Freitag, 23. März 2012

Bei Dir


Abbel babbel bibbel bubbel bebbel …
Nein, mir geht`s gut. Ich wünschte mir den Frühling, und nun habe ich ihn. Quasi in persona. Das Glück lässt sich anfassen. Ich kann sogar mit ihm reden. Und dann dieses herrliche Sonnenwetter! Und die Biergärten haben geöffnet … Fast ein bisschen viel Glück auf einmal für einen an sich schwermütigen Geist wie mich. Und wenn schon, denke ich. Da ist ja noch die Bronchitis. Ganz schön hartnäckig der Husten, der mich schon auf der Reise in die Fremde begleitete. Sicher ein Verliebtheits-Katarrh. Haha. Dabbel, dibbel, dubbel bumm! Nein, es ist alles in Ordnung. Ich schlage gerade etwas Zeit tot. Selten so zufrieden beim Zeittotschlagen gewesen. Und dafür sollen also nur ein paar Botenstoffe im Gehirn verantwortlich sein. Pling. Es ist, wie`s ist. Ein Bad in Milch und Honig. Die Drogenküche im Kopf. Hust. Scheiß Kötz! Ich denke gerade nichts. Merkt man das? Ich brauche nicht zu denken. Wozu soll ich denken? Grinsen reicht völlig. Knubbel knabbel, knibbel …
Blödsinn, ständig denke ich! Aber es ist so nichtig. Es ist noch nichtiger als TV Werbung. Es reduziert sich auf ein unzusammenhängendes Irgendwas. Was? Wer redet da mit mir? Ach so, das bin ich selbst. Ich wünschte mir den Frühling, und nun habe ich ihn. Er ist ziemlich weiblich. Und ziemlich versaut. Die Sinnlichkeit lässt sich nicht zähmen. Hust. Nein, ich bin nicht besoffen. Nicht direkt. Betrunken sein ist anders. Ich fühle mich eher wie infiziert. Eine Erwachsenenkrankheit. Die Schlimmste und zugleich schönste. Sie hat mich erwischt. Was soll ich sagen? Ich habe nur noch eins im Kopf.
Dibbel, dabbel, bibbel, bums.

Donnerstag, 22. März 2012

TV-Tipp:

"Geboren in Absurdistan", 23 Uhr 40, MDR

Was geht ab?


Hallo ihr da draußen! Was geht ab? Seid ihr alle da? Ist eine Kugel mit einem Radius von 6378 Kilometern noch eine Kugel? Ist es nicht irre, dass wir auf einer Kugel leben?
Das ist ein Fakt. Ich mache mir oft solche perversen Gedanken über die Welt und die Menschen – weil man gewöhnt sich so schnell an alles, wie es ist, und wundert sich gar nicht mehr.
Als ich durch die Alpen fuhr, schaute ich mir die Berghänge und Gipfel an, als hätte ich noch nie Berge gesehen. Als ich mich verliebte, war es, als wäre es das erste Mal.
Ich laufe einmal rund um die Erde, und ich komme wieder am selben Ort an ... nach ca. 40075 Kilometern. Das ist nicht unendlich weit. Es wäre in einem Leben zu schaffen. Heute umrunden wir ganz selbstverständlich mit Flugzeugen zig mal die Erde. Was denken wir uns dabei? Denken wir überhaupt etwas? Ist das Ganze nicht vollkommen irre?
Ich kann mich nicht sattsehen an der Frau neben mir. Ich kann mich nicht sattsehen an den Bergen, am Mond und den Sternen in der Nacht. Es ist ein Wunder! Die Existenz ist ein Mysterium. Alles. Da stehe ich mitten unter euch. Wir blicken zusammen in die Welt, in unser Leben. Was geht ab? Das Kasperle ist wieder da! Kinderlachen. Kinderweinen. Es ist unsere Bühne, 24 Stunden am Tag. Bliebe ich über der Erde stehen, drehte sie sich in 24 Stunden einmal unter mir weg – mit einer Geschwindigkeit von 1670 Kilometern pro Stunde. Das ist schneller als der Schall.
Rund sieben Milliarden Seelen sind derzeit mit mir auf dieser Reise durchs All. Das Raumschiff Erde ist unsere Heimat. Wir sehen alle denselben Himmel. Wir atmen dieselbe Luft. Und unsere Schicksale ähneln sich.
Ich kann nicht aufhören, die Frau neben mir zu küssen. Das Ganze ist vollkommen irre. Und ich liebe es. Wie kann man es nicht lieben?

