Mittwochs-Worte

Nichts bleibt an seinem Platz. Ständig wird alles fortgerissen und verändert. Nur der Tod bremst die Zeit, kurz bis zum völligen Stillstand.

rosenherz - 03. Aug. 17, 08:36

Ständig alles fortgerissen? Steht das Haus mit deiner Wohnung noch, wo es gestern oder vorige Woche stand? Sind deine Arme und Beine noch dran?
So schnell wie das Zitat andeutet, gehen Veränderungen nicht voran. Als in Europa bekannt geworden ist, dass Sklavenhalter den Sklaven in Afrika die Hände abhacken, wenn sie nicht wie gewünscht arbeiten, ... da hat es bis zum Verbot des Handabhackens 50 (!) Jahre gedauert.
Auch vom Einsatz von diesem Gift, Spritzmittel Glyhosat, dauerte es vierzig Jahre, bis europäische Politiker darüber erst einmal nachdenken anfangen, ob das überhaupt schädlich oder krebserregend sei.

bonanzaMARGOT - 03. Aug. 17, 16:30

alles ist noch dran

das liegt an unserem subjektiven zeitgefühl.
aber im nachhinein sehen wir, wie schnell unser leben vergangen ist, und was sich alles in dieser zeit änderte mit uns und in unserer umgebung.
und wenn wir über den menschlichen horizont hinausschauen, sehen wir, wie das universum sich ständig wandelt, auch wenn es scheint, dass der sternenhimmel stillsteht.
auch die erscheinungen der natur, die berge und flüsse, die meere, sogar die kontinente wandeln sich stetig, ebenso wie die geschöpfe in den millionen jahren der evolution.
nichts bleibt, wie es war. alles wird von der kraft des zeitstroms mit- bzw. fortgerissen: menschen sterben und neue werden geboren, lieben entstehen und vergehen, häuser werden gebaut und abgerissen...
ja, manches, das wir gern ändern wollen, bleibt zu lange bestehen, während anderes unser leben schneller verändert, als uns lieb ist.

letztendlich geht alles dahin.
rosenherz - 03. Aug. 17, 15:48

PS: Die Hitze in Ostösterreich hats auch noch nicht fortgerissen. Von mir aus könnte die schon morgen vorbei sein.

bonanzaMARGOT - 03. Aug. 17, 16:31

die hitze vergeht auch..., und dann kommt sie wieder...
david ramirer - 04. Aug. 17, 09:32

der tod bremst gar nichts - er ist vielmehr der erbarmungslose motor hinter jeglicher veränderung.

bonanzaMARGOT - 04. Aug. 17, 15:00

ich denke, im bewusstsein des todes ist die zeit nichtig. der tod hat was absolut zeitloses.
er ist sowas wie der absolute nullpunkt auf der skala des lebens. alles erstarrt angesichts des todes.

der tod ist nicht der motor, sondern eher der getriebeschaden.
david ramirer - 04. Aug. 17, 19:22

ich erstarre nicht, zumindest nicht im angesicht des todes, sondern erst nach dem eintreten meines eigenen todes.
und dieses erstarren werde ich nicht mehr erleben, daher interessiert es mich jetzt in sehr geringem ausmaße.

für jede veränderung stirbt das, was vorher war; und das geschieht ununterbrochen, fortwährend - wie du in deinem zitat ganz zutreffend beobachtet hast.

der tod ist daher omnipräsent, wir stülpen lediglich über bestimmte veränderungen unsere grellbunten aufmerksamkeitsmasken und kommen daher damit nicht klar... es liegt nur an uns selbst, die perspektive zu ändern.
bonanzaMARGOT - 05. Aug. 17, 06:26

eine kunst/fähigkeit des menschlichen geistes ist es, sich auch dinge vorzustellen, die außerhalb unserer erfahrung liegen. darum lieben wir kunst und poesie, philosophie und spiritualität. darum haben wir träume und fantasien. natürlich gibt`s auch die knallharten realisten...
jeder mensch entwickelt seine ganz eigene vorstellung von der realität, dem leben und dem tod.
was den tod angeht, können wir kaum auf eigene erfahrungen zurückgreifen. aber wir erleben den tod von anderen. ich sah im altenheim nicht wenige menschen sterben... diese erlebnisse beeindruckten mich. wenn ein mensch den letzten atemzug machte, spürte ich sowas wie den stillstand der zeit*, als wäre plötzlich frieden eingekehrt, aber nicht nur in den menschen auf dem sterbebett, sondern auch für einen kurzen moment in mich und die gesamte umgebung.
freilich kann das ein anderer mensch ganz anders empfinden...

zeit bedeutet bewegung und stetigen wandel, tod dagegen stillstand.
du meinst das sterben mit seinen unzähligen "kleinen toden" - denn leben heißt sterben. es ist, wie du es sagst, nur eine frage der perspektive. sowieso geschieht immer nur ein wandel des stofflichen und der begrenzungen in denen wir leben, wie wir sie als unser leben/dasein definieren. menschen können dies sehr unterschiedlich je nach lebenseinstellung und kultur empfinden.


*als würde der zug, in dem wir alle sitzen, für einen ganz kurzen moment anhalten, um diesen menschen aussteigen zu lassen

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