Hamburg-Trip


Der Fernbus fuhr durch den Morgennebel. Es blieb trübe und feucht. Hamburg ist eine der Großstädte, welche mit solch einem Schmuddelwetter kokettieren, wie z.B. auch London. Wir fuhren drei Stunden. Die Atmosphäre unter den Reisenden war entspannt. Ein Tag wie in Watte gepackt.
Der Portier unseres Hotels hatte den Charme, den man sich bei einem Hamburger Original vorstellt – kantig aber herzlich.
Wir tigerten zum Hafen, die Landungsbrücken entlang im Strom der anderen Touristen. Andenkenläden und Fischrestaurants reihten sich aneinander, im Hintergrund düster die Elbphilharmonie und die Hafenkräne. Seeschwalben kreisten über unseren Köpfen.
Bald durchquerten wir die Speicherstadt und befanden uns flugs in der Stadtmitte bei Rathaus, Gänsemarkt und Jungfernstieg. Kneipen kann man in der Innenstadt vergeblich suchen. Es gab die üblichen Café-Ketten und etwas abseits ein Hofbräuhaus. Wiedermal fiel mir unangenehm die Markenuniformität auf - die „Monstermarken“, die alles andere auffressen. Und da mich Kirchen nicht interessieren, gab es für mich wenig von Interesse. Trotzdem genoss ich den Spaziergang, - das gemeinsame Erkunden der Hamburger City.
Im Hotelzimmer ruhten wir uns ein wenig aus, bevor wir uns am frühen Abend auf die Suche nach einem annehmbaren Fischlokal machten. Fisch sollte es schon sein, wenn wir hier am Fischmarkt waren. Es waren nur wenige Gehminuten vom Hotel aus. Das „Fischerhaus“ genügte unseren kulinarischen Ansprüchen. Satt und müde vom langen Tag drehten wir noch eine Runde hin zur Auktionshalle und durch die Gassen und Straßen St. Paulis. Da fiel uns erst auf, dass unser Hotel in der Parallelstraße zur „Herberstraße“ lag. Das Nachtleben dort war inzwischen im vollen Gange. Anders als in der Innenstadt reihte sich hier eine Kneipe neben der anderen. Horden von Männern waren auf der Pirsch. Das Ganze hatte was von „Ballermann“ - ziemlich widerlich (nach meinem Empfinden).
Wir hatten unser Tagessoll erreicht und gingen zu Bett, - nicht zu spät, weil wir früh am Morgen zum Fischmarkt wollten.
Im Dunkeln machten wir uns auf den Weg. Wir waren nicht die Einzigen. Ein Geisterstrom, zombiehaft, bewegte sich zu noch nachtschlafender Zeit am Elbufer hin zu Fischmarkt und Auktionshalle. Die Hafenlichter spiegelten sich im Wasser. Einige Marktstände wurden noch mit Waren aufgefüllt. Marktschreier scherzten mit Kollegen. Wir gingen stracks zur Halle. Die Morgenluft war recht frisch und zugig. Es herrschte bereits ordentlich Betrieb. Eine Coverband spielte Rocksongs aus den Achtzigern. Gut genug für die vielen Angetrunkenen und Übernächtigten. Wir tranken unser Bier und sahen uns an den Menschen um uns herum satt. Am Abend vorher hatte in der Halle noch ein Oktoberfest stattgefunden, und alles war in blauweißen Farben geschmückt. Im Dämmerlicht kehrten wir zum Hotel zurück und frühstückten gemütlich...
Fazit unseres Trips nach Hamburg: Mit Ausschlafen war nichts, aber wir verbrachten schöne Stunden in der Hansestadt, nicht zu viel und nicht zu wenig. Ein paar Sachen, die wir an diesem Wochenende erlebten, wären einer extra Erwähnung wert.




















KarenS (Gast) - 25. Okt. 15, 13:06

Die Orte an denen ihr ward, sind mir als echter Fischkopp natürlich sehr vertraut/bekannt. Die Speicherstadt hat mich jedoch stets aufs Neue fasziniert. Auf dem Fischmarkt waren wir unzählige Male. Aber nicht nach durchzechter Nacht, wie die meisten dort, sondern ausgeruht. Unsere damals noch kleinen Kinder lachten besonders über die „Schreier“ dort. Wenn es dann dem Ende zu ging, wurden Bananen und sonstiges Obst in die Menge geworfen. Hamburg hat sehr viel Ähnlichkeit mit Berlin, nur in der Größe nicht. Auch von der Mentalität her, das kann ich gut beurteilen.

Seit ich hier lebe, war ich einige Male in Hamburg. Aber nicht mit dem Bus. Mit dem ICE ist man in knapp zwei Stunden dort.

Und nun wird sich erholt:-)

Feinen Sonntag wünsche ich euch noch.


Sehr schöne Aufnahmen!

bonanzaMARGOT - 25. Okt. 15, 13:19

Danke Karens. Unser Ausflug nach Hamburg war bereits am letzten Wochenende.
Wir hatten nur eine Übernachtung - da mussten wir eine Auswahl treffen für unsere Unternehmungen treffen.
Fischmarkt und Auktionshalle kannte ich schon von einem früheren Hamburg-Trip, aber O. noch nicht.
Es machte jedenfalls Spaß - es gab viel zu sehen.
Dass Hamburg gut zwei Nummern kleiner als Berlin ist, fiel uns auch sehr rasch auf.

Dir einen schönen Sonntag!
bonanzaMARGOT - 25. Okt. 15, 18:52

übrigens: wie wird man zum echten fischkopp?
KarenS (Gast) - 25. Okt. 15, 22:24

man wird als fischkopp geboren, und zwar in hamburg ... mit werden ist da nix zu machen *lach

bonanzaMARGOT - 26. Okt. 15, 06:29

na dann... auf die fischköppe!
C. Araxe - 27. Okt. 15, 19:17

Hamburger sind doch eher Fischrücken. ;·)
bonanzaMARGOT - 28. Okt. 15, 06:17

??
C. Araxe - 28. Okt. 15, 07:30

Fischkopp = Küstenbewohner
Hamburg liegt aber nicht an der Küste.
bonanzaMARGOT - 28. Okt. 15, 07:34

Quasi an der oberen Speiseröhre...
Zu eng muss man's nicht auslegen.
KarenS (Gast) - 28. Okt. 15, 13:36

Für C.ARAXE:-)

"Steht umgangssprachlich für Personen aus dem Norden der Republik. Der Begriff ist im Hamburger Raum zu finden aber auch in Mecklenburg."
steppenhund - 25. Okt. 15, 22:34

Ich freue mich, wenn ich lese, dass ihr neue Erfahrungen macht. Ich selbst mag Hamburg. Es leben Verwandte dort und einmal hätte ich dort fast einen Job bekommen- Ist schon acht Jahre her.
Hamburg ist eine interessante Stadt, um sie jemandem anderen zu zeigen.
Cheers!

bonanzaMARGOT - 26. Okt. 15, 06:27

cheers! bzw. guten morgen!

bei solch einem kurz-trip, wie wir ihn machten, muss man sich einschränken, was die unternehmungen angeht.
bestimmt gibt es in hamburg viel mehr als nur hafen, speicherstadt und city zu erkunden.

dir eine gute woche!

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