Joker-Tag


Ich nahm mir einen „Joker-Tag“, drei haben wir während der Fortbildung. Nach einem Vierteljahr Schule gönne ich mir ein verlängertes Wochenende.
Gestern am frühen Abend waren wir mal wieder bei „Neffes“ in der Potsdamer Straße. Maestro, so nennen wir den Chef, begrüßte uns herzlich. „Lange nicht gesehen.“ Als wir hierherzogen, gingen wir häufig zu „Neffes“. Das Lokal liegt nur wenige Minuten Fußweg von unserer Wohnung, die Atmosphäre gemütlich, die Preise akzeptabel. Maestro bot uns einen Platz in dem Bereich an, den er für seine Stammgäste reserviert hält. Wir rätselten schon oft über seine Herkunft – jedenfalls nicht italienisch, und auch nicht türkisch. (Wurscht.) Wir stimmten darüber ein, dass es eine gute Idee war, ihn mal wieder zu besuchen. Endlich hatte O. ihren Termin beim Bürgeramt gehabt. Ein weiterer Punkt des „Ankommens in Berlin“ war somit abgehakt. Natürlich brauchen wir nicht unbedingt einen Anlass zum Essengehen. Aber O.s Anmeldung und der Umstand, dass ich ausschlafen konnte, ließen unsere Entscheidung noch runder erscheinen. Das Essen (Schweineschnitzel und Kalbfleischspieße) fiel mehr als reichlich aus. Wir schafften nicht alles. (Puh!) Zu guter Letzt einen Caipirinha – ich spürte die Müdigkeit in mir steigen wie einen Wasserspiegel. Kaum zu glauben, wie mich die Schule erschöpft. Halb Sechs Uhr morgens aufstehen, vier Doppelstunden voll mit Dokumentation, Krankenhausverwaltung und Qualitätsmanagement, der Schulweg mit der U-Bahn, das Einkaufen im Supermarkt, das Menschengedränge… Tag für Tag. Obwohl ich es mir (vor allem O. zuliebe) vornehme, länger durchzuhalten, will ich nach dem Abendessen so schnell wie möglich Schlafen gehen. Selten wird es unter der Woche später als 21 Uhr. O. scheint diesbezüglich mehr Energie zu besitzen, aber sie ist auch jünger. Trotzdem sollte sie sich mit ihren Sprachkursen nicht zu viel zumuten, denke ich. Manche Tage ist sie 15 Stunden unterwegs.
Schön, dass ich ein langes Wochenende vor mir habe. Während ich hier am Schreibtisch tippe, läuft Black Sabbath. Ich lasse altbekanntes durch mich strömen. Der Tag in gedämpftem Winterlicht. Ich sitze in ihm wie auf einem weichen Kissen, ohne ganz wach zu werden.

steppenhund - 05. Dez. 15, 14:01

Na, dann sollten wir uns ja nächstem Mal beim Neffes treffen, wenn ich wieder einmal in Berlin bin. Wobei mir das from am to pm schon sehr gut gefallen hat.
Herzliche Grüße auch an O.

bonanzaMARGOT - 08. Dez. 15, 06:42

ja, wobei neffes erst 16 uhr öffnet...

liebe grüße nach wien! (auch von o.)

ein literarisches Tagebuch

Kontakt



User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

einfache antwort: nö,...
einfache antwort: nö, hat sie nicht. mir blieb...
bonanzaMARGOT - 19. Jul, 04:47
... wo die liebe hinfällt....
... wo die liebe hinfällt. ist lotterie. und die...
bonanzaMARGOT - 19. Jul, 04:41
Nur mal so gedacht: Hat...
Nur mal so gedacht: Hat deine letzte Frau mit ihrer...
iGing - 18. Jul, 10:59
Toi toi toi dabei, immer...
Toi toi toi dabei, immer wieder die richtige Person...
rosenherz - 18. Jul, 10:21
Mittwochs-Bitte
Lieber Gott, bitte schicke mir das nächste Mal...
bonanzaMARGOT - 18. Jul. 18, 06:14
ich meinte die inhaltlichen...
ich meinte die inhaltlichen unterschiede. aber egal....
bonanzaMARGOT - 18. Jul, 05:12

Archiv

Dezember 2015
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 3 
 5 
 6 
 9 
10
11
12
13
14
17
22
24
26
31
 
 
 
 

Neues in boMAs prosaGEDICHTE-Blog

Suche

 

Extras



prosaGEDICHTE (... die Nacht ist gut für die Tinte, der Tag druckt die Seiten ...)

↑ Grab this Headline Animator


Von Nachtwachen und dicken Titten

↑ Grab this Headline Animator



Status

Online seit 3961 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 19. Jul, 04:47