Brasko und die Liga der echten Buchhelden


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Wo war ich stehengeblieben?
Der Mai fiel buchstäblich ins Wasser. Die Tage gingen ins Land. In der Ukraine kloppten sich immer noch die Idioten. Europawahlen fanden statt. Das Grün sprießte munter bei dem feuchten Wetter. Brasko hatte einen erotischen Traum. Skurriler Gruppensex: Sherlock Holmes fickte Kommissar Maigret, während Old Shatterhand und Lederstrumpf mit einer ominösen blonden Schönheit in Sandwichposition …
Brasko wachte schweißgebadet auf. Er hatte in den vergangenen Tagen fünf Menschen telefonisch mitgeteilt, dass sie per Zufallsgenerator ausgesucht worden seien, um mit Thomas Gottschalk ein Wochenende in Kalifornien zu verbringen. Eine renommierte ansässige Firma würde sich die Aktion einiges kosten lassen, und bla bla bla. Mit zuckersüßer Stimme log Brasko den „Kandidaten“ das Blaue vom Himmel herunter. Sie sollten sich die Gelegenheit auf keinen Fall entgehen lassen. Ein erstes Treffen mit dem berühmten Showmaster würde am Vatertag im Kaffeehaus stattfinden. Tatsächlich sagten alle zu. Die Leute waren einfach zu doof. Die wollten es nicht anders. Seltsamerweise war eine der ausgesuchten Personen weiblich. Brasko fiel keine einzige Buchheldin ein.
„Prima“, sagte Harry Potter am Telefon.
„Ja prima, aber sagen Sie mal, warum eine Frau?“
„Tja …“, Harry Potter zögerte, „lassen Sie sich überraschen, Mr. Brasko.“
„Ist ja Ihre Sache.“
„Genau. Haben Sie auch einen Raum?“
„Ja, ich mietete einen Gastraum im Kaffeehaus, wenn es Ihnen recht ist.“
„Wenn wir dort unsere Ruhe haben ...“
„Ich denke schon. Solange ich nicht auf mein Bier verzichten muss.“
„Oder Gin Tonic.“
„Genau“, Brasko lachte, „für Sherlock Holmes.“
„Seien Sie nicht albern. Also gut. Ich verlasse mich auf Sie, Mr. Brasko. Ansonsten müsste ich auf Sie zurückgreifen. Sie verstehen ...“
„Sie sind aber auch ein Witzbold, Mr. Potter.“
„Eigentlich nicht.“
„Es wird schon alles klappen. Die Armleuchter haben mir die Geschichte abgenommen, HAHA. Die glauben tatsächlich, dass Thomas Gottschalk ...“
„Gut. Wir sehen uns dann.“
„HAHA, stimmt, dann sehen wir uns endlich mal, HAHA!“

Vatertag. Ein paar Sonnenstrahlen kitzelten die Blätter des gewaltigen Baumes vor Braskos Fenster.
Das Treffen im Kaffeehaus war erst für 16 Uhr angesetzt. Brasko hörte Musik, trank Cola Weiß und schaute sinnierend auf den grünen Urwald. Auf was hatte er sich eingelassen? Fünf dumme, unschuldige Menschen würden von seltsamen Geistwesen, die sich „Die Liga der echten Buchhelden“ nannten, übernommen werden. Konnte er das mit seinem Gewissen vereinbaren? Harry Potter hatte ihm eine wirklich ansehnliche Summe Geldes aufs Konto gezaubert. Außerdem hatte er ihm doch versichert, dass den Seelen nichts passieren würde. Brasko goss sich am Kühlschrank das nächste Glas ein. Die Welt ließ sich schwer nüchtern ertragen. Er setzte sich zurück an seinen Schreibtisch, ging auf Youporn und holte sich einen runter ..., während Alexis Korner „Will the Circles be unbroken“ spielte.

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