben ist. Die Träume gehen den Bach runter, und das Ableben rückt unweigerlich näher. Warum soll ich einen Tag feiern, der das alles sozusagen eröffnete?
Weihnachten ist für mich der Inbegriff gesellschaftlicher Doppelmoral. Man macht auf Friede-Freude-Eierkuchen, während die ärmsten der Armen quasi vor der Haustüre verrecken. Die Familien schließen ihre Türen ab und feiern ihre ganz eigenes Fest der Liebe, das Fest der unsinnigen Geschenke, des Kommerzes und der Völlerei. Und die Kirchen sind wenigstens einmal im Jahr übervoll.
Mich erfasst Ekel, wenn ich an Weihnachten denke. Dies ist nicht meine Ethik!
Silvester bildet den krönenden Abschluss, als müssten die Menschen mit der Knallerei landein, landaus noch eins draufsetzen, als hätten sie noch nicht genug abgefeiert und gefressen, als müssten sie sich selbst zeigen, wie stolz sie auf ihre Leistungen sind. Schlimmer geht`s nimmer, würde ich sagen.
Silvester ist auch der Tag der guten Vorsätze und Wünsche für`s nächste Jahr. Ich wünsche mir, dass dieser Irrsinn und diese Verlogenheit endlich aufhörten, denn jedes Jahr wird mir übler, nicht nur im Unmonat Dezember.

Insofern bin ich ganz froh, dass ich heute am Silvestertag Nachtdienst im Altenheim schiebe. Die meisten Alten sind demenzkrank und verschlafen Silvester. Die Knallerei könnte manche verängstigen - sie fühlen sich an den Krieg erinnert. Wie jede Nacht hoffe ich, dass ich den Notarzt nicht brauche und die Bewohner am nächsten Morgen noch alle lebendig in den Betten liegen. Ich spüre nichts besonderes mehr, wenn die Uhr Zwölf schlägt. Aus Höflichkeit stoße ich mit meiner Kollegin an und wünsche den Alten, die wach sind, ein Gutes Neues Jahr.
Da ich schon mal dabei bin: Liebe Blog-Leser, auch euch einen guten Rutsch. Bleibt gesund und werdet nicht so kauzig wie ich.

Sonntag, 30. Dezember 2007

Tod und Sterben

Ich werde mich mit dem Tod und dem Sterben nie abfinden. Es ist nicht die Trauer. Die Verluste schreibt nicht nur der Tod. Wenn ich nach ein paar Tagen Frei ins Altenheim zurückkomme und in den Betten mancher Bewohner(innen) liegen fremde Gesichter; Gesichter, die mir bald ebenso vertraut sind wie die der Verstorbenen - so ist das an sich nichts Ungewöhnliches im Altenheim, sogar staune ich über die Alltäglichkeit des Todes - warum ich mich mit ihm nicht abfinden will, ist die Absurdität der Existenz, welche mir durch sein Auftreten wie ein überdimensionales Fragezeichen ins Bewusstsein rückt. Wozu die ganzen Mühen und Qualen, wozu der Ehrgeiz und das Suchen nach Glück, wenn der Tod allem mit einer fahrigen Handbewegung schlicht ein Ende setzt, als wäre nichts von alledem von Bedeutung, höchstens als Durchhaltestrategie ersonnen. Wozu? Wie viele Menschen sah ich sterben in den 20 Jahren Altenpflege? Zahllose Gesichter und Namen sehe ich vor mir. Einige starben wie vom Blitz getroffen und andere warteten Monate, sogar Jahre an der Rezeption des Todes. Kein Flehen und kein Bitten half, der Tod wollte sie lange nicht zu sich holen, als hätte er sie vergessen, oder als hätten sie etwas abzubüßen. Und als wir es schon gar nicht mehr erwarteten, nahm er sie doch zu sich. Wie viel Leiden sah ich in diesen Jahren? Menschen litten grausam, ohne dass sie eine Sprache hatten. Ich stand an ihren Betten und fragte mich: Wozu? Der Tod und das Sterben machen das Leben absurd. So denke ich, weil ich ein Mensch bin. Nur Menschen schreiben darüber Gedichte.
Ich arbeite an der Rezeption des Todes. Das ist ein Ort, an dem es nicht wirklich eine Zeit gibt. Der Tod ist grausam, wenn er die Menschen warten lässt. Das Leben ist nur ein Haus. Und der Tod rückt vor. Das eine Mal plötzlich und das andere Mal wie ein Schatten, der sich beinahe unmerklich ausbreitet. Wenn ich ihn wachsen sehe in den Menschen, wie seine Hand in ihnen wühlt - als würde er sie bei lebendigem Leibe ausweiden - dann wird mir klar, wie klein ich bin, und wie achtlos und dumm als Mensch ... . Auch ich werde eines Tages an der Rezeption des Todes ankommen, ohne Dienstkleidung, nackt, alt, krank und gebrechlich. Dann soll er mich nehmen, der Hund! Wozu sich wehren?
Bis dahin sehe ich mit an, wie die Anderen sterben, und grübele ..., und erinnere mich an ihre Wärme und den Glanz ihrer Augen, so wunderbar, jedes Leben.

Donnerstag, 27. Dezember 2007

In der Mottenkiste des www.

ergoogelte boMA einen seiner Texte in einer fremden Homepage. Er meinte, dass er auch ein paar Jahre später gut passe, zumals jetzt, zwischen den Jahren. "Ja", meinte ich, "her damit!" Und da ist er, seltsam unverstaubt:


ich halte dagegen, so gut ich kann

hm, niemand wird es jemals schaffen die herde der lemminge
in eine vernünftige richtung zu lenken
wir sind übertechnisiert und hypermedial miteinander
verbunden, aber wir leben weiterhin im mittelalter
oder in der steinzeit - was weiß ich ...
es gibt leider zuviele menschen, die ihre persönlichen
ziele und ihren glauben einfach über die ehrfurcht vor
dem leben stellen
das war schon immer so
diese menschen instrumentalisieren sich selbst als
verfechter einer höheren idee oder ihres egoismus
und gehen über leichen
die moralische rechtfertigung hierfür schustern sie
sich zusammen - nichts leichter als das
oder? was ist mit dem gewissen eines soldaten, der auf
befehl tötet?
wir können von glück reden, daß wir in unserer gesellschaft
frei reden dürfen, und wir sollten diese gelegenheit
ausnutzen und eben nicht vorm fernseher einpennen
wir sollten schreien, auch wenn sich unsere nachbarn
peinlich berührt abwenden

viele unserer westlichen zeitgenossen(innen) lassen
sich liebend gern vom wohlstandsmüll einlullen
und lehnen sich selten mal aus dem fenster
der idealismus ist irgendwo in den siebzigern des letzten
jahrhunderts hängengeblieben
wahscheinlich geht es uns zu gut, und die neuen medien
schaffen so einen unpersönlichen raum zwischen uns und
dem weltgeschehen ...
das hat nichts mehr mit erotik zu tun
oder doch? ich warte auf den absoluten cybersex
dann macht man sich nicht mehr schmutzig und kann sich
seine duftnote wählen

okay, vielleicht denke ich da etwas zu weit
vielleicht aber merken wir die schleichende infiltration
des materialismus und der gefühlsarmut gar nicht



(boMA, 11. 01. 2002)

wiedergefunden bei http://mitglied.lycos.de/LotharKrist6/tod/philosoph/10_west_human.htm

ein literarisches Tagebuch

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