Mittwoch, 26. September 2007

Uschi vorm Waschbecken

Wirkliche Träume und erträumte Realitäten

Ich wachte weichgespült auf. Das Weichspülmittel war eine schlanke, junge Frau mit halblangen, rotblonden Haaren. Wir waren in einem Hotelzimmer, irgendwo im Urlaub am Meer. Eigentlich wollten wir gleich nach dem Kino essen gehen, aber im Hotelzimmer zog ich sie gurrend an mich. Ich konnte mich nicht satt sehen an ihr. Wir waren frisch verliebt. "Okay, du hast mich überredet", sagte sie lächelnd und streifte ihre Hose herunter. Sie zierte sich ein wenig, was ich sehr reizvoll fand. Wir konnten später immer noch Essen gehen. An ihrer linken Schulter hatte sie ein Tattoo, das sich bis zum Brustansatz zog. Ihre Brüste waren klein und fest ... .
Ich liebe solches Kopfkino am Morgen. Doch einmal wach fand ich nicht mehr zurück in den Traum.
Ich lag in meinen Kissen und spürte ganz realistisch das wonnige Gefühl der Verliebtheit, wusste dass ich es nicht würde festhalten können, außer es aufzuschreiben. Es kommt nicht zu häufig vor, dass ich mich im Traum verliebe. Ich sitze am PC und überlege, was es damit auf sich hat.
Dabei kommt mir ein kurzer Text von Günter Wallraff in den Sinn, den Wolf Biermann auf einer LP musikalisch interpretierte. Gut dass ich noch nicht alle Platten wegwarf. Biermanns Liedtext lautet wie folgt:


""Ich träumte


Ich träumte, träumte, träumte
das Leben sei ein Traum
und wachte auf davon
Da war das Leben
gar kein Traum
Und da schlief ich
nie mehr ein""



Oft wollte ich, mein Leben und alles, die gesamte Existenz, sei nur ein Traum. Aufwachen will ich gar nicht. Oder wenn, dann sollte einfach alles verschwinden, die Träume, das Leben - Alles!
Wie vor meiner Geburt - da war doch auch alles weg für mich. Meine Eltern zerstörten meine Leere, mein Nichts. Ich wäre so gern in meinen Träumen geblieben. Auf ewig. Nun erwache ich jeden Morgen ...
Ist das für irgendwas eine Strafe? Und schon bin ich bei dieser Karma-Geschichte, an die ich nicht wirklich glauben mag.
Das Leben hat so was unwiederbringliches. Was mal ist, das ist. Nach 45 Jahren hadere ich noch immer mit dem Dasein. Ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen, da zu sein. Ich funktioniere. Ich bin ein Mensch. Wer weiß, was ein Mensch ist? Nennt man das Nihilismus? Ich kann an nichts glauben.
Wahrscheinlich können meine Eltern gar nichts dafür, dass es ausgerechnet ich bin, den sie zeugten.
Ich mache ihnen nicht wirklich einen Vorwurf.
Ich habe keine Ahnung, wer dahinter steckt. Diesen Fall habe ich noch nicht gelöst. Ich sollte Columbo oder Brasko engagieren.
Irgendwer muss doch hinter allem stecken, oder? Ist es möglich, sich selbst zu erfinden? Bin ich meine eigene Erfindung, mein eigener gelebter Traum? Was seid aber dann ihr? Ihr seid eine verdammt gute Kulisse.
Ich merke schon, das führt zu nichts. Heute nicht mehr. Der Traum am Morgen war aber wunderschön.

Alle Frauen, auf die die Beschreibung passt, mit dieser markanten Tätowierung, bitte hier melden.
Am Besten mit Photo - vielleicht hatte eine denselben Traum.

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