Samstag, 6. April 2019

Geil


Kurz vorm Aufwachen träumte ich von einem Typen, dessen Frau ihm zu seinem Geburtstag einen runterholen wollte. Aber ständig störten ankommende Gäste. Auch war die Frau nicht richtig bei der Sache. Der Typ stand ziemlich frustriert da mit seinem Geburtstagsständer…

Gut, dass ich nicht Geburtstag habe und keine Frau, die`s nicht gebacken kriegt.
Yeah – Wochenende! Was steht sonst noch an? Soll hier in Berlin ganz goldig werden das Wetter. Die sogenannten Frühlingsgefühle kitzeln.
Gestern mit ein paar Kolleginnen und Kollegen beim Mexikaner gespachtelt. Eigentlich liegt mir solch nachfeierabendliches Zusammenklönen nicht. Aber ich befinde mich derzeit in einer Situation, wo ich besser Kontakte pflegen und/oder ausbauen sollte. Es war eine nette kleine Runde, und es uferte nicht aus. Ich trank gepflegte drei Bier während des Essens. Kein Vergleich mit den Betriebsfeiern damals im Altenheim, wo gesoffen wurde, bis das Licht ausging.
Wie viele Tage hocke ich eigentlich jedes Jahr im Büro? Kann man natürlich googeln… In Berlin sind es 251 Arbeitstage für 2019, minus 30 Tage Urlaub bleiben 221. Das heißt, ich muss rund 60% des Jahres malochen. Ich saß an meinem Schreibtisch bei der Dokumentation und dachte: FUCK – much too much! Ab und zu suche ich krampfhaft nach ein paar Themen, mit denen ich mich von der Tumorscheiße ablenken kann. Du wirst blöde im Kopf, wenn du stundenlang Diagnosen, Pathobefunde und Behandlungen ins Dokumentationssystem kloppst. Gut, dass meine Kollegin wieder aus dem Krankenstand zurück ist, und ich nicht mehr alleine im Zimmer sitze. Ein Wortwechsel und ein paar Lacheinheiten zwischendurch sind Gold wert.
Okay, aber jetzt ist erstmal Wochenende. Ich freue mich auf die Sonne und den Biergarten. Eine verrückte Idee wäre auch nicht schlecht. Irgendwas, wo ich sagen könnte: Wow! Das ist der Hammer! Das verändert alles! Warum ist mir das nicht schon früher eingefallen?!
Ich denke dabei an nichts bestimmtes. Es wäre sowas wie die Geburt von etwas grundlegend Neuem – eine Erleuchtung! Wenn ich mir überlege, wie viel Zeit ich mit Grübeln verbringe… Ein paar geile Gedanken sind immer mal wieder dabei, letztlich blieb es aber eine endlose Wichserei ohne durchschlagenden Orgasmus.

Clint Eastwood im Nachtprogramm und Spaziergang am Schwulenstrand


Wenn ich von meinen Insel-Ausflügen zurückkehrte, war ich mehr als satt von Sonne und Bier. Am Abend zog es mich nicht mehr raus, ich blieb im Appartement, aß eine Kleinigkeit und fläzte mich vors TV. Nach was anderem fühlte ich mich nicht mehr motiviert. Es lief der übliche Spiele-, Talkshow- und Serien-Dünnschiss, doch zwei Filme mit Clint Eastwood blieben mir im Gedächtnis hängen. Sie kamen hintereinander. Zuerst ein Krimi „Coogans großer Bluff“ (1968) und danach der Western „Ein Fressen für die Geier“ (1970). Bei beiden führte Don Siegel Regie. Also, wenn ich eine Frau wäre, würde ich zweifellos auf den Typen Clint Eastwood abfahren, so was von! Ich mag seinen Stil, seine lässige Art, das Eigenbrötlerische, seine Mimik, seinen Humor – alles minimalistisch auf den Punkt gebracht… herrlich! Inzwischen ist er wie Robert Redford ein alter Knacker, und auch er kann das Filme drehen nicht lassen. Zurzeit läuft von und mit ihm „The Mule“ im Kino. Die Kritiken dazu sind durchschnittlich. Vielleicht gehe ich noch rein, einfach weil ich diesen Typen klasse finde. Ich selbst bin leider weit davon entfernt, ein Clint Eastwood zu sein, ich komme eher nach Charlie Brown.
Okay, ich saß also zehn Tage auf dieser Insel Gran Canaria und musste die Zeit dort rumbringen. Dreimal fuhr ich per Bus in die Insel-Hauptstadt Las Palmas und zweimal besuchte ich das beschauliche Hafenstädtchen Puerto de Mogán. An den anderen Tagen trieb ich mich vor Ort in Playa del Ingles und Maspalomas herum. Die beiden Orte liegen ca. 5 Kilometer auseinander, und man kann entweder am Strand oder durch die Dünen vom einen zum anderen wandern. Das machte ich ein paar Mal. Dabei kam ich am FKK- und Schwulenstrand vorbei. (Ich will gar nicht wissen, was da zwischen den Dünen abging.) Meine Saunazeiten liegen schon viele Jahre zurück. Damals war ich, was nackte Fleischberge angeht, abgehärtet. Bekanntlich ist alles Gewöhnungssache. Auf der anderen Seite: an manche Sachen will ich mich gar nicht gewöhnen. Ich lief also an der Brandung entlang, hatte meine Lieblingsmusik im Ohr und beachtete das Treiben um mich herum möglichst wenig. Nach den Spaziergängen musste ich dringend zur Toilette und Gerstensaft nachtanken, eiskalt am besten, in den meisten Fällen Tropical, welches recht süffig war und mir besser schmeckte als das dort angebotene Deutsche Bier (Warsteiner – Bäh!).
Viel Abwechslung boten die Tage nicht. Die gaben die Insel und ich nicht her.

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