Mittwoch, 1. Februar 2017

Am Tellerrand


„Universum könnte laut neuer Studie ein Hologramm sein“ – ich tauche in den Artikel ein. Dass die Wirklichkeit noch ein anderes (grundlegenderes) Gesicht haben muss, ist mir schon lange klar. Auch wenn ich es wissenschaftlich nicht nachvollziehen kann, finde ich die Vorstellung inspirierend. In poetischer Sprache würde ich sagen: Das Nichts schwitzt.
Begreifen lässt es sich nicht einfach, aber wir könnten einen großen Schritt weiterkommen in der Erforschung des Universums und seinen Erscheinungen. Wir Menschen sind selbst eine höchst bemerkenswerte Schöpfung in diesem Panoptikum von Materie und Energie. Wir beugen uns mittels unseres Geistes über den Tellerrand der uns eigentlich angewiesenen Wirklichkeit hinaus. Dies machen wir längst schon spirituell und seit geraumer Zeit auch wissenschaftlich im Versuch, Erklärungsmodelle für das Dasein der Welt zu finden.
Faszinierend an der Hologramm-Theorie erscheint mir als Laien, dass sie nicht immer weitere Dimensionen ersinnt, sondern die von uns wahrgenommene Raumzeit mit ihren dreidimensionalen Konstrukten aus dem Informationsgehalt einer Fläche generiert. Darum die Analogie zu der uns bekannten Hologramme, z.B. auf Scheckkarten. Die wissenschaftliche Denke natürlich ist unendlich komplizierter.

Ich liebe Vereinfachungen und Abstraktionen. Fühle mich sowieso wie ein Krabbeltier in einem verdammten Versuchslabor. Ich flitze durch ein Labyrinth aus Pappwänden und habe die irre Vorstellung, dass hinter diesen Wänden eine ganz andere Welt liegt, die wir nicht sehen dürfen oder sollen. Wahrscheinlich würde der ganze Versuchsaufbau zusammenbrechen, wenn wir ein Loch durch eine der „Wände“ bohrten.

Als Kleinkind spielte ich gern in der Sandkiste und grub wie wild Tunnel durch die Sandhaufen. Ich fand es spannend, mich ins Ungewisse zu buddeln. Ganze Labyrinthe durchzogen den Sandhaufen…, bis er schließlich so ausgehöhlt war, dass er über meinem Ärmchen zusammenbrach. Mir prägte sich dieses Bild des Tunnels ein, der just in dem Moment einstürzt, wenn man zur anderen Seite durchstößt. Zu kurz, um wirklich zu sehen, was dahintersteht, aber lange genug für einen Schauer der Erkenntnis. Dieses Gefühl lässt mich bis heute nicht los. Eine Mischung aus Faszination und Vergeblichkeit, eine Mischung aus Lust und Schmerz, - aus kurzem Gewinn und absoluter (lustvoller) Verlorenheit…

Ich las diesen Artikel und empfand ähnlich: ein kurzes Aufblitzen der Wahrheit, aber nicht lange genug, um es festzuhalten.

ein literarisches Tagebuch

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