Dienstag, 7. Juli 2009

God Hates A Coward

Montag, 6. Juli 2009

Woher kommt die Milch?



Aus dem Automaten, Kind!

Freitag, 3. Juli 2009

Der ganz normale Wahnsinn

Auf meiner Fahrradreise wurde mir einmal mehr bewusst, wie durchschnitten Deutschland von Straßen, Autobahnen, Bahnlinien, Zäunen und Beton ist. Oft irrte ich zwischen diesen Barrieren umher, verlor die Orientierung und fühlte mich sehr einsam und schutzlos, während auf den Kraftfahrtstrassen und Autobahnen der Verkehr mit ohrenbetäubendem Getöse dahinfloss. Die einzigen Landtiere, die ich sah, waren entweder totgefahren, oder sie bewegten sich in Gehegen. Gut, auf abgelegenen Strecken sprang schon mal ein Feldhase vor mir über den Weg, oder ein Fuchs. Diese Begegnungen hatten allerdings Seltenheitswert. Ja, es gibt noch ein paar relativ unberührte Landstriche. Und es gibt noch viel schöne Natur in Deutschland; aber mir wurde auf meiner Fahrt überdeutlich, wie viel Lebensraum wir Menschen einfach an uns rissen und verschandelten - ohne Respekt vor unseren Mitgeschöpfen.
Besonders schlimm wird es in der Peripherie von Großstädten. Ich finde nur ein treffendes Wort für meine Erfahrungen: "WAHNSINN". Der Verkehr stapelt sich geradezu, und als Fahrradfahrer wird man an die Seite gedrängt und vom Motorengebrüll eingeschüchtert. Ich wundere mich, wie sehr wir uns an diesen Verkehrsmoloch bereits gewöhnten - als wären wir blind für diesen Wahnsinn. Welchen Preis sind wir bereit für unsere Bequemlichkeit und unseren Wohlstand zu zahlen? Sind wir uns überhaupt über den Preis im Klaren? Ich glaube nicht; und das macht leider meinen Pessimismus aus, was die Zukunft der Menschheit angeht. Wir wurden längst zu technokratischen und größenwahnsinnigen Idioten. Ich will mich gar nicht ausnehmen. Niemand kann sich ausnehmen. Es ist nur die Frage, ob man noch sieht, was vorgeht; oder ob man wegsieht und nach und nach geistig erblindet.


...



Hey Du!

Donnerstag, 2. Juli 2009

15x auf- und abgebaut





...


Wenn das Zelt am Ende eines Tages stand, dann war das eine große Erleichterung. Die Unruhe von der Fahrt ebbte langsam ab. Wenn es am Campingplatz ein Restaurant gab, setzte ich mich dort mit einer Lektüre nieder, trank ein Bier, aß einen Salat und fragte, ob ich mein Handy aufladen dürfe. Manchmal war ich ganz schön groggy und lag bereits zum Schlafen im Zelt, bevor die Nacht anbrach.
Am nächsten Morgen war das Zelt nach Dusche und Toilette ruckzuck abgebaut, das Fahrrad bepackt; und wenn ich einen Kaffee bekam, sollte die Welt in Ordnung sein. Die nächste Etappe wurde in Angriff genommen.
Es lief nicht immer so super. Einige Male regnete es, und ich baute das Zelt im Nassen ab. Und leider war auch nicht immer ein Kaffee aufzutreiben.

Dienstag, 30. Juni 2009

Wege



mit Hindernis


auf dem Damm


durch Einsamkeit


...

Montag, 29. Juni 2009

Fehmarn



die Fehmarnsundbrücke


in Burg


Fernweh - bei Puttgarden


...


Wie wäre das, wenn man einfach weiter fahren würde, immer weiter ... immer gen Horizont - sich endlich frei fühlen, die Welt und den Himmel unverfälscht einatmen ...

Die Fehmarnsundbrücke ist ein beeindruckendes Bauwerk, aber als Fahrradfahrer gefählich zu befahren. Der einzige, schmale Fußweg, der von der Fahrbahn abgetrennt verläuft, war an dem Tag wegen Ausbesserungsarbeiten gesperrt; und so musste ich gute 6 km ungeschützt neben dem Verkehr radeln ohne eine Möglichkeit zum Wenden oder Anhalten. Ich war naß geschwitzt und sehr erleichtert, als ich endlich von der Bundesstraße, die weiter nach Puttgarden verläuft, abbiegen konnte.
Zwei Tage lang radelte ich quer über die Insel. In Burg gab es die einzigen Einkaufsmöglichkeiten, und dort drängelten sich der Verkehr und die Menschen. Als dann wieder schlechtes Wetter angesagt wurde, beschloß ich, am nächsten Tag die Heimreise (per Zug) anzutreten.

Sonntag, 28. Juni 2009

Endlich an der Küste



Blick auf die Lübecker Altstadt


bei Travemünde angekommen


was heißt schon ankommen?


...


In Lübeck war ich schneller als erwartet. Doch die Fahrt nach Travemünde gestaltete sich dann noch als kleine Odysee für einen Fahrradfahrer.
Der Tourismus haute mich voll um, und ich stand da plötzlich mittendrin mit der langen Tour im Kopf und in meinen Eingeweiden - als wäre ich auf einem fremden Planeten gelandet.
Entspannung war noch nicht angesagt. Ich fuhr durch die Touristenhochburgen wie "Timmendorfer Strand" und fühlte mich ziemlich niedergeschlagen an diesem Tag. In Neustadt i.H. packte ich schließlich mein Zelt aus. Mir war fast nach Heimfahrt zumute.
Gut, dass ich die letzten Kilometer bis Fehmarn noch antrat. Der nächste Tag sollte schön werden. Die Hotelküste lag hinter mir, und es gab eine Reihe kleiner Orte und schöner Landstriche, die ich küstennah auf den letzten Kilometern nach Fehmarn durchstreifte.

Samstag, 27. Juni 2009

Regen und Wind



im Wald Schutz gefunden


bin heil geblieben


Sturm bei Bitterfeld/Seaview


...


Nass zu werden ist an sich kein Problem, wenn man auf dem Bock nicht auskühlt.
Hässlich ist es, wenn man im Regen das Zelt auf- und abbauen muss. Die Feuchtigkeit hält sich in den Sachen, im Schlafsack - bei nächtlichen Temperaturen unter 10°C nicht sehr angenehm. Zwischendurch dachte ich, dass durch eine verrückte Anomalie April und Juni im Jahreslauf verwechselt wurden.
Das Fahrrad sah nach einem Regentag aus wie Sau. Manche schöne Strecke am Main, an der Mulde und an der Elbe wurde mir durch das schlechte Wetter vergällt.
Als der Dauerregen aufhörte, kam der Wind. Auf dem Weg nach Bitterfeld hatten die Windböen Sturmstärke. Der Himmel war ein Naturschauspiel - ich konnte meinen Blick kaum abwenden.
Ich erlebte die Naturkräfte in all ihren Facetten. Und ich dachte oft bei mir: "Mensch, da sind deine Grenzen."

ein literarisches Tagebuch

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