Mittwoch, 30. Juli 2014

Mittwochs-Weisheit

"Wenn wir uns überall einmischen wollen, wo himmelschreiendes Unrecht geschieht, dann riskieren wir den Dritten Weltkrieg."
(Helmut Schmidt (*1918), dt. Politiker (SPD), 1974-82 Bundeskanzler)

Dienstag, 29. Juli 2014

TV-Tipp:

"Wahre Lügen", 20 Uhr 15, Tele 5

Sonntag, 27. Juli 2014

Wie teuer ist der Frieden?

oder Das Wort zum Sonntag


Wenn wir Frieden haben, dann nicht deswegen, weil wir gute und edle Menschen sind. Frieden wird geschlossen, wenn er für die Beteiligten zweckmäßig ist, oder wenn es nichts mehr zu erobern gibt.
Diese ganzen Friedensverhandlungen sind Mumpitz. Am ehesten ließe sich der Frieden kaufen. Nur sind die Gelder bei der Waffenindustrie und nicht bei den armen Menschen, die unter dem Krieg leiden müssen. Ganz selten sind auch die Reichen und Mächtigen Opfer der Kriege, die sie anzetteln. Dummerweise lässt sich das Volk immer wieder von den Kriegstreibern vor den Karren spannen. Warum tun sich Israelis und Palästinenser nicht zusammen und kämpfen für den Frieden? Warum erheben sie sich nicht gemeinsam gegen die Kriegshetzer von Hamas und Israel?
Nein, wir Menschen sind nicht gut und edel, nirgendwo auf der Welt. Vielleicht gibt es ein paar wenige Ausnahmen … Ich bin mir nicht mehr sicher – die Geschichte verklärt vieles.
Der jahrzehntelange Konflikt zwischen den Palästinensern und Israelis ist in meinen Augen ein Paradebeispiel dafür, dass Menschen ganz allgemein egoistisch und bösartig sind. Mitgefühl über Grenzen hinweg ist eine Randerscheinung, oder aber die Menschen schmücken sich damit … bzw. heucheln Mitgefühl, oder sie schwimmen auf einer weltweiten Welle des Mitgefühls nach z.B. einer Naturkatastrophe, die aber ebenso schnell wieder abebbt, wie sie gekommen ist.
Hass dagegen hat einen wesentlich längeren Atem, und er lässt sich leichter schüren. Da stellt sich mir die Frage: woher kommt dieser Hass? Ich verstehe nicht, wie man einen Menschen einfach darum hassen kann, weil er einen anderen Glauben hat oder eine andere Nationalität oder eine andere Hautfarbe und ethnische Herkunft. Was macht diesen Hass aus, dem so viele scheinbar wie hypnotisiert folgen? Sind wir Menschen in der Mehrzahl nur Marionetten? Können wir die Verschiedenartigkeit nicht akzeptieren?
Mit der Toleranz der Menschen ist es offensichtlich nicht weit her. Schon der kleinste Konflikt lässt alte Gräben wieder aufbrechen. Alles geht nur solange gut, solange die Menschen wohlhabend und dadurch träge sind – stumpfsinnig in die Glotze schauen oder shoppen gehen. Der Frieden steht nicht auf unseren hehren Verfassungswerten sondern auf den Säulen unserer Konsumtempel. Hier erfüllen wir unsere niederen Bedürfnisse. Ab und zu schwappt die Scheiße allerdings über. Wir kratzen uns am Arsch und brauchen den Hass, damit wir das Gefühl haben, noch am Leben zu sein. Plötzlich hassen wir uns selbst und diese ganze kaputte Gesellschaft, oder wir hassen die Ausländer, oder wir hassen die Kapitalisten oder die Priester oder einfach nur unseren Nachbarn …
Der Mensch ist ein Arschloch. Ich wusste es insgeheim schon lange. Ich kann niemanden hassen. Ich fühle mich einsam. Es wird keine bessere Welt geben. Der Zug ist abgefahren – er kam nie wirklich an. Als junger Mensch war ich noch ganz versessen darauf, die Welt zu verbessern. Ich dachte, dass man doch einfach nur sagen müsse, was alles schief läuft. Inzwischen weiß ich, dass Ignoranz und tumbe Machtgeilheit aller Vernunft und Weisheit widerstehen.

