Sonstiges zur Diskussion

Samstag, 24. Juni 2017

Meine Meinung


Aktuell wird viel über „die Ehe für alle“ geredet. Ich fände diese prinzipiell für gerecht.
(Also:) Scheiß auf die alte Marke Spießer! – Hoch lebe der neue Typ Spießer!
Am liebsten wäre mir aber „die Nicht-Ehe für alle“.
Die Ehe selbst ist in meinen Augen ein Auslaufmodell. Wozu sollte man sie noch für die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in Betracht ziehen? Wer will sowas? Tut das Not?
Und das sage ich nicht, weil ich es den Schwulen und Lesben nicht gönne, sondern weil ich mir mehr Grips ins Hirn der Menschen wünsche.

Sonntag, 18. Juni 2017

Mein Fehler


Die Supermarktkassiererin, der Lagerarbeiter, der Verkäufer im Kaufhaus, der Päckchenausfahrer, der Taxifahrer, der Bauarbeiter, der Maschinenbediener und Fabrikarbeiter, die Küchenhilfe, die Bedienung in Kneipe und Restaurant, die Putzfrau, die Altenpflegerin, der Postbote… und viele Menschen allermöglichen Berufsgruppen malochen Tag für Tag, um gerade so viel zu verdienen, dass sie sich über Wasser halten können*; und die meisten sind damit glücklich und zufrieden, weil es für sie ein Segen ist, überhaupt einen Job unter annehmbaren Bedingungen gefunden zu haben. Es könnte einem schließlich noch viel schlechter gehen. Die Menschen haben Angst vor dem totalen sozialen Abstieg, sie wollen dazugehören, - denn nichts Schlimmeres, als um Almosen von Vater Staat zu betteln, seine Würde und Selbstbestimmung zu verlieren. Dann doch lieber Tag für Tag bis zur körperlichen und geistig-seelischen Erschöpfung arbeiten und danach zwar müde und gebeugt aber erhobenen Hauptes sein Feierabendbier trinken. Man befindet sich in der Zwickmühle. Man muss zufrieden sein mit dem, was man hat. Zu mehr reichte es eben nicht. Selbst schuld. Eigentlich geht es uns doch ganz gut. Wir werden satt und mehr als das – trotz geringem Salär leben wir im Überfluss, schieben volle Einkaufswägen aus Lidl und Aldi. Wir haben die Vierzigstundenwoche und 30 Tage Urlaub im Jahr. Sogar einen Trip nach Mallorca können wir uns dann und wann leisten, um mal so richtig abzufeiern. Es ist nachvollziehbar, dass wir uns an den hart erarbeiteten Wohlstand und das bisschen Luxus klammern, - und wehe, wenn uns das von irgendwem streitig gemacht wird! Eine regelrechte Flut von Ausländern und Flüchtlingen drängt sich in unsere Städte. Diese Menschen, woher sie auch immer kommen, schnappen uns die Wohnungen vor der Nase weg und arbeiten in unseren Berufen für Dumpinglöhne… Das Ganze ähnelt dem Gesellschaftsspiel „Reise nach Jerusalem“ – nur ist`s in diesem Falle kein Spaß, sondern bitterer Ernst.
Da ist sie wieder die Angst vor dem Abstieg, vor der Bedeutungslosigkeit. Können sich die Kleinen Leute noch kleiner machen? Müssen sie nicht schon genug darben? Sind sie nicht immer brav gewesen und richteten sich nach der Obrigkeit? Hören sie nicht geduldig den Politikerreden zu und glauben an die Wahlversprechen? Sind sie nicht still und genügsam? Was für eine prächtige Schafherde!
Und mit welcher Inbrunst arbeiten doch manche von uns, verwenden sogar ihre Freizeit dazu! Nehmen wir die Altenpflegerin, die den Schreibkram mit nach Hause nimmt und bei Festen im Pflegeheim in ihrer Freizeit tatkräftig mithilft. Oder nehmen wir die vielen, die unentgeltlich Überstunden schieben. All diese aufopferungsvollen Menschen lieben ihre Arbeit und wollen sie nicht verlieren. Schließlich muss man doch froh sein, wenn man wo unterkommt, vielleicht sogar unbefristet. Wer will schon ständig um seinen Job bangen?
Und weil das alles noch nicht genug ist, muss man ungläubig mitansehen, wie die Mächtigen und Superreichen Unsummen von Geldern verschwenden, verprassen oder in den Sand setzen. Wie fühlt sich dabei ein einfacher Arbeiter oder Angestellter, der mit Müh und Not die Raten für sein neues Auto berappt? Aber okay, Geld macht nicht glücklich. Man will mit diesen Reichen und ihrem dekadenten Lebensstil gar nicht tauschen. Die haben doch jegliches Maß verloren.
Schön, alles ist also gut, wie es ist. Jeder Mensch nimmt seinen Platz ein, füllt diesen irgendwie aus und muss ihn behaupten. Ein ständiger Kampf, nicht anders als im Dschungel. Die Natur ist grausam. Ein Glückspilz, wer in diesem Gerangel nicht vorzeitig auf der Strecke bleibt. Nach Gerechtigkeit hält man vergebens Ausschau. Mehr als leere Versprechungen gibt es nicht. Mich verwundert es darum absolut nicht, dass den Menschen nichts anderes als der Glaube an eine höhere Gerechtigkeit bleibt.
Oder sie ergeben sich in Lethargie und überbordenden Konsum. Oder sie werden zu Fanatikern und Fremdenhassern... Einige gehen in die Politik, andere ins Kloster.
Die meisten machen einfach ihren Job, halten damit den Laden am Laufen. Ohne viel Brimborium. Sie haben sich mit den Einschränkungen und den Ungerechtigkeiten arrangiert. Sie halten tapfer aus und pflegen ihre kleine Welt von Familie und Eigenheim. Besser man denkt nicht zu viel über alles nach.



(*Nein, lieber Helmut Kohl, einen kollektiven Freizeitpark Deutschland gab es damals so wenig wie heute.)

Samstag, 17. Juni 2017

Nachruf auf einen Großen


Der König von Deutschland ist tot. Helmut Kohl aus Oggersheim, seines Zeichens „die Birne“, segnete im hohen Alter von 87 das Zeitliche. Er nahm die letzte Hürde… hin zur Wiedervereinigung mit den Elementen des Kosmos. Ich wünsche ihm alles Gute für diese Reise.

Am Ende des Zweiten Jahrtausends regierte er sechzehn lange Jahre das Land meiner Väter. Mein Wohlwollen hatte er nicht. Mit seiner selbstherrlichen Art und seinem pfälzischen Gelispel ging er mir ganz schön auf den Geist. Von Anfang an mochte ich diesen Menschen nicht. Keine Ahnung, wer ihn überhaupt mochte, aber er wurde immer wieder gewählt. Mit einigem Machtgeschick verstand er es, innerhalb seiner Partei am Ruder zu bleiben. Wer nicht für ihn war, war gegen ihn (Merkel ging bei ihm in die Lehre). Auch perfektionierte er die Kunst des Aussitzens sowie des Einlullens.
Mit den Jahren resignierte ich. Helmut Kohl stand in meinen Augen für das kranke politische System, seinen Intrigen und seiner Heuchelei. In der Spendenaffäre manifestierte er nachhaltig diesen Eindruck. Sowieso schwebte er am Ende seiner politischen Karriere über den Dingen und fühlte sich unantastbar – gleich einem König. In trump`scher Manier ging er mit Presse und Kritikern um.
Die Geschichte spielte ihm die Bälle zu. Er war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz und gewann das Prädikat Kanzler der Einheit. Zum Kanzler der Herzen wie (Brandt) schaffte er es nicht. Dazu war er nicht der Typ. Ich möchte ihm weiß Gott nicht alle Verdienste absprechen in Sachen Wiedervereinigung. Mit Genscher hatte er einen klugen Strategen an seiner Seite. Und offensichtlich konnte er ganz gut mit den Mächtigen dieser Welt. Ich bin mir nicht zu schade, ihm dafür Respekt zu zollen, auch für seine unbeirrbare Haltung pro Europa.
Als die Kohl-Ära vorbei war, konnte ich es kaum glauben. Man muss sich das vorstellen: Gerade erst wahlberechtigt, als Helmut Kohl an die Macht kam, hatte ich am Ende bereits graue Haare. Ich erlebte die volle Packung Birne zur Unzeit, - als junger Mensch mit post-68er Idealen. Dieser Bundeskanzler passte absolut nicht in meine Welt. Er erschien mir weder vertrauenswürdig noch kompetent. Wenn ich ihn nur reden hörte oder im TV sah, ging mir das Messer in der Tasche auf.

Schließlich aber musste auch Helmut Kohl im Lauf der Jahre einiges einstecken, und das stimmt mich heute gnädig. Mir kommt Xavier Naidoos Song „Dieser Weg wird kein leichter sein“ in den Sinn. Ich sehe Helmut Kohl als eine tragische Figur im Leben... In die Geschichte geht er als Kanzler der Einheit und großer Europäer ein.

So long.

Samstag, 3. Juni 2017

Immerhin


Sicher ist, dass Klimawandel auch ohne den Menschen stattfinden. Ebenso sicher dürfte allerdings sein, dass der Mensch die Bio- u. Atmosphäre des Planeten Erde durch sein Wirken nicht gerade günstig beeinflusst und gestaltet, dies im Besonderen seit der industriellen Revolution. Kein seriöser Wissenschaftler streitet dies noch ab, gestritten wird lediglich um den Grad der negativen Auswirkungen.
In der Politik kam endlich an, dass Handlungsbedarf besteht, um der von Menschen erzeugten Verschmutzung und Zerstörung zum Wohle der nächsten Generationen Einhalt zu gebieten. Und das heißt schon was, wenn Politiker über das Zeitfenster ihrer politischen Macht hinaus denken…
Trump dagegen lebt offenbar auf einem anderen Planeten. Diesen Planeten nennt er Amerika. Dort gelten ganz andere Naturgesetze und Wahrheiten. (Oder Trump lebt in einem Paralleluniversum – das wäre auch eine Idee.)
Einfach irre, dass der Präsident eines solch mächtigen Landes wie den USA derart hohlköpfig redet und agiert. Man kann schon darauf gespannt sein, was als nächstes kommt.
Wenn Typen, die eigentlich in die Klapse gehören, die Geschicke der Menschheit mitbestimmen, dann fehlen einem die Worte... Es ist ja nicht das erste Mal.
Immerhin demokratisch gewählt.

Sonntag, 28. Mai 2017

Der Bauch denkt mit


Wir haben etwa so viele Neuronen im Bauch wie ein Hundehirn. Daran kann man denken, wenn man Gassi-Gehern im Park begegnet. Erst ein Blick auf den Hund, dann auf das Herrchen/Frauchen: Tja, der Bauch führt… so oder so.
Als ich vor Kurzem eine Doku zum Thema Bauchhirn sah, war ich sogleich fasziniert von der Vorstellung eines zweiten Hirns in unseren Eingeweiden, - schätze ich mich doch selbst als einen Bauch-Typen ein. Wenn ich z.B. ein Bild male oder ein Gedicht schreibe, schalte ich den Kopf (weitgehend) ab, um mich frei von lästigen Gedanken und Vorstellungen zu machen. Ich lasse mich dann von meinem Bauchgefühl leiten. Ja, ich glaube, die Intuition ist Bauchsache. Wir wissen sehr wenig über all die geheimnisvollen unterbewussten Vorgänge… Wie`s aussieht, kommunizieren Kopf und Bauch sehr rege miteinander:

Den ganzen Tag erzählt der Bauch dem Kopf Geschichten. Er kreiert das "emotionale Profil". Jede Minute des Lebens wird im Gehirn ein "Gefühlsbett" bereitet - auch für die Nacht, wie Studien nahelegen, in der sich das ständige Bombardement durch die Träume entlädt: Erzeugt das Darmhirn während der Tiefschlafphasen eher sanfte rhythmische Wellenbewegungen, beginnen die Innereien während der traumreichen REM-Phasen des Schlafes aufgeregt zu zucken. Die intensive Stimulierung der Eingeweide und ihrer Serotoninzellen erfolgt parallel zu den nächtlichen Bildern im Kopf...
(Quelle: http://www.geo.de/wissen/13364-rtkl-neurologie-wie-der-bauch-den-kopf-bestimmt)

Ich denke: Der Bauch träumt/fühlt/denkt mit. Und zwar aktiv.
Gespannt warte ich auf die Ergebnisse zukünftiger Forschung. Einiges könnte uns überraschen, sagt mir mein Bauchgefühl.

Samstag, 27. Mai 2017

Nicht schlecht


Gesichter strengen mich an. Augen wie leuchtende Sterne aus anderen Gedankenwelten, anderen Galaxien des Daseins. Ich bin scheu. Es fällt mir schwer, den Blicken standzuhalten. Ich sehe den Menschen ungern ins Wohnzimmer. Woher diese Beklemmung?
Wenn ich dann unter ihnen weile, relativiert sich mein Unbehagen. Es ist nur noch halb so schlimm. Womöglich merkt man`s mir nicht mal an, wie ich denke. Ich zeige mein übliches Lächeln, ein Mischmasch aus Wohlwollen und dem Übertünchen eigener Unsicherheit. Den anderen geht`s unter Umständen ähnlich, denke ich. Plötzlich fühle ich mich sogar euphorisch und komme ins Erzählen. Nicht lange. Ich will mich einfach menschlich geben. Kurz scheine ich aufzugehen in diesem Teig von Zwischenmenschlichkeit. Ob am Arbeitsplatz oder in der Kneipe, sonst wo.
Aber am liebsten bin ich allein. Ich versinke wie ein schwerer Brocken Irgendwas im Schlamm des Seins. Da sitze ich nun mehr oder weniger regungslos und warte… auf einen Impuls, etwas Neues, einen frischen Wind. Das Drumherum, die vielen Gesichter, die vielen Welten, den Trubel, das Gerede, das Lachen, die Juxe… ermüden mich. Auch das Trinken ermattet. Viel zu viel trinke ich - kann jedoch nicht anders, als der Sucht zu folgen. Als wäre das Leben eine Operation an den Eingeweiden… Ich muss mich betäuben, um den Anblick und die Schmerzen zu ertragen. Wie halten das meine Mitmenschen aus? Sind sie alle süchtig? Wie lenken sie sich von ihrem Selbstbewusstsein ab, den Fragen, die sich drängend daraus ergeben? Verhalten sie sich deswegen noch wie Tiere?
Führen sie Kriege, weil sie sich selbst nicht ertragen können? Ist der Terror nichts anderes als ein verzweifelter Aufschrei der Ohnmacht gegenüber der Gewalt des Daseins?
All die Erklärungsversuche der Religionen sind doch Bullshit! Aber anscheinend sind sie für viele besser als nichts.

Der Tag heute ist zu schön für solch düstere Gedanken. Die Natur lockt mit warmen Temperaturen und Sonne. Die Macht aus dem All ist stärker als alles, worüber wir uns den Kopf zerbrechen. Wir Menschen sind die Typen, die den Planet Erde bewohnen und uns gegenseitig ins Jenseits bomben… Nicht schlecht für ein Wunder (oder gar die Krönung) der Schöpfung.

Sonntag, 21. Mai 2017

Abschaffen!


Am unangenehmsten finde ich Typen, die ihren Dödel auspacken und gleich drauflos pullern können. Wenn sie sich dann auch noch genau neben mich stellen, könnte ich im Boden versinken. Während ich es neben mir plätschern höre, spiele ich an meinem Ding herum, um mich zur Miktion zu stimulieren. Zum Erfolg komme ich meist aber erst, wenn sich der Kumpel neben mir verabschiedete*. Drum benutze ich inzwischen lieber die Kabine und nicht die Urinale. In aller Ruhe im Sitzen pinkeln ist wesentlich entspannter…
Auf der Arbeit gibt`s nur zwei Männer außer mir. Der eine ist IT-Beauftragter, der andere ein Dokumentar wie ich. Letzterer hat Mundgeruch und brilliert unter den Damen als Sprücheklopfer. Ihm begegne ich unverhältnismäßig oft auf der Toilette. Es scheint ihm Spaß zu machen, beim Pinkeln zu furzen. Ein typisches Alpha-Männchen. Wir befinden uns noch in der Phase gegenseitigen Abtastens. Ich glaube, er weiß nicht recht, wie er sich mir gegenüber positionieren soll… Gut so.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wieso schafft man diese Urinale für Männer** nicht ab? – das erzieht sie doch nur zu Stehpinklern. Soweit ich weiß, ist die Frauenwelt (meist) gar nicht davon begeistert. Die Emanzipation sollte auch auf der Toilette ankommen!


* anscheinend leide ich unter Paruresis - was es nicht alles gibt...
** im Zuge meiner Internet-Recherche erfuhr ich, dass auch Urinale für Frauen existieren

Samstag, 13. Mai 2017

Verschwendung


Wir kaufen zu viele Lebensmittel ein und schaffen es nicht, sie im Zuge ihrer Haltbarkeit zu verzehren. Ich ärgere mich jedes Mal, wenn ich den Kühlschrank ausmisten muss. Viele angebrochenen Sachen fliegen in den Müll, weil wir sie nicht zeitnah verbrauchen. Stattdessen kaufen wir neues nach. Weder meine Partnerin noch ich haben einen Überblick über den Lebensmittelbestand*. O. leugnet gar, dass wir wirklich so viel wegwerfen.

Wie läuft das in anderen Haushalten? Verschwendung ist eine bequeme Sache, wenn man nicht jeden Euro umdrehen muss. Dummerweise rebelliert mein Gewissen. Wir sollten vor dem Einkauf auf unsere Bestände schauen und diesbezüglich genau überlegen, was wir essen wollen und dazukaufen müssen.
Die Realität sieht anders aus: Von Tag zu Tag entscheiden wir aus dem Bauch heraus und lassen uns nicht so gern von unserem Kühlschrank den Speiseplan vorschreiben. Vernünftig ist das nicht.

Eine weitere Sache ist, dass O. und ich immer seltener zusammen essen, weil unsere Tagesabläufe schon aufgrund der beruflichen Verpflichtungen stark voneinander abweichen. O. kommt an drei Tagen in der Woche erst am Abend nach Hause, wenn ich bereits im Bett liege. Gemeinsame Mahlzeiten nehmen wir fast nur noch am Wochenende ein, und dann gehen wir dazu in eine Gastwirtschaft - zu oft für meinen Geschmack. Im Kühlschrank vergammeln indes Käse, Wurst, Schinken…

In meinen Single-Zeiten ernährte ich mich überwiegend von Bier und Konserven. Über die wenigen frischen Produkte behielt ich leicht die Übersicht. Der Refrigerator kühlte in der Hauptsache Luft und Bier. Ich war in meinen Augen ein sehr genügsamer Mensch. Wenn ich unerwartet Besuch bekam, schämte ich mich allerdings wegen meines mageren Haushalts. Einen Kaffee konnte ich gerade noch anbieten, aber mit Milch konnte ich nicht dienen. Irgendwann besorgte ich deswegen eine Packung portionierte Kaffeesahne, - die nie angebrochen wurde.

Keine Ahnung, wie O. und ich das Problem der Verschwendung in den Griff kriegen wollen, ganz abgesehen von den anderen Problemen…


* um Mißverständen vorzubeugen: es geht hier nicht um Berge von Lebensmitteln

Sonntag, 30. April 2017

Inspiriert von

Klaas Heufer-Umlaufs Brandrede für Europa:

"Wie jeder jetzt gemerkt hat langsam, da ist ein sichtbarer Schaden entstanden, wenn es gerade um Europa geht. Ich bin 1983 geboren. Ich bin in eine Zeit hineingeboren worden, in der bestimmte Werte, die momentan in Frage gestellt werden - Toleranz, das Miteinander, eine offene Gesellschaft -, selbstverständlich waren. Auch christliche Werte, völlig egal ob man getauft ist oder nicht. Ich bin nicht getauft. Das respektvolle Miteinanderumgehen. Diese ganzen Dinge, von denen ich in meiner Generation immer denken durfte, das kommt mit der Post. Jetzt hab ich eben gemerkt, das ist überhaupt nicht selbstverständlich.
Da sind Leute nicht zur Wahl gegangen. Was passiert? Brexit.
Da gehen Leute zur Wahl, und zwar wahrscheinlich mehrheitlich die Menschen, die das aus falschen Motiven tun oder fehlgeleitet sind durch was auch immer für eine Informationspolitik - und wählen Trump.
Da sind Dinge kaputtgegangen. Vor unseren Augen. Dinge, die wir nie für möglich gehalten hätten. Deshalb glaube ich, dass jetzt die beste Zeit ist, einen Pulse of Europe und überhaupt eine europäische Identität wieder zu entwickeln. Von Leuten, die Europa niemals in der Erschaffung erfahren haben, sondern eigentlich immer mit einem mittlerweile erschaffenen Europa aufgewachsen sind.
Wir hatten nicht das Gefühl gehabt, zum ersten Mal mit einem Fahrrad über die Grenze zu fahren. In meiner Generation gab's das alles schon Das heißt, jetzt weg von den verdammten Nationalitäten und zurück zur europäischen Identität. Und mal merken, wenn wir das jetzt machen, sind wir die dümmste Generation die je gelebt hat, wenn wir Europa kaputt machen."

(Quelle: http://www.stern.de/kultur/klaas-heufer-umlauf--lesen-sie-seine-brandrede-fuer-ein-gemeinsames-europa-7433086.html)


So ist es. Aber nicht nur auf Europa, sondern auf die gesamte Welt bezogen.
Fortschritt passiert nicht automatisch. Werte wie Menschenrechte gelten nicht selbstverständlich. Wir Menschen, die in einer toleranten, aufgeschlossenen und fortschrittlichen Welt leben wollen, die ihren Kindern eine bessere Welt hinterlassen wollen, in welcher sie sich ohne Angst und Repressionen frei entfalten können, müssen immer wieder gegen Wellen der Ignoranz, Rückschrittlichkeit und geistiger Verirrung ankämpfen… mit klaren Argumenten und Ansagen. Wir müssen immer wieder uns selbst und unseren Mitmenschen erklären, was eine gute und lebenswerte Welt ausmacht und warum – warum Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Menschenrechte und die Achtung vor allem Leben wichtig sind, warum Demokratie und Gerechtigkeit ständig erstritten werden müssen.
Und wer sind dabei unsere Gegner? In der Hauptsache sind es unsere eigene Trägheit, unsere Bequemlichkeit, Feigheit und nicht zuletzt unsere Abgestumpftheit. Denn ich bin überzeugt, dass die Mehrzahl der Menschen im besten Sinne aufgeklärt und fortschrittlich denkt. Wir dürfen denen, die in Europa, den USA und überall sonst auf der Welt die Werte von Vernunft und Mitmenschlichkeit torpedieren (warum auch immer sie das tun), nicht die Meinungsführerschaft überlassen!
Bald wird in dieser Hinsicht von unseren französischen Nachbarn eine wichtige Entscheidung gefällt. Ich hoffe, sie wählen gegen rechts und für das gemeinsame Europa.
Es ist schwer auszuhalten, was derzeit Erdogan am Rande Europas anstellt. Die türkische Nation ist zerrissen. Ich wünsche den Türken, dass sie bald wieder auf den Weg hin zu mehr Demokratie und den Menschenrechten finden. Die Türken werden dafür kämpfen müssen und brauchen die Solidarität und Unterstützung aller fortschrittlichen Kräfte, vor allem aus Europa.
Seit dem Mittelalter wurden viele Kämpfe hin zu einer gerechteren, besseren Welt ausgefochten. Das Europa, in dem wir heute leben, dessen Wohlstand (und geistigen Werte) wir genießen dürfen, muss gegen alle rückständigen Kräfte und Ideen verteidigt werden! Und dies sollten wir nicht alleine unseren Politikern überlassen…
Die Zukunft wird (bald) zeigen, wie wehrhaft unsere westlichen Demokratien sind, und wie es um die kulturellen Werte sowie um den Geist Europas bestellt ist.

Sonntag, 12. März 2017

Sonntagslöffelei


Es gibt schon Redensarten. Gerade stolperte ich geistig über „den Löffel abgeben“. Keine Ahnung warum. Bei Tante Google las ich folgende Herleitung:

Die unverzichtbare Tätigkeit des Essens steht bei dieser Redewendung Pate, mitsamt der Tatsache, dass im Mittelalter und früher Neuzeit das Armeleuteessen üblicherweise ein Brei in einer Schüssel für alle inmitten des Tischs war, wofür ein jeder seinen eigenen Löffel parat hatte. Diesen höchsteigenen, nicht selten selbstgeschnitzten, Löffel wegzulegen, ist dabei gleichbedeutend mit dem Ende des Lebens.

Das waren vielleicht noch Zeiten… Jeder trug einen Löffel in der Tasche. Auch noch einen selbstgeschnitzten. Ich finde, das hat was. Mit dem konnte man dann „die Suppe auslöffeln“… Wieder so eine Redensart. Und wenn man nicht brav aufaß, „gab`s was hinter die Löffel“! Das kann man sich getrost „hinter die Löffel schreiben“. Man löffelt sich so durchs Leben, würde ich sagen, und irgendwann hat man ausgelöffelt und gibt seinen Löffel ab. Und: Nein, ich habe nicht „die Weisheit mit Löffeln gefressen“.
Was ist das eigentlich für ein Wort „Löffel“!?
Ich bemühe also Tante Google wieder und erfahre, dass sogar eine „Löffelsprache“ existiert. Allerhand…

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