In diesen Sarg wurde ich geboren


In diesen Sarg wurde ich geboren. Ein paar Dutzend Sonnenumrundungen. Ein Grashalm in der Steppe.
Durchdrungen vom schwarzen Blut des Geistes. Aus der Finsternis des Alls. Perfide Sargzimmerei, welche sogleich die Geschöpfe mitschnitzt. Raum und Zeit fließen aus den Augenhöhlen. Der Leib presst sich ins Leben. Ich atme. Ich liebe. Zu benennen, ohne zu verstehen. Zu sehen, ohne zu erkennen.

In diesen Sarg wurde ich geboren. Unter Würmern. Sabbernd über die Oberfläche kriechend, nackt.
In der Einbildung Könige, im Wesen Würmer. All die Künstlichkeit, mit der wir uns umgeben, ist Zeugnis unserer Getriebenheit. Geistiger Kannibalismus, Wiederkäuen in Worten. Kunstvolle Manifestationen aus unseren Exkrementen. Allerorts. Wir fressen die Erde und nennen dies Fortschritt.

Wann ist es vorbei? Ich bin es leid: zu benennen, ohne zu verstehen; zu sehen, ohne zu erkennen.

In diesen Sarg wurde ich geboren ...

Anja-Pia - 04. Nov. 10, 16:24

Du kannst aus dem Sarg herauskommen, Deine Geburt ist schon lange vorbei!

bonanzaMARGOT - 04. Nov. 10, 17:48

Aus diesem metaphysischen Sarg gibt's kein Entrinnen.
bonanzaMARGOT - 05. Nov. 10, 13:17

außerdem wurde ich nicht "in diesem" sondern "in diesen" sarg geboren.
was heißt: ich wurde also erst in den sarg hinein geboren - das leben ist der sarg.
Anja-Pia - 05. Nov. 10, 13:29

Das ist wohl mehr ein semantischer als ein inhaltlicher Unterschied.
Jeder wird irgendwohin geboren. Die meisten aufs Bettzeug, Du in den Sarg. Aber für jeden ist die Geburtsphase irgendwann einmal abgeschlossen.
Du hast ja nicht einmal zu Halloween was draus gemacht. ;-)
bonanzaMARGOT - 05. Nov. 10, 13:39

halloween ist quatsch mit soße - oder mit honig.

ich wiederhole: das leben ist im metaphysischen sinn der sarg.
es geht nicht um den geburtsvorgang.
Anja-Pia - 05. Nov. 10, 13:43

Du hättest Dir die Wiederholung sparen können, wenn Du Dir den Grammatikunterricht verkniffen hättest.
bonanzaMARGOT - 05. Nov. 10, 13:48

das war lediglich ein hinweis zum richtigen verständnis meines textes.

ein literarisches Tagebuch

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