Der Verkauf
Das Haus ist verkauft. Das Elternhaus ist verkauft. War es mein Elternhaus? Zu einem Teil, weil meine Eltern darin wohnten, dort ihren Lebensabend verbrachten. Für mich ist es eine Vergangenheit wie aus einem anderen Leben. Die Berührungen bleiben. Ich fühle keine Abneigung. Hass sowieso nicht. Das Kapitel ist abgeschlossen, und doch lebt es in den folgenden Kapiteln weiter. Ganz selbstverständlich.
Das Haus ist verkauft, aber es wird weiter bestehen. Ich lernte die Käufer kurz kennen. Sie haben ihre Vorstellungen, wie sie sich ihr neues Zuhause gestalten wollen – was völlig legitim ist. Ich bin dankbar, dass der Verkauf des Hauses schnell und relativ reibungslos über die Bühne ging. Mögen die neuen Besitzer dort glücklich werden.
Der Verkaufstermin fand am Vormittag nach meiner Nachtwache statt. Ich war ziemlich übernächtigt. Es kommt mir heute vor, als hätte ich alles nur geträumt. Dazu die Hitze. Und der lange Vertragstext, den der Notar uns vorlas. Irgendwie unwirklich. Formalien über Formalien.
Das Haus ist verkauft. Ich besaß es nie.
bonanzaMARGOT
- 20. Jul. 13, 13:44
- Die Arschwischmaschine hat frei