Samstag, 26. Juli 2014

Wie immer


Ich höre die Welt in ihren Jetzt-Klängen. Buchseite für Buchseite. Ich stehe mit nackten Füßen in einem Gebirgsbach und spüre, wie das kalte Wasser meine Waden umfließt. Ich hebe den Kopf und blicke in den Himmel zu den Wolken. Ich rieche das Leben. Was auch immer. Ich spüre den Wind. Ich spüre schmerzhaft die spitzen Steine auf meinen Wegen. Ich blinzele in die Sonne. Ich lache unwillkürlich. Und im nächsten Moment steigen mir die Tränen in die Augen. Ich nehme einen tiefen Atemzug.
Das Leben ist ein Dampfwalze. Mit Turboantrieb. Ich bin platt vom Leben. Schon wenn ich morgens aufstehe – zum zigsten Male. Jedes Jahr bedeutet 365 mal morgens aufstehen und einen neuen Tag begehen. Okay, als Nachtwache stehe ich dann und wann erst nachmittags auf. Das ist in etwa so, als ob man in der Mitte der Buchseite erst mit dem Lesen anfängt.
Ich versacke in mir. Es gibt niemanden, der mich an der Schulter fasst und lächelnd sagt: „Na Alter, alles okay? Noch was vor heute? Lust auf ein Bier?“ „Ja klar, warum nicht“, meine ich. Ich grinse in den Spiegel und begebe mich unter die Dusche. Ich stehe am Waschbecken und rasiere mich. Ich gehe zum Kleiderschrank und überlege mir, welches T-Shirt ich anziehen will. Ich laufe unruhig durch die Wohnung. Da bin nur ich. Ich rieche an mir. Ich schlüpfe in die Schuhe und verlasse das Haus.
Mein Fahrrad grinst mich an: „Na Alter, hast du`s endlich geschafft?“ „Klar, warum nicht?“ antworte ich leicht pikiert und schwinge mich auf den Bock.
„Wie immer?“
„Just go on.“
...

Mittwoch, 23. Juli 2014

Mittwochs-Weisheit

"Kann mir noch etwas gefallen, wenn ich haarklein weiß, warum?"
oder anders gesagt: "finde ich noch etwas spannend, was ich in- und auswendig kenne?"

Montag, 21. Juli 2014

Sehnsucht




Lotusblume am Schwarzen Meer

TV-Tipp:

"Der Gott des Gemetzels", 20 Uhr 15, Das Erste

Samstag, 19. Juli 2014

Rückreise


Ich massiere meine Stirn, als könnte das die Vorgänge dahinter in gewisser Weise beeinflussen. Die biologische Schaltzentrale läuft warm bei der Betrachtung des Doppelspaltexperiments.
Jeder Moment der Besinnung auf mein Bewusstsein ist absurd. Die Katze beißt sich in den Schwanz. Wer ist das, den ich im Spiegel sehe?
Ein heißer Sommertag. Die Sonne ist in Topform. Die Luft wabert über dem Asphalt. Das ganze Universum wabert in Zeit und Raum. Der Urknall dauert an. Der Himmel strahlt in hellem Blau. Ich küsse eine Frau weit entfernt. Ich küsse den Spiegel. Die Welt zerfällt in unzählige Puzzleteile. Rockmusik föhnt mir die Haare. Alles ist Eins.

Die Vergangenheit lebt in der Zukunft weiter. Der Tod ist Barcelona Sants. Zeit zum Umsteigen. Hin zum Flughafen, Terminal 2 und mit dem Shuttle Bus weiter zum Terminal 1. Auf den Tag genau vor vier Wochen trat ich die Rückreise von der Costa Dorada an. Mein Herz aufgeladen von der erfahrenen Liebe und Nähe meiner Freundin. Es war ein heißer Sommertag wie heute. Als ich den Lufthansa Schalter gefunden und eingecheckt hatte, lief alles ganz easy. Ich saß diesmal weit vorne im Flieger. Neben mir Mutter mit Teenager-Tochter. Ein Vorhang trennte uns von der Business-Class. Die Stewardess eine strahlende Mittvierzigerin - ich fand sie herzig.
Das Labyrinth des Frankfurter Flughafens war noch mal eine kleine Herausforderung. Endlich stand ich am Bahnsteig und wartete auf meinen Zug – die letzte Etappe der Heimreise.
Kurz vorm Anpfiff des WM Spiels Ghana gegen Deutschland kam ich im Heidelberger Hauptbahnhof an. Ich setzte mich ins Bahnhofsrestaurant und schaute mir eine Halbzeit des aus deutscher Sicht nicht sehr erfreulichen Spiels an. Meine Gedanken hingen dem Urlaubserlebnis und meiner Liebe nach. Niemand sah es mir an. Ich war einer unter vielen Reisenden.
Vieles ist eine Frage der Betrachtung. Ich halte den Menschen für den amtierenden Weltmeister in Unterscheidungen. Wir sollten uns mehr mit den Verbindungen und Synergien beschäftigen.
Das lasse ich jetzt mal so stehen.





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Zuletzt aktualisiert: 30. Jul, 15:23