Sonntag, 2. März 2014

Gib Gas!


Eine Mutter sagt zu ihrem Sohn: „Autos sind nichts für dich, Junge. Du kannst den Fuß nicht vom Gas nehmen.“ Sie drückt damit ihre Sorge aus, dass Autos ihrem Jungen nicht gut tun, dass er vielleicht eines Tages im Straßengraben landet.
Wenn ich also sage „Die Liebe ist nichts für mich“, dann meine ich es ähnlich. Die Liebe verführt mich zu unbedachtem Handeln. Ich kann regelrecht liebeskrank werden. Ich liebe zu sehr das Lieben und überschreite dabei die vernünftigen Grenzen. Wie oft landete ich dabei schon im Straßengraben … sinnbildlich.
Mein Herz wurde mehrmals zusammengeflickt. Jeder einzelne Knochen ist darin inzwischen gebrochen. Jedenfalls fühlt es sich so an. Aber was soll ich machen? Mir das Herz herausschneiden?
Oder Schwanz ab? Nein, solche Experimente gehen mir zu weit.
Ich staune, dass nicht mehr Ehen als ohnehin geschieden werden. Wie ertragen so viele Menschen so lange den Käsfußgeruch im Hafen der Ehe? Und das bei der heutigen hohen Lebenserwartung. Was für eine Liebe findet dort statt?
Ab und zu kommen hochbetagte Ehepaare ins Altenheim. Ja, unter Umständen ganz süß. Aber meist ein Holocaust für die Nerven. Die Liebe verschwindet ganz und gar in der Gewohnheit, im Ritual des Alltags. Den besten Roman dazu schrieb George Simenon: „Die Katze“. Wurde auch gut verfilmt (mit Jean Gabin und Simone Signoret). Nein, das wäre nichts für mich. Dann lieber einsam bleiben mit meinen Käsfüßen und den Wollmäusen unterm Bett.
Jedem Tierchen sein Pläsierchen. Die Liebe ist nichts für mich. Ich fahre zu viele Autos zu Schrott. Ich mache das nicht absichtlich. Es passiert einfach. Und keine Angst, das mit den Autos ist nur eine Allegorie – die Frauen überlebten mich ganz gut. So weit ich weiß. Es gibt ja Sicherheitsgurte. Oder Kondome und andere Verhütungsmittel. Und man muss nicht gleich zusammenziehen. Etwas Glück gehört freilich auch dazu.
Trotzdem würde ich mich nicht als Schwerenöter bezeichnen. Ich bin viel zu faul, um als Casanova unterwegs zu sein. Nicht, dass ich mich gar nicht bemühe. Es kommt, wie`s kommt. Einen Ferrari kann ich mir eh nicht leisten. Wer kann das schon – wenn man selbst nur normal ausgestattet ist?
Ich bin zwar kein Schuster, aber ich bleibe bei meinen Leisten.

Die Liebe ist was spezielles und nicht ganz einfach. Neben Karriere und Bullshit hält sie einen ganz schön auf Trab. Karriere fällt schon mal weg bei mir …

ein literarisches Tagebuch

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