Hanglage

Ich wohne leicht oberkünftig, das heißt, ich wohne am Berg, eigentlich im Berg.
Okay beides. Die Straße bohrt sich die ersten zwei, drei Kilometer beinahe kerzengerade in die Berge. Ständig denkt man, jetzt müsste aber das Ortsschild gleich kommen, aber noch immer tauchen Häuser links und rechts auf - wie ein Lindwurm zieht sich die Häuserschlucht bergan.
Auf beinahe gleicher Höhe zum Ortsschild liegt mein Zuhause. Die Taxifahrer, die mich vom Bahnhof heim fahren, sind ganz berauscht von der Idylle. Ja, ich wohne sehr schön inmitten hängender Gärten, das Tal umrahmt von dichtem Wald. Störend ist lediglich die befahrene Straße hinunter in den Ort. Sie ist für mich die einzige Verbindung zur Zivilisation.
Zwei Kilometer stürze ich mich auf meinem Fahrrad in rasanter Fahrt in die Ebene - das Altenheim liegt links, etwas versetzt am Waldrand. Ich komme nicht umhin, meinen Kopf in Richtung des Altenheims zu wenden, wenn ich den Berg hinunterflitze. Dabei habe ich oft ein dumpfes Gefühl in der Magengegend. Ganz merkwürdig. Nein, ich darf mich auf meiner Talfahrt nicht ablenken lassen, die Autos preschen trotz der Geschwindigkeitsbegrenzung an mir vorbei, und der Straßenrand ist brüchig und weist Schlaglöcher auf.
Schließlich bin ich im Ort, der mich beinahe warm umschließt. Zum Supermarkt ist es nicht mehr weit. Ich radle an den Weinbergen entlang, wo die Weinlese in vollem Gange ist. Als ich zum Markt abbiege, erstreckt sich die Rheinebene vor mir bis zum Horizont. Es ist diesig. Die Pfälzer Berge zeichnen sich heute nicht ab. Ich denke oft, wie sehr ich meine Heimat für dieses Panorama liebe.

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