Mittwoch, 21. März 2012

Wenn Engel reisen

















ein glückliches Wochenende in Kärnten

Dienstag, 20. März 2012

Rückfahrt


Im Zug. Im Zuge eines Erlebnisses. Zurück bedeutet nicht Abschied. Die Sonne scheint. Meine Nase schält sich. Ich sah die Berge. Ich sah einen schönen Ort. Ich fand dort einen Platz. Getränkt mit Liebe und Wohlfühlen. Seltsam fremd aber im Innersten sehr nah.
Im Zug. Im Zug nach Hause. Den Zauber des Erlebten im Herzen. Die Hoffnung in der Reisetasche und das Glück vor Augen. Vor tränenfeuchten Augen.
Die Sonne scheint. Die Berge liegen hinter mir. Ich sehne mich zurück zu ihr ...





Rückfahrt

Donnerstag, 15. März 2012

Morgen


Wenn Engel reisen, lacht der Himmel. Am Vortag meiner Abreise scheint jedenfalls die Sonne. Bilderbuchwetter. Der Frühling kommt. Mein Husten löst sich langsam. Die Augen noch müde, blinzele ich in den Tag. Acht Nächte habe ich hinter mir. Und ein wunderschönes Wochenende liegt vor mir! Meine Seele ist hungrig nach Wärme und Licht.





Mittwoch, 14. März 2012

Seide (65)

Der Schlußsatz:

Bisweilen, an windigen Tagen, ging er zum See hinunter und schaute Stunden lang hinaus, denn es schien ihm, als zeichne sich auf dem Wasser das unerklärliche, schwerelose Schauspiel dessen ab, was sein Leben gewesen war.

(aus "Seide" von Alessandro Baricco)

Dienstag, 13. März 2012

TV-Tipp:

"Des Teufels General", 20 Uhr 15, DAS VIERTE

Samstag, 10. März 2012

Achtung Ansteckungsgefahr!


Guten Morgen. Ist man erst tot, wenn man bereits gelebt hat, oder auch schon, bevor man lebte? Ich bin total verschnupft. Der Schnupfen wirbelt alles durcheinander in meinem Kopf. Kürzlich erhielt Herr Wulff, seines Zeichens Ex-Bundespräsident, seinen Zapfenstreich. Es erinnerte mich irgendwie an eine Erschießung. Irgendwas wurde dabei erschossen. Nein, nicht Herr Wulff. Ich glaube, es war die Ehre. Wobei wir bei den knapp zweihunderttausend Euro Ehrensold wären, die Herr Wulff natürlich nicht ablehnt. Damit ließen sich jährlich einige Pflegekräfte finanzieren … Das nur mal am Rande. Ich will mich nicht aufregen. Nicht wegen der paar Kröten, oder? Soll er sie doch fressen. Also, wie sieht`s nun aus: Was ist mit der Zeit vor der Zeugung – war man da nun tot, oder war man da einfach nicht existent? Und was ist dann der Unterschied zwischen tot sein und nicht existent? Neulich im Altenheim erzählte mir eine Neunzigjährige, als ich sie zu Bett brachte, von ihren ersten Erlebnissen mit Männern. Wir lachten uns zusammen halb tot – die Greisin und ich. Tja, rückblickend gibt`s schon eine Menge zu lachen, wenn man Humor hat. Da braucht man nicht unbedingt Cannabis. Obwohl. Auch egal. Der Schnupfen kommt heute gut. Muss ich ehrlich sagen.
Wenn ich verliebt bin, habe ich oft Schnupfen. Komisch. Jedenfalls auffällig. Vielleicht schwächt die Verliebtheit meine Abwehrkräfte. Natürlich gilt nicht notwendigerweise der Umkehrschluss. Alles klar? Also, ich glaube, dass ich keine Angst vorm Tod haben muss, da ich ja schon tot war. Dummerweise kann ich mich nicht mehr genau an diese Zeit erinnern. Aber wenn`s sehr schlimm gewesen wäre, dann wüsste ich das doch. Das beruhigt mich. Nicht total. Es bleibt eine Rest-Angst. Und vor allem habe ich keine Lust zu sterben, wenn das Leben derart lustig sein kann!
Hebt die Tassen, Leute! Auf den ausgeschiedenen Bundespräsidenten Wulff und auf die nächste politische Posse in diesem Land! Und auf meinen Schnupfen!

ein literarisches Tagebuch

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