Sucht

Warum ist die Welt, wie sie ist? Um in ihr alt zu werden, unter dem Sternenzelt gefangen, zu glauben, zu lieben und zu hassen. Alles steht sich gegenüber, und ist gleichsam aufrecht. Die Ebenen krümmen sich, und ebenso die Ideologien. Ehe man sich versieht, macht man das Konträre von dem, was man erdachte. Wir laufen uns selbst hinterher - und aus der anderen Perspektive vor uns weg.
(Die Musik spielt: "Es lebe der Zentralfriedhof" von Ambros.)
Ich plage mich mit Gedanken-Nekrosen. Ich trage sie ab, und manchmal schneide ich das Gesunde mit heraus. Auch die Liebe. Die Zeit heilt, und ich spucke drauf ...
Die Gedanken müssen befreit werden. Sie liegen in Ketten. Der Alltag schlägt seinen Rhythmus und macht müde. Wir sind versklavt im Leben. Die Ketten, die ich sprenge, werden beinahe augenblicklich wieder durch neue ersetzt. Der Henker ist eine Frau mit Kapuze, ansonsten nackt. Ich kriege einen Harten, als er/sie mir die Schlinge um den Hals legt. Das ist Leben. Das ist mein Unglück - und aus der anderen Perspektive mein Glück.
Ich trinke den Wein aus einem Krug. Doch ich kann nicht ertrinken. Niemals. Das Bad in der Sentimentalität mit tausend Lichtern am Fluss der Tränen ... Es endet, wenn es am schönsten ist. Wie die Liebe. Und dann, nach ein paar Jahren der Gewohnheit und abgedrückten Gefühle, gilt es wieder, die gebildeten Nekrosen herauszuschneiden. Es ist zum Lachen - ein grausamer Humor.
Warum zur Hölle kommen wir nicht um die Tragik herum? Es gibt keine Befreiung, nur Illusion.
Ein Trupp Bauarbeiter und eine riesige Dampfwalze teeren die Straße des Lebens. Auf der Dampfwalze sitzt der Teufel. Ich spüre bereits seine Hitze im Nacken. Nur gut, dass es Besenwirtschaften gibt, denke ich, und Biergärten. Der Krug ist leer.
Mein Leben ist leer.
Lange-Weile - 09. Apr. 10, 09:37

bildliche Betrachtung

Hallo Bo.,
das war wieder eine interessante Sichtweise auf das täglich Leben und eingeleitet mit der Kinderfrage "Warum ist das so ?"

Das frage ich manchmal auch. Vielleicht geht uns Menschen erst ein Licht auf und wir wissen, warum es so ist, wenn es an sterben geht. Vielleicht gewinnen wir erst dann Klarheit darüber und die "Warumfrage" offenbart sich erst dann.

Bis dahin scheint der Weg durch´s Leben wie ein Weg durch Dschungel zu sein, den wir nur mit einer Machete bewältigen können. Wir kommen nicht drum rum, ab und zu etwas wegzuschlagen, wenn es im Weg steht und ein Umweg nicht möglich ist oder einUmweg nicht genutzt werden soll.

Wie es nach dem "Schlag" weiter geht, weiß man nicht. Auch dort können neue Widerstände oder Hürden im Weg stehen, vielleicht stehen wir uns ja auch selbst im Weg und weiter zu kommen :-).

Ich wünsche dir noch eine schönes angehendes Wochenende

Gruß LaWe

bonanzaMARGOT - 09. Apr. 10, 11:47

die "kindliche" warum-frage wird mich nie loslassen.
ich bleibe fragend und suchend, auch wenn es mein unglück bedeutet - aber das ist eben eine frage der perspektive und abwägung.

ich glaube, dass es bessere antworten gibt, als jene welche wir uns bis jetzt durch religionen und ideologien gaben.
der wache geist sucht weiter.

in den irrungen des lebens ist jede kreatur gefangen. der mensch setzt den schwerpunkt (nicht nur heute) darauf, dass er sich praktisch und materiell gut einrichtet - nicht nur auf das notwendigste sondern im überfluss.
die gier füllt ersatzweise innere leere aus. darum sehe ich das geistige suchen nach wahrheit und erkenntnis auch als bedeutend für die abgewogene gestaltung unserer lebenswelt an. wer im geiste reich ist, muss sein leben nicht mit oberflächlichen genüssen und begierden überhäufen.

liebe lawe, dir auch ein schönes wochenende.
ich werde meinen nachtdienst im altenheim antreten. da bekomme ich automatisch wieder bodenhaftung ...

ein literarisches Tagebuch

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