2017 - Reisen

Sonntag, 24. September 2017

Damals in Kopenhagen



...als das Wetter scheiße war

Sonntag, 17. September 2017

Am Ende




...bleiben ein paar Bilder.

Dienstag, 12. September 2017

Über Land




ein Auf und Ab durch gediegenes Hügelland

Montag, 11. September 2017

Ende Sommer


Da schmilzt er dahin der Urlaub, auf den ich ein halbes Jahr wartete. Übermorgen heißt es wieder frühmorgens raus aus den Federn und acht Stunden Tumordokumentation. Mal sehen, wie sich der erste Tag zurück am Schreibtisch anfühlt. Wenigstens wird`s eine kurze Woche. Ein zusätzlicher Trost: mir bleiben noch 10 Tage Resturlaub. Vielleicht fliege ich zum Jahresende auf die kanarischen Inseln. Allein in Berlin Silvester reicht mir vom letzten Jahr.
Schön auch, dass mein Urlaub nicht verregnet ausklingt, sondern halbwegs freundlich*. Na ja, ich hoffe es. Ich trauere dem Sommer nach. Wenn`s nach mir ginge, würde ich ihm einen neuen Anlauf gestatten, denn so richtig nahm ich ihn nicht wahr. Auf jeden Fall war er zu kurz. Oder lebte ich zu schnell?
Die Fahrradreise nach Kopenhagen bildete nun einen perfekten Abschluss. Scheiße aber auch, wie viel Glück ich hatte: nur einen Regentag, keinen Plattfuß, keinen Sturz, immer einen halbwegs passablen Schlafplatz gefunden, das Bier ging nie aus (!), die Reiselektüre war gut, schöne Landschaften gesehen, das Ziel vor der Zeit erreicht, trotz Schmerzen und Anstrengungen durchgehalten…, und schließlich die Rückreise, die wie am Schnürchen lief. In Gedser wurde die Fähre gerade beladen, als ich ankam. Einer der Arbeiter winkte mich schnell durch die Absperrung – ich kam gar nicht dazu, vorher ein Ticket zu kaufen, und es fragte auch niemand danach. So fuhr ich schwarz mit Scandlines nach Rostock. An Bord lud ich mein Handy auf und kaufte mit dem übrigen dänischen Münzgeld Bier nach. Auch war mir das Wetter am Rückreisetag wohlgesonnen. Ich saß kurz am Alten Hafen in Rostock, wo ich schon auf der Hinfahrt gerastet hatte. Am Hauptbahnhof stand (welch glücklicher Zufall!) der Zug nach Berlin bereits auf dem Gleis – ich musste nur noch einsteigen. So erreichte ich Berlin am Nachmittag, viel früher, als ich erwartet hatte; stieg am Potsdamer Platz aus und radelte flugs zum Biergarten am Gleisdreieck, wo ich mein Ankommens-Bier genoss… Einziger Wermutstropfen: O. war auf Arbeit und konnte mich nicht begrüßen.
Heute vor einer Woche schlenderte ich noch durch Kopenhagen… By, By! So schnell werde ich wahrscheinlich nicht mehr nach Kopenhagen kommen.





Fahrradabstellplatz im Bauch der Fähre


(* das Wetter könnte ruhig etwas freundlicher sein)

Sonntag, 10. September 2017

Am Rande


Über Politik dachte ich während der Fahrt am wenigsten nach. Wenige Wochen vor der Bundestagswahl kamen mir allerdings jede Menge Wahlplakate am Straßenrand entgegen. Wobei mir auffiel, dass auf meiner Strecke durch Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (vor allem auf dem Lande) die NPD prozentual überstark abgebildet war. In diesen Gegenden gab es weder Ausländer noch Flüchtlinge, jedenfalls sah ich keine. Trotzdem schien die NPD dort eine große Anhängerschaft zu haben. Ob mich die Leute am Straßenrand gegrüßt hätten, wenn ich türkisch oder arabisch aussähe? Ich glaube nicht. Nur gut, dass sie nicht meine Gedanken lesen können, dachte ich, denn ich verabscheue solch tumbe Deutschtümelei aufs tiefste.
Die Natur, durch die ich fuhr, kennt keine Grenzen und auch keine Ausländer. Die Grenzzäune errichtet immer nur der Mensch. Die NPD Plakate passten absolut nicht in diese schöne Landschaft.

Immer vorwärts


Kaum wenige Tage von meiner Reise zurück - erscheint mir jedoch, als wäre es schon viel länger her. (Hat wirklich alles so stattgefunden?) Vielleicht liegt dieses Distanzgefühl daran, dass die 12 Tage unterwegs ein einziger innerer Monolog waren. Die Landschaften, Städte und Dörfer zogen traumhaft an mir vorbei. Ich war jeden Tag 24 Stunden mit mir allein. Eine solche Reise ist noch flüchtiger als das an sich flüchtige Leben. Ich entführte mich selbst auf meinem Fahrrad nach Kopenhagen. Auf was habe ich mich da nur eingelassen!? fragte ich mich manchmal, wenn ich eine besonders anstrengende Strecke zu bewältigen hatte und mit den Kräften am Ende war.
Mir begegneten insgesamt wenige Radreisende. Nur an den Wochenenden die vielen Radausflügler, ganze Gruppen. An den letzten drei Tagen war ein deutsches Pärchen auf derselben Strecke. Wir begegneten uns auf den Campingplätzen, grüßten uns, wechselten aber sonst kein Wort. Sowieso mag ich diese fachlichen Diskussionen über Fahrrad und Ausrüstung nicht. Ich will mich nicht gerne mit anderen vergleichen. Sollen sie wegen mir die Nase rümpfen… Wenn ich was an meinen Geschlechtsgenossen nicht mag, dann, dass sie sich alle als Fachmänner aufspielen. Ätzend.
Gut, dass ich keine Panne hatte. Das neue Fahrrad hielt sich hervorragend. Die Wege waren zwar größtenteils gut, aber einige Kilometer ging es dann doch über Stock und Stein. Am gefährlichsten dabei Schlaglöcher oder Wurzeln, die durch den Weg brachen. Je nach Geschwindigkeit hätte ich da böse auf die Nase fallen können. Neben der physischen Belastung, musste ich versuchen, die Konzentration während der gesamten Fahrt hochzuhalten, auch um nicht einen Abzweig zu verpassen und falsch zu fahren. Dazu die Vorsicht vor dem Autoverkehr auf den größeren Straßen. Wenn ich am frühen Abend das Zelt aufgestellt und gefuttert hatte, wurde ich schnell müde und verkroch mich in meinen Schlafsack…





Samstag, 9. September 2017

Wolken und Wasser




Sydhavnen Kopenhagen




das ARKEN Museum für Moderne Kunst

Freitag, 8. September 2017

Grazien am Weg










in und um Kopenhagen

Donnerstag, 7. September 2017

Unterwegs...


Oft kroch mir ein unangenehmer Fäulnisgeruch in die Nase, vor allem auf den Waldstrecken. Eine Menge Schmeißfliegen und andere Insekten flogen mir ins Gesicht und in die Augen. Ein besonders ekelhaftes Vieh flog mir direkt in den Rachen, so dass ich es nicht mehr hochwürgen konnte. Selbst mit Fisherman`s Friend wurde ich den üblen Geschmack nicht los und dachte noch Kilometer später darüber nach, auf welchen Kadavern und welcher Scheiße das Vieh vorher gesessen hatte.
Die Ostseeküste Dänemarks roch an vielen Stellen unangenehm süßlich, etwa wie eine nahe Schokoladenfabrik – irgendwie pervers. Und diese Milliarden kleinen Strandfliegen konnten einen verrückt machen. Die Badegäste störte das allerdings nicht. Überhaupt scheinen viele Menschen resistent gegenüber äußeren Eindrücken zu sein… , z.B. die vielen freisprechend telefonierenden Fußgänger und Radfahrer, die mir in Dänemark auffielen. Vor allem junge Däninnen liefen derart durch die Gegend und laberten quasi mit der Luft, während sie ihren Kinderwagen schoben oder joggten.
Im Großen und Ganzen genoss ich meinen Aufenthalt in der Natur. Immer wenn ich in die Nähe größerer Städte kam, wurde ich aus meiner Trance gerissen... Ich war wieder unter meinesgleichen, auch wenn ich die Menschen in Dänemark schlecht verstand. Das Dänisch war sehr ungewohnt für meine Ohren – ähnlich Chinesisch. Aber das Bier war okay, nur eben schweineteuer, über das doppelte der von Deutschland gewohnten Preise. Das belastete ganz schön meine Urlaubskasse. Als ich in die dänischen Urlaubsorte an der Küste und in die Städte kam, zeigten sich die Menschen unbeeindruckt von den hohen Preisen, und ich fragte mich, wo sie all das Geld dafür verdienten. Umso näher ich mir die Leute anschaute, desto rätselhafter erschien mir ihre Liquidität. Die Dänen gehören nicht gerade zu den Schönsten der menschlichen Art (fand ich): rein äußerlich eine Mischung aus Amerikaner und Engländer - fett und oft schlampig angezogen. Also nochmal: wie kommen diese Figuren nur zu so viel Geld, um sich Bier für umgerechnet fast 10 Euro das Glas zu leisten? Das gilt freilich nicht nur für die Dänen, sondern auch für die Touristen aus Deutschland, England, Polen, Tschechien… Ich trank mein Bier und betrachtete die Menschen um mich herum, oder las ein paar Seiten von „The Rum Diary“.
Die Welt zeigt sich mitunter ziemlich undurchsichtig für einen geradeaus denkenden Geist. Warum gibt es z.B. im Hauptbahnhof von Kopenhagen keinen Buchladen mit internationaler Presse? Die junge Dame an der Touristeninfo zuckte nur bedauernd die Schultern. „It`s a shame!“ entfuhr mir spontan, und ich trollte mich zurück unter die Massen von Reisenden. Schließlich fand ich in einem Supermarkt einen Zeitungsstand mit dem Spiegel, der Süddeutschen und natürlich der Bild. Nachdem ich „The Rum Diary“ ausgelesen hatte, war ich hungrig nach neuem, halbwegs anspruchsvollem Lesestoff, an dem ich eine Weile knabbern konnte. Also kaufte ich erstmal den Spiegel

Mittwoch, 6. September 2017

Zurück...


Das Meiste kriegt man nicht mit. Vielleicht gut so. Man konzentriert sich auf seinen Weg, bemerkt noch das ein oder andere am Wegesrand oder guckt bei einem Halt in die Landschaft – die sieht man dann freilich immer aus der momentanen Perspektive.
Ich habe das Gefühl, dass ich eine ganze Menge nicht mitkriege… wie sich die Menschen um mich herum verändern, wie sich das Denken verändert – und damit alles: die Moden, die Angewohnheiten, die Wünsche und Sehnsüchte…

Es gibt Momente auf meiner Tour, da frage ich mich: Was mache ich hier eigentlich? - radle bepackt mit Klamotten und Zelt durch die Gegend – sieht das nicht wahnsinnig komisch aus? - wie ich mir da einen abstrample, die Hügel rauf und runter, über Feld- und Waldwege, die Flussläufe entlang, durch Städte, auf dem Fahrrad geduckt Kilometer für Kilometer einsam auf einem willkürlich ausgewählten Weg…

Der Weg führt quer durch mein Herz. Und in meinem Herz ist sehr viel Einsamkeit, an die ich mich längst gewöhnte – wenn auch mit einem bitteren Beigeschmack. Na ja, das ist wohl mein Bier.

Viele Landstriche strahlen eine unglaubliche Weite aus. Von erhabener Stelle schaue ich zum Horizont und sehe die immer gleichen Muster. Der Himmel drückt auf meine Schultern, meinen Rücken, während ich in die Pedale trete. Der Himmel kommt der Erde immer näher. Ich empfinde mich als ein Insekt unter einer Cellophan-Folie, das sich einen abschwitzt.
Unglaublich ist auch die Stille, die ich an manchen Orten erlebe - eine Stille, die den Raum um einen herum wahnsinnig ausdehnt. Eine Stille, die Angst machen kann – die einem mehr sagt als jede Philosophie: Jedes Geschöpf ist auf sich selbst zurückgeworfen.
Ich trinke eine Menge Bier unterwegs. Der Alkohol verwässert die vielen Eindrücke, die auf mich einstürmen, und er hilft auch etwas über die Schmerzen hinweg, die sich während der Fahrt einstellen – Schmerzen in den Armen, im Rücken, in den Beinen…

Und es gibt den seelischen Schmerz der Verlorenheit. Ich versinke in den Tagen des Alleinseins total in mir. Automatengleich stiere ich auf die Strecke…

ein literarisches Tagebuch